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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Home-IO-Server – 
Antriebe TAN-gesichert und mit 256 Bit verschlüsselt per App steuern

Für die Ausstattung von Wohn- und Zweckbauten mit Rollläden und Jalousien gibt es viele gute Gründe. Dazu zählen das Bedürfnis nach Komfort und Sicherheit ebenso wie der Wunsch nach Energieeffizienz.

App – Anzeigen, Bedienen und Einstellungen ändern +++ Rollladen-Steuerung Auf/Ab (Quelle: Fa. Wart)

In den letzten Jahren ist das Erfordernis hierfür durch größere Fenster bei Neubauten und dem Wegfall 
schattenspendender Bäume bei Bestandsbauten deutlich gewachsen. Jalousien, Raffstores und Rollläden gehören in zeitgemäßen Wohn- und Zweckbauten fast schon zur Standardausstattung. Die Ansteuerung passender Motorantriebe ist daher fester Bestandteil nahezu aller Haus- und Gebäudeautomationssysteme. Einen etwas anderen Ansatz bei der Kommunikation innerhalb des Systems verfolgt der in Adernach (Eifel) beheimatete Hersteller Wart-Elektronik. Der Home-IO-Server dient – in der aktuell angebotenen Version – ausschließlich der Ansteuerung der Motorantriebe von Jalousien, Raffstores und Rollläden.

Systemkonzept

Dem Home-IO-Server liegt ein Konzept dezentral installierter Steuergeräte zugrunde, die über eine Ethernet-Verkabelung mit dem IT-Netz (LAN/WLAN) des Gebäudes verbunden werden. In eine Anlage können bis zu 8 Steuergeräte und damit maximal bis zu 128 Antriebe (8 x 16) eingebunden werden. Als Anzeige- und Bediengeräte kommen vorzugsweise Smartphones und Tablets zum Einsatz.

Steuergeräte. Gegenwärtig werden Steuergeräte mit 8, 12 oder 16 Ein-/Ausgängen angeboten. Die Steuergeräte werden per Ethernet-Kabel mit dem IT-Netz des Gebäudes verbunden und mit 24 V Kleinspannung versorgt. Über die Eingänge kann eine manuelle Vorort-Bedienung realisiert werden. Dazu nutzt man die üblicherweise verwendeten Einfach- oder Doppelwippen-Taster. Die Ausgänge der Steuergeräte sind zur Ansteuerung von 24-V-Relais ausgelegt. Die Programme zur Realisierung von Automatikfunktionen werden direkt in dem jeweiligen Steuergerät abgelegt. Nach einem Stromausfall erfolgt eine automatische Wiederherstellung der Antriebsposition.

Parametrierung und Bedienung. Auf die Steuergeräte kann wahlweise mittels Taster oder per App zugegriffen werden. Um die Möglichkeit der Tasterbedienung zu nutzen, bedarf es lediglich einer entsprechenden Installation. Der Einbau einer Tasterbedienung ist nicht nur für den Fall eines Ausfalls des IT-Netzes von Vorteil, sondern ermöglicht auch eine Vorort-Bedienung, wenn kein Smartphone/Tablet verfügbar ist oder durch technisch weniger interessierte Personen. Die zu den Steuergeräten mitgelieferte App ist sowohl für Android- als auch IOS-Geräte erhältlich und verfügt über eine intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche (Bild). Dazu tragen vor allem die verschiedenen Grafiken bei. Da die App sowohl zur Programmierung/Parametrierung als auch zur Anzeige und Bedienung genutzt wird, werden drei Benutzergruppen unterschieden:

  • Nur Anzeigen
  • Anzeigen und Bedienen sowie
  • Anzeigen, Bedienen und Einstellungen ändern.

Die Steuergeräte verfügen über eine interne Echtzeituhr (RTC – Real Time Clock) mit automatischer Winter-/Sommerzeitumstellung und Zeitaktualisierung per NTP-Server (NTP – Network Time Protocol). Auf Basis dieser Uhr können Automatikprogramme für die Antriebe vereinbart werden. Dabei können auch die jahreszeitlich bedingten Schwankungen der Tageslänge (Astro-Funktion) Berücksichtigung finden. Die Programme werden in den Steuergeräten gespeichert und stehen auch bei Ausfall des IT-Netzes zur Verfügung. Gleiches gilt für die Bedienung per Taster.

Sicherheit. Um die Steuerung vor unbefugtem Zugriff zu sichern, sind gleich zwei Sicherheitsmaßnahmen in die Datenübertragung zwischen Smartphone und den Steuergeräten integriert. Neben einer 256-Bit-Verschlüsselung der Übertragung erfolgt zusätzlich eine Authentifizierung per TAN-Verfahren (TAN – Transaktionsnummer) wie beim klassischen Online-Banking. Die TANs sind in den Smartphones und den Steuergeräten gespeichert. Der Vorrat ist – bei normalem Gebrauch – für fast zwei Jahrzehnte ausreichend. Bei Bedarf kann eine neue TAN-Datenbank generiert werden.

Fernzugriff. Auf die Steuergeräte kann mittels Smartphone oder Tablet nicht nur lokal, sondern auch aus der Ferne – über das Internet – zugegriffen werden. Für die Einrichtung dieses Zugriffs gibt es zwei Möglichkeiten. Neben den bekannten kostenpflichtigen und (zum Teil noch) kostenfreien Zugriffsmöglichkeiten (feste IP-Adresse, Dyn-DNS) besteht ein weiterer Weg in der Einrichtung eines kostenfreien Zugriffs über das Portal des Anbieters.

Fazit

Der Home-IO-Server ist ein interessantes Angebot, welches – einmal mehr – auf die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Digitaltechnik aufmerksam macht. Zugleich verweist es aber auch auf die kreativen Fähigkeiten kleiner und mittlerer Unternehmen.

Offerten wie der Home-IO-Server zeigen aber auch, wie wichtig IT- und Netzwerkkenntnisse für die in der Praxis tätigen und die noch auszubildenden Elektrofachkräfte sind. Der aktuelle Leistungsumfang des Systems ist zwar eindeutig auf die Ansteuerung von Antrieben für Jalousien, Raffstores und Rollläden beschränkt. Das zugrunde liegende Systemkonzept lässt aber durchaus Erweiterungen zu.

Autor: H. Möbus

Der Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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