Skip to main content 
„Arbeite meinen Sohn mal schon so langsam ein!“ (Quelle: A. Purwin)
Betriebsorganisation | Betriebsführung | Personen und Firmen

Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung

Loslassen können: Wie ein Unternehmen erfolgreich in der Familie bleibt (1)

15.06.2020

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einer Unternehmensnachfolge: innerhalb der Familie, Übergabe an einen Mitarbeiter, an einen externen Käufer oder auch an ein anderes Unternehmen. Als Unternehmensberater verfügt Dirk Schadow über umfangreiche Kenntnisse und viele Erfahrungen auf diesem Gebiet, die er gern mit den ep-Lesern teilen möchte.

Seiten

Ich habe viele Unternehmer kennengelernt, und grundsätzlich interessiert mich die Geschichte, wie sie Unternehmer geworden sind. Es gibt Unternehmer, die aus eigener Kraft und Motivation als One-Man-Show in der Garage angefangen haben. Andere wiederum haben ein fremdes Unternehmen gekauft. Sehr viele haben das Zepter des Vaters übernommen und führen das Unternehmen in zweiter oder sogar dritter Generation fort.

Wenn der Vater 
dann dem Sohne

In Hinsicht auf die zukünftigen Veränderungen bringt diese letztgenannte Version, das Unternehmen vom Vater zu übernehmen, vielleicht die größte Herausforderung mit sich.

Jeder Unternehmer muss sein Unternehmen eines Tages übergeben – dies stellt für sehr viele Altunternehmer ein Problem dar und wird deshalb gern verdrängt. Die größte Schwierigkeit ist hierbei erfahrungsgemäß das sogenannte Loslassen.

Aus Sicht des Altunternehmers wird es selten jemanden geben, der das Unternehmen so führt, wie er es für richtig hält. Er ist von den selbst eingeführten Strukturen überzeugt – schließlich hat er das Unternehmen zum Erfolg geführt und in den meisten Fällen aufgebaut. Diese Haltung kann ich nachvollziehen und bis zu einem gewissen Grad bestätigen, denn der Erfolg gibt ihm recht. Doch leider besitzen auch erfolgreiche Unternehmer nicht die Gabe der Unsterblichkeit.

Passende Nachfolger 
sind rar

Ein weiteres großes Problem besteht darin, dass sich kein Nachfolger anbietet. Prognosen zufolge werden nur noch wenige Menschen bereit sein, die Nachfolge eines Unternehmers anzutreten, da die Risiko- und Verantwortungsbereitschaft zurückgegangen ist.

Doch nicht nur die Nachfrage verringert sich – zudem wird das Angebot größer, da in naher Zukunft viele Unternehmer ihr Unternehmen verkaufen müssen. Das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage kippte bereits im Jahr 2012 (Quelle: statista) und wird sich weiter dramatisch verschlechtern.

Grundsätzlich gilt: Je früher dies erkannt wird, desto erfolgreicher kann eine Unternehmensnachfolge gestaltet werden.

Interne Lösung 
frühzeitig vorbereiten

Welche Möglichkeiten hat ein Altunternehmer, sein Unternehmen erfolgreich zu übergeben? Zunächst betrachte ich interne Lösungen, das heißt – die eigenen Kinder oder Mitarbeiter als neue Firmenchefs.

Hinweis: Ein erfolgreicher Verkauf an externe Interessenten wird im Zentrum eines künftigen Beitrages stehen.


Seiten