Zum Hauptinhalt springen 
Elektrotechnik | Installationstechnik

Lösbare Verbindungen in Abzweigdosen

ep11/2007, 2 Seiten

In einem vor vier Jahren erbauten Hotel mit über 300 Zimmern sollen die Bäder verändert werden. Es besteht der Wunsch, den Ausschalter für die Decken- und Wandleuchte mindestens gegen einen Serienschalter und in den höherwertigen Suiten gegen einen Seriendimmer auszutauschen.
Die Badzellen wurden als Beton-Fertigteile geliefert und montiert. Die Unterputz-Abzweigdosen befinden sich an der Außenwand in Türnähe (rund 50-100 cm versetzt). Das Leerrohrsystem zu den Auslässen ist vorhanden und intakt. Da die Zimmerdecken nun etwa 10-20 cm unter den Abzweigdosen montiert wurden, ist die zuvor beschriebene Schaltungsänderung nur mit relativ hohem Aufwand möglich. Revisionsklappen fehlen in der Regel. Andere Gewerke haben die Abzweigdosen teilweise mit Sprinklerrohr oder Teilen der Klimaanlagen u. Ä. „verbaut“. Das Ingenieurbüro, das für die Planung bei der Errichtung verantwortlich ist, nimmt dazu wie folgt Stellung: „Es bestand die Bauherrenforderung, Anzahl und Größe der Revisionsklappen generell zu minimieren.
Hieraus folgte, dass in bestimmten Bereichen die Anschlussverbindungen wartungsfrei auszuführen waren. DIN-VDE-Normen beinhalten Anforderungen, die den jeweiligen Stand der Technik widerspiegeln. Die Umsetzung ist oft auf mehreren, verschiedenen Wegen erreichbar. Im vorliegenden Fall geht es um die Anforderung, eine Klemmstelle zugänglich zu halten, die aufgrund der Bauart einer Wartung bedarf. Wenn der Hersteller garantiert, dass seine Klemme aufgrund der von ihm gewählten Bauweise dieser Wartung nicht bedarf, ist damit die Norm ebenfalls erfüllt, da keine wartungspflichtige Klemmstelle im Sinne der Norm vorliegt." Da wir im Auftrag des Hotels den Aufwand für den Umbau beziffert haben und auf Unverständnis stoßen, bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:
Ist es richtig, dass Abzweigdosen, die lösbare Verbindungen enthalten, immer zugänglich sein müssen – sei es nun zu Prüfzwecken oder wie hier zum Umklemmen? Die verwendeten Klemmen (Wago Serie 273) werden zwar mit dem Begriff „wartungsfrei" beworben, sind aber nach eigener Aussage „wartungsarm". Im Prüf-Zertifikat steht nur, dass sie einer Norm entsprechen, jedoch nicht, dass sie „wartungsfrei“ sind oder Ähnliches. Wir sind der Meinung, dass es wartungsfreie Klemmen nur in Form von Muffen gibt. Ist dies korrekt?
Gibt es in den Normen einen Unterschied zwischen der Behandlung wartungsfreier und lösbarer/unlösbarer Klemmverbindungen in Betriebsmitteln und Abzweigdosen?


   

Autor
  • W. Baade
Downloads
Sie haben eine Fachfrage?