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Neue Ideen mit Plan

ep7/2020, 2 Seiten

In Corona-Zeiten, in denen die Geschäfte teils wegbrechen und alte Konzepte nicht mehr wie gewohnt funktionieren, sind neue Ideen gefragt. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Wir stellen daher einige Kreativitätstechniken vor, die dabei helfen sollen, gezielt auf neue Ideen und Konzepte zu kommen.


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Herr Wörlsinger, gerade in herausfordernden Zeiten sind Kreativität und neue Ideen gefragt. Kann jeder Mensch kreativ sein und was steigert unsere Kreativität?

Wörlsinger: In der Tat zwingt uns die aktuelle Krise, uns und unser Geschäftsmodell zu überdenken und zum Teil neu zu erfinden. Für einige wird es sogar eine Chance für etwas völlig Neues sein. Dabei ist Kreativität das Zauberwort. Bedauerlicherweise halten sich viele Menschen selbst nicht für sehr kreativ. Die gute Nachricht ist: Kreativität muss einem nicht in die Wiege gelegt worden sein. Viel wichtiger ist es, sich mit Kreativitätstechniken auseinander zu setzen. Denn Kreativität ist weniger Zauber, als vielmehr erlernbares Handwerk.

Ein Weg neue Ideen zu finden sind Kreativitätstechniken. Wann können diese aus Ihrer Erfahrung helfen?

Wörlsinger: Kreativitätstechniken sollten sehr früh in einem Planungsprozeß eingesetzt werden – und nicht erst, wenn wir schon genervt oder frustriert sind. Kreativitätstechniken setzen dann an, wenn ich mit herkömmlichen Mitteln, mit dem „Bewährten“ nicht weiterkomme. Viel zu häufig versuchen wir dann den Erfolg zu erzwingen, ohne wirklich weiter zu kommen. Oder einfacher ausgedrückt: „wenn das, was Sie tun, nicht funktioniert – tun Sie etwas anderes!“

Wie findet man die „richtige“ Kreativitätstechnik und wie sollte man sich dem Thema generell nähern, wenn man noch keine Erfahrung hat?

Wörlsinger: Hier empfehle ich zwei Schritte. Erstens: Methoden aussuchen. Das Internet ist voll von guten Publikationen zum Thema „Kreativität“. Und zweitens: üben, üben, üben. Ausprobieren, Methoden verwerfen, die nicht (zu einem) passen, Routine entwickeln. Und am Besten andere Menschen einbinden – denn die Gruppe weiß mehr, regt an, bereichert.

Gibt es Dinge, die man unbedingt vermeiden sollte?

Wörlsinger: Ja – sich selbst unter Druck zu setzen. Die besten Ideen entstehen häufig, wenn man sich locker und entspannt an die Aufgaben macht.

Was empfehlen Sie aus Ihrer Erfahrung als Trainer, Coach und Berater Unternehmern, die nun nach neuen Ideen und Konzepten suchen?

Wörlsinger: Wenn man selbst nicht auf Lösungen kommt, Unterstützung holen. Es gibt Trainer, die auf Kreativität spezialisiert sind. Auf diese Weise spart man sich die Zeit für Recherche und Auswahl der Methoden.

Kreativität und neue Ideen können nicht verordnet werden. Aber es gibt Wege, die einen gezielt dabei unterstützen, auf neue Ideen zu kommen. Sie helfen dabei, gedankliche Hürden zu überwinden und so somit neue und bislang unbeschrittene Wege zu gehen. Welche Kreativitätstechnik dabei letztendlich zum Erfolg führt, kann man im Einzelfall nicht sagen. Das hängt wesentlich auch von den Anwendern, also von Ihnen und von Ihrem Team, ab. Wichtig ist in jedem Fall, dass neue Ideen und Konzepte oftmals unkonventionell sind und es daher keine Verbote oder Schranken beim Denken und Tüfteln geben darf! Sehen Sie das in jedem Fall als Chance! Und probieren Sie aus, welche Kreativitätstechnik zu Ihnen und zu Ihrer Problemlösung passt. Egal, mit welcher Kreativitätstechnik Sie anfangen: Sie können dabei nur gewinnen – viel Erfolg!

6-3-5 Methode

Die 6-3-5 Methode wurde im Jahr 1968 vom Marketing- und Unternehmensberater Bernd Rohrbach entwickelt. Ziel ist es, in einer kleinen Gruppe zu sechs Personen neue, ungewöhnliche Ideen zu entwickeln. In Corona-Zeiten können digitale Medien helfen, trotz des notwendigen Abstands, gemeinsam diese Methode anzuwenden. Doch wie geht die 6-3-5 Methode? Jede der sechs Personen bekommt ein Blatt Papier, auf dem drei Spalten mit sechs Zeilen aufgezeichnet sind. Nun erhält jeder Teilnehmer die Aufgabe, zu der zu lösenden Frage (zum Beispiel: „Wie können wir die Kunden besser an uns binden?“) drei Ideen in die drei vor ihm stehenden Spalten zu schreiben. Wichtig dabei ist, dass jeder Teilnehmer ganz frei darin ist, seine vielleicht auch unkonventionellen Ideen niederzuschreiben. Für das Aufschreiben der drei Ideen hat man eine begrenzte Zeit, beispielsweise fünf Minuten. Dann wird das Blatt im Uhrzeigersinn weitergegeben. Der Empfänger des soeben mit drei Ideen ausgefüllten Blattes soll diese Ideen nun mittels seiner Kreativität „weiterspinnen“. Seine drei Ideen werden nun in die nächste Zeile geschrieben, bevor das Blatt nach weiteren fünf Minuten wieder weitergereicht wird. Am Ende hat man sechs Blätter mit maximal 108 Ideen, die man weiterverfolgen kann!

6-Hüte-Methode

Die im Jahr 1986 von Edward de Bono vorgestellte Kreativitätstechnik „6 Hüte“ zählt zu den bekannten Techniken ihrer Art. Basis von „6 Hüte“ ist die Annahme, dass man bewusst in verschiedenen Weisen denken und dies im Rahmen dieser vorgestellten Methode nutzen kann. Man hat bildlich gesprochen also sechs unterschiedliche Hüte, sprich Denk- und Argumentationsweisen, auf, die ein zu lösendes Problem unterschiedlich angehen. Je nachdem welchen „Hut“ man gerade auf hat, denkt und argumentiert man in der Diskussion unterschiedlich. Dabei sind folgende sechs Hüte vorgesehen:

  • Weiß: neutral, objektiv und analytisch

  • Blau: strukturiert, ordentlich

  • Grün: kreativ, wertfrei

  • Rot: subjektiv, emotional

  • Gelb: optimistisch, Chancen sehend

  • Schwarz: pessimistisch, Risiken sehend

Wie Sie sehen, sind die sechs Hüte in ihrer jeweiligen Ausprägung so unterschiedlich wie wir Menschen es sind und wie wir argumentieren. Rational, argumentativ – oder eben bauchgesteuert und subjektiv. Will man nun diese Kreativitätstechnik anwenden, so legt man zunächst fest, wer welchen „Hut aufhat“. Nun beschäftigt man sich unter Berücksichtigung welchen Hut man gerade aufhat mit dem zu lösenden Problem und argumentiert entsprechend. Nach einer bestimmten Zeit wechseln die Hüte zwischen den Teilnehmern und das Spiel beginnt von vorne. Am Ende, wenn jeder jeden Hut einmal aufhatte, hat man hoffentlich viele neue Ideen und Ansätze, die nun bewertet und analysiert werden können. Natürlich ist eine Durchführung, je nach Anzahl der teilnehmenden Personen, auch mit vier oder fünf Hüten möglich.

Brainstorming

Das im Jahr 1939 von Alex F. Osborn entwickelte Brainstorming zählt wohl zu den bekanntesten Kreativitätstechniken. Sie zielt darauf ab, in einer Gruppe teilnehmender Personen ungewöhnliche Ideen entstehen zu lassen. Wie geht man vor? Man bildet eine Gruppe an teilnehmenden Personen, wobei die Anzahl der Teilnehmer nicht vorgeschrieben ist. Es gibt einen Leiter, der moderiert und die Teilnehmer in die Aufgabenstellung einführt. Die Teilnehmer äußern daraufhin spontan jene Ideen und Lösungsvorschläge, die ihnen in den Sinn kommen. Idealerweise soll dank der Spontanität die Kreativität der anderen Teilnehmer angeregt werden, sodass sich auf ausgesprochenen Ideen aufbauend neue Lösungen und Kombinationen finden lassen. Damit dies gelingen kann, sind vier Regeln wichtig:

  • Bereits geäußerte Ideen dürfen aufgegriffen und verändert oder kombiniert werden

  • Kritik oder (ab-)wertende Äußerungen sind verboten, ebenso „Totschlagargumente“

  • Es sollen in der zur Verfügung stehenden Zeit möglichst viele Ideen gesammelt werden

  • Ideen dürfen auch „verrückt“ sein, Phantasieren ist erlaubt.


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Morphologischer Kasten:

gesucht wird ein neuer Kasten! (Quelle: Weber)

Autoren
  • U. Weber
  • U. Weber
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