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Elektrotechnik

Ökologisches Bauen und Brandschutz

ep12/2002, 1 Seite

Ein altes Bauernhaus wird renoviert. Da der Bauherr eine ökologische Bauweise wünscht, sollen die Außenwände im Innenbereich des Hauses mit 7 cm starken Schilfrohrmatten wärmegedämmt werden. In den Matten müssen Schalter, Steckdosen, die Unterverteilung sowie der Zählerschrank eingebaut werden. Weiterhin soll die Elektroinstallation so ausgeführt werden, dass möglichst wenig Elektrosmog entsteht. • Wie sind die Schilfrohrmatten hinsichtlich des Brandverhaltens einzuordnen? • Wie können Gerätedosen und die Unterverteiler in diesen Matten befestigt werden? • Dürfen die Leitungen in diesen Matten verlegt werden, und welche Verlegearte ist dann zu berücksichtigen? • Wo gibt es Informationen über eine ökologische Elektroinstallation?


Leseranfragen Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 12 975 Für die Geräte der Skl. III sind das neben den allgemeinen Bedingungen (feste Anschlüsse und Abdeckungen, keine defekten Teile und Leitungen usw.) vor allem die Vorgaben der Norm DIN VDE 0100 Teil 410, Abschnitt 411.1 „Schutz durch Kleinspannung: SELV und PELV, soweit sie auch oder nur die an einen Kleinspannungsstromkreis anzuschliessenden Geräte betreffen“. Hinzu kommen möglicherweise noch die Vorgaben einer für Geräte mit spezieller Funktion geltenden Herstellernorm aus der Normengruppe 07 des VDE-Vorschriftenwerks. Als Wiederholungsprüfung nach DIN VDE 0702 genügt dann in der Regel, dass · durch eine Sichtprüfung der ordnungsgemäße Zustand und die Übereinstimmung des Geräts mit seinem Originalzustand festgestellt wurde (Abdeckung! Stecker!) · die Messung des Isolationswiderstands (aktive Teile gegen leitende berührbare Teile) das Einhalten des Grenzwerts ergab und · mit einer Funktionsprüfung das ordnungsgemäße (gefahrlose) Anwenden (drehende Teile, Wärme usw.) sowie das Funktionieren eventueller Schutzeinrichtungen bewiesen worden ist. Bei einer Prüfung nach DIN VDE 0701 käme dann noch der Nachweise der ordnungsgemäß durchgeführten Instandsetzung hinzu. Alles entspricht weitgehend der Prüfung eines Geräts der Skl. II und ist völlig unproblematisch. Zu Ihrer Information darf ich noch hinzufügen, dass auf die Messung des Isolationswiderstands verzichtet werden sollte, wenn es sich um Geräte der Datenverarbeitung handelt und durch · die Prüfspannung oder · das Adaptieren der Anschlüsse Beschädigungen entstehen können. Eine entsprechende Festlegung wird voraussichtlich in der neuen Fassung von DIN VDE 0702 (voraussichtlich Ende 2003) zu finden sein. K. Bödeker Ökologisches Bauen und Brandschutz ? Ein altes Bauernhaus wird renoviert. Da der Bauherr eine ökologische Bauweise wünscht, sollen die Außenwände im Innenbereich des Hauses mit 7 cm starken Schilfrohrmatten wärmegedämmt werden. In den Matten müssen Schalter, Steckdosen, die Unterverteilung sowie der Zählerschrank eingebaut werden. Weiterhin soll die Elektroinstallation so ausgeführt werden, dass möglichst wenig Elektrosmog entsteht. · Wie sind die Schilfrohrmatten hinsichtlich des Brandverhaltens einzuordnen? · Wie können Gerätedosen und die Unterverteiler in diesen Matten befestigt werden? · Dürfen die Leitungen in diesen Matten verlegt werden, und welche Verlegearte ist dann zu berücksichtigen? · Wo gibt es Informationen über eine ökologische Elektroinstallation? ! Brandverhalten. Die Matten gehören zu den leicht entflammbaren Baustoffen der Baustoffklasse B3 nach DIN 4201. Installation in Schilfrohrmatten. Trotz vieler Rückfragen haben wir keine einheitlichen Aussagen zur Beschaffenheit der Matten erhalten können, z. B. zur Packungsdichte und zur Festigkeit. Abzweig- und Schalterdosen lassen sich wahrscheinlich ausreichend sicher durch Eingipsen oder mit Kaltkleber fixieren. Bei den Enddosen für die Steckvorrichtungen muss eine solche Befestigung an Ort und Stelle erprobt werden, damit beim Ziehen der Stecker nach Hausfrauenart die Dosen nicht aus der Dämmung gezogen werden. Zu beachten ist, dass Installationsmaterialien für versenkten Einbau mit dem von einem Dreieck umgebenen „H“ gekennzeichnet sein müssen. Einbaugeräte ohne diese Kennzeichnung müssen in Anlehnung an [1] mit 12 mm dicken Fiber-Silikatplatten umhüllt oder in 100 mm Steinwolle eingebettet werden. Auch Kleinverteiler, Zählertafeln und Aufbaugeräte mit Bemessungsströmen > 63 A sind gegenüber brennbaren Befestigungsflächen durch eine 12 mm dicke Fiber-Silikatplatte zu trennen. Blech als Zwischenlage genügt nicht! Nicht zu vergessen ist der FI-Schutzschalter 300 mA nach [2]. Weitere Einzelheiten sind in [3] zu finden. Verlegeart. Die Leitungen, z. B. NYY oder NYM, dürfen in, unter oder auf diesen Matten verlegt werden. Es trifft die Verlegeart A2 zu, wie sie in [4] beschrieben ist. Aus den dort enthaltenen Tabellen 2 bis 9 lassen sich aus der Anzahl der Strom führenden Adern, der Umgebungstemperatur und in Abhängigkeit von der Leitungshäufung die entsprechenden Minderungsfaktoren auswählen. Informationen über eine ökologische Elektroinstallation. Einige Grundsätze enthält [5]. In [6] sind praktische Erfahrungen niedergeschrieben. Hier heißt es z. B. auf S. 147: „In der Nähe der Niederspannungsinstallation eines Gebäudes spielen die aus der normalen Betriebsspannung (400/230 V) resultierenden elektrischen Felder keine Rolle.“ Oder auf S. 152: „Auch in der Umgebung von Geräten des täglichen Bedarfs treten magnetische Felder auf. Im Unterschied zu einer Leitung, die entlang einer Strecke magnetische Felder aussendet, handelt es sich bei den genannten Geräten um punktförmige Quellen, deren Magnetfelder nach 1 bis 2 m bedeutungslos sind. Die Felder an Geräten werden gelegentlich in der Presse überbewertet, indem man mit Messwerten hantiert, die unmittelbar an der Geräteoberfläche gemessen werden. Typische Beispiele sind der elektrische Rasierapparat oder der Radiowecker.“ Literatur [1] VdS 2023 Elektroanlagen in Gebäuden aus vorwiegend brennbaren Baustoffen. [2] DIN VDE 0100 Teil 482 Brandschutz bei besonderen Risiken und Gefahren. [3] Schmidt, F.: Brandschutz in der Elektroinstallation. Berlin: Verlag Technik 2000. [4] DIN VDE 0298-4 Kabel und Leitungen für Starkstromanlagen. [5] Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSch V vom 16.12.1996. [6] Grapentin, M.: EMV in der Gebäudeinstallation - Probleme und Lösungen. Berlin: Verlag Technik 2000. F. Schmidt Potentialausgleich ? Ein Kunde von uns betreibt einen privaten Radiosender mit drei einzelnen Tonstudios. Beim Einbau eines digitalen Resiver in einen 19"-Serverschrank (dieser befindet sich nicht in einem Tonstudio) trat folgendes Problem auf: Zwischen dem Gehäuse des Digitalresiver und dem Netzwerkschrank kam es angeblich zu einem Ladungsausgleich (Funke). Nun besteht allgemein die Aussage, dass es im Hause Potentialverschleppungen gibt. Meine Frage, wie kann man so etwas messtechnisch nachweisen? Besteht für Tonstudios die Forderung nach einem zusätzlichen Potentialausgleich? Von dem Hause gibt es keine Unterlagen über den Potentialausgleich. Vor Ort fiel mir auf, das eine andere Elektrofirma vom Serverschrank aus eine Leitung grün/gelb 10 mm2 auf das Dach gezogen hatte und diese wahrscheinlich an einer Fangleitung anschließen wollte. Aus meiner Sicht ist dies verkehrt. ! Ein zentraler Potentialausgleich für die elektrische Anlage eines jeden Gebäudes und somit bezüglich seiner Wirkung auch für den Raum, in dem sich das Tonstudio befindet, ist nach DIN VDE 0100 Teil 410 vorgeschrieben. Die Geräte des Tonstudios sind somit in den Potentialausgleich einbezogen, wenn dieser ordnungsgemäß (normgerecht) hergestellt wurde. Dies ist leider nicht immer der Fall. Erfahrungsgemäß wird der Potentialausgleich sehr oft in eigener Regie der dort tätigen Personen, unterschiedlichster - nicht-elektrotechnischer - Qualifikation, verändert oder sogar errichtet. Hinzu kommt, dass

Autor
  • F. Schmidt
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