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Elektrotechnik | Elektrosicherheit | Messen und Prüfen

Prüfung von Blei-Antriebsbatterien

ep12/2020, 2 Seiten

?Blei-Antriebsbatterien kommen in fast jeder gewerblichen oder industriellen Firma vor, meistens als Energiespeicher für Flurförderzeuge. In der Praxis zeigt sich, dass im Gegensatz zu den klar regulierten Ladegeräten bei den Batterien oft keine normierten Prüfungen durchgeführt werden. Kommt das Wechseln von Batterien einer Wiedermontage gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gleich? Bedingt das Wechseln von Batterien somit eine sicherheitstechnische Prüfung?


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Prüfung aufgrund der Arbeitssicherheit. Eine Prüfung ist erforderlich, wenn durch Verschleiß, Alterung und Abnutzung als auch aufgrund von Montagefehlern ein sicherheitstechnischer Mangel an einem Produkt oder Betriebsmittel verursacht werden kann und dies ein arbeitssicherheitsbedingtes Risiko ergibt. Im Zuge der elektrischen Sicherheit ist ein arbeitssicherheitstechnisches Risiko bei Berührbarkeit von gefährlichen Spannungen und auch bei einer möglichen Freisetzung von gefährlichen Störlichtbögen gegeben. Flurförderzeug-Batterien verfügen häufig über Spannungen von DC 20 V. Hierbei ist die Verursachung einer gefährlichen elektrischen Körperdurchströmung nicht gegeben.

Beurteilung von Montagefehlern. Werden zum Beispiel Batterien von Flurförderzeugen mittels hierfür vorgesehenen, verpolungssicheren Steckvorrichtungen getrennt bzw. wieder angeschlossen und diese ohne wesentlichen mechanischen Aufwand wiedereingesetzt, so sind aus meiner Sicht keine Montagefehler zu erwarten. Eine Prüfung nach dem Batterieanschluss hinsichtlich der Montagebedingungen ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Eine mangelhafte Montage kann beispielsweise gegeben sein, wenn bei dem Wechsel von Batterien Leitungen manuell angeschraubt werden müssen. Hierbei könnten Leitungsanschlüsse verwechselt werden oder auch Anzugsdrehmomente und Leiterübergangswiderstände außerhalb des Toleranzbereiches liegen. Wird hierdurch eine elektrische Gefährdung verursacht, so ist eine Prüfung bei Wiederinbetriebnahme erforderlich.

Bei manuellen Anschlüssen (z. B. Schraubanschlüssen) von Batterien über DC 120 V ist eine Überprüfung der elektrischen Sicherheit erforderlich. Dies kann die Messung der Isolationswiderstände, Fehlerschleifenwiderstände und ggf. Schutzleiterwiderstände beinhalten. Aus meiner Sicht wird dies in der Praxis selten praktiziert.

Die zusätzlich notwendige Beurteilung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Störlichtbogens hängt von der Verpolungssicherheit der Anschlüsse als auch von der Erkennbarkeit von Isolationsbeschädigungen ab. Bei Staplerbatterien ist an den Hauptanschlüssen meist eine Störlichtbogengefahr gegeben. An dieser Stelle möchte ich auf den Fachbeitrag vom 06/2016 im ep [2] sowie auf die aktualisierte DGUV Information 203-077 (Ausgabe 09/2020) [3] verweisen.


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Quellen

FBFHB-018 Sachgebiet Betrieblicher Brandschutz – Hinweise zum betrieblichen Brandschutz bei der Lagerung und Verwendung von Lithium-Ionen-Akkus, Stand: 19.06.2020, DGUV Fachbereich Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz.

DGUV Information 203-077 Thermische Gefährdung durch Störlichtbögen – Hilfe bei der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung; September 2020.

Florschütz, F.: Beurteilung der Lichtbogengefahr in Batterieanlagen – Notwendige Schutzmaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung; Elektropraktiker 70 (2016) 9, S. 743-746.

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln (Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV) vom 3. Februar 2015 (BGBl. I S. 49), zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 30.4.2019 I 554.


Autor
  • F. Florschütz
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