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Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung
E-Bestseller und mehr - Elektromobilität gewinnt in Deutschland nur langsam an Fahrt

Welche aktuellen Elektroautos heute oder absehbar verfügbar sind, aber auch Studien für morgen, zeigt der Beitrag auf.

Model 3 – preiswerter als das S-Modell, aber mit langen Lieferzeiten (Quelle: Tesla)

Neuauflage 
des Bestsellers

Der Nissan Leaf ist nach Herstellerangabe das weltweit meistverkaufte Elektroauto. Anfang des Jahres 2018 soll die zweite Generation auf den europäischen Markt kommen mit folgenden Neuerungen:

  • verändertes Karosseriedesign
  • mehr Leistung und größere Reichweite von 378 km
  • erweitertes Fahrerassistenzsystem, z. B. Staupilot,
  • und das sogenannte e-Pedal.

Mit dem e-Pedal steuert der Fahrer alle Fahrvorgänge: Er startet, bremst, stoppt und hält das Fahrzeug am Berg. Wenn das Gaspedal losgelassen wird, wirkt automatisch das Bremssystem. Das separate Bremspedal ist lediglich für eine Notbremsung da.

Die neue 40-kWh-Batterie ist nicht größer und schwerer als das Vorgängermodell. Sie wird auch in den Transporter e-NV 200 eingebaut, wodurch sich die Reichweite des Nutzfahrzeugs auf 280 km erhöht.

Der Preis (ohne MwSt.) für den Leaf 2.Zero Edition einschließlich Wärmepumpenheizung und 22-kW-AC-Wallbox beträgt 29 370 Euro.

Model 3: Serienhochlauf 
mit Verzögerung

Die bereits 2016 vorgestellte Mittelklasselimousine Tesla Model 3 verspricht, gemessen an den Vorbestellungen, ebenfalls ein Bestseller zu werden (Bild). Die Serienproduktion und die Auslieferung an US-Kunden hat inzwischen begonnen.

Auch in Deutschland kann das E-Auto – mit einer Anzahlung von 1 000 Euro – schon vorbestellt werden. Aufgrund des verzögerten Serienhochlaufs ist aber in Deutschland mit einer Auslieferung erst ab Anfang 2019 zu rechnen. Zur Markteinführung soll es zunächst zwei Ausführungen geben:

  • das Grundmodell mit einer Reichweite von 350 km und
  • das Long-Range-Modell mit 500 km.

Innerhalb von 30 Minuten werden die Batterien an den von Tesla installierten Ladesäulen (Supercharger) für Reichweiten von 210 bis zu 272 km aufgeladen.

Preise für die europäischen Märkte liegen bisher noch nicht vor. Rechnet man die USA-Preise direkt um, dann erhält man als Richtwert 30 000 Euro für das Grundmodell und 37 300 Euro für das mit der leistungsfähigeren Batterie. Damit würde das Model 3 nur etwa halb so viel wie das Oberklassefahrzeug Model S kosten. Das soll durch größere Stückzahlen, einfachere Ausstattung und eine lange Aufpreisliste ausgeglichen werden. Außerdem wird das Auftanken an den Tesla-Ladesäulen für das Model 3 im Gegensatz zum Model S nicht mehr kostenlos sein.

Preisgünstiges Stadtauto

Bei dem Kleinstwagen e.GO Life handelt es sich um eine völlig neue Konstruktion. Entwickler und Hersteller ist die e.GO Mobile AG in Aachen. Die Firmengründer sind Mitarbeiter der RWTH Aachen, die schon mit dem Streetscooter der Deutschen Post im Zustelldienst erste Erfahrungen sammeln konnten. Bosch liefert hier die Elektroteile zu und übernimmt auch den Kundendienst.

Wenn der als Stadtauto und Zweitwagen konzipierte e.Go Life im Sommer 2018 in den Handel kommt, ist er mit einem Nettopreis ab 13 361 Euro das günstigste Elektroauto auf dem deutschen Markt. Dabei ist der Umweltbonus für Elektrofahrzeuge von 4 000 Euro noch gar nicht berücksichtigt. Im Vergleich dazu kostet der Smart fortwo e.d. 18 437 Euro.

Der Aachener Mini ist für vier Personen zugelassen. Praktisch muss man ihn aber mehr als 2+2-Sitzer sehen. Er wird in drei Leistungsvarianten angeboten.

Retro-„Bulli“ 
aus dem E-Baukasten

Bereits im Januar 2017 stand der Van I.D. Buzz als Studie im „Bulli“-Retrolook auf der Detroit Autoshow. VW hat nun entschieden, daraus ein Serienmodell zu entwickeln. Der Van soll zwei Jahre nach dem kompakten viertürigen Pkw I.D. im Jahr 2022 auf die Straße kommen.

Diese beiden Elektroautos sind die ersten Modelle, die auf der Basis des „Modularen Elektrifizierungsbaukastens“ (MEB) entwickelt und gefertigt werden. Neben dem achtsitzigen Bus soll es später auch eine Transporter-Variante I.D. Buzz Cargo geben. Die Studie weist folgende Außenabmessungen auf:

Länge 4,94 m, Breite 1,98 m, Höhe 1,96 m. Der Laderaum wäre mit 4,6 m3 geringer als der des kleinsten T6 (5,8 m3). Aber die Daten können sich beim Serienmodell noch ändern.

Das Fahrzeug mit je einem Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse ist reichlich motorisiert (275 kW). Es schafft mit einer Batterieladung 600 km Reichweite. Die Batterie und die gesamte elektrische Antriebseinheit sind im Fahrzeugboden untergebracht. Der E-Antrieb ermöglicht einen großen Radstand und kurze Überhänge und kommt dem Innenraum zugute. Sehr zukunftsgerichtet ist auch das Bedienkonzept – bis hin zum hochautomatisierten Fahren.

China: Quoten für E-Autos

Der Druck auf die deutschen Autobauer, die Serieneinführung ihrer Studien und Konzeptfahrzeuge zu beschleunigen, könnte auch aus China kommen. Schließlich ist China für BMW, Daimler und VW der größte Einzelmarkt. Ab 2019 sollen Autohersteller und Importeure in China bestimmte Quoten für den Anteil alternativer Antriebe an der Gesamtzahl der verkauften Fahrzeuge erfüllen. Das geschieht nach einem bestimmten Punktesystem: Für reine Elektroautos gibt es mehr Punkte als für den Hybridantrieb. Ab dem Jahr 2019 beträgt die Quote 10 %, ab 2020 sogar 12 %. Schafft ein Hersteller die Quoten nicht, muss er entweder Punkte von anderen Firmen kaufen oder Strafe zahlen.

Smart Vision: Carsharing 
im Jahr 2030

Kommen diese vorgestellten Modelle kurz- bis mittelfristig auf den Markt, so ist das Projekt Smart Vision EQ fortwo eher für Übermorgen bestimmt. Das Konzeptfahrzeug fährt autonom und eröffnet aufgrund von „Schwarmintelligenz“ eine neue Ära des Carsharings. Das Konzeptfahrzeug holt seine Passagiere am gewünschten Ort ab. Die miteinander vernetzten Fahrzeuge sind immer unterwegs. Die Auslastung steigt und zugleich verringern sich Verkehrsaufkommen und Parkflächen im urbanen Raum.

Der Smart Vision ist der erste Pkw von Daimler ohne Lenkrad und Pedale. Entlastet von Fahraufgaben, können die Passagiere im bequemen Innenraum entspannen. Äußeres Kennzeichen ist das neuartige Türkonzept. Die beiden durchsichtigen Türen lassen sich flügelartig über die Hinterachse hinwegdrehen, was den Einstieg erleichtert und die Kollisionsgefahr mit Radfahrern und Fußgängern reduziert.

Schon aufgrund des autonomen Fahrens liegen die Realisierungschancen des Smart Vision erst am Ende des nächsten Jahrzehnts. Schon greifbarer ist da ein anderer Termin: Daimler verkündete zur IAA, dass ab 2020 das Smart-Serienauto nur noch mit Elektroantrieb angeboten werden soll.

Autor: J. Sachse

Der Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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