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Elektrospeicherheizungen - Bestandteil der Energiewende

24.04.2023

Der Referentenentwurf zum neuen Gebäudeenergiegesetz enthält laut PureMotion (Hersteller energieeffizienter Elektrospeicherheizungen - Esh) Regelungen, die manchen Esh-Besitzer zur Außerbetriebnahme verpflichten könnte: Dieser erlaubt künftig nur noch die Auswechslung einzelner Geräte, ein Austausch kompletter Altanlagen wird so defacto per Gesetz verboten. Der daraus resultierender Ausstieg aus der Elektrospeicherheizung steht im direkten Widerspruch zur Agenda der Energiewende.

Moderne Energiespeicher wichtige Säule der Energiewende

Der Klimawandel ist eines der drängendsten Probleme der Gesellschaft. Die Bundesregierung veranlasste deshalb umfangreiche Maßnahmen mit dem Ziel, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral wird. Der renommierte Ökonom Hans Werner Sinn rechnet bei einem Wind- und Solarstromanteil von 85 bis 90 % und einem Strombedarf von 540 TWh deshalb mit notwendigen Speicherkapazitäten von 100 TWh.

Konsistente Speichertechnologie bereits vorhanden

Neben dem Ausbau der Energieerzeuger und des Stromnetzes sind damit die Entwicklung sowie der Ausbau leistungsstarker Energiespeicher ein wesentlicher Bestandteil für das Gelingen der Energiewende. Einen konkreten Beitrag zur Lösung des Speicherproblems kann eine bereits vorhandene Technologie leisten: Elektrospeicherheizungen sind in großer Stückzahl in deutschen Haushalten vorhanden und können zur Lastverschiebung elektrischen Strom für mehrere Stunden speichern. Ab 2019 galt – angekündigt im Jahr 2000 – für Wohngebäude unter bestimmten Bedingungen ein allgemeines Betriebsverbot für Elektrospeicherheizungen, das allerdings mit der Novelle des Energieeinsparungsgesetzes 2013 wieder aufgehoben wurde. Auf politischer Ebene wurde das Potential der Esh zur Speicherung von Elektrizität reflektiert. Sven Tetzner, Geschäftsführer der PureMotion GmbH & Co. KG, rät aus gegebenem Anlass nachdrücklich dazu, nicht erneut Elektrospeicherheizungen als leistungsstarke Technologie in Frage zu stellen.

Trotz ungünstiger Ausgangslage weiter optimistisch

Eine von Sven Tetzner vorgenommene Bewertung zum Status Quo der Elektrospeicherheizungen zeigt auf, wie die Politik, Netzbetreiber und Energieversorger zum Thema Lastmanagement stehen: „Aufgrund der von Bundesminister Robert Habeck angekündigten Förderinitiative für wasserstoffbasierte Speichertechnologien ist eine Einbeziehung von Esh im Lastmanagement eher nicht zu erwarten.“ Nach seiner Einschätzung sei die Politik nicht gewillt, Esh als Instrument zum Abruf von Regelenergie zu fördern. Trotz ungünstiger politischer Ausgangslange ist Tetzner dennoch weiter optimistisch, was den Fortbestand von Elektrospeicherheizungen betrifft. Ein erneutes Verbot von Esh-Anlagen wäre nichts Geringeres, als einen wichtigen Baustein der Energiewende wider besseren Wissens zu verschenken. Die Expertise von Sven Tetzner zu Elektrospeicherheizungen ist inzwischen Bestandteil einer Bachelorarbeit zur Thesis „Wie Elektrospeicherheizungen zum Gelingen der Energiewende beitragen“, erstellt an der Westfälischen Hochschule, University of Applied Sciences aus dem August 2022. Bachelorarbeit, Jan Michael Endemann.