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Elektrotechnik | Messen und Prüfen

Widersprüchliche Prüfergebnisse

ep6/2009, 2 Seiten

Beim Prüfen eines Toasters mit CE- und GS-Kennzeichnung lag der Schutzleiterwiderstand für die metallene Abdeckung der Oberseite (Einführhilfe für die Brotscheiben) immer über dem in der Norm geforderten Wert von 0,3 Ohm. Abhängig vom Kontaktdruck auf die Mess-Spitze schwankte der Wert aber zwischen 0,8 und 2,5 Ohm. Bei der Isolationswiderstandsmessung zwischen dem zuvor erwähnten Teil und dem Schutzleiter fiel die Messspannung auf wenige Volt. Der Messwert betrug 0,01 M und war somit praktisch Null. Der Toaster ist also wegen des gegenüber der Normenvorgabe zu hohen Schutzleiterwiderstands als fehlerhaft/unsicher einzustufen. Ein Fachkollege schlug vor, das schlecht an den Schutzleiter angeschlossene Teil als ein „nicht an den Schutzleiter angeschlossenes, berührbares Teil“ zu betrachten und die für diesen Fall vorgesehene Isolationswiderstands- und Berührungsstrommessung zur Bewertung heranzuziehen. Und tatsächlich, bei diesen Messungen ergaben sich • ein Isolationswiderstand zwischen den aktiven Teilen und dem fraglichen Teil von 9,99 M und • ein Berührungsstrom von 0 mA. Da die Messwerte den Normvorgaben entsprachen (> 2 M bzw. < 0,5 mA), hatte der Toaster die Prüfung bestanden. Bietet die Norm beide Möglichkeiten der Bewertung? Handele ich in jedem Fall „normgerecht“, egal ob ich das Gerät als unsicher beanstande oder als sicher freigebe?


   

Autor
  • K. Bödeker
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