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Betriebsführung und -Ausstattung

Onlineshop von Sonepar

"Sonepar bekennt sich klar zum dreistufigen Vertriebsweg"

01.09.2016

Das Aus des Onlineshops www.elektrogrosshandel.de von Sonepar schlägt noch immer hohe Wellen. Wer sorgte für die Abschaltung? Wie geht es online beim Großhändler weiter? ep bat Sonepar um Auskunft – hier sind die Antworten.

ep fragte Dirk Feller, Leiter Kommunikation beim Großhändler Sonepar, nach den Gründen für die Abschaltung des Onlineshops, nach neuen Onlineplänen und der Zukunft des dreistufigen Vertriebs. ep: Aus welchen Gründen wurde der Online-Shop www.elektrogrosshandel.de geschlossen? Welche Marktteilnehmer, Innungen oder Verbände sprachen sich gegen den Betrieb des Onlineshops aus? Wer befürwortete den Online-Shop?Sonepar: Wir haben unter www.elektrogrosshandel.de eine Auswahl unseres Sortiments angeboten, wie ein jeder es auch in einem Baumarkt kaufen kann. Darüber hinaus war es nur Gewerbekunden möglich, auf www.elektrogrosshandel.de einzukaufen. Wir haben hierauf teils sehr heftige negative Reaktionen aus den Innungen und dem Elektrohandwerk erhalten. Im Dialog haben wir allerdings auch viele Handwerkskunden erlebt, die diese Aufregung gar nicht verstehen konnten. Die Industrie hingegen hat unsere Initiative klar befürwortet. Wir können die negativen Reaktionen nur bedingt nachvollziehen, müssen aber nicht mit dem Kopf durch die Wand. Wir verstehen uns als Partner des Handwerks – d. h. wir sind immer dialog- und kompromissbereit. ep: Plant Sonepar die Wiedereröffnung dieses Onlineshops, eventuell mit geändertem Konzept?Sonepar: Der Online-Shop unter www.elektrogrosshandel.de wird in dieser Form nicht mehr online gehen. Allerdings werden wir weiterhin den Vertriebskanal „Internet“ beobachten und nach Lösungen suchen, wie wir von diesem Vertriebskanal noch mehr profitieren können, ohne dass der dreistufige Vertrieb Schaden nimmt. Denn am Ende ist das Internet ein Vertriebskanal geworden wie es Telefon oder Fax auch ist. ep: Beliefert Sonepar Flächenhändler oder Onlineplattformen (z. B. Amazon) mit Elektromaterial?Sonepar: Es gibt bei Sonepar keine strategische Entscheidung für die Belieferung oder gar für eine Partnerschaft mit den genannten Onlineplattformen. Wir bedienen ausschließlich B-to-B-Abnehmer – dies gilt auch für mögliche Onlinevertriebswege. ep: Wie positioniert sich Sonepar zum dreistufigen Vertrieb? Mit welchen Maßnahmen könnte der dreistufige Vertrieb aus Sicht von Sonepar zukunftsfest gemacht werden?Sonepar: Sonepar bekennt sich klar zum dreistufigen Vertriebsweg. Als Partner des Elektrohandwerks unterstützen wir das Ziel, hochwertige und sichere Elektroinstallation ausschließlich durch geschultes Fachpersonal erstellen zu lassen. Wir sehen allerdings Entwicklungen von zwei Seiten kommen: Zum einen sind es neue Markteilnehmer, die aus dem Online-Handel kommen und denen es letztendlich egal ist, ob sie Steckdosen und Reiheneinbaugeräte online verkaufen oder Bücher und CDs. Zum anderen sind es die Käufer, die sich diese Artikel bei einem Online-Händler beschaffen. Das sind Konsumenten, aber auch Elektroinstallationsbetriebe auf Schnäppchenjagd. So, wie also das Elektro-Handwerk auf unsere Treue zum dreistufigen Vertriebsweg setzen, hoffen wir natürlich auf die gleiche Treue unserer Kunden zu dieser Dreistufigkeit – also Beschaffung über den Elektrogroßhandel und nicht direkt beim Hersteller oder querbeet im Internet.  Ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung des dreistufigen Vertriebs wäre aus unserer Sicht eine Digitalisierungsstrategie von Hersteller, Handel und Handwerk. Das Internet als Vertriebsweg zu verneinen wird keine Lösung sein und bedeutet das Ende des dreistufigen Vertriebs durch Dritte. ep: Gibt es bei Sonepar strategische Überlegungen, langfristig den dreistufigen Vertrieb durch einen anderen Vertriebsweg abzulösen?Sonepar: Nein, diese Überlegungen gibt es nicht. Wir sind und bleiben Partner des Elektrohandwerks und werden aus eigener Initiative den dreistufigen Vertrieb nicht verlassen. Allerdings sehen wir durchaus die Bedrohung, dass die Dreistufigkeit nachhaltig durch andere Marktteilnehmer, die sich zurzeit noch nicht im großen Stil mit Elektromaterialien für professionelle Anwender beschäftigen, untergraben werden könnte. Darauf müssen wir uns alle vorbereiten. In Verbindung stehende Artikel
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Autor
Name: Jürgen Winkler