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Tagung des VDEW am 25./26.2.03 in Berlin - Erfahrungsaustausch zum EEG

ep4/2003, 1 Seite

In Vorbereitung der Novellierung des seit 1.4.2000 geltenden Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) lud der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) zu einer Diskussion ein. Ziel der Tagung war die Bewertung der von der rot-grünen Regierung geschaffenen energiepolitischen Rahmenbedingungen.


Verteuerung durch hohen Bedarf an Regelenergie Zur Veranstaltung eingeladen waren neben Vertretern der Elektrizitätswirtschaft vor allem Mitarbeiter aus dem Bereich der regenerativen Energien und politische Entscheidungsträger. Trotz einer vor allem im Vorfeld kritischen Diskussion bekannte sich auch die Elektrizitätswirtschaft zur umweltfreundlichen Energieversorgung und auf zum EEG. Die Kritik bezog sich vor allem auf die fehlende Förderung leistungsstärkerer Wasserkraftwerke und auch auf die rasante Entwicklung der Windenergie, die einen hohen Anteil an Regelenergie aus Reservekraftwerken erfordert. Für und Wider PV Die leistungsschwache, teure und vom Strahlungsangebot abhängige Photovoltaik (PV) ist nach Meinung der Stromwirtschaft allenfalls für Nischenprodukte akzeptabel. Es gibt aber wichtige Gründe, dieses für den Elektrohandwerker interessante Geschäftsfeld weiterhin zu fördern. Dafür spricht die Möglichkeit, mit einer für alle am Gebäude sichtbaren CO2-freien Stromquelle Absatz und Umweltbewusstsein zu entwickeln. Weiterhin zählt die Photovoltaik weltweit zu den Branchen mit überdurchschnittlichem Wachstum (im Schnitt 30 % pro Jahr). So wuchs die Kapazität für kristalline Zellen und Dünnschichttechnologie von 2000 bis 2002 um 120 % auf 628 MW. Deutschland konnte in dieser Zeit die Kapazität für die vorherrschenden kristallinen Zellen sogar auf mehr als das 2,5-fache steigern und erreichte 46 MW. Ursache für das immer noch begrenzte Volumen waren die im vorigen Jahrzehnt erfolgten Produktionsverlagerungen ins Ausland. Für das Jahr 2003 gibt es aktuelle Zielstellungen: Deutschland steigert demzufolge die Kapazität um 180 % und kann damit erstmalig nicht nur den Bedarf des 100000-Dächerprogramms aus eigenem Aufkommen decken, sondern auch exportieren. Damit verbunden ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dennoch reichen selbst die bis 2005 geplanten Ausbauplätze nicht aus, um gemeinsam mit den anderen EU-Ländern Japan zu überholen. Durch den schrittweisen Übergang zu automatischen Fertigungsanlagen wird für die nächsten Jahre mit einer Preisreduzierung gerechnet. Sie ist u. a. auch notwendig, um mit ausländischen Firmen konkurrieren zu können. Inzwischen ist in Deutschland eine Exportinitiative in Vorbereitung. Ziel ist die Erschließung eines Marktanteils in Gebieten ohne Stromversorgungsnetz, was weltweit etwa 2 Mrd. Menschen betrifft. Dies ermöglicht auch weitere Preissenkungen für in Deutschland installierte Anlagen. Fortdauernde Förderung Auslöser für den Investboom war die Förderung im Rahmen des 100 000-Dächerprogramms. Ende 2002 wurde die 200-MW-Marke überschritten. Ende dieses Jahres läuft das zunächst auf 300 MW begrenzte Programm aus. Schon zur Auslastung der neugeschaffenen Fertigungen wird die Regierung im Rahmen der EEG-Novellierung jedoch auf einer darüber hinausgehenden Förderung bestehen bleiben. Da die Bundeskasse leer ist, wird die Finanzierung zu Lasten des Strompreises auch ab 1.1.2004 der einzige Ausweg sein - selbst bei massiven Einsprüchen der Elektrizitätswirtschaft. Strittig bleibt zunächst aber die Höhe der Einspeisevergütung für PV, die wie für alle anderen Energiequellen auf den Prüfstand gehört. H. Kabisch Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 3 245 Branche aktuell Tagung des VDEW am 25./26.02.03 in Berlin Erfahrungsaustausch zum EEG In Vorbereitung der Novellierung des seit 1.4.2000 geltenden Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) lud der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) zu einer Diskussion ein. Ziel der Tagung war die Bewertung der von der rot-grünen Regierung geschaffenen energiepolitischen Rahmenbedingungen.

Autor
  • H. Kabisch
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