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Normen und Vorschriften | Elektrotechnik

Nicht-elektrische "Spannungsfelder" bei der Elektroinstallation

ep3/2015, 1 Seite

Jeden Monat erreichen viele Fachfragen die ep-Redaktion. Überwiegend wird um Erläuterungen zu elektrotechnischen Belangen gebeten - meistens verbunden mit einer Interpretation der entsprechenden Elektro-Normen und -Regelwerke. Dies ist angesichts der großen Themenvielfalt, der immer komplexer werdenden Technologien und der damit verbundenen ständig wachsenden Menge an Vorgaben im Bereich der Elektrotechnik nur allzu verständlich. Als wäre dies noch nicht genug, müssen die Praktiker unserer Branche auch noch "Stolperleinen" im Auge behalten, die nichts mit den Kabeln und Leitungen für die Installation zu tun haben. Dies veranlasste uns, ep-Autor Friedemann Schmidt zu seiner Sicht der Dinge zu befragen.


163 Ganz Vorne Elektropraktiker, Berlin 69 (2015) 3 | www.elektropraktiker.de Nicht-elektrische „Spannungsfelder“ bei der Elektroinstallation Jeden Monat erreichen viele Fachfragen die ep-Redaktion. Überwiegend wird um Erläuterungen zu elektrotechnischen Belangen gebeten - meistens verbunden mit einer Interpretation der entsprechenden Elektro-Normen und -Regelwerke. Dies ist angesichts der großen Themenvielfalt, der immer komplexer werdenden Technologien und der damit verbundenen ständig wachsenden Menge an Vorgaben im Bereich der Elektrotechnik nur allzu verständlich. Als wäre dies noch nicht genug, müssen die Praktiker unserer Branche auch noch „Stolperleinen“ im Auge behalten, die nichts mit den Kabeln und Leitungen für die Installation zu tun haben. Dies veranlasste uns, ep-Autor Friedemann Schmidt zu seiner Sicht der Dinge zu befragen. Unter anderem sorgen bei Elektroinstallationen z. B. Schlitze und Aussparungen im Mauerwerk immer wieder für Unklarheiten und Diskussionen. Was sagen Sie dazu? F. Schmidt: Schlitze und Aussparungen im Mauerwerk sind das, was zuvor treffend als nicht-elektrische „Stolperleinen“ bezeichnet wurde. Zwar haben sie nicht direkt mit der Elektrotechnik zu tun, jedoch sind sie ja nötig, um Unterputz-Installationen vornehmen zu können. Somit kann man die Thematik als Elektrofachkraft nicht ignorieren. Ich beantworte seit einigen Jahren auch Leseranfragen und die anspruchsvollsten sind nicht-elektrischer Art. Einer Antwort gehen sehr oft auch viele Stolpereien und Recherchen sowie Diskussionen mit anderen Fachkollegen voraus. Zudem erfordern sie eine ganze Menge Zeit. Die Anfragen zeigen aber, wo die Leser in der Praxis Probleme haben. Und diese Kenntnis ist für das fachliche Themenangebot des ep schon enorm wichtig. Beispielsweise geht die Thematik der Schlitze wahrscheinlich an keiner Elektrofachkraft vorüber. Irgendwie kämpft da aber jeder für sich, ohne die Regeln genau zu kennen. Und dann ist ein Beitrag im ep sicher sehr willkommen. Im Fach selbst sind unsere Elektriker meistens sehr auf der Höhe und wissen gut Bescheid - aber oft eben nicht, wo es geschrieben steht. Ganz offen: Wer ein halbes Jahr keine Norm gelesen hat, vergisst nicht nur die Nummer, sondern auch langsam den Inhalt. Unsere Antworten nennen daher ganz bewusst und konsequent die Quellen - auch um die Anfragenden zum Griff ins Regelwerk zu animieren. An welche nicht-elektrischen Themen denken Sie außerdem noch? F. Schmidt: Lassen Sie mich zunächst zu den elektrischen Themen noch etwas sagen. Hinter vielen fachlich bezogenen Anfragen erkenne ich auch Zweifel und Besorgnisse. Im Grunde geht es bei derartigen Fragen oft nur um die Bestätigung einer an sich bekannten Tatsache und um die Frage, wo das geschrieben steht. Es ist erstaunlich, wie leicht sich gestandene Elektriker durch Halbweisheiten von Laien aus der Fassung bringen lassen und dann nach einer Antwort „von außen“ suchen. Zu den nichtelektrischen Themen gehören beispielsweise Vertragsbeziehungen, das komplizierte Baurecht der Länder, die brandschutztechnischen Anforderungen an Installationen, der Arbeitsschutz usw. Da hat die Elektrofachkraft eine Palette zu beherrschen, die sich sehen lassen kann. Wenn dann noch Halbwissende auf dem Bau mit Vermutungen mitmischen, wird aus einem Auftrag schnell eine Kriegserklärung. Und so sieht der Regelfall ja auch aus! Die laienhaften Vorstellungen von einer vertragsgemäßen Elektroanlage gehen ja dahin, dass sie unsichtbar ist, keine Masse und kein Volumen hat, nichts kostet, aber alles kann. Und da sind wir wieder bei den Aussparungen und Schlitzen im Mauerwerk. Aus vielerlei Gründen wird in DIN 18015-1 eine verdeckte Leitungsinstallation verlangt. Der Hinweis auf dabei zu beachtende Normen hilft dem Elektriker vor Ort nicht viel weiter. Erst recht nicht, wenn es sich um nichtelektrische Normen handelt. Insofern sollen unsere Antworten vor allem jene unterstützen, die keinen Zugriff auf diese Normen haben. Es steht also nicht alles, was Elektroanlagen angeht, in der VDE? F. Schmidt: Bei weitem nicht! Meistens wirft der Blick in tangierende Normen sogar noch mehr Fragen auf, als ursprünglich bestanden haben. Das ist auch bei dem Thema „Schlitze und Aussparungen im Mauerwerk“ in der Weise passiert, dass wir einige Aspekte noch mit den Baufachleuten diskutieren müssen - aber wir bleiben dran! Friedemann Schmidt Lesen Sie dazu die von Friedemann Schmidt beantwortete Leseranfrage „Statikbetrachtungen für nachträgliches Schlitzen in gemauerten Wänden“ ab S. 184.

Autor
  • F. Schmidt
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