Gebäudesystemtechnik
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Elektrotechnik
Smart Home-Tagung in Berlin: Einfache Lösungen gefragt
ep2/2009, 1 Seite
Fachvorträge Die als eingetragener Verein organisierte deutsche Telematikgesellschaft versteht sich selbst in erster Linie „als Vertreter, Förderer und Promoter neuer Konzepte und Lösungen für Telematikanwendungen“. Das Hauptaugenmerk der Aktivitäten konzentriert sich dabei auf Lösungen in den Bereichen Wissen, Bildung, Mobilität, Kommunikation und Gesundheit. Eine in Berlin durchgeführte Smart Home-Fachtagung vereinte Fachleute aus Handwerk, Industrie, Wissenschaft, Behörden und der Wohnungswirtschaft - und war in erster Linie eine Bestandsaufnahme von Technologien und Anwendungen. Im Vortragsteil der Tagung wurden drei recht verschiedene Aspekte der Thematik behandelt. Prof. Klaus Kabitsch von der TU Dresden stellte den Entwurfsprozess in den Mittelpunkt der Betrachtung. Ausgehend von der Tatsache, dass mehr und mehr Anbieter Komponenten für die Hausautomation liefern und daher der Planer vor der Aufgabe steht, auf der Basis dieses breiten Angebotes konkrete Anlagen zu entwerfen, wurden Grundgedanken für eine problemangepasste methodische Vorgehensweise entwickelt. Erste praktische Umsetzung fand dieses Konzept bereits in Form eines Softwarepaketes, mit dem Ausstattungsvorschläge für konkrete Objekte mehr oder minder automatisch erzeugt werden. Prof. Birgit Wilkes von der FH Wildau beschäftigte sich insbesondere mit den infrage kommenden Zielgruppen und deren Wünschen. Diese für den Techniker zunächst etwas ungewohnte Betrachtungsweise vermittelte aber gerade dem Praktiker eine Fülle ganz unterschiedlicher und in jeder Hinsicht interessanter Denkanstöße. Dabei wurde deutlich, dass die Anforderungen und Wünsche an ein „Smart Home“ nicht nur durch die finanziellen Möglichkeiten der Bewohner, sondern auch durch Lebensalter und Familiengröße entscheidend bestimmt werden. Der Referentin gelang es anhand sehr anschaulicher Beispiele deutlich zu machen, dass es vielfach gerade simple, einfach bedienbare Lösungen sind, die sich der Wertschätzung möglicher Nutzer erfreuen. Wenn als eine Quintessenz des Vortrages mehr oder weniger deutlich für „Low-Tech statt High-Tech“ plädiert wurde, dann steht das auch für einen bedenkenswerten Paradigmenwechsel bei der Herangehensweise insgesamt. Es geht nicht ohne Technik, aber diese muss für den Anwender - auf Anhieb - verständlich und bedienbar sein. Die Handhabbarkeit von Technik oder besser die Gestaltung geeigneter Schnittstellen für Technik im Heimbereich wurde durch Dr. Norbert Reithinger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Berlin, betrachtet. Das Fehlen allseits akzeptierter Bedienstandards resultiert aus der noch ungenügenden Verbreitung dieser Technik und stellt zugleich ein Hindernis für deren Durchsetzung dar. Hier sind sowohl die Hersteller als auch der Handwerker vor Ort gefordert, Lösungen zu schaffen, die den unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer gerecht werden. Produktpräsentationen Die Tatsache, dass die Verfügbarkeit von Technik heute kein Hindernis mehr darstellt, wurde in den Vorträgen immer wieder betont und war auch anhand der Produktpräsentation verschiedener Hersteller deutlich. Wolfgang Flechtner von der Fa. Issendorff stellte das in der Elektrobranche allseits bekannte Bussystem LCN vor, ein leitungsbasiertes universell einsetzbares System zur Gebäudeautomation. Powerline-basierte Lösungen standen in zwei folgenden Präsentationen im Mittelpunkt: Während die Fa. Devolo Komponenten zur Rechnervernetzung bzw. zur Audio/ Video-Übertragung über das häusliche Stromnetz zeigte, informierte die Fa. Inprojal über die Markteinführung eines Hausautomationssystems. Zu den Höhepunkten der Produktpräsentation zählte ohne Zweifel auch der Vortrag von Michael Steiner zur Haussteuerungssoftware IP-Symcon. Die enge Verflechtung von klassischer IT und Gebäudeautomation wurde anhand des Produktes David-10 der Fa. Tobit anschaulich demonstriert. Im Unterschied zu den anderen Unternehmen präsentierte der Vertreter der Firma NTplus weniger ein konkretes Produkt in Form von Hard- und/oder Software, sondern vielmehr ein technikorientiertes Marketingkonzept zur Durchsetzung neuer Techniken im Heimbereich. Ein rundum interessanter Ansatz, der - bei konsequenter Umsetzung - sicher zur Erschließung vorhandener Marktpotentiale beitragen wird. Diskussion Fachveranstaltungen wie diese sind vor allem ein idealer Rahmen für Diskussionen unter allen Beteiligten. Zum offiziellen Tagungsprogramm gehörten daher ein runder Tisch zu den Erfahrungen mit realisierten Projekten und ein Podiumsgespräch zu den Chancen und Grenzen für den Einsatz energiesparender Technologien. Auch in den persönlichen Gesprächen in den Pausen wurden interessante Gedanken ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und manch neue Idee entwickelt. Gerade der Gedankenaustausch am Rande des offiziellen Teiles der Veranstaltung vermittelte einen Eindruck von durchaus noch existierenden Informationsdefiziten. Demo-Wohnung Sowohl in den Vorträgen und Präsentationen als auch in den Diskussionen nahmen die Referenten vielfach Bezug auf ein in Berlin realisiertes Projekt (Bild ) zum Einsatz moderner (energiesparender) Technologien in rekonstruierten Mietwohnungen: www.wohn-telematik.de. Im Unterschied zu anderen ähnlich gelagerten Modellprojekten wurde nach Aussage der Beteiligten hier nicht versucht zu zeigen, „was alles möglich ist“. Vielmehr hat man sich bewusst auf bezahlbare, überschaubare und nachweisbar nützliche Lösungen beschränkt. Dieser Lösungsansatz erscheint vor allem aus der Sicht der Verständigung mit möglichen Interessenten recht vielversprechend. Zu den ersten Schlussfolgerungen des Modellprojektes gehört die Erkenntnis, dass eine Standardausstattung nicht beschreibbar ist, sondern je nach Nutzergruppe verschiedene Ausstattungspakete geschnürt werden müssen. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 2 BRANCHE AKTUELL Smart Home-Tagung in Berlin Einfache Lösungen gefragt Das Interesse an modernen Technologien im Wohnbereich hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen dabei vor allem die Energieein sparung und die Erhöhung der Sicherheit. Aber nach wie vor ist vieles, was heute bereits machbar ist, bei den möglichen Nutzern noch nicht hinreichend bekannt. Andererseits besteht auch noch so manche Unklarheit über deren Wünsche. Demo-Projekt in Berlin - bezahlbare, überschaubare und nachweisbar nützliche Lösungen Foto: Telematics-Pro
Autor
- H. Möbus
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