Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Auf die richtige Einbaulage kommt es an - Funktion des Überlastschutzes von NH-Sicherungen und Probleme
NH-Sicherungen in der heutigen Form werden in vielen Bauformen und Größen von fast jedem Elektroinstallateur eingesetzt. Erstaunlich ist, dass bei Gesprächen über die Funktionsweise dieser Sicherungselemente kaum eine Fachkraft weiß, wie diese Betriebsmittel in den Betriebszuständen Kurzschluss und Überlast funktionieren.
durch zusätzliche Korrekturfaktoren zu berücksichtigen.
Unzulässig sind Einbaulagen, bei denen die Schwerkraft der Kontaktbewegungsrichtung entgegengesetzt wirkt.“
Bei einer Suche im Internet stellt man erstaunt fest, dass bei den meisten anderen Herstellern ein ähnlicher Hinweis nicht gegeben wird. Nur bei einem Unternehmen aus Moosburg heißt es analog:
„1.2.2. Betriebsbedingungen
Die Angaben gelten für die beschriebene Einbausituation (senkrechter Einbau auf waagerechtem Sammelschienensystem)“
In der Praxis findet man nicht selten Beispiele für Anordnungen von NH-Trennern, die anders als angegeben angeordnet sind bzw. in denen die Einbaulage der Sicherungselemente davon abweicht (Bild).
Funktionsweise bei Kurzschluss und Überlast
Eine herstellerneutrale Darstellung des ZVEI zeigt die NH-Sicherung sowohl in der Ansicht als auch in einer schematischen Schnittdarstellung mit Schriftbild nach oben bzw. Anzeigeelement oben. Wesentlich für den Überlastschutz ist die Lage des Schmelzlotes. In der bereits genannten Technikfibel eines Herstellers heißt es dazu:
„Das Lot wird bei Ganzbereichssicherungen verwendet. Es ist auf das Schmelzleitermaterial abgestimmt und muss in der richtigen Menge an der richtigen Stelle sitzen. Wichtig für die Lotreaktion mit dem Schmelzleiter ist eine innige Verbindung.“
Wie erfolgt nun die Funktion der NH-Sicherung bei Überlast? Bei Kurzschluss wird der Schmelzleiter auf fast 1100 °C erwärmt und schmilzt nahezu gleichzeitig an allen Engstellen, die dafür vorgesehen sind. Dies ist nicht abhängig vom Lot und auch nicht abhängig von der Lage. Es bilden sich Schmelzraupen durch mehrere Lichtbögen, die gleichzeitig den Kurzschlussstrom senken.
Zur Funktion der Auslösung bei Überlast hingegen ist ein Lot erforderlich, dass an der engen Sollschmelzstelle mit dem Schmelzleiter reagieren muss und dadurch eine Legierung bildet. Diese Legierung unterbricht den Stromkreis bei wesentlich kleinerem Strom; die Temperaturen liegen um oder unter 200 °C.
Literatur:
[1] http://www.sicherungen.de/de/downloads/sicherheit_im_mittelpunkt.ppt
[2] http://www.woehner.de/fileadmin/Downloads/03_Produkthandbuch/phb2015d_08_technische_daten.pdf


