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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Nützliche Technik 
für ältere Menschen

Der Anteil älterer Mitbürger ist aktuell so groß wie nie vorher und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich noch beträchtlich ansteigen. Mit dem 
steigenden Lebensalter verändern sich nicht nur die Lebensgewohnheiten und Lebensumstände, sondern auch die körperlichen und geistigen Fähigkeiten. 
Der zielgerichtete Einsatz elektrotechnischer Geräte kann bei der Lösung der 
daraus resultierenden Probleme durchaus hilfreich sein.

Beleuchtung für mehr Sicherheit – fest installierte Lösung: Bewegungsmelder statt Schalter (Quelle: Busch-Jäger)

Die Erkenntnis, dass der Anteil älterer Menschen steigt, ist ebenso wenig neu, wie die Einsicht in die Tatsache, dass sich mit dem Alter Wünsche und Erfordernisse ändern. Vielfach werden die damit im Zusammenhang stehenden Probleme schöngeredet indem man von „jungen“ Alten oder mit Hinweis auf deren Konsumkraft von „Best Ager“ spricht.

Wie die Umwelt gestaltet sein sollte, um älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Das umgebungsunterstützte Leben (AAL – Ambient Assisted Living) ist ein eigenständiges wissenschaftliches Fachgebiet. Aktuell verfügbare und speziell für Ältere geeignete Produkte werden vielfach unter dem Begriff Gerontotechnik zusammengefasst.

Analysiert man den aktuellen Erkenntnisstand und das Produktangebot, ist unübersehbar, dass Lösungsansätze auf komplette Systeme für Seniorenheime oder das betreute Wohnen ausgerichtet sind. Das gilt sowohl für neu zu errichtende als auch für zu rekonstruierende Heime oder Wohnungen. Dabei ist das Bemühen unübersehbar, alle möglichen Eventualitäten (Defizite, Behinderungen usw.) zu berücksichtigen. Diese Ausrichtung geht aber häufig an den Wünschen der Betroffenen vorbei. Mehr als 90 % wollen im Alter möglichst lange in der eigenen Wohnung verbleiben – und damit im gewohnten sozialen Umfeld. Deren Bedürfnisse nach technischer Unterstützung sind – je nach konkreter Lebenssituation – ganz individuell. Auch wird mit zunehmenden Lebensalter die Wohnung immer seltener verlassen. Das bedeutet letztlich, dass man es mit einem Nachrüstmarkt zu tun hat, der bei genauerem Hinsehen der Elektrobranche viele, derzeit nur ansatzweise genutzte Möglichkeiten bietet. Hier müssen keine Bedürfnisse herbeigeredet werden, sondern es bedarf lediglich der Sensibilisierung dafür und des Aufzeigens von vorhandenen (oder noch zu schaffenden) konkreten Lösungsangeboten.

Beleuchtung

Wenn man die vielfach in unterschiedlicher Form formulierten Forderungen an technische Lösungen für ältere Menschen betrachtet (siehe Infokasten), dann wird dabei die Beleuchtung eher als Randproblem wahrgenommen. Das erscheint aber gleich aus mindestens zwei wichtigen Gründen als unzureichend:

  • Ausreichende Beleuchtung ist eine wesentliche Voraussetzung für einen gefahrlosen Aufenthalt in der Wohnung.
  • Eine zielgerichtet dosierte Beleuchtung ist insbesondere in den Wintermonaten für das Wohlbefinden und zur Vermeidung von Erkrankungen (z. B. Depressionen) unerlässlich.

Ältere Menschen gehen in der Regel sparsam mit Energie um. Diese Sparsamkeit kann zu fatalen Folgen führen, wenn es durch unzureichende Beleuchtung zu Unfällen kommt. Dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten beispielsweise den Weg zwischen Schlafzimmer und Bad ausreichend zu beleuchten. Ob Funkschalter-Set oder Nachtlicht mit Bewegungsmelder, alles trägt zur Sicherheit bei. Eine interessante und technisch zu bevorzugende Möglichkeit stellen die inzwischen von mehreren Herstellern angebotenen Steckdosen mit einem Orientierungslicht dar (Bild). Gleiches gilt für die Installation eines Bewegungsmelders statt eines Schalters. Beides funktioniert – einmal installiert – wie von selbst. Es bedarf also keiner unmittelbaren Mitwirkung des Nutzers. Für den Außenbereich gibt es Leuchten mit integriertem Bewegungsmelder. Schwieriger ist schon die Realisierung einer Wohlbefinden und Gesundheit fördernden Beleuchtung in den Wintermonaten. Während es für Arbeitsstätten (Büros, Werkhallen usw.) sowie für Krankenhäuser und Seniorenheime durchaus Empfehlungen (Stichwort HCL – Human Centric Lighting) für die Gestaltung der Beleuchtungsstärke über den Tagesverlauf hinweg gibt, fehlen derartige Aussagen für den privaten Wohnbereich älterer Menschen.

Sicherheit erhöhen

Der Aspekt der Sicherheit in der Wohnung gewinnt im Alter eine deutlich größere Bedeutung. Mit dem Alter geht eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten einher. Die Fähigkeit zur Konzentration sinkt und der Mensch ist leichter ablenkbar. Hinzu kommt, dass die Wohnung mehr denn je zum Lebensmittelpunkt wird – das heißt die Aufenthaltsdauer steigt. Um möglichen Gefahren zu begegnen gibt es verschiedene Hilfsmittel. Sollten in der Wohnung bisher keine Rauchwarnmelder installiert worden sein, so ist eine Nachrüstung jetzt unerlässlich. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten.

Herdwächter

Ein recht neues und noch vergleichsweise selten eingesetztes Produkt sind Herdwächter. Die über dem Herdplattenbereich angeordnete Temperatursensorik reagiert auf übermäßige Hitzeentwicklung und sorgt mit einer Abschalteinrichtung dafür, dass aus einem auf der eingeschalteten Herdplatte vergessenen Topf kein Brand entsteht.

Leckagesensor

Überlaufendes Wasser ist insbesondere in mehrgeschossigen Bauten ein Problem. Herdwächter sind zum Teil mit einem Leckagesensor ausgerüstet. Aber auch im Bad kann die Installation eines derartigen Sensors sinnvoll sein.

Notfallknopf

Der Notfallknopf erhöht zunächst die gefühlte Sicherheit. Dies ist unabhängig davon, ob man sich für einen kostenpflichtigen Dienstleister entscheidet oder lediglich sicherstellt, dass Familienangehörige – im Haus oder per Telefon – benachrichtigt werden.

Autor: H. Möbus

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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