Elektrotechnik
Übermüdung am Steuer verhindern
ep9/2000, 2 Seiten
Arbeitssicherheit Arbeitssicherheitsunterweisung auf CD-ROM Gemeinsam mit der Siemens AG hat die Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik das Lernprogramm „Interaktive Arbeitssicherheitsunterweisung“ entwickelt, das zum Selbststudium von Arbeitssicherheitsthemen und zur Ergänzung der gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Unterweisung geeignet ist. Einzige Voraussetzung: Ein Pentium-PC mit CD-ROM-Laufwerk. Mitarbeiter und Sicherheitsbeauftragte können sich nach freier Zeiteinteilung in alle allgemeinen und etliche spezielle Bereiche der Arbeitssicherheit einarbeiten. Damit bleibt in der persönlichen Unterweisung mehr Raum für betriebsspezifische Fragestellungen. Themen, für die im großen Kreis keine Zeit bleibt, können mit dem Lernprogramm individuell vertieft werden. Die Inhalte des Lernprogramms „Interaktive Arbeitssicherheitsunterweisung“ behandeln in verschiedenen Lernmodulen alle allgemeinen Themen der Arbeitssicherheit sowie die besonderen Erfordernisse für Montage-, Inbetriebsetzungs- und Servicetätigkeiten an elektrischen Anlagen. Systemvoraussetzungen zum Arbeiten mit dem Programm: · Prozessor Pentium 70 oder besser · Hauptspeicher: mind. 16 MB · CD-ROM mind. 2-fach · Bildschirm: optimiert für Auflösung 800 x 600 und 256 Farben · Betriebssystem: Windows 95 oder Windows 98 oder Windows NT 4.0 Bezugsquelle: BG F+E; CD-ROM „Interaktive Arbeitssicherheitsunterweisung“ - Bestell-Nr.: CD 4 - Preis: DM 89,- Vortragsband Wie bereits im ep 10/99, Seite 894 berichtet,fandam26.und27.05.99in Bad Münstereifel unter Beteilung namhafter Wissenschaftler aus dem In- und Ausland ein Expertengespräch zum Thema „Elektromagnetische Felder“ statt. Im Nachgang zu dieser Veranstaltung war ein Vortragsbandangekündigtworden.Dieser ist jetzt erschienen und kann als Monographie „Athermische Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf biologische Systeme“ unter der Bestell-Nr. M 2 bei der BG F+E angefordert werden. Übermüdung am Steuer verhindern Achtung: Der tödliche Sekundenschlaf kann auch Sie überraschen. Es war ein erfolgreicher Messetag für H. Winkler. Aber auch ein langer. Weil er kein Hotelzimmer bekommen hatte, machte sich der Vertreter noch auf den Weg nach Hause. Rund 200 Kilometer Autofahrt lagen noch vor ihm. Etwa nach zwei Drittel des Weges geschah es zum ersten Mal. Für den Bruchteil einer Sekunde fielen H. Winkler die Augen zu. Doch er ignorierte die Warnung. Statt dessen drehte er das Autoradio lauter und die Seitenscheibe herunter. Schließlich waren es ja nur noch wenige Kilometer. Doch das nutzte gegen die Müdigkeit überhaupt nichts. Nach kurzer Zeit nickte der Vertreter erneut ein. Diesmal war der Sekundenschlaf zu lange. Er verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und raste in den Straßengraben. Erst im Krankenhaus wachte der Schwerverletzte wieder auf. Sich müde hinter das Lenkrad eines Autos zu setzen bedeutet, eine Fahrt auf Leben und Tod zu riskieren. Mehr als 3.000 Personen verunglücken am Steuer, mehr als 100 finden dadurch jedes Jahr den Tod. Hinweise: Beachten Sie die folgenden Tipps, wie Sie als Autofahrer gesund und munter am Bestimmungsort ankommen: · Setzen Sie sich nur dann für eine lange Fahrt hinters Lenkrad, wenn Sie fit und ausgeruht sind. · Starten Sie nicht zu einer langen Tour, wenn Sie einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich haben oder zu einer Zeit, in der Sie normalerweise schlafen. · Beherzigen Sie die alte Weisheit: Voller Bauch fährt nicht gern. Bevorzugen Sie daher vor längeren Touren leichte und bekömmliche Kost. Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 9 Branche aktuell In Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik (BG F+E), Köln, informiert der ep auf dieser Seite über aktuelle Themen der Arbeitssicherheit. Kooperation mit der BG · Alkohol am Steuer ist tabu. Wollen Sie frühmorgens zu einer Tour aufbrechen, am Abend vorher Finger weg vom Alkohol. · Auf monotonen Fahrten für Abwechslung - Nicht Ablenkung! - sorgen. Zum Beispiel durch Gespräche oder Musik. Aber bitte: Keine Grundsatzdiskussionen führen, die die Konzentration beeinträchtigen. · Achten Sie während der Fahrt auf Haltung und Klima. Stellen Sie die Kopfstütze passend ein, sitzen Sie bewusst aufrecht und nicht zu nahe zum Lenkrad. Gute Belüftung - dazu gehört, so wenig wie möglich rauchen - sorgt für ausreichend Sauerstoffzufuhr und verhindert somit eine vorzeitige Ermüdung. Ach ja, immer angeschnallt fahren. · Beim ersten Anzeichen von Müdigkeit (wiederholtes Gähnen, schwere Lider, Augenbrennen, unregelmäßige Fahrweise, optische Täuschungen) sofort den nächsten Parkplatz anfahren. Am besten eine Schlafpause einlegen. Mindestens aber eine längere Zeit pausieren und sich im Freien bewegen. Und denken Sie daran: Kaffee, Cola, Energy-Drinks, Aufputschmittel, kalte Luft oder laute Musik helfen nicht, die Müdigkeit zu überwinden. Sie überbrücken das Problem lediglich für kurze Zeit und gaukeln dem Körper Wachheit vor, ohne dass er wirklich wach ist. Rechtsprechung Unfall bei Panne Ein Fahrzeug-Insasse, der aufgrund einer Panne das Fahrzeug verlassen hat und sich hinter dem am Straßenrand außerhalb der Fahrbahn abgestellten Fahrzeug ohne Not aufhält, muss sich ein Mitverschulden an Verletzungen vorwerfen lassen, die er durch einen auf schneeglatter Straße schleudernden und von hinten auffahrenden Pkw erleidet. Dennoch kann bei grobem Verschulden des Auffahrenden dessen volle Haftung gerechtfertigt sein. OLG Dresden v. 27.6.96; 7 U 792/96 Unfallauswertung Tödlicher Unfall an einer NS-Freileitung Arbeitsauftrag: Ein EVU hatte an eine Elektrofirma den Auftrag für die Herstellung eines Hausanschlusses vergeben. Da der Anschluss von einer NS-Freileitung aus vorgenommen musste, sollte eine Hubarbeitsbühne eingesetzt werden. Diese wurde von einer anderen Elektrofirma angemietet. Mit dem Vermieter war vereinbart worden, dass er die Bühne an der Montagestelle für die anstehenden Arbeiten positioniert. Die Montagearbeiten sollten dann von einem speziell ausgebildeten Monteur ausgeführt werden. Unfallhergang: An dem Unfalltag herrschten normale Witterungsbedingungen, das heißt kein Wind und kein Regen. Der Vermieter der Hubarbeitsbühne, selbst auch Elektrofachkraft, fuhr die Bühne seitlich auf den Bürgersteig, parallel zum Freileitungsmast. Da der Mast etwa 3 m hinter dem Zaun des angrenzenden Grundstücks stand, wollte der Vermieter auftragsgemäß das Fahrzeug so positionieren, dass der Schwenkbereich für die vorgesehene Montage ausreicht. Er bewegte sich deshalb im Korb Richtung Freileitung und unterschritt dabei den Schutzabstand, bis sich die Freileitung im Handbereich befand. Aus unerklärlichen Gründen griff er dann in den oberen Bereich der Freileitung und zwar an die zur Straße liegenden Außenleiter, mit jeweils einer Hand an einen anderen. Dabei kam es zu einer tödlichen Körperdurchströmung. Unfallanalyse: Der Verunglückte hat eindeutig gegen § 7 „Arbeiten in der Nähe aktiver Teile“ der BGV A2 (VBG 4) verstoßen und sich ohne entsprechende Schutzausrüstungen der Freileitung zu weit genähert. Dabei hätten dem Verunglückten als Elektrofachkraft die sich ergebenden Gefahren bei Unterschreitung des Schutzabstandes bewusst sein müssen, auch wenn er nicht über eine entsprechende Zusatzausbildung für AuS-Montagen verfügte. J. Jühling Tendenz der Unfallzahlen Meldepflichtige Unfälle. Seit Jahren ist eine rückläufige Anzahl je 1.000 Beschäftigte bei der BG F+E zu verzeichnen. Diese Tendenz ist eindeutig auf die aktive Präventionsarbeit zurückzuführen (Bild ) - nicht nur seitens der BG, sondern in großem Maße auch der Mitgliedsbetriebe. Die Ergebnisse dürfen aber keinesfalls dazu führen, die Präventionsarbeit zu drosseln wie die Entwicklung bei den Stromunfällen zeigt. Stromunfälle. Glaubte man durch die großen Anstrengungen der elektrotechnischen Normung nur noch fallende Zahlen bei den Stromunfällen erwarten zu können, so ergab sich in der letzten Zeit eine andere Tendenz (Bild ). Darauf wurde in den letzten Jahren mehrfach durch das Institut zur Erforschung elektrischer Unfälle der BG F+E hingewiesen. In den Jahren 1998 und 1999 war sogar absolut wieder eine steigende Anzahl der meldepflichtigen Stromunfälle bei der BG F+E festzustellen. Den zeitlichen Verlauf des Anteils Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 9 746 Branche aktuell Bei Arbeiten an unter Spannung stehenden Freileitungen sind die erforderlichen Schutzausrüstungen einzusetzen Unfallgeschehen bei der BG F+E Für das Jahr 1999 wurde bei der Anzahl der Arbeitsunfälle je 1000 Beschäftigte mit einer Quote von 20,6 ein historischer Tiefststand erreicht. Betrachtet man jedoch die Entwicklung bei den Stromunfällen, ergibt sich ein anderes Bild. Die folgenden Ausführungen behandeln deshalb speziell den Stromunfall. Unfälle 000 Versicherte 1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 Arbeitsunfälle bei der BG F+E 671 1 600 1 200 800 400 Anzahl 1969 72 75 78 81 84 87 90 93 96 1999 1495 501 873 666 683 Meldepflichtige Stromunfälle 1,5 1,0 0,5 1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 1,07 0,98 1,32 1,44 Anteil der meldepflichtigen Stromunfälle an den Arbeitsunfällen 100 Anteil 1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 Anteil der Stromunfälle von Elektrofachkräften an allen Stromunfällen
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- J. Jühling
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