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Alle Schutzleiterverbindungen müssen gemessen werden (Bild: K. Rohlof, M. Lochthofen/ep)
Messen und Prüfen | Aus- und Weiterbildung

Aus dem Facharchiv: Lernen & Können

Prüfen nach DIN VDE 0701-0702: Prüfung des Schutzleiterwiderstands (4)

03.06.2020

Das Thema „Prüfen der elektrischen Sicherheit“ ist ein wichtiger Bereich der Arbeit einer Elektrofachkraft. Jedoch ist es für einige Fachkräfte nicht alltäglich, selber elektrotechnische Prüfungen auszuführen. Um diese 
Prüfungen vollständig, richtig und sicher durchführen zu können, werden solide elektrotechnische Kenntnisse und ausreichende persönliche Erfahrung benötigt. Mit dieser Serie sollen die bereits erworbenen Kenntnisse vertieft und erweitert werden.

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Bei den häufigsten Fehlerursachen handelt es sich um Korrosion im und am Schutzleiter oder dessen Befestigung ist locker. Alle diese Fehler können in der Zeit bis zur nächsten Prüfung dazu führen, dass der Schutzleiter nicht mehr mit den leitfähigen Teilen verbunden ist – und das stellt dann einen gefährlichen Zustand dar.

Grenzwerte

In der Norm VDE 0701-0702 [1] sind die Grenzwerte für den Schutzleiterwiderstand folgendermaßen angegeben. Für Geräte bis 16 A Nennstrom (d. h. üblicherweise Schutzkontakt-Stecker oder „Drehstrom“-Anschluss CEE 16 A) gilt:

  • maximal 0,3 Ω für Anschlussleitungen bis 5 m und
  • bei längeren Leitungen kann für jede weitere 7,5 m 0,1 Ω dazu gerechnet werden. Dies gilt bis zum einem Maximalwert von 1 Ω. Beispielsweise darf die 50 m lange Leitung auf einer Kabeltrommel laut Norm maximal 0,9 Ω Schutzleiterwiderstand haben.

Die zuvor genannten Grenzwerte sind für größere Querschnitte viel zu hoch. Deswegen gilt seit dem Jahre 2008 für Geräte mit einem Nennstrom von mehr als 16 A: Der Grenzwert errechnet sich aus

  • der Länge,
  • dem Querschnitt,
  • dem Material der Leitung und
  • den Übergangswiderständen.

Die Grenzwerte sind in aktuellen Prüfgeräten einprogrammiert. Nach diesen bewerten die Prüfgeräte automatisch die durchgeführte Messung.

Auch wenn es fast keiner weiß, weil sich selten jemand die Mühe macht die Norm durchzulesen: Die Norm fordert, dass die zum Prüfen befähigte Person die Schutzleiterverbindung selber beurteilt, also Kriterien wie Länge, Querschnitt, Material und Übergangswiderstände in ihre Bewertung mit einfließen lässt. Das lässt sich in kein Prüfgerät programmieren, das ist die Aufgabe der prüfenden Person! Das Prüfprotokoll unterschreibt ja auch nicht das Messgerät, sondern der Prüfer selbst. Der soll die Beurteilung durchführen, das Prüfgerät ist nur ein Hilfsmittel dafür.

Autoren:  K. Rohlof, M. Lochthofen

Literatur:

[1] DIN VDE 0701-0702 VDE 0701-0702:2008-06 Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte – Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte; Allgemeine Anforderungen für die elektrische Sicherheit.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.


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