Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung
Unfälle im Straßenverkehr mithilfe hoch sichtbarer Kleidung vermeiden
Augen auf im Straßenverkehr: Die bereits zu Kindertagen gepredigte Warnformel hat mehr denn je ihre Berechtigung. Im Vorjahr ist die Zahl der Verkehrsunfälle und ihrer Opfer bundesweit zum zweiten Mal in Folge gestiegen.
- Motorradfahrer: beispielsweise Hosenträger-Reflexstreifen sowie eine mit Reißverschluss schließbare Warnweste gemäß DIN EN ISO 20471.
- Fahrradfahrer: Räder mit reflektierenden Speichenclips und mit vorn sowie hinten angebrachten Reflektoren; Kleidung in leuchtenden Farben mit reflektierenden und fluoreszierenden Materialien sowie an den Beinen Reflexbänder.
Kontrastreiche Kleidung für bessere Erkennbarkeit
Ein überwiegender Teil der Arbeitnehmer bevorzugt es, den Weg zur Arbeitsstelle bereits in Berufskleidung anzutreten. Eine farbenfrohe, auffällige Kleidung entspricht jedoch nicht unbedingt immer dem Dresscode des Handwerksbetriebs – auch nicht eines Elektrobetriebs. Sinnvollerweise sollten daher die für eine gute Erkennbarkeit relevanten Merkmale direkt an der Berufskleidung angebracht werden.
Auffällige Lösungen für den Firmendress
Und genau das ist der Trend, dem die Bekleidungsindustrie seit Jahren folgt. Immer mehr Anbieter von Berufskleidung haben ihr Angebot für Bereiche, in denen keine zertifizierte Warnkleidung gefordert ist, um Kollektionen mit retroreflektierenden und fluoreszierenden Elementen ergänzt. Diese sind typischerweise an Bund- und Latzhosen, an Parka, Bundjacke, Softshelljacken und Weste sowie Wetterschutzjacken angebracht.
Beispielsweise Reflexpaspeln sehen nicht nur gut aus, findet Horst Hübler, Fachberater Verbände bei Mewa Textil-Service. Sondern viel wichtiger sei, dass die dezent und akzentuiert in die Kleidung eingearbeiteten retroreflektierenden Materialien bei Dämmerung und Dunkelheit für einen guten Kontrast zur Umgebung sorgen. Damit wird der Mitarbeiter im Straßenverkehr oder auf dem Betriebshof bei schlechten Lichtverhältnissen viel besser gesehen.
Snickers geht noch einen Schritt weiter: Bei vielen Jacken verwendet das Unternehmen Reflektorstreifen, -drucke oder -details an den Armen, auf der Rückseite und auf der Vorderseite; einige Bundhosen-Modelle besitzen zudem Reflektorstreifen über dem rechten Knie und unter der linken Kniekehle. Jacken in Schwarz oder Navy sind an den Reißverschlüssen zusätzlich mit Signalfarben wie Neongelb gearbeitet.
Auch andere Anbieter setzen auf Reflexmaterialien. Dazu gehören beispielsweise die Linien von Blåkläder oder von Williamson-Dickies.
Wenn die Handwerksunternehmen eigene Vorstellungen in Bezug auf Ausstattung, Farbe, Schnitt, Stil oder Komfort entwickelt haben, können sie sich damit auch an Mietdienstleister wenden. Diese statten die gewählte Berufskleidung sowohl für einzelne Mitarbeiter als auch für die gesamte Belegschaft nachträglich mit Reflexelementen aus. Beispielsweise Unternehmen wie Bardusch, DBL und diemietwaesche.de bieten ihren Handwerkskunden diese Extraleistung an. Auch ohne die Vorgabe genormter Warnkleidung können Elektrohandwerker, die in dunklen Umgebungen oder bei schlechten Sichtverhältnissen arbeiten müssen, auf diese Weise besser wahrgenommen werden.
Einsätze aus Warngewebe
In dämmrigen Lagerhallen oder anderen Bereichen, in denen das Licht von oben kommt, können retroreflektierende Zusätze jedoch wenig ausrichten. Die Kontrastwirkung von Reflexstreifen entsteht nur durch ein direktes Anleuchten, denn die Wirkung beruht auf einer gerichteten Lichtreflexion: Der Einfallswinkel des Lichts ist auch dessen Ausfallwinkel. Für eine gute Sichtbarkeit bei diffusen Lichtverhältnissen ist daher eine Kombination von Reflexstreifen und fluoreszierenden gelben oder orangefarbigen Einsätzen zu empfehlen.

