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Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick 6

Die schönsten Ereignisse der Woche – von Smartphones mit Selbstzerstörung, Strom aus Urin, Laden im Magnetfeld, laufenden Robotern, futuristischen Rennautos, Adidas im Kindergarten, dem untoten Nokia-Knochen und einer Weltreise im Zeitraffer.

Formel E Cockpit

Spidermann auf Rädern: Ein neues Cockpit für die Formel E (Bild: Spark Racing Technologies)

Drahtlos, dünn und durchgeknallt

Was ist dünn und macht Krach? Der kleinste Lautsprecher der Welt.

Die Revolution im Lautsprecherbau kommt aus Österreich und Deutschland. Das Grazer Startup USound, der Wiener Leiterplatten-Spezialist AT&S sowie die deutschen Fraunhofer-Institute IDMT, ISIT, IIs und IZM entwickelten gemeinsam den ersten MEMS-Lautsprecher (Micro-Electro-Mechanical Systems).

Die MEMS-Technologie wird bisher in Smartphones, Tablets und Kameras verwendet. Unter MEMS versteht man winzige Silizium-Chips mit Strukturen im Mikrometer-Bereich. Die Chips verarbeiten gleichermaßen mechanische und elektrische Informationen.

Angewandt werden sie beispielsweise für Schrittzähler in Fitnessarmbändern oder Neigungssensoren in Smartphones, um mit dem Handy auch das Bild zu drehen.

Mikrofone für Smartphones konnten durch die MEMS-Technologie erfolgreich miniaturisiert werden. Bei Lautsprechern war der Einsatz von MEMS bisher nicht möglich. Die meisten Lautsprecher arbeiten noch nach einem Prinzip, das Werner von Siemens 1877 patentierte: eine Membran wird durch einen elektrodynamischen Antrieb zum Schwingen gebracht.

USound, AT&S und Fraunhofer gelang nun der Durchbruch. Im Vergleich zu elektrodynamischen Lautsprechern benötigen MEMS-Lautsprecher halb so viel Platz und 80 Prozent weniger Energie. Auch der Klang soll besser sein, verspricht USound.

Das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) schreibt zur MEMS-Technologie für Lautsprecher:

„Anstatt wie bisher elektromagnetisch wird der Schall nun piezoelektrisch erzeugt. Das Prinzip: Auf beweglichen Mikrostrukturen aus Silizium befindet sich eine piezoelektrische Schicht, die elektrische Energie in Bewegung umwandelt. Durch eine angelegte Wechselspannung werden auf dem MEMS-Chip Schwingungen und damit Schallwellen erzeugt.“

Der MEMS-Lautsprecher ist 5 x 7 x 2 Millimeter groß, sein Frequenzbereich liegt zwischen 2 und 15 Kilohertz.

Größenvergleich (v.l.n.r.): piezoelektrischer Lautsprecher (MEMS), elektrodynamischer Lautsprecher, herkömmlicher Hochtöner, 1-Euro-Münze (Bild: USound)

Was riecht streng und liefert Strom? Eine Batterie mit Urin.

Vor einer Woche stellten wir eine Batterie vor, die mit Magensäure arbeitet (Was ist klein und funkt? Eine Batterie mit Magensäure). Wissenschaftler der Stanford University nutzen für ihre Batterie eine andere menschliche Flüssigkeit: Harnstoff.

Als Bestandteil des menschlichen Urins ist Harnstoff theoretisch in großen Mengen verfügbar, wird aber für die Landwirtschaft als Dünger künstlich hergestellt. Die Wissenschaftler verwenden Harnstoff als Elektrolyt für Aluminium-Ionen-Batterien.

Die Urin-Batterie ist in erster Linie für die Speicherung erneuerbarer Energie gedacht. Gegenüber wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien besitzt sie einige Vorteile. Sie ist preiswerter, brennt nicht und lässt sich in 45 Minuten aufladen. Ihre Faraday-Effizienz beträgt 99,7 Prozent, damit verfügt sie über das Potenzial für mehr Ladezyklen und eine höhere Lebensdauer als Lithium-Ionen-Batterien.

Hauptsache, sie läuft nicht aus (Symbolbild mit grünem Tee)

Was sorgt für Strom im Himalaya? Ein faltbares Solarladegerät.

Wanderer müssen sich gut überlegen, ob sie auf ihrer Bergtour mit dem Smartphone navigieren oder lieber die Wanderkarte aus Papier benutzen. Denn ist der Akku des Smartphones leer, nützt auch die beste Navi-App nichts mehr.

Das Kickstarter-Projekt PocketPower will jedem, der oft im Freien unterwegs ist, mit einem faltbaren Akku helfen. Das Solarladegerät PocketPower ist zusammengefaltet 142 x 101 Millimeter groß, aufgeklappt misst es 142 x 397 Millimeter.

Das Ladegerät wiegt nur 200 Gramm. Es kann auf dem Rucksack, auf einem Zelt oder an einer Fensterscheibe befestigt werden. Der Wanderer muss nicht auf mildes Frühlingswetter warten, PocketPower besitzt einen Arbeitsbereich von -20 bis +70 °C.

PocketPower lädt auch unter Wasser und ist unempfindlich gegen Staub, Schmutz und Schnee. Ziehen Wolken über den Himmel, setzt die Auto-Restart-Funktion ein. Das Ladegerät prüft die Lichtverhältnisse und startet den Ladevorgang automatisch, sobald die Sonne wieder scheint.

Funktionstest mit sehr schlecht kaschierter Werbebotschaft (Video: NotTooGeeky)

Wie werden Smartphones künftig geladen? Mit der Kraft des Magnetfelds.

Ladegeräte für unterwegs wird es noch eine Weile geben. An der Abschaffung des kabelgebundenen Ladens in geschlossenen Räumen wird aber intensiv gearbeitet.

Das Entwicklungslabor Disney Research in Pittsburgh/Pennsylvania ist Teil der Walt Disney Company. Dort arbeiten Wissenschaftler an einer Methode namens Quasistatic Cavity Resonance (QSCR), um elektrische Geräte kabellos zu laden.

Mit der QSCR-Methode werden in metallenen Wänden elektrische Spannungen induziert. Sie erzeugen ein gleichmäßiges Magnetfeld, das sich im Raum ausbreitet. Das ermöglicht die Übertragung von Energie an Spulen mit der selben Resonanzfrequenz wie das Magnetfeld.

Für den Versuchsaufbau wurde ein Raum mit den Abmessungen 4,8 x 4,8 Meter präpariert. In Decke, Wände und Boden verschraubten die Wissenschaftler Aluminiumplatten in Aluminiumrahmen. In die Mitte des Raumes montierten sie eine Kupferstange mit einem schmalen Spalt. Darin setzten sie Kondensatoren ein.

Während des Versuchs konnten Smartphones, Ventilatoren, Lampen und ein ferngesteuertes Auto gleichzeitig und an jeder Stelle des Raums geladen werden. Dabei wurde eine Leistung von 1,9 kW übertragen, das entspricht dem Laden von 320 Smartphones.

Im nächsten Schritt soll die Energie ohne Metallteile in Decken, Wänden und Boden übertragen werden. Dann wäre der Einsatz der QSCR-Methode in normalen Büro-, Geschäfts- und Wohnbauten möglich.

Versuchsaufbau mit Disneyhund (Bild: Disney Research)

Wie kann man geklaute Smartphones deaktivieren? Mit einem Knall.

Explodierende Akkus sind für Samsung ein Albtraum. Explodierende Smartphones könnten dagegen Realität werden.

An der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) in Saudi Arabien fanden Wissenschaftler einen Weg, um in Smartphones aus der Ferne eine Selbstzerstörung auszulösen.

Der Siliziumchip des Smartphones wird auf ein Trägermaterial aus speziellem Polymer montiert. Auf einen Auslösebefehl hin erhitzt der Strom des Akkus eine Elektrode im Polymer. Steigt deren Temperatur über 80 Grad Celsius, dehnt sich das Polymer um das Siebenfache seines Volumens aus. Der Speicherchip wird dabei zerstört.

500 bis 600 Milliwatt sind notwendig, um in 10 bis 15 Sekunden einen Chip von bis zu 90 Mikrometer Dicke zu zerstören. Bei 300 Milliwatt dauert die Zerstörung etwa eine Minute.

Änderungen der Polymerstruktur erlauben verschiedene Auslösetemperaturen zwischen 80 und 250 Grad Celsius.

Wird der Auslösemechanismus mit einem GPS-Sensor gekoppelt, kann sich das Smartphone selbst zerstören, wenn es weiter als 50 Meter vom Startpunkt entfernt wird.

Auch die Überwachung bestimmter Lichtverhältnisse ist möglich. Ein Lichtsensor prüft, ob ein geheimes Smartphone (z. B. für Regierung oder Geheimdienste) unbefugt aus der Verpackung genommen wurde. Beim Experiment der Wissenschaftler genügte das Licht einer Schreibtischlampe, um die Selbstzerstörung zu aktivieren.

Die Fernauslösung kann auch über eine App erfolgen. Nach Eingabe eines Passworts wird das Smartphone zerstört.

Die Wissenschaftler kalkulieren für ihre Technologie nur 15 USD Mehrkosten je Smartphone.

Sollte sich die Brachialmethode der Fernabschaltung tatsächlich durchsetzen, wird es an US-amerikanischen Flughäfen öfter rauchen. Spätestens dann, wenn Trumps Heimatschutzminister seine Drohung wahrmacht, sich die Passwörter der Einreisenden aushändigen zu lassen (Der Präsident hat noch eine Idee).

Fast wie so schön eine Performance von Joseph Beuys: Ausdehnung des Polymer bei Hitze (Bild: Muhammad Hussain/KAUST)

Was kann telefonieren und sonst fast nichts? Der Nokia-Knochen.

Nokia lebt, wieder einmal. Nachdem der Ausflug in die Welt der Smartphones gründlich schief ging, taucht Nokia tief in die eigene Vergangenheit.

Mit dem Nokia 150 präsentiert der Konzern ein Handy im Stil des legendären Nokia-Knochens. Und wie sein Urahn kann der neue Knochen fast nichts – nur telefonieren.

Die Sim-Karte besitzt noch das voluminöse Format wie vor 15 Jahren, als Nokia der erfolgreichste Mobiltelefonhersteller der Welt war. Das Farbdisplay ist sagenhafte 2,4 Zoll groß (iPhone 6: 5,5 Zoll, Samsung Galaxy S6: 5,1 Zoll).

Der Funktionsumfang ist überschaubar: Telefonieren, Kalender, Wecker, Kamera, SMS, MP3 – und Snake. Der Spieleklassiker wird von Nokia zur Unterhaltung mitgeliefert. Das muss für den Spaß genügen, denn surfen oder chatten ist nicht möglich. Das Handy besitzt keine Internetfunktion.

Auch die Menüführung ist ein Leckerbissen für Nostalgiker: Hauptmenü, Untermenü, Unteruntermenü, Unterunteruntermenü – und auf demselben Weg wieder zurück. Dafür ist der Preis mehr als moderat: Ganze 37 Euro.

So sahen früher Handys aus, liebe Kinder. Handys, keine Smartphones! (Bild: Nokia)

Was tröstet Liebende in Fernbeziehungen? Ein einfühlsamer Datenhandschuh.

An der Simon Fraser University in Burnaby (Kanada) scheint es häufig Beziehungsprobleme zu geben. Oder die Wissenschaftler haben einfach ein Herz für Fernbeziehungen. Jedenfalls nahmen sie sich eines Problems an, dass alle Paare kennen, die nicht in der selben Stadt wohnen: Fehlende körperliche Nähe.

Ein Handschuh ist die Lösung. Er heißt Flex-N-Feel und ist mit Sensoren ausgestattet, die mit Mikrocontrollern verbunden sind. Wenn einer der lieben Liebenden seine Finger beugt oder streckt, sendet ein Wi-Fi-Modul Signale zu den Sensoren des Partners am anderen Ende der Welt.

Die Sensoren vibrieren oder wiederholen die Bewegung. Die beiden Turteltäubchen können sich die Hand geben oder die Hand des anderen massieren. Umarmungen und Streicheleinheiten sollen realistisch zu spüren sein, sagen die Wissenschaftler.

Momentan kann immer nur einer seine Hand bewegen, der andere empfängt die Botschaft über die Sensoren. Am gleichzeitigen Streicheln wird noch gearbeitet.

Für erwischte Fremdgeher ist auch eine Ohrfeige möglich. Der zu Ohrfeigende muss aber höflich gebeten werden, seinen Flex-N-Feel-Handschuh dicht ans Gesicht zu legen.

Studenten der Simon Fraser University demonstrieren die Überwindung großer Entfernungen mit einem kleinen Handschuh (Video: Simon Fraser University)

Eine Kussmaschine für Fernbeziehungen gibt es schon. Der geniale Ingenieur Howard Joel Wolowitz hat sie erfunden (Video: Sheldon.Cooper)

Spielwiese für Erwachsene

Das ist mein Förmchen! Nein, mein Förmchen!

Adidas und Tesla zeigen, wie infantil Konzerne handeln können. Der Autobauer designte das Logo für sein neues Elektroauto Tesla Model 3. Der Turnhosenschneider aus Mittelfranken drohte mit Klage.

Warum? Weil Tesla die Zahl 3 mit drei schwarzen waagerechten Streifen symbolisieren wollte. So steht es im Antrag auf Markenschutz.

In Herzogenaurach liefen sich die Anwälte warm. Bekanntlich gehören alle drei Streifen dieser Welt Adidas, egal, ob senkrecht, waagerecht oder von hinten durch die Brust ins Auge. Mein Förmchen!

Tesla änderte das Logo. Auf der offiziellen Website gibt es keine Striche mehr – nur noch die Zahl 3.

Tatsächlich, die Verwechslunggefahr ist frappierend. Zumindest für die Marketingexperten aus Herzogenaurach (Logos: Adidas, Tesla)

Run, Cassie, Run!

Der große galaktische Kindergarten heißt Star Wars. Im Waffenarsenal von George Lucas gibt es neben Lichtschwertern und Sternenjägern ein großes Sortiment von Kampfläufern. Ein besonders putziges Modell ist der zweibeinige Scoutläufer AT-ST:

 

Der will nicht spielen, der sieht nur so aus (Bild: Lucasfilm Ltd.)

Zweibeinige Roboter sind äußerst komplexe Konstruktionen. Umso größer ist der Erfolg für Wissenschaftler der Oregon State University. Ihnen gelang der erste funktionsfähige Prototyp namens Cassie.

Die Ähnlichkeit des zweibeinigen Roboters Cassie mit dem tapsigen AT-ST ist sicher zufällig. Zu übersehen ist sie nicht. Und wie AT-ST wird Cassie nie in der realen Welt zu erleben sein. Das bleibt Cassies Nachfolgern vorbehalten.

Cassie wird ausschließlich als Entwicklungsmodell genutzt, um den zweibeinigen Roboter zur Serienreife zu entwickeln. Der Prototyp ist bereits fähig, bei Hitze, Schnee und Regen zu laufen. Anhöhen erklimmen oder Treppen steigen kann er noch nicht.

Der Roboter soll dorthin gehen, wo es für Menschen zu gefährlich ist. Bei einem Hausbrand muss z. B. der Einsatzleiter der Feuerwehr entscheiden, ob er seine Leute zum Löschen ins Inferno schickt.

Mit Cassie hätte er einen Löschroboter, der robust und beweglich ist und durch herabstürzenden Balken schlimmstenfalls in seine Einzelteile zerbricht – wie der legendäre Terminator T-1000, dessen Bruchstücke sich sofort wieder zusammensetzen. Aber das ist ein anderes Forschungsgebiet.

Weltpremiere: Cassie ist der erste zweibeinige Roboter, der beim Laufen nicht umfällt (Video: Oregon State University)

Endlich! Ein Trinkröhrchen mit vier Löchern!

McDonald’s erfand ein neues Wunderding. Es heißt The Straw – Der Strohhalm.

An der Namensgebung hat McDonald’s gespart, an der Werbekampagne nicht. Der angeblich revolutionäre Strohhalm wird im Video wie ein iPhone von Apple beworben. Ganz große Inszenierung, bei der man nicht weiß, ob sie ernst gemeint oder ein Comedy-Sketch von Saturday Night Life sein soll.

Das Trinkröhrchen wurde erfunden, weil McDonald’s vor dem St. Patrick's Day am 17. März 2017 in seinen US-Restaurants den Chocolate Shamrock Shake einführte. Der Drink besteht je zur Hälfte aus einer Schicht Schoko-Shake und einer Schicht Pfefferminz-Shake.

Taucht man den normalen Strohhalm bis zum Boden ein, saugt man erst die untere Schoko-Hälfte leer. Um gleichzeitig Schoko und Minze zu trinken, bog McDonald’s The Straw wie einen Traps unterm Waschbecken und bohrte unten drei Löcher rein. Das war’s.

Wenn man den Shake kräftig schüttelt, mischen sich Schoko und Minze von allein. Das wäre aber zu einfach (Video: McDonald’s)

Fahren, fliegen, schwimmen

Adieu, mon capitaine

Der Mensch wird zusehends überflüssig. Auch dort, wo man ihn am ehesten erwartet: Als Lokführer oder Hochseekapitän.

Rolls-Royce ist im Frachtschiffbau stark engagiert. Bis 2020 will der Konzern autonome Schiffe testen, danach sollen sie regulär in See stechen.

Zwar ist der Betrieb von Schiffen ohne Besatzung in internationalen Gewässern noch nicht erlaubt, aber die Anpassung der weltweiten Gesetzgebung wird bereits diskutiert. Zuerst wird wohl die Mannschaft eingespart, der Kapitän bleibt als humane Reserve auf der Brücke. Bis auch er vom Computer ersetzt wird. Dann können die Geisterschiffe vollautonom auslaufen.

Ähnlich wie Rolly-Royce plant die Schweizer Bundesbahn. In einem Strategiepapier für 2020 kündigt sie ferngesteuerte Züge an. Der Lokführer geht in Pension.

Drohne ohne Pilot

Das Emirat Dubai will bis 2030 ein Viertel des gesamten Transportsystems auf autonomes Fahren umstellen. Dazu gehören auch fliegende Taxis.

Für letzteres testete der chinesische Hersteller Ehang in Dubai seine autonome Drohne 184 AAV. Der Quadcopter fliegt bis zu 300 Meter hoch und erreicht eine Geschwindigket von 100 Kilometern pro Stunde. Die Akkuladung erlaubt eine Flugzeit von 30 Minuten, das entspricht einer Reichweite von 40 bis 50 Kilometern.

Die Drohne transportiert einen Passagier und leichtes Gepäck (zusammen 100 Kilogramm). Der Fluggast gibt sein Ziel ein, den Rest übernehmen die Automatik und die Bodenkontrolle in Dubai.

Werbevideo des Government of Dubai Media Office (Video: Roads and Transport Authority)

Drohne ohne Biene

Mit dem weltweiten Bienensterben hat sich die Menschheit offenbar abgefunden. In China werden inzwischen Millionen Blüten von Hand bestäubt. In Japan denkt man eher an kleine Drohnen. Sie sollen die Befruchtung der Pflanzen übernehmen.

Forscher des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) in Tsukuba (Japan) arbeiten mit einer vier Zentimter kleinen und 15 Gramm leichten Drohne. An ihrer Unterseite kleben Pferdehaare, die mit einem Gel beschichtet wurden.

Im Test bestäubte die Drohne die Blüten einer Bambusgras-Lilie. Für den Freilandeinsatz vieler Drohnen fehlt es noch an hochauflösenden Kameras und einem KI-System zur exakten Führung eines Drohnenschwarms.

Bedenkt man die schier unendliche Zahl der Blüten auf einem Feld oder in einem Wald, ist es trotz des zu erwartenden Schubs der technischen Entwicklung schwer vorstellbar, dass eines Tages zehntausende Drohnen aufsteigen, um die Bienen zu ersetzen.

Die Bienenersatzdrohne ist ein ungelenker Prototyp. Darüber täuscht auch die schicke Musik nicht hinweg (Video: Science Magazine)

Drohne mit Rekord

Wie die Befruchtung eines Feldes durch einen Drohnenschwarm aussehen könnte, zeigte eine chinesische Aktion fürs Guinness-Buch der Rekorde.

Am 11. Februar 2017 feierte die Stadt Guangzhou in Südchina das Laternenfest – ohne Laternen. Als Spektakel ließ man 1.000 Drohnen gleichzeitig starten. Sie flogen Choreographien, leuchteten farbig und bildeten räumliche Effekte am nächtlichen Himmel.

Das Guangzhou Symphony Orchestra spielte europäische Klassik, und die Kinder staunten über die vielen elektrischen Glühwürmchen. Auch die Zahl 1.000 wurde von den Drohnen nachgestellt.

Nach Angaben des chinesischen Senders CCTV ist die Show ein Guinness-Buch-Rekord. Noch nie seien 1.000 Drohnen bei einer gemeinsamen Vorführung in der Luft gewesen.

Immerhin – das Summen der Drohnen klingt wie ein Bienenschwarm (Video: CCTV+)

Drohne ohne Landeplatz

Amazon arbeitet an der Paketzustellung per Drohne. Um das Problem fehlender Landeplätze zu umgehen, meldete der Konzern ein Patent an: Paketabwurf am Fallschirm.

Weil unbemannte Fallschirme ihre Richtung mit dem Wind ändern, soll die Drohne während der Zustellung über dem Fallschirm schweben. Für Korrekturen der Flugrichtung sind Druckluftdüsen vorgesehen. Die Drohne bläst den Fallschirm mit Luftstößen in die gewünschte Richtung.

So enden Karrieren: Jeremy Clarkson war das Gesicht von Top Gear. Jetzt wirbt er für Amazon (Video: Subha new News)

Fliegendes Dreirad

Vorige Woche schrieben wir an dieser Stelle über die Pläne von Uber, fliegende Autos herzustellen (Uber bleibt bei Autos, geht aber auch in die Luft) – et voila, schon kann man eines kaufen. Nicht von Uber, aber trotzdem.

Das Unternehmen PAL-V aus Holland bietet das erste fliegende Auto der Welt an, das man wirklich besitzen kann. Ein Exemplar des PAL-V Liberty kostet 499.000 Euro. Jetzt zugreifen, die Serie ist auf 90 Exemplare limitiert.

Das Fahrflugzeug bewegt sich im Straßenverkehr auf drei Rädern. Der Antrieb erfolgt mit normalem Superbenzin. Auf der Straße fährt es bis zu 170 Kilometern pro Stunde.

Nach dem ca. zehnminütigen manuellen Ausfahren von Rotor und Leitwerk verwandelt sich das Auto in einen Tragschrauber (Gyrokopter). Theoretisch könnten sich dann zwei Personen aus dem Stau erheben und über die Autobahn davonfliegen.

Praktisch ist es komplizierter. Der Fahrer muss eine Zulassung als Privatpilot besitzen. Weil der Tragschrauber als Kleinhubschrauber gilt, ist außerdem ein Heimatflugplatz notwendig.

Auch Starts und Landungen sind nicht überall möglich. Der PAL-V Liberty benötigt eine Bahn mit 20 Meter Breite und 300 Meter Länge. Das spricht eher für leere Straßen als für verstopfte Autobahnen, die man schnell überwinden möchte. Auf denen kann man aber auch mit einem gebrauchten Kleinwagen fahren.

Als Werbung für ein 499.000-Euro-Produkt ist das Video überraschend simpel produziert. Die meisten Luftaufnahmen sind schlechte 3D-Animationen, die irgendwer ins Bild kopierte (Video: PAL-V)

Spiderman auf Rädern

Die Formel 1 schwächelt, die Formel E expandiert. So verschieden entwickeln sich die Dinge. Für den Technologietreiber Formel E wurden nun futuristische Studien für neue Cockpits präsentiert.

Hersteller ist das französische Unternehmen Spark Racing Technology. Es produziert die Cockpits für alle Teams.

Weil die Reichweite der Batterien vergrößert wurde, stieg deren Gewicht. Das soll mit leichteren Cockpits kompensiert werden. Auch die verbesserte Aerodynamik wird für mehr Reichweite sorgen. Dafür ist beispielsweise ist eine Verkleidung der Räder denkbar. 

Ob die Fahrer in einem geschlossenen Cockpit sitzen, muss noch entschieden werden. Die Diskussion über offene (wie in der Formel 1) oder geschlossene Cockpits wird seit Jahren geführt, nicht nur aus Gründen der Aerodynamik.

Hardcore-Rennfahrer sind für offene Cockpits, sie lieben das Risiko. Aber auch ihr Kopf wäre im geschlossenen Cockpit geschützter, wenn bei Unfällen Teile herumfliegen.

Die Cockpits der Formel E ähneln immer mehr Spiderman (oben) und dem vollverkleideten Batmobil (Bilder: Spark Racing Technologies)

Und nun zu etwas ganz anderem

Google Maps feierte am 8. Februar 2017 seinen 12. Geburtstag.

Google Maps – das ist der Service, der in Deutschland Herzattacken und Anwaltsdrohungen auslöst. Hier verhängt man die Fenster, wenn Google durch die Straßen fährt, und lässt danach auf Google Maps seine Geranien vorm Balkon verpixeln.

Woanders sieht man den Kartendienst entspannter. In Italien beispielsweise gratulierte der Design-Student Matteo Archondis Google Maps mit einem besonderen Film. Er machte 3.305 Screenshots auf Google Earth und montierte sie zu einem Hyperlapse-Video.

Zu sehen ist ein Non-Stop-Flug um die Erde, mit Zwischenstopps in ausgewählten Städten. Auf petapixel.com erklärt Archondis ausführlich seine Arbeit. Allein die Screenshots dauerten zwei Tage, die Nachbearbeitung jedes einzelnen Screenshots verschlang noch einmal eine Woche.

Deutschland fehlt, aber das kann man verschmerzen (Video: ideando)

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