Nutzfahrzeuge
Schnäppchen aus zweiter Hand - Gebrauchtwagen
ep1/2008, 2 Seiten
Gebrauchtwagen als sinnvolle Alternative Handwerker und Gewerbetreibende suchen Wagen aus zweiter Hand - vor allem Firmengründer und Jungunternehmer, die sich quasi „Boden unter den Füßen“ stampfen müssen. Für sie spielen Laderaumausnutzung und Wirtschaftlichkeit eine dominierende Rolle für die Kaufentscheidung. Angesichts der steigenden Preise auch in der automobilen Branche ist solch ein Schritt nicht von der Hand zu weisen. Doch ob ein preiswerter Gebrauchtwagen erworben wird oder man lieber beim Kauf eines Neuwagens durch gut vorbereitete und geführte Kaufgespräche versucht, günstige Rabatte herauszuholen, das sollte der potentielle Käufer vorher mit sich selbst ausmachen. Bleiben wir beim Gebrauchtwagenkauf. Beim Kauf beachten Gebrauchtwagen - vor allem Pkw - werden überall angeboten. Doch wie steht es mit den kleinen Nutzfahrzeugen? Einen Caddy oder einen Berlingo wird man kaum auf den Privatmärkten finden. Auch wenn man vom Privaten mit viel Glück einen Gebrauchten eventuell günstiger bekommt, ist das Geschäft mit einem seriösen Händler zu empfehlen. Das sind in der Regel die großen Händler, die sich auf einen, zwei oder drei der bekannten Hersteller spezialisiert haben. Um auch bei allen anderen Gebrauchtwagenverkäufern auf Nummer sicher zu gehen, ist hier besondere Sorgfalt angebracht. Preis. Der Preis für ein Gebrauchtfahrzeug hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem optischen Zustand, dem Alter und dem Kilometerstand sowie der Ausstattung hat die regionale Angebotssituation ebenfalls Einfluss auf die gängigen Notierungen. Gefragte Modelle sind teurer, Fahrzeuge mit junger Erstzulassung und geringerer Laufleistung ebenfalls. Kaufvertrag. Auch wenn beim Händler gekauft wird, der laut Gesetz mindestens zwölf Monate Sachmängelhaftung - früher Gewährleistung - geben muss, ist darauf zu achten, was im Kaufvertrag steht. Darin müssen alle wichtigen Details aufgeführt sein: · Unfallfreiheit oder · bei Unfallschäden die genaue Angabe der reparierten Teile · Tachostand · Anzahl der Vorbesitzer usw. Mängelliste. Wird im Vertrag auf eine Check- oder Mängelliste Bezug genommen, muss diese auch vom Händler ausgehändigt werden. Dieses Dokument ist eingehend zu prüfen - genauso wie das Serviceheft des Vorbesitzers, um sicher zu sein, dass dieser die Wartung immer ernst genommen hat. Die Checkliste Wer das ausgewählte Fahrzeug gründlich in seinen Problemzonen prüft, braucht künftig hohe Reparaturkosten nicht zu fürchten. Damit man später nicht den Kauf bereut, hat der ADAC wichtige Punkte in einer Checkliste für Pkw zusammengestellt, die aber auch prinzipiell für die kleinen Nutzfahrzeuge gilt. Ein guter Händler wird all diese Punkte als „geprüft“ garantieren. Doch auch dann gilt aus Erfahrung: „Vertrauen ist gut - Kontrolle aber besser. Nicht zu vergessen: eine Probefahrt ist dringend zu empfehlen. Auch hier rät der ADAC, diese Fahrt auf verkehrsarmen Straßen und vor allem auch außerorts zu unternehmen - nicht bloß ums ,,Karree“, sondern 12-15 km auf verschiedenen Straßenbelägen, da sich bestimmte Mängel erst bei höheren Geschwindigkeiten und Motordrehzahlen zeigen. Erst wenn all diese vielleicht etwas aufwendig klingenden, doch notwendigen Schritte erledigt sind, kann man zum wichtigsten kommen - dem Vertragsabschluss. Dieser sollte immer schriftlich erfolgen - nicht mit bloßem Handschlag wie beim Pferdekauf. Im Vertrag sind alle wichtigen Fahrzeugdaten, wie Kilometerstand, Unfallfreiheit usw. festzuhalten. Wenn im Kaufvertrag angekreuzt ist, dass ein Mängelprotokoll übergeben wurde, sollte der Vertrag nur unterschrieben werden, wenn das auch der Fall ist und man das Papier tatsächlich in den Händen hält. Der volle Kaufpreis ist üblicherweise erst dann zu zahlen, sobald alle offenen Fragen geklärt wurden und Fahrzeugpapiere sowie Schlüssel übergeben wurden. Formulare für den Kaufvertrag sind in allen ADAC-Geschäftsstellen, aber auch bei allen seriösen Gebrauchtwagenhändlern erhältlich. Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 1 BETRIEBSFÜHRUNG Schnäppchen aus zweiter Hand - Gebrauchtwagen Der Trend ist unverkennbar. Gebrauchtwagen machen derzeit das Rennen - zumindest bei den Käufern von Pkw. Mehr als sieben Millionen Autos wechseln jährlich den Besitzer. Doch auch im Nutzfahrzeugsektor, besonders bei Kleintransportern sowie Werkstatt- und Lieferwagen, steigt die Nachfrage, die derzeit größer ist als das Angebot. ADAC-CHECKLISTE · Ölverlust. Sichtbare Öltropfen unter Motor und Getriebe deuten auf Undichtigkeiten. Hier können hohe Reparaturkosten drohen. Doch glänzt alles wie neu, weist das auf eine gründliche Motorwäsche hin. Vielleicht sollten damit Leckstellen vertuscht werden. · Zahnriemen. Auch wenn man dieses Bauteil nicht sieht - nachfragen, ob ein Wechsel vorgeschrieben war und gemacht wurde. Werden die Wechselintervalle nicht eingehalten, führt das zu Motorschäden. · Kühlung. Ist der Kühlwasserstand nicht in Ordnung, kann das ein Hinweis auf einen Defekt sein. Deshalb Schläuche und Schellen auf Porosität und Feuchtigkeit prüfen. · Bremsen. Mit der Taschenlampe die Bremsscheiben prüfen: sind Riefen oder Rost zu sehen? Feuchtigkeit ist ein Hinweis auf ein undichtes Bremssystem. Eine Probefahrt mit einer Vollbremsung zeigt, ob Bremsen evtl. einseitig ziehen. · Felgen. Beschädigungen oder verformte Felgenränder deuten auf harte Einsatzbedingungen hin. Es könnten Folgeschäden an der Radaufhängung oder an den Spurstangen der Lenkung auftreten. · Unterboden/Radhäuser/Türen. Ist der Unterbodenschutz komplett oder teilweise erneuert, sieht das nach gefährlicher „Kosmetik“ aus. Falls Reparatur-Schweißungen erkennbar sind, ist eine fachmännische Beurteilung notwendig. Roststellen an den Unterseiten von Türen und Heckklappen sind auch gepflegten Autos ein häufiger Schwachpunkt. · Reifen. Sind die Reifen ungleichmäßig abgefahren oder zeigen einen starken Verschleiß an der Innen- oder Außenschulter, kann eine fehlerhafte Fahrwerksgeometrie daran schuld sein. Hier muss eine Werkstatt die Diagnose stellen. Weiterhin ist die Profiltiefe zu prüfen, auch bei Ersatz- und eventuellen Winterreifen. · Lenkung. Das Lenkrad ist im Stand hin und her zu bewegen. Lässt es sich ohne Räderbewegung mehr als zwei Finger breit drehen, hat die Lenkung Spiel. · Gummidichtungen. Scheibengummis und Türdichtungen müssen geschmeidig sein, nicht rissig oder porös. Bei defekten Gummis dringt spätestens in der Waschstraße Wasser in den Innenraum. · Sitze. Ist der Fahrersitz durchgesessen und abgewetzt, ist das zumindest bei einem Auto aufschlussreich, das angeblich deutlich unter 100000 km gelaufen ist. Werkfoto Fazit 1. Der Handel gebrauchter Transporter und Lieferfahrzeuge ist in der gängigen Praxis eher noch eine Seltenheit. Das bestätigten auch dazu befragte Autohändler. Häufig werden die Wagen bis zur „Schrottreife“ gefahren, weil sie meist von den Firmen dann schon abgeschrieben sind. 2. Werden dennoch Gebrauchte angeboten, sind sie meist von den Händlern in einem guten technischen und optischen Zustand aufbereitet. Schnäppchen sind also möglich. 3. Vor einer Kaufentscheidung sollte ebenfalls die Möglichkeit des Neukaufs beachtet werden. Der Listenpreis kann nach geschickten Kaufverhandlungen oft unterschritten oder durch zusätzliche Leistungen der Händler annehmbarer gemacht werden. Übrigens: Seit Jahren schon sollen die Gebrauchtwagenpreise zu Jahresbeginn, im Januar/Februar, am tiefsten sein. C. Tenner Mit Winterreifen sicherer fahren Häufig taucht die Frage auf, ob bei diesen milden Wintern nicht auch so genannte Ganzjahresreifen genügen. Es wird aber häufig übersehen, dass schon bei Temperaturen unterhalb von 7 °C die Winterreifen den Ganzjahresreifen überlegen sind. Die technische Ausstattung der Fahrzeuge, insbesondere die Bereifung, muss den jeweiligen Straßenverhältnissen angepasst sein. Das schreibt auch seit Mai 2006 die Straßenverkehrsordnung vor. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 20 Euro bestraft - bei Behinderung oder Unfall sind schon 40 Euro fällig und zusätzlich ein Punkt in Flensburg. Experten empfehlen daher als Faustregel: Winterreifen von Oktober bis Ostern. Äußerlich ist ein Winterreifen an der M+S-Kennzeichnung, bei Markenreifen zusätzlich an dem Schneeflockensymbol und den Lamellen zu erkennen. Lamellen - bis zu 2000 weist ein guter Reifen auf - verzahnen sich mit der Fahrbahn und ermöglichen damit eine deutlich bessere Haftung. Darüber hinaus setzen die Reifenhersteller für Winterreifen eine den niedrigen Temperaturen angepasste Laufflächenmischung ein, um das Gummi auch bei Minustemperaturen geschmeidig zu halten. In Verbindung mit der richtigen Profiltiefe funktioniert ein Winterreifen bei winterlichen Fahrbahnen optimal. Die Sicherheitsprofiltiefe für Winterreifen beträgt 4 mm, auch wenn der Gesetzgeber nur 1,6 mm vorschreibt. Besonders auf Schnee und Schneematsch ist bei abgefahrenen Reifen die Traktion nicht mehr ausreichend. Selbst moderne Technik kann den Winterreifen nicht ersetzen - Antiblockiersystem (ABS) und elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) sind bei Sommerreifen oder unzureichender Profiltiefe auf Schnee und Eis machtlos. Auch in den EU-Nachbarstaaten, wie z. B. Österreich, beabsichtigt man, ab Januar 2008 die Winterreifenpflicht für Pkw und Transporter unter 3,5 t Gesamtgewicht einzuführen. Dort könnte es bei Nichtbeachten unter Umständen teuer werden. C. Tenner Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 1 41 Winterreifen - ein heißes Thema für kühle Tage Handwerker sind mit ihren Lieferfahrzeugen, Transportern und Werkstattwagen auch in den Wintermonaten ständig auf Achse. Die Wagen müssen in jeder Fahrsituation den Kontakt zur Straße halten. In der kalten Jahreszeit ist diese Sicherheit nur mit Winterreifen gegeben. BETRIEBSFÜHRUNG
Autor
- C. Tenner
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