Blitz- und Überspannungsschutz
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Hard- und Software
Planungssoftware für Blitzschutzanlagen
ep1/2007, 3 Seiten
Gute Gründe Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern wird der Blitzschutzbau gegenwärtig kaum diskutiert. Dabei gibt es gerade derzeit gute Gründe bei Neubauten von vornherein eine Blitzschutzanlage mit vorzusehen. Auch im Bestand ist die Nachrüstung vielfach zu empfehlen. Mit dem sich unübersehbar vollziehenden Klimawandeln hat die Häufigkeit von Blitzeinschlägen eindeutig zugenommen. Dazu kommt, dass der durch den einzelnen Blitzeinschlag entstehende Schaden insbesondere mit Blick auf die installierte Informations-, Kommunikations- und Gebäudetechnik heute ungleich höher ist als noch vor einigen Jahren. Dabei geht es nicht nur um den Verlust wertvoller Technik, sondern viel mehr um die aus der Betriebsunterbrechung resultierenden Verluste. Wer sich entschlossen hat, dieses Geschäftsfeld künftig stärker in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen, braucht auch geeignete Planungshilfsmittel. Nicht zuletzt deshalb, weil es gilt, gegenüber dem potentiellen Kunden als kompetenter Partner aufzutreten. Das von der Fa. Ziemer Elektrotechnik & EDV-Systeme (www.ziemer.de) entwickelte Programm SCC-CAD Studio Blitzschutz bietet hierfür eine Lösung. Das Produkt ist als Einzelplatz-und Netzwerkversion verfügbar. Die Installation der Einzelplatzversion ist unkompliziert und erfordert die für anspruchsvolle CAD-Programme üblichen Systemvoraussetzungen (Tafel ). Die Software wird auf CD-ROM mit einem rund 250 Seiten umfassenden Handbuch ausgeliefert. Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 1 BETRIEBSFÜHRUNG Planungssoftware für Blitzschutzanlagen Bei Planungshilfen für Blitzschutzanlagen ist das Angebot noch recht übersichtlich. Nachfolgend wird ein Produkt vorgestellt, dass die Planung und Dokumentation einer Blitzschutzanlage in erheblichem Umfang erleichtert. Hauptmenü mit geöffnetem Beispielprojekt Tafel Systemanforderungen CPU ab Pentium III/800 RAM ab 256 MByte (512 MByte und mehr empfohlen) Betriebssystem Windows 2000/XP Festplattenplatz min. 300 MByte Monitor 19" oder besser 21" Auflösung 1024 x 768 (1280 x 1024 wird empfohlen) Grafikkarte min. 256 Farben (6500 Farben empfohlen) Sonstiges CD-ROM-Laufwerk, Drucker und ggf. auch Plotter, Scanner mit Twain-Schnittstelle schließlich durch Zertifizierungsstellen. Beschafferprofil. Schließlich sehen die Verdingungsordnungen jetzt vor, dass sich die Auftraggeber im Internet ein so genanntes „Beschafferprofil“ einrichten können. Dies ist nichts anderes als eine spezielle Internetseite oder eine „Informationsrubrik“ im Rahmen einer bestehenden Internetpräsentation, in der der öffentliche Auftraggeber neben allgemeinen Informationen über seine Erreichbarkeit (Adresse, Telefon, Fax, E-Mail) auch Angaben über Ausschreibungen, geplante und vergebene Aufträge oder aufgehobene Verfahren veröffentlicht. Informiert er auf diesem Weg über Ausschreibungen per Beschafferprofil, so gelten in gewissen Bereichen erleichterte Bekanntmachungsvorschriften. Damit soll ebenfalls ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz und Service für den Bieter gemacht werden. 11. Bekanntmachungsmuster Parallel zu den neuen EU-Richtlinien wurden auch neue Bekanntmachungsmuster veröffentlicht. Dies erfolgte mit der Verordnung (EG) Nr. 1564/2005. Da die Verordnung direkt gilt, bedarf es hier keiner Umsetzung in nationales Recht. VOB/A, VOL/A und VOF nehmen bei europaweiten Ausschreibungen auf diese Formulare Bezug. Auf einen ausdrücklichen Abdruck in den Verdingungsordnungen wurde verzichtet - nicht zuletzt, um auf diesem Weg die Online-Nutzung der Bekanntmachungsmuster zu fördern: www.simap.europa.eu. 12. Verkürzung von Bewerbungs-und Angebotsfristen Nutzt der Auftraggeber die elektronische Übermittlung von Bekanntmachungen und/oder macht er die Vergabeunterlagen auf elektronischem Wege frei, direkt und vollständig verfügbar, kann er die Bewerbungs-oder die Angebotsfristen um einige Tage verkürzen. 13. Wertungskriterien Ausdrücklich ergänzt wurden die beispielhaften Nennungen der Wertungskriterien, die der Auftraggeber zur Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots im Vorfeld festlegen kann. Durch das hinzugefügte Kriterium „Umwelteigenschaften“ wird klargestellt, dass der Auftraggeber auch auftragsbezogene Umweltaspekte bei der Auftragsvergabe berücksichtigen kann, wie etwa umweltfreundliche Lacke und Farben oder den Verzicht auf Tropenholz bei Fensterrahmen oder Türen. 14. Staatliche Beihilfe, Mindestanforderungen für Nebenangebote In § 25a VOB/A und § 25 a VOL/A wurden zwei weitere Neuerungen der Vergaberichtlinien umgesetzt. Zum einen dürfen ungewöhnlich niedrige Angebote jetzt nicht mehr ausgeschlossen werden, wenn sie aufgrund einer rechtmäßigen staatlichen Beihilfe so niedrig sind. Zum anderen wird im Sinne der Transparenz und Vergleichbarkeit festgelegt, dass nur solche Nebenangebote gewertet werden dürfen, die die verlangten und zuvor bekannt gegebenen Mindestanforderungen erfüllen. 15. Änderungen infolge ÖPP-Beschleunigungsgesetz Bereits vor der jetzigen Umsetzung der europäischen Vergaberichtlinien wurden im Rahmen des ÖPP (Öffentlich-Private Partnerschaften)-Beschleunigungsgesetzes im September 2005 einige Modifikationen in das Vergaberecht aufgenommen. Die wichtigsten sind die Einführung des wettbewerblichen Dialogs als neues Vergabeverfahren, eine Regelung zum Umgang mit dem Informationsvorsprung vorbefasster Bewerber/Bieter (so genannten Projektanten) sowie die Möglichkeit für die Bewerber, im Rahmen der Eignungsprüfung auf Fähigkeiten Dritter Bezug zu nehmen, soweit diese für die Auftragsausführung zur Verfügung stehen („Generalübernehmerregelung“). Die Festlegungen des ÖPP-Gesetzes wurden in GWB und Vergabeverordnung umgesetzt und ausdrücklich in der VOB/A geregelt. Fazit Mit dem „neuen“ Vergaberecht ist das Ausschreibungsverfahren erneut ein Stück anspruchvoller geworden. Anbietenden Unternehmen gewährt es in vielen Bereichen mehr Vorhersehbarkeit und Transparenz. Aus Zeitmangel (Ablauf der Umsetzungsfrist) konnten die europarechtlichen Vorgaben nur integriert, d.h. „draufgesattelt“ werden. Deshalb bleibt die eigentliche „Herkulesaufgabe“, das deutsche Vergaberecht zu vereinfachen und zu entbürokratisieren, wie das seit Jahren angestrebt wird, weiterhin auf der Agenda. Hierzu soll ab Ende dieses Jahres eine zweite Reformstufe angestrebt werden. Bundesregierung und Bundesrat haben bereits eine Reihe von Eckpunkten und Vorgaben festgelegt. Wann die Reform endgültig abgeschlossen wird, und wie das deutsche Vergaberecht hiernach im Detail aussehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. S. Rechten EP0107-30-37 15.12.2006 11:17 Uhr Seite 32 Leistungsumfang Das Programm SCC-CAD Studio Blitzschutz (Bild ) ist Bestandteil einer Gesamtlösung für Elektro- und Blitzschutzfachbetriebe. Kern des Anwendungssystems ist ein Programmpaket zur Auftragsabwicklung, das von der Angebotskalkulation, über die Materialbeschaffung und die Erfassung der IST-Daten bis hin zur Auftragsabrechnung reicht. Zur Erstellung von Installations- und Übersichtsschaltplänen wird das Programm SCC-CAD Studio Elektro angeboten. Alle Programme arbeiten mit einem rund 11000 Positionen umfassenden Leistungskatalog zusammen. Projektverwaltung Mit SCC-CAD Studio Blitzschutz wird durchgängig projektorientiert gearbeitet. Die Anlage eines neuen Projektes beginnt mit der Erfassung der Angaben zum Auftraggeber, den Blatteinstellungen für die Zeichnung sowie den Angaben zum Dach (Bild a), auf dem die Blitzschutzanlage errichtet werden soll. An dieser Stelle werden lediglich die vertikalen Abmaße erfasst. Alle zu einem Projekt gehörenden Unterlagen sind über die integrierte Projektverwaltung (Bild b) erreichbar. Zum Austausch von kompletten Projekten steht eine Export- und Importfunktion für Zip-Dateien zur Verfügung. Das Erstellen und Entpacken der komprimierten Datei wird automatisch vom Programm erledigt. Bearbeitungswerkzeuge Das Programm verfügt über alle Werkzeuge eines anspruchsvollen vektororientierten zweidimensionalen Zeichenprogramms. Ob Arbeit mit verschiedenen Layern, hier Ebenen genannt, Bemaßung, Beschriftung, Konstruktion, Transformation usw. alles was man von einem CAD-Programm an dieser Stelle erwartet, ist verfügbar. Die verschiedenen Werkzeuggruppen werden mittels eines Kontextmenüs aktiviert und stehen dann in Form von Symbolleisten zur Verfügung. Pläne einlesen Wer sich bei der Nutzung des Programms auf die Planung von Blitzschutzanlagen beschränkt, wird aber nur einige wenige der o. g. Funktionen benötigen, vorausgesetzt, vom Dach, auf dem die Blitzschutzanlage errichtet werden soll, ist eine Zeichnung in Form einer Vektor- oder Pixelgrafik verfügbar. Neben den Vektorformaten DXF und DWG, können JPG-, TIF- und PNG-Dateien bis hin BMP-Dateien eingelesen werden. Steht die Dachzeichnung nur als Ausdruck zu Verfügung, kann das Programm das Einscannen (Voraussetzung: Scanner mit Twain-Schnittstelle) gleich mit übernehmen. Bei Bedarf kann die Zeichnung darüber hinaus durch eine Hinter-Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 1 Unterlagen werden projektorientiert erstellt und verwaltet a) Neuanlage eines Projektes b) Integrierte Projektverwaltung EP0107-30-37 15.12.2006 11:17 Uhr Seite 33 grundgrafik optisch aufgewertet werden. Toolbar Blitzschutz So einfach wie sich die Übernahme einer vorhandenen Dachzeichnung gestaltet, so einfach ist dann auch die Planung der Blitzschutzanlage. In der Toolbar Blitzschutz sind alle Werkzeuge zum Einzeichnen, der für die Anlage benötigten Komponenten, zusammengefasst. Bei der Aktivierung eines Symbols erfolgt dessen Anzeige im linken Fenster (Bild ) und es können die Details des Bauteils bestimmt werden. Die dazu erforderlichen Daten sind in einen internen Katalog (Bild ) hinterlegt. Damit ist gesichert, dass einerseits in der Zeichnung die richtige Symbolik erscheint und dass andererseits die zur Generierung der Stückliste notwendigen Informationen vorliegen. Unterlagen Im Ergebnis der Planung entsteht neben der für die Ausführung und Dokumentation benötigten Zeichnungen (Bild ) gleichzeitig die zur Kalkulation und Materialbereitstellung benötigte Stückliste (Bild ), ohne dass weitere Arbeitsschritte nötig sind. Für die Ausgabe der Zeichnung stehen die unter dem Betriebssystem angemeldeten Geräte (Drucker und Plotter) zur Verfügung. Die Stückliste kann wahlweise direkt ausgegeben, als ASCII-Datei gespeichert oder über die Zwischenablage in eine andere Anwendung übernommen werden. Bei Bedarf kann das Programm auch zur Erstellung des Prüfprotokolls (Bild ) genutzt werden. Der Nutzer kann dabei zwischen der deutschen und der österreichischen Version dieses Protokolls wählen. Handbuch und Hilfen Das Programm wird mit einem rund 250 Seiten umfassenden Handbuch ausgeliefert. Dieses Handbuch ist übersichtlich gegliedert, gut ausformuliert und vor allem als Unterlage zum Nachschlagen konzipiert. Für während der Arbeit auftretende Probleme steht darüber hinaus ein Benutzerhandbuch (Bild ) und eine gelungene Online-Hilfe zur Verfügung, die auch situationsbezogen über die F1-Taste aktiviert werden kann. Sehr praktisch ist auch die integrierte Blitzschutz-Fachhilfe (Bild ) zur VDE 0185 im PDF-Format. Wichtige Zusammenhänge können so schnell und ohne mühsames Suchen in Normen nachgeschlagen werden. Wer über einige Übung im Umgang mit Windows-Programmen verfügt, schon erste CAD-Erfahrungen mit einem vektororientierten Zeichenprogramm gesammelt hat und beim Thema Blitzschutz fachlich im Stoff steht, der - und nur der - ist in der Lage, sich mit Hilfe dieser Unterlagen in die Handhabung des Programms einzuarbeiten. Treffen die genannten Voraussetzungen nicht oder nur teilweise zu, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, von den Schulungsangeboten des Herstellers Gebrauch zu machen. CAD-Programme sind hocheffektive Arbeitsmittel, aber - trotz aller Erfolge bei der Gestaltung einfacher Benutzeroberflächen - auch hochkomplexe Arbeitsmittel deren Nutzung Schulung und Einarbeitung erfordert. Fazit Mit SCC-CAD Studio Blitzschutz bietet die Fa. Ziemer ein an den Bedürfnissen des Handwerks orientiertes Hilfsmittel zur Planung und Dokumentation von Blitzschutzanlagen. Die Anwendung dieser Lösung kann mit Blick auf den Preis (1980,- Euro zzgl. MwSt.) und auch unter Berücksichtigung des nötigen Einarbeitungs- und Schulungsaufwandes vor allem den Handwerksbetrieben empfohlen werden, die künftig die in diesem Geschäftsfeld vorhandenen Umsatzchancen konsequenter nutzen wollen. Wer darüber hinaus gegenwärtig ohnehin über eine Erneuerung seines EDV-Anwendungssystems nachdenkt, dem ist auch ein Blick auf die anderen Angebote dieser Firma zu empfehlen. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 1 BETRIEBSFÜHRUNG Interner Leistungskatalog Ausgabe der Zeichnung auf Drucker oder Plotter Stücklisten werden automatisch erzeugt Prüfprotokoll erstellen Online-Benutzerhandbuch Blitzschutz-Fachhilfe - wichtige Festlegungen kurz erläutert EP0107-30-37 15.12.2006 11:17 Uhr Seite 34
Autor
- H. Möbus
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