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Inf.- und Kommunikationstechnik | Elektrotechnik

Mobilfunk- und Internetanbindung für EIB-Anlagen

ep2/2001, 3 Seiten

Im Zeitalter der Internets und der Mobilkommunikation verlangt auch die elektrische Gebäudetechnik nach Verbindung zu diesen Medien. Die Herausforderung für die Installationstechnik besteht darin, eine Plattform zu schaffen, die die Kommunikation zwischen den neuen Medien und den gebäudetechnischen Funktionen ermöglicht. Mit dem HomeServer 2.0 gibt es jetzt ein EIB-Gerät, das diese Voraussetzung schafft.


Anschluss an PC entfällt Kam für den Betrieb der ersten Generation des Home Servers noch zusätzlich ein Personal Computer zum Einsatz, so ist dieser nun nicht mehr erforderlich. Die Fa. Gira, Radevormwald, hat gemeinsam mit der im hessischen Biedenkopf ansässigen DaCom Database Computing Gmb H den Home Server 2.0 für den europäischen Installationsbus EIB entwickelt (Bild ). Das Gerät ist für die Wandmontage vorgesehen. Der Anschluss an den EIB erfolgt über ein Anschlusskabel an die serielle Schnittstelle FT1.2. Diese wird auf einen Busankoppler der Generation BCU 2.0 aufgesteckt. Der Home Server 2.0 hat eine Leistungsaufnahme von unter 10 W. Somit ist der berechtigte Kritikpunkt an der ersten Generation hinsichtlich des Energieverbauchs eines extra für die Visualisierung und Fernsteuerung laufenden Computers jetzt hinfällig. Der Home Server 2.0 verbindet die neuen Technologien mit dem EIB. Besonderer Schwerpunkt liegt in Visualisierung, Kommunikation, Alarmierung und Logik. Eine sehr dynamische Entwicklung kennzeichnet die Bereiche Internet und Mobilkommunikation, was eine Vielzahl neuer Geräte hervorbrachte: - TV mit Internetanbindung - Nicht-PC/Internetgeräte - Mobile Internet-Terminals - WAP-Handy - Web Cams - PC Funk-LAN (WLAN) Alle diese Geräte haben den Vorteil, dass sie durch die großen Stückzahlen zu sehr günstigen Preisen auf den Markt kommen. Durch den zusätzlichen Einsatz in der Gebäudetechnik haben die Geräte einen Mehrfachnutzen für den Anwender. Die oben aufgeführten Geräte und Systeme können mit dem Home Server kombiniert werden. Vielfältige Visualisierungen möglich Für die Visualisierung in der gebäudetechnischen Anwendung ergeben sich neue Einsatzgebiete. Der Home Server bietet drei verschiedene Möglichkeiten. So können beliebige Hintergrundbilder, dynamische Balken und Zustandsgrafiken abhängig vom Wert des EIB-Elements dargestellt werden. Im Folgenden werden die verschiedenen Visualisierungssysteme, die vom Home Server unterstützt werden, vorgestellt. WAP-Handy (wireless applikation protokoll) „Surfen mit dem Handy“ sagt der Volksmund zu dieser Abkürzung. Hier dient das Handy (Bild ) als mobiles Visualisierungsgerät. Von jedem beliebigen Ort kann man mittels der WAP-Technik durch sein „Gebäude surfen“ - vorausgesetzt man befindet sich im Sendebereich eines Mobilfunknetzes. Das Gebäude kann durch einfache Textmenüs übersichtlich dargestellt werden. Jeder EIB-Aktor und Sensor kann dargestellt oder geschaltet werden. Lichtszenen können abgerufen, Zeitschaltuhren geändert, Analogwerte vorgegeben oder Alarme können abgerufen bzw. quittiert werden. Neben dem WAP-Handy sind keine weiteren Geräte notwendig. Der Anruf geht direkt auf den Home Server im Gebäude und man befindet sich im Steuerungs-Menü. Neben den Telefongebühren fallen keine weiteren Kosten an, da der Home-Server als WAP-Server fungiert. An dieser Stelle wird deutlich, wie konkret heute bereits die Zukunftsvisionen des „Wohnens von morgen“ sein können. Was in dem vielbeachteten Werbespot mit Götz George, der sein „EON“ vom Boot aus fernbediente, noch futuristisch anmutete, ist mit dem Einsatz des Home Servers 2.0 heute schon machbar. PDA (Persönlicher digitaler Assistent) Der PDA oder Organizer ist ein handliches Gerät, welches üblicherweise zur Adressverwaltung, Terminplanung, als Notizblock oder zum E-Mail-Abruf verwendet wird (Bild ). Durch den Home Server bekommt dieses Gerät einen Zusatznutzen. Denn auf ihm kann eine klassische Visualisierung betrieben werden. Die gesamte Grafik wird einmalig auf das Gerät geladen. Der PDA kann mit einem Handy verbunden werden. So kann auch von Unterwegs mit sehr guter Geschwindigkeit aus jedem Cafe, Büro oder Hotelzimmer drahtlos auf Gebäudesystemtechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 2 131 Oliver Herrmann ist Geschäftsführer der Dacom Datatbase Computing Gmb H in Biedenkopf. Autor Mobilfunk- und Internetanbindung für EIB-Anlagen O. Herrmann, Biedenkopf Im Zeitalter der Internets und der Mobilkommunikation verlangt auch die elektrische Gebäudetechnik nach Verbindung zu diesen Medien. Die Herausforderung für die Installationstechnik besteht darin, eine Plattform zu schaffen, die die Kommunikation zwischen den neuen Medien und den gebäudetechnischen Funktionen ermöglicht. Mit dem Home Server 2.0 gibt es jetzt ein EIB-Gerät, das diese Voraussetzung schafft. Der Home Server 2.0 eröffnet neue Möglichkeiten bei Visulaisierung, Kommunikaiton, Alarmierung und Logik auf Basis des EIB Die Kommunikation zwischen Home-Server und WAP-Handy ermöglicht eine menügeführte Fernbedienung das Gebäude zugegriffen werden. Mittels Stift oder Fingerzeig kann dann direkt geschaltet werden. Selbst Videoeinzelbilder lassen sich darüber anzeigen. Die Vision, die im Rahmen der UMTS-Versteigerung aufgezeigt wurde, ist hiermit schon heute Realität geworden. Man kann von jedem Punkt der Erde mit Handy-Empfang Einblick in sein Gebäude nehmen. Innerhalb des Gebäudes kann der PDA auch genutzt werden. Hier wird er einfach mit dem Funknetzwerk (WLAN) verbunden. Bei Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 11 MBit können auch Videobilder in hoher Bildwiederholrate dargestellt werden. Hausmeister oder Wartungspersonal bekommen eine neue Dimensionen der mobilen Kontrolle und Bedienung. An nahezu jeder Stelle im Gebäude kann direkt Einblick auf die aktuellen Störungen genommen, alle Zustände angezeigt oder geschaltet werden. Internet-Browser Auf nahezu jedem PC befindet sich heute ein Internet-Browser. Hiermit werden beim Surfen im Internet, die Seiten dargestellt. Ideal für eine Visualisierung und ideal auch für den Installateur, da keine weitere Software installiert werden muss. Innerhalb einer Büroumgebung mit Netzwerk kann so sehr schnell dem einzelnen Arbeitsplatz ein individuelles Bedienpanel zur Verfügung gestellt werden. Von Außerhalb kann man sich leicht über Modem eine Fernvisualisierung aufbauen. Jeder java-fähige-Browser (Microsoft Internet Explorer oder Netscape Navigator) ist dafür geeignet. Innerhalb der Visualisierung lassen sich auch beliebig viele Kamerabilder einbauen, die kombiniert mit den EIB-Aktoren und Sensoren dargestellt werden können. Bedienung durch Telefon Innerhalb von Büros kann auch das Arbeitsplatztelefon zum Schalten von Lampen, Dimmern und Jalousien genutzt werden. Lichtszenen können abgerufen oder stufenweise auf- und abgedimmt werden. Kurzwahltasten auf dem Telefonapparat ermöglichen ein komfortables Schalten. Telefone mit einem eingebautem Telefonbuch ermöglichen ein direktes Abrufen der Schaltbefehle aus dem Telefonbuch heraus („Büro auf 50% Dimmen“ oder „Büro Jalousie auf 70%“). Diese Funktion kann auch von Unterwegs aus dem Telefonbuch des Handys genutzt werden. Damit nur berechtigte Telefone schalten können, wird die anrufende Telefonnummer ausgewertet. Das Telefon kann somit in Büros und Großraumbüros als zusätzliche Art des Schaltens ergänzend zum PC oder Schalter eingesetzt werden. Der Arbeitsplatz muss zum Schalten nicht mehr verlassen werden. Umzüge innerhalb der Büros können durch eine einfache Parametrierung durch das Wartungspersonal durchgeführt werden. Eine Neuverdrahtung entfällt. Diese Tätigkeit kann von einem PC innerhalb des Netztwerks durchgeführt werden. Komplexe Kommunikationsanwendungen Der Home Server bietet Möglichkeiten für alle heute verfügbaren Kommunikationsmedien. Neben dem Netzwerk werden alle weiteren Komponenten über eine RS 232-Schnittstelle angeschlossen. Netzwerkanschluss Ein 10 MBit Ethernet-Anschluss über RJ45-Stecker ist vorhanden. Das Protokoll ist TCP/IP. Der Home Server bekommt innerhalb des Netzwerkes eine feste IP-Adresse und kann so direkt über alle Gebäudesystemtechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 2 132 EIB Telefon ISDN GSM-Box Home Server Mit dem PDA sind komplexe Visuliserungen möglich. Das Fernbedienen wird via Handy von außerhalb und im Gebäude über ein Funkmodul realiert. Anschlussmöglichkeiten des Home Servers Arbeitsplätze angesprochen werden. Über Netzwerk wird die Visualisierung und der Zugriff auf das Datenarchiv durchgeführt. Auf die Web-Kameras wird ebenfalls über Netzwerk zugegriffen. Analoge Modems Gebäude ohne ISDN-Anschluss können so SMS absetzen, fernvisualisiert werden und Archivdaten versenden. ISDN-Modems Über ISDN kann fernvisualisiert, SMS-Versand durchgeführt, per Telefon geschaltet, WAP-Zugriff erfolgen und Archivdaten versandt werden. GSM-Box Abgelegene Gebäude, wie Ferienhäuser, Trafosstationen, Pumpstationen etc. ohne Telefonanschluss können so mit der Aussenwelt kommunizieren. Weiter ist es möglich, Datenarchive zu versenden, WAP-Zugriff zu haben, SMS-Alarme abzusetzen, Fernvisualisierung und Schalten per Telefon sind möglich. Die Datenübertragungsrate entspricht dem GSM-Netz (9,6 kBit). Alarmierung per SMS Wichtige Ereignisse können per SMS versandt werden. Es ist möglich, bis zu 100 Empfänger einzutragen. Neben der Alarmbezeichnung können auch aktuelle Messwerte (z. B. Temperaturen, Stromverbrauch, Schaltzustände etc.) in dem SMS-Text eingebaut werden. Logikfunktionen, die die Alarmbedingungen prüfen, können den Alarmen vorgeschaltet werden. Die Alarme können über den Europäischen Installationsbus (z. B. Schlüsselschalter), WAP-Menü, Visualisierung oder Telefon quittiert werden. Das Alarmarchiv kann zur weiteren Auswertung in einem EXCEL-lesbaren Format ausgelesen oder per E-Mail übertragen werden. Datenaufzeichnung Zähler, Betriebsstundenzähler, Messwerte und Zustände aus dem EIB können zyklisch oder getriggert aufgezeichnet werden. Das Alarmarchiv kann zur weiteren Auswertung in einem EXCEL-lesbaren Format ausgelesen oder per E-Mail übertragen werden. Zeitschaltuhren Die Zeitschaltuhren können innerhalb eines Netzwerkes oder durch Fernzugriff verändert werden. So ist beispielsweise möglich, dass Räume, die zu unterschiedlichen Tageszeiten verschiedene Nutzungen erfahren, von unterschiedlichen Personen in den Zeitprofilen und Funktionen angepasst werden können. Wochenprogramm, Feiertagskalender sowie Synchronisation durch die EIB-DCF77-Uhr sind weitere Eigenschaften. Lichtszenen Das Speichern und Abrufen von umfangreichen Lichtszenen ist möglich. Lichtszenen können relativ oder absolut erhöht oder erniedrigt werden. Kameras Innerhalb der Visualisierung können bewegte Bilder angezeigt werden. Die Anzahl der Kameras, die innerhalb eines Netzwerks liegen, ist nahezu unbegrenzt. Der Home Server kann mehrere Kameras gleichzeitig auf einer Seite darstellen. Inbetriebnahme Zur Inbetriebnahme gibt es ein PC-Programm für alle Microsoft-Windows-Versionen ab WIN95 über NT bis Windows 2000. Mit dem Inbetriebnahmeprogramm wird der Home Server programmiert. Hierzu wird während der Programmierung keine direkte Verbindung zum Home Server benötigt. Die Programmierung des Home Servers kann über alle Medien (RS232, Telefon, ISDN, GSM, Netzwerk) durchgeführt werden. Eine echte Fernprogrammierung ist damit möglich. Die Software bietet eine Datenübernahme der Gruppenadressen und Bezeichnungen aus der ETS. Hierzu wird das Projekt in eine Datei gedruckt. Die Daten können in der Struktur Gebäude, Gebäudeteil und Raum übernommen werden. So findet man während der Inbetriebnahme des Home Server sofort die gewohnte Struktur wieder. Innerhalb des Programms kann per „Drag and Drop“ gearbeitet werden. Durch „ziehen und loslassen“ kann mit der Maus eine Zuordnung innerhalb der einzelnen Module erfolgen. Auch die Zusammenstellung der einzelnen Visualisierungs- und WAP-Seiten wird durch umfangreiche Parametrierungshilfen beschleunigt. In umfangreichen Projekten helfen Filterfunktionen, Daten auszublenden. Die in der augenblicklichen Situation nicht benötigten Projektdaten sind dann nicht mehr sichtbar. Eine Online-Hilfe liefert zu jeder Eingabe direkt die benötigten Informationen. Gebäudesystemtechnik

Autor
  • O. Herrmann
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