Technische Gebäudeausrüstung
Automatische Rauchschürzen nach DIN EN 12101-1
Zum Schutz von Menschenleben im Brandfall steht die Rauch- und Wärmefreihaltung der Innenräume von Gebäuden ganz weit oben auf der Prioritätenliste im vorbeugenden Brandschutz. Eine Hauptrolle mit der Eignung zum Lebensretter spielen dabei automatische Rauchschürzen nach DIN EN 12101-1.
Je komplexer das Gebäude, desto schwieriger gestaltet sich die Rauchfreihaltung der Fluchtwege. Zur Umsetzung des Brandschutzes bedarf es daher einer aufwendigen Planung und großer fachlicher Kompetenz aller beteiligten Personen.
In Verbindung mit Geräten zur Rauchab- und Frischluftzuführung sind automatische Rauchschürzenanlagen nach DIN EN 12101-1 geeignete Produkte, um eines der wichtigsten Schutzziele zu erreichen: der Rauchfreihaltung – sie schützen Menschenleben. Um diese hohen Anforderungen an den Feuerwiderstand, der Rauchdichtheit und der Dauerhaftigkeit der Selbstschließung zu erfüllen, müssen die Systeme aufwendige Prüfungen bestehen, um einen Verwendbarkeitsnachweis nach Bauproduktenverordnung BauPVO zu erlangen.
Produktnorm für die Rauch- und Wärmefreihaltung gemäß DIN EN 12101 Teil 1: Bestimmungen für Rauchschürzen
Automatische Rauchschürzen sind Anlagen, die in der Ruheposition (aufgerollter Zustand) durch externe Ansteuerung in die Brandalarmposition ausfahren und so eine sichere Barriere gegen die Ausbreitung von heißen Brandgasen darstellen. Die Definition automatischer Rauchschürzen muss unter Berücksichtigung der Anwendung sowie dem Schutz von Menschenleben und Sachwerten erfolgen, beispielsweise Temperatur/Zeit-Klassifizierung DH 90, Arbeitsweise ASB 3 und Baustoffklasse A2-s1, d0.
Automatische Rauchschürzen können als Rauchabschnittstrennung eingesetzt werden oder an Gebäudekanten ein Verrauchen von höher gelegenen Bereichen verhindern. Sogar ganze Deckendurchbrüche, beispielsweise für Rolltreppenanlagen, können umlaufend eingehaust werden und so im Brandfall die Ausbreitung von Rauch- und heißen Brandgasen wirksam verhindern.
Automatische Rauchschürzen im Untergrund
In Konzepten zur Rauch- und Wärmefreihaltung unterirdischer Verkehrsanlagen stellen automatische Rauchschürzen nach DIN EN 12101-1 zentrale Elemente dar. Die Umsetzung eines effektiven Brandschutzes ist insbesondere in solchen Bauwerken eine enorme Herausforderung, in denen sich viele Menschen in begrenzten Räumen aufhalten. Kommt es hier zu einem Brand, sind durch die zwangsläufig entstehende hohe Rauchentwicklung Menschenleben in Gefahr.
Besondere Bauwerke erfordern besondere Konzepte
Unterirdische Verkehrsanlagen bestehen aus weit verzweigten Netzen von Doppelröhren, die in unterschiedlichen Abständen die Haltestellen miteinander verbinden. Die Verteilerebenen dieser Haltestellen ermöglichen einerseits den Personen die Fahrt in unterschiedliche Richtungen, andererseits sind hier auch Ein- und Ausgänge angeschlossen. Gleiskreuzungen mit offenen Haltestellen und Verteilerebenen sind ebenso Bestandteile moderner U-Bahnnetze.
Gefahr durch Brand und giftige Rauchgase
Ein Gefahrenpotenzial in unterirdischen Verkehrsanlagen ist die hohe Brandlast von Schienenfahrzeugen mit extremer Energiefreisetzung von > 10 MW innerhalb kurzer Zeit. Aber auch ein Abfallbehälter oder ein abgestellter Rucksack kann, wenn er in Brand gerät, eine große Menge giftiger Rauchgase erzeugen und somit eine tödliche Gefahr für Personen darstellen. Im Brandfall ist prinzipiell auch in unterirdischen Bauwerken das Ziel, eine raucharme Schicht zu erzeugen, um betroffenen Personen die sichere Flucht aus dem Gefahrenbereich zu ermöglichen.

