Zum Hauptinhalt springen 
Foto: ArGe Medien im ZVEH
Energietechnik/-Anwendungen | Regenerative/Alternative Energien | Heizungs- und Wärmetechnik | Technische Gebäudeausrüstung | Innungen und Verbände

+++ News +++ Qualitätssiegel für Sanierung

Neues Qualitätssiegel „Leitlinie Handwerk“

27.02.2023

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik hat gemeinsam mit den sechs weiteren, an energetischen Sanierungen beteiligten Handwerksverbänden und dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm Zukunft Altbau ein neues Qualitätssiegel erarbeitet: die „Leitlinie Handwerk“.

Für den Erfolg einer energetischen Sanierung ist entscheidend, ob sie fachgerecht geplant und durchgeführt wird. Hauseigentümer sollten dafür mit qualifizierten Fachkräften zusammenarbeiten. Fachleute aus den sogenannten „Klimagewerken“ verpflichten sich mit der neuen Leitlinie, individuell, gewerkeübergreifend und neutral zu beraten. Darüber hinaus weisen sie auf die Chancen einer Gebäudeenergieberatung hin, empfehlen energieeffiziente Gebäudestandards und erneuerbare Energien und bilden sich regelmäßig weiter. Baden-Württemberg hat im Jahr 2022 die Solaranlagenpflicht für neue Nichtwohngebäude, Wohngebäude und größere Parkplatzflächen eingeführt. Seit 2023 gilt sie auch für bestehende Gebäude bei grundlegenden Dachsanierungen. Photovoltaik sollte aber grundsätzlich Teil jeder technischen Modernisierung von Gebäuden sein. Die Leitlinie Handwerk soll so zu einer besseren Sanierungsqualität beitragen und die erfolgreiche Umsetzung für Eigentümer gewährleisten. Ob ein Handwerksbetrieb der Elektro- und Informationstechnik nach der Leitlinie Handwerk arbeitet, erfahren Hauseigentümer unter folgendem Link: https://www.fv-eit-bw.de/verbandsthemen/energie/leitlinie-handwerk.html

Gewerkeübergreifende Allianz

Sechs Grundsätze umfasst die Leitlinie Handwerk, die übergreifend für alle Klimagewerke gelten, sowie individuelle technische Vorgaben für jedes einzelne Gewerk. Eine gute energetische Sanierungsberatung umfasst viele Bestandteile, etwa die Verbesserung von Kellerdecken, Wänden, Dach und Fenstern, Haus- und Gebäudetechnik sowie den Einsatz erneuerbarer Energien. „Für die Gewerke Elektro- und Informationstechnik gelten spezielle gewerkespezifische Kriterien. Bei der Leitlinie Handwerk sind besonders die Themen Modernisierung der Stromerzeugung, vernetzte Energie intelligent nutzen, perspektivisch strombasierte Wärme- und dezentrale Warmwasserbereitung, Verwendung effizienter Stromheizsysteme, Wartung, Instandhaltung und Ausführungsschnittstelle zu anderen Gewerken, wie beispielsweise die Luftdichtheit und Wärmebrückenfreiheit wichtig“, sagt Thomas Bürkle, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg. Neben der neutralen Beratung zielt die Leitlinie vor allem auf die sorgfältige Ausführung der Maßnahmen ab. Das gilt sowohl für alle Arbeitsschritte, die durch ein Gewerk umgesetzt werden, als auch für den passenden Anschluss von einem Gewerk zum anderen. Für ein optimales Ergebnis müssen alle Sanierungsmaßnahmen sinnvoll ineinandergreifen und ganzheitlich gedacht werden. Für den Fachverband Elektro- und Informationstechnik bedeutet das insbesondere bei Photovoltaik-Anlagen, regenerativen Heizsystemen, Energiespeichern, Sanierungen im Zusammenhang mit äußeren oder inneren Wärmedämmmaßnahmen u.v.m. eine frühzeitige Abstimmung mit den Schnittstellengewerken.

Sanierung mit Qualitätsregeln und gewerkespezifischen Vorgaben

In der Regel gehört es auch zu der Vereinbarung, eine kostenpflichtige Beratung zu empfehlen, bei der ein geförderter, individueller Sanierungsfahrplan erstellt wird. Dort empfohlene Maßnahmen werden finanziell sehr gut gefördert, rechnen sich damit auch wirtschaftlich und sind gut für den Klimaschutz. Zudem verpflichten sich die Fachleute, über Kosten und Einsparmöglichkeiten so transparent wie möglich aufzuklären, ebenso wie über geltende Gesetze und Verordnungen. Dazu gehört unter anderem das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes. Neben Zukunft Altbau haben folgende baden-württembergische Verbände an der Erarbeitung der Leitlinie mitgewirkt: der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks, der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima, der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade, der Landesverband Holzbau – Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes, der Fachverband Glas, Fenster, Fassade sowie der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks. Außerdem sind der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) und der Verband der regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen Baden-Württemberg beteiligt. Die Leitlinie Handwerk ist unter https://www.fv-eit-bw.de/verbandsthemen/energie/leitlinie-handwerk.html zu finden. Betriebe, die sich der Leitlinie Handwerk anschließen möchten, können dies über diese Website tun.