Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Am Tor weniger warten - Eine Torsteuerung per Diagnose-Stick überprüfen
Tore sind nach DIN EN 12 433-1 Einrichtungen, um eine Öffnung zu schließen, die für die Durchfahrt von Fahrzeugen und den Durchgang von Personen vorgesehen ist. Für eine technisch einfache Überprüfung seiner Torsteuerungssysteme hat die Firma GfA ein Diagnose-Werkzeug in USB-Stickgröße entwickelt.
Anwendung und Handhabung
Die Verwendung des Sticks setzt ein Mobilgerät mit den beschriebenen Mindestanforderungen voraus. Auf diesem muss der Anwender zunächst die dafür notwendige „GfA+“-App installieren. Diese kann über die gängigen App-Plattformen im Internet für die verschiedenen Betriebssysteme kostenlos geladen werden. Nach Installation der App und Aktivierung von Bluetooth auf dem mobilen Gerät wird die Torsteuerung in den Kommunikationsmodus versetzt. Dies geschieht über einen Drehwahlschalter, der auch für die Programmierung der Torfunktionen verwendet wird. Danach wird der Stecker der Verbindungsleitung zum Endschalter des Antriebes gezogen. In den frei werdenden RS-485-Port kommt daraufhin der Stick und quittiert die Betriebsbereitschaft über eine LED.
Im nächsten Schritt wird die Applikation auf dem Mobilgerät geöffnet. Über den Menüpunkt „TS-Daten erfassen“ erfolgt der Kommunikationsaufbau mit der Torsteuerung. Zur Auswahl stehen derzeit zwölf verschiedene Bediensprachen.
Nach dem erfolgreichen Aufbau der Verbindung erscheint die gefundene Torsteuerung auf dem Display. Nun können die Daten ausgelesen und abgelegt werden. Der Datensatz besteht aus fünf Informationsebenen. Gewechselt wird über eine Wischbewegung:
Allgemein: Anzeige von Informationen wie Torsteuerungstyp, Seriennummer, Softwarestand, angeschlossene Hardware (Antriebstyp, Schaltleistentyp, Zusatzschalter), Zykluszählerstand und aktuelle Temperatur auf der Platine.
Aktuelle Programmierung. Anzeige der aktuellen Programmiereinstellungen. Dazu zählen beispielsweise die Torbetriebsart, also ob das Tor in Selbsthaltung läuft oder mit permanenter Tastenbetätigung durch den Bediener (Totmann-Betrieb), programmierte Teilöffnungszustände des Tores oder aber Zeitschließungsfunktionen.
Letzte Fehler: Aufzeichnung der letzten sechs Fehler. Als Fehler gilt beispielsweise, wenn ein Fahrbefehl durch einen offenen Torsicherheitsschalter blockiert wurde. Eine nicht verschlossene Schlupftür könnte hier die Ursache dafür sein.
Ereignisse: Als Ereignisse gelten beispielsweise erreichte Torzustände wie „Auf“ und „Zu“. Die letzten 128 Ereignisse werden mit Zeitstempel angezeigt.
Gesicherte Programmierung. Die letzte Programmiereinstellung beinhaltet alle vom Nutzer gesetzten individuellen Torfunktionen. Diese können nach einem Rücksetzen der Steuerung auf die Werkseinstellung eingesehen und für eine Neuprogrammierung verwendet werden.
Jeder Datensatz kann optional mit Ortsangabe, Referenznummer und Freitext gekennzeichnet werden. Auf dem Anzeigegerät lassen sich insgesamt zehn Datensätze ablegen. Danach werden diese überschrieben. Nach dem Auslesen kann die Antriebstechnik damit vor Ort und auf einen Blick auf ihre einwandfreie Funktion hin überprüft werden. Teilweise lassen sich daraus Rückschlüsse auf den Torlauf ziehen, wenn beispielsweise ein ausgegebener Fehler 4.1 – „Auslösung der Kraftüberwachung“ auf eine schwergängige Tormechanik hindeutet.
Zusatzfunktionen über das Kundenportal
Im Kundenportal auf der Website steht neben weiteren Funktionen (z. B. ftp-Datendienst, Abruf von Montageanleitungen oder Lieferungsstatus usw.) auch die TS-Datencloud zur Verfügung. Dieser Bereich fungiert als Monitoring-Tool für alle ausgelesenen Datensätze aus den Torsteuerungen. Übertragen werden können die Daten mit einer bestehenden Internetverbindung des Mobilgerätes (ungefähr 100 kB für 10 Datensätze). Als Voraussetzung wird ein durch die App erzeugter Verifizierungscode in der Datencloud eingegeben. Damit werden alle Datensätze des Mobilgerätes auf den Account des Nutzers übertragen. Diese stehen dort in unbegrenzter Anzahl, dauerhaft und für verschiedene Torsteuerungen zur Verfügung. Damit wird eine optimale Dokumentation sowie Planung von Erstinstallationen und Serviceeinsätzen möglich.
Autor: T. Christoph
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