Neue Ideen mit Plan
Die Dauer eines Brainstorming liegt, oftmals auch abhängig von der Gruppengröße, zumeist bei 30 bis 45 Minuten. Im Anschluss an die Ideensammlung erfolgt eine Sortierung in thematische Gruppen und gegebenenfalls auch eine erste Bewertung. Für das Gelingen eines Brainstorming ist es wichtig, dass alle teilnehmenden Personen das Vertrauen haben, auch ungewöhnliche Ideen zu äußern, ohne dafür Kritik oder hämischen Kommentaren ausgesetzt zu werden. Schlüssel für den Erfolg ist hier das Querdenken, also auch das Einbringen spontaner und ungewöhnlicher neuer Gedankenansätze.
Morphologischer Kasten
In den 1960er Jahren hat der Schweizer Fritz Zwicky den Morphologischen Kasten entwickelt, mit dem man komplexe Probleme erfassen und vorurteilsfrei durch Kombination mögliche Lösungen betrachten kann. Eine mehrdimensionale Matrix ist die Grundlage hierfür. Sie beinhaltet bestimmte Merkmale, die untereinander geschrieben werden. Neben die jeweiligen Merkmale können nun unterschiedliche Ausprägungen notiert werden. Dadurch entstehen diverse Kombinationsmöglichkeiten, die beispielsweise zu neuen Produktideen führen können. (Bild 1)
Der Vorteil dieser Kreativitätstechnik liegt also darin, generell vorstellbare Ausprägungen (Eigenschaften) eines Produktes in neuen Kombinationen miteinander zu verbinden und so zu neuen oder bislang nicht betrachteten Lösungen zu kommen.
Was ist Design Thinking?
Weniger eine Kreativitätstechnik, als mehr eine Herangehensweise an Problemstellungen ist das Design Thinking. „Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Im Gegensatz zu vielen Herangehensweisen in Wissenschaft und Praxis, die Aufgaben von der technischen Lösbarkeit her angehen, steht hier der Mensch im Fokus. Design Thinking ermöglicht es, traditionelle und veraltete Denk-, Lern- und Arbeitsmodelle zu überwinden und komplexe Probleme kreativ zu lösen“, so das renommierten Hasso-Plattner-Institut (HPI). Und weiter heißt es: „Design Thinking schafft in Organisationen die Kultur, die benötigt wird, um die digitale Transformation zu meistern.“
Design Thinking liegt die Annahme zu Grunde, dass es für die Lösung von Problemen von Vorteil ist, wenn Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund („Disziplinen“) in einem die Kreativität unterstützenden Umfeld zusammenarbeiten und unter Berücksichtigung von menschlichen Bedürfnissen und Motivationen gemeinsam neue Konzepte entwickeln. Diese Konzepte können (mehrfach) überprüft und erneuert werden. Entsprechend dieser Annahme setzt sich der Design-Thinking-Prozess aus mehreren Schritten zusammen:
Kontext verstehen,
Menschen beobachten,
Sichtweisen definieren,
Ideen entwickeln,
Prototypen bauen,
Prototypen testen.
Für einen solchen Prozess benötigt man natürlich Anleitung, idealerweise durch einen erfahrenen Trainer, der einen beim Design Thinking anleitet und unterstützt. Wichtig ist an dieser Stelle jedoch, dass der Gedankensatz des Design Thinking und die Möglichkeit, dieses bei der Suche nach neuen Lösungen für das eigene Unternehmen einzusetzen, überhaupt bekannt ist.
In dieser Ausgabe haben Sie nun erfahren, wie man gezielt auf neue Ideen kommen kann. Kreativitätstechniken sind ein Werkzeug, das zu einem erfolgreichen betrieblichen Innovationsmanagement gehört. In den kommenden Ausgaben werden wir Ihnen weitere Aspekte und Anwendungsbeispiele für erfolgreiches Innovationsmanagement vorstellen, damit Sie und Ihr Unternehmen weiterhin erfolgreich wirtschaften können.
Weitere Bilder
Morphologischer Kasten:
gesucht wird ein neuer Kasten! (Quelle: Weber)
- U. Weber
- U. Weber
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