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Installationstechnik | Installationskanäle und -rohre

Schluss mit dem Kabelsalat

Unterflursysteme als Mediatoren zwischen den Gewerken
ep9/2020, 2 Seiten

Bei fachgerechter und vorausschauender Planung erhöhen Unterflursysteme die Qualität aller Bauleistungen und integrieren sich perfekt in das Raumkonzept. Sie können damit zu Mediatoren zwischen den Gewerken werden. Und wenn alle Kabel im Boden geführt werden, ist auch Schluss mit dem Kabelsalat.


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Normative Anforderungen

Ob Estrich oder Systemboden: Für beide Systeme müssen in Verbindung mit dem Unterflursystem diverse Punkte nach DIN EN 50 085 in der Planung berücksichtigt werden. Hierbei handelt es sich um eine Norm für Kabelmanagementsysteme; sie gibt die normativen Anforderungen für Unterflursysteme vor und wird zum Beispiel vom VDE geprüft und zertifiziert. Es handelt sich also um ein Qualitätsmerkmal, das die Einhaltung der Norm sicherstellt und die Produkte zusätzlich kategorisiert und klassifiziert. Es ist zu empfehlen, ausschließlich Produkte mit VDE-Zeichen zu verwenden – gemäß DIN EN 50 085 sind geprüfte Produkte zusätzlich mit ihrer Reinigungsart (nass oder trocken) und ihrer Schutzart (IP) gekennzeichnet.

Abstimmung zwischen den Gewerken

Ist die Abweichung vom vorgegebenen Maß noch zulässig oder handelt es sich bereits um einen Baufehler? Unstimmigkeiten lassen sich auf der Baustelle nicht ausschließen, wenn beispielsweise der Estrichverleger mit großzügigeren Toleranzen arbeiten darf, der Fußbodenverleger aber mit minimalen Toleranzen auskommen muss.

Hier ist es ratsam, auf Unterflursysteme zurückzugreifen, die auf Maßtoleranzen gut eingehen können und flexibel auf Änderungen reagieren. Dabei können Unterflursysteme die Aufgabe des Mediators zwischen den Gewerken übernehmen.

Der Aufbau von Unterflursystemen ist herstellerbedingt teils unterschiedlich. Bei manchen Systemen muss bereits die Bodendose an das Niveau des späteren Fertigfußbodens angeglichen werden. Besonders bei Objekten mit vielen Einbaueinheiten und unterschiedlichen Bodenniveaus erweist sich diese Aufgabenstellung als sehr umfangreich und – trotz vorangegangener, enger Abstimmung zwischen den Gewerken – auch fehleranfällig. Wesentlich besser geeignet sind Systeme, die den Freiraum für die Installation über verlorene Schalungen schaffen. Die sogenannten Schalungskörper ersetzen dabei die Nivellierarbeiten und bilden nach dem Einstecken in die Öffnung des Deckblechs mit der Bodendose eine feste Einheit. Das spart Zeit und Kosten. Nach dem Aushärten des Estrichs werden die Schalungskörper vollständig entnommen und die Einheiten zur Stromversorgung können eingesetzt werden.

Nivellierbare Einheiten

Wenn sich innerhalb eines Gebäudes Bodenbeläge in Stärke und Ausführung ändern, kann dies durch nivellierbare Einheiten abgefangen werden. Die Höhe des Systems muss an den Fußbodenaufbau angepasst werden – neben Belastbarkeit und Einsatzort ist auch die Ausführung relevant und beeinflusst die Wahl des Systems. Das Unterflursystem muss darüber hinaus ausreichend Platz zur Installation bieten und die Biegeradien der Strom- und Datenversorgung berücksichtigen. Eine komfortable und einwandfreie Datenübertragung beziehungsweise Stromversorgung benötigt einen Installationsfreiraum zwischen 90 und 150 mm vom Rohboden bis zum Fertigfußboden.


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Kein Kabelsalat, bessere Sicherheit und Brandschutz


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Autor
  • N. Fabini
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