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Symbolbild: Trueffelpix / stock.adobe.com
Elektrotechnik | Licht- und Beleuchtungstechnik | Leuchtmittel

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Glimmende LED-Leuchtmittel am Schwibbogen

03.11.2026

Warum glimmen LED in einem Schwibbogen dauerhaft?

Frage:
Meine Kundin kam mit zwei Fragen auf mich zu, die auch ich nicht sicher beantworten konnte. Um Energie zu sparen, hat sie die Glühlämpchen ihres Schwibbogens gegen einschraubbare LED in Glühlampenform ersetzt. Nun beobachtet sie das Phänomen, dass die LEDs dauerhaft glimmen, wenn sie den Ausschalter betätigt. Ein Drehen des Steckers brachte keinen Erfolg. Die zweite Frage lautet: Aus welchem Grund schalten die „Schnurzwischenschalter“ nicht beide Leiter, also Außen- und Neutralleiter?

Antwort: 
Dies ist ein Phänomen, das auch im Zusammenhang mit Kompakt-Leuchtstofflampen schon vereinzelt auftrat (dort blitzten die Lampen in regelmäßigen Abständen auf), nun bei LED aber gehäuft auftritt. Es ist zwar im Prinzip weder schädlich noch gefährlich – der Strom ist sogar deutlich geringer als der, der durch einen Phasenprüfer und den »angeschlossenen« Elektriker fließt – doch die Irritation der Kundin ist durchaus zu verstehen! Geht ihr dort nicht etwas Strom „durch die Lappen“? Die hier nicht gestellte Frage ist: Wie viel macht das aus? Und die implizit als erste gestellte Frage lautet wohl: Woher kommt das? Diese Fragen bzw. Antworten hängen miteinander zusammen:

Zunächst einmal hat die Kundin doch völlig Recht, wenn sie Energie sparen möchte und deswegen die kleinen Glühbirnchen durch LED-Lampen ersetzt. Hierin sollte sie unbedingt bestätigt werden. Selten hat ein einziger Technologiesprung wie der von der Glühlampe zur LED (Leuchtstofflampen kamen in der dekorativen Beleuchtung wohl kaum jemals in Betracht) einen so großen Effekt gebracht. Zwar haben die kleinen LED-Lämpchen keine so hohe Lichtausbeute (d. h. Effizienz) wie große, doch gilt dies für Glühlampen ebenso. Die elektrische Leistungsaufnahme fällt bei gleichem Lichtstrom, d. h. bei objektiv gleicher Helligkeit („Lichtleistung“) durch den Tausch von Glühlampen gegen LED um 90 % – nicht auf 90 %, sondern um 90 %! Dies gilt für große wie für kleine Lampen. Man stelle sich vor, der Kraftstoffverbrauch eines PKW könne in einem Schritt von 10 l/100 km auf 1 l/100 km gesenkt werden …

Der hierzu gehörige Punkt ist, dass die LED ihre hohe Effizienz auch dann beibehält, wenn sie – durch welche Umstände auch immer – sehr weit gedrosselt betrieben bzw. herunter gedimmt wird. Eine Glühlampe gibt unterhalb von 30 % ihrer Nennspannung (entsprechend etwa 15 % der Nennleistung) überhaupt kein Licht mehr ab, sondern verbraucht nur noch Strom – für nichts. Die LED dagegen liefert selbst bei 1 ‰ ihrer elektrischen Nennleistung immer noch rund 1 ‰ ihres Nenn-Lichtstroms!

Damit nähern wir uns der Frage nach der Ursache. Wenn nämlich das Netzgerät, das die Netzwechselspannung von 230 V und 50 Hz in Kleingleichspannung umformen soll, ein kleines bisschen „undicht“ ist, kommt ein winziger Isolationsstrom doch noch zum Fließen – und absolut „dicht“ ist keine Isolation. Unter Umständen – je nach Schaltung – fließt dieser Strom durch die angeschlossene Last. Dies deutet nicht auf schlechte Isolierung hin; es kann sich um einen kleinen kapazitiven Blindstrom handeln, der in Wechselspannungsnetzen physikalisch bedingt immer vorhanden ist, durch die Glühlampe aber unbemerkt abfließt. Ich weiß nicht, ob man den Anteil an Wirkleistung – der sichtbar aus dem Netz entnommen wird, da die Lämpchen immerhin noch leuchten – in Milliwatt messen kann oder ob wir hier schon in die Mikrowatt rutschen. Wie beim Schall ist das Helligkeits-Empfinden des Menschen logarithmisch, also wird 1/10 des Lichtstroms immer noch als etwa 1/3 der Helligkeit wahrgenommen, 1/100 als 1/10 und so fort. Anders als bei der Lautstärke jedoch hat man dies bei der Festlegung der optischen Maßeinheiten nicht berücksichtigt.

Autor: S. Fassbinder

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.