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Inf.- und Kommunikationstechnik | Netzwerktechnik

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

IT-Rundum-Unterstützung

13.03.2025

Rechenzentren sind komplexe Anlagen. Dazu gehört nicht nur die darin enthaltene IT-, sondern auch die technische Infrastruktur, die zum Betrieb notwendig ist: elektrische Anlagen und Notstromaggregate, Lösch- und Klimaanlagen, Zutrittskontrollsysteme etc. Viele Unternehmen, die ihr Rechenzentrum selbst betreiben, sind sich der rechtlich vorgeschriebenen Pflichten und der Verantwortung, die mit dem Betrieb dieser Anlagen einhergehen, nicht genügend bewusst.

Für den RZ-Betrieb gilt es außerdem, Gefährdungsbeurteilungen, Arbeitsschutz- und Überwachungsvorschriften, Pflichten zur Einweisung von Personal und Haftungsfragen zu berücksichtigen. Im Schadensfall könnte es für Unternehmen sonst kritisch werden.

Problem Personalmangel

Für den Betrieb von Rechenzentren ist kompetentes Personal notwendig, das vorab nachweislich unterwiesen wurde und über die sicherheitstechnischen Details und die Verhaltensregeln im Störungsfall informiert ist. Beispiel: Halten sich Asthmapatienten während einer Gaslöschung im Serverraum auf, kann das aufgrund der damit verbundenen Sauerstoffabsenkung eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Ein weiteres Beispiel: In nahezu allen Rechenzentren wird bewusst auf den Einsatz von FI-Schutzschaltern verzichtet, da die Aufrechterhaltung des IT-Betriebs oberste Priorität hat. Ein sofortiges, mit weitreichenden Folgen verbundenes, Abschalten, ist unerwünscht. Dennoch muss der Personen- und Brandschutz ermöglicht werden. Dieses Dilemma lässt sich durch permanentes Monitoring mit einem RCM- System (Residual Current Monitor) und organisatorische Maßnahmen zur schnellen Fehlerbehebung lösen. Das bedeutet jedoch für den Betrieb, dass nur elektrotechnisch unterwiesene Personen (EuP) das Rechenzentrum betreten dürfen. Außerdem sollten die Daten des RCM-Monitoring aufgezeichnet und vor allem auch permanent ausgewertet werden, um jederzeit unterscheiden zu können, ob es sich um betriebsbedingte Differenzströme handelt oder tatsächlich um Fehlerströme. Derlei unterwiesene Personen sind in vielen Unternehmen nicht oder nicht in ausreichender Anzahl vorhanden. Selbst wenn Personal dafür eingesetzt wird, erfolgt die notwendige Einweisung oft nur einmal, wird aber bei neuem Personal, das zu einem späteren Zeitpunkt hinzugezogen wird, vergessen. All das führt dazu, dass viele Unternehmen ein großes Risiko eingehen, das sich jedoch leicht minimieren lässt. Immer mehr Unternehmen, die diese Herausforderungen bereits erkannt haben, legen den Betrieb ihres Rechenzentrums komplett in die kompetenten Hände eines externen Partners.

Operating Service

In der Vergangenheit war der klassische Wartungsvertrag die Standard-Unterstützung, die bei externen Expert:innen eingekauft wurde. Dabei werden die Anlagen turnusmäßig gewartet und bei Störungsmeldungen Serviceeinsätze durchgeführt. Für Unternehmen, die über ausreichend geschultes Personal verfügen, ein nach wie vor optimales Modell. Aber immer mehr Unternehmen benötigen umfassendere Serviceleistungen. Da geht es einerseits um die vollautomatisierte und vorausschauende Überwachung des Rechenzentrums, wie sie Prior1 mit dem 360 Predictive Maintenance-Service bietet. Dabei werden die Prozess- und Maschinendaten der Rechenzentrums-Infrastruktur in Echtzeit kontrolliert. Die Überwachungsdaten ermöglichen Prognosen, die die Grundlage für eine bedarfsgerechte Wartung und folglich die Reduktion von Ausfallzeiten bilden. Das versetzt die zuständigen Techniker in die Lage, ein Problem zu beheben, noch bevor es entsteht. Dadurch können Unterbrechungen des regulären Systembetriebs auf ein Minimum begrenzt und die Anlagen maximal energieeffizient betrieben werden.

Vollständiger Betrieb des Rechenzentrums

Unternehmen, für die die Überwachung nicht reicht, überlassen den vollständigen Betrieb des eigenen Rechenzentrums dem externen Partner. Das Unternehmen kann sich hierbei darauf verlassen, dass

  1. der Betrieb der Anlage nach ITIL-konformen Prozessen erfolgt
  2. die Anlage durchgehend überwacht und vorausschauend gewartet wird
  3. eine 24/7-Rufbereitschaft an 365 Tagen zur Verfügung steht
  4. defekte Anlagenteile innerhalb der monatlichen Pauschale instandgesetzt oder ausgetauscht werden
  5. alle Betreiberpflichten gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) für den Betrieb der Rechenzentrumsinfrastruktur eingehalten und gelebt werden
  6. Gefährdungsbeurteilungen vollumfänglich erstellt werden
  7. interne und externe Mitarbeiter:innen, die das Rechenzentrum betreten, entsprechend eingewiesen sind
  8. Prüffristen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für notwendige DGUV V3-Prüfungen der elektrischen Betriebsmittel eruiert und die Prüfungen ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Autor: T. Görres

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.