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Elektrotechnik | Messen und Prüfen

Prüfen nicht selbst errichteter Anlagen

ep6/2006, 2 Seiten

Mir wurde der Auftrag erteilt, an einem neu errichteten Prüfstand die noch auszuführende Verkabelung zu prüfen. Das Elektroprojekt wurde von einer Elektrofachkraft projektiert und ausgeführt. Zu erledigende Restarbeiten an der Installation werden von einem erfahrenen Mitarbeiter durchgeführt. Bei Auftragserteilung, diese fand vor Ort statt, waren auf den ersten Blick an der Anlage mehrere Mängel (lose Lüsterklemmen im Schaltschrank, Absicherung von Drehstromkreisen mit 1poligen LS-Schaltern, fehlende Zugentlastung, keine eindeutige Dokumentation der anzuschließenden Verbraucher usw.) sichtbar, die ich angesprochen habe. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Anlage nur temporär betrieben wird – etwa eine Woche. Eine Gefahrenanalyse, aus der Anforderungen für die Elektroanlage hervorgehen (z. B. Überwachung von Heizungen, Notwendigkeit eines Not-Aus-Schalters), liegt nicht vor. • Gelten für Anlagen, die nur temporär in Betrieb genommen werden, Ausnahmeregelungen, die ein Abweichen von den anerkannten Regeln der Technik zulassen? • Muss ich als Prüfender, der nur mit der Prüfung der Verkabelung der Anlage beauftragt ist, auch das Gesamt-Projekt prüfen, also über Kenntnisse der elektrischen Ausführung von Schaltschrank, Heizungs- und Befeuchtungsgeräten in Luft-/Lüftungsanlagen mit Heizungen, Befeuchtern und einer Klimaanlage verfügen bzw. sie mir aneignen und die Forderungen aus der Gefahrenanalyse umsetzen? • Besteht Hinweispflicht zu den bereits auf ersten Blick erkannten Mängeln an der von einer anderen Elektrofachkraft errichteten Anlage?


   

Autor
  • K. Bödeker
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