Elektrotechnik
Linux-Meeting 2002 in Chemnitz
ep8/2002, 1 Seite
Bewährtes Konzept Die Veranstalter orientierten sich an dem in den Vorjahren [1] bewährten Konzept und boten einen interessanten Mix aus Vorträgen, Präsentationen und der Gelegenheit zum Gespräch zwischen den Akteuren und den Gästen des Meetings. Die Themenpalette der Veranstaltung reichte von der Vorstellung der neuesten SuSE-Version über die Analyse und Verallgemeinerung von Programmiererfahrungen mit Open Source-Tools wie ZOPE, PHP und MySQL, dem Einsatz drahtloser Netze im Linux-Umfeld, dem verteilten Dateisystem Open AFS, bis hin zum Warenwirtschaftssystem (ESS - Enterprise Solution Server) und zu den Haftungsfragen beim Einsatz von freier Software. Remote Management - ein interessanter Ansatz Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte der Vortrag von Dr. Pätz, Vorstand der Zwickauer Peppercon, zum Thema Remote-Management. Derzeit wird das Problem der Rechnerfernsteuerung in erster Linie mittels Remote-Control-Software wie z. B. pcanywhere von Symantec oder die Open Source-Lösung VNC realisiert. Derartige Lösungen versagen jedoch, wenn der fernzusteuernde Rechner nicht mehr ordentlich gestartet werden kann. Um sich auch in diesen Situationen den Gang vor Ort zu ersparen, bieten verschiedene Hardwarehersteller (HP, Dell, Compaq u. a.) für ihre Server derzeit spezielle Remote-Management-Boards an. Der Nachteil dieser Boards besteht vor allem darin, dass ein Einsatz immer nur in bestimmten Rechnern des jeweiligen Herstellers möglich ist. Die Remote-Management-Karte eRIC (enhanced Remote Insight Card) benötigt als Systemvoraussetzung lediglich einen PCI-2.1-kompatiblen Steckplatz (Bild ) und ist deshalb in beliebigen Rechnern einsetzbar. Diese Karte ist im Grunde genommen ein Einplatinen-Rechner [2] mit Linux als Betriebssystem. Damit ist selbst auf Rechnern mit einem defekten Betriebssystem Fernwartung möglich. Dieses innovative Produkt (www.peppercon.de) ist ein interessantes Beispiel dafür, dass unter Nutzung von Open Source-Software kommerziell vermarktbare Produkte entwickelt werden können. Alles Linux oder was? Dieser Untertitel eines Vortrages von Th. Groß zu moderner IT-Infrastruktur hätte auch das Motto der Veranstaltung sein können. Anhand der Akteure und der technischen Komponenten einer modernen IT-Infrastruktur (Bild ) wurde deutlich gemacht, dass vor allem für Standardaufgaben linuxbasierte Lösungen verfügbar sind und dass auf der Basis von Open-Source-Tools anwenderspezifische Komplettlösungen entwickelt werden können, die auch auf den üblichen Wegen vermarktbar sind. Zope - neue Entwicklungsumgebung Die Gestaltung und die Pflege von Inhalten (Stichwort: Web-Seiten) für das Internet und Intranet erfordern die Zusammenarbeit von Administratoren, Designer, Anwendungsentwicklern und Mitarbeitern, die die Inhalte bereitstellen. Die traditionellen Werkzeuge zur Erstellung und Pflege von HTML-Seiten sind nicht dazu geeignet, diese Zusammenarbeit zu unterstützen. Mit ZOPE (Z Objekt Publishing Environment) wurde ein Open-Source-Projekt vorgestellt, dass den gesamten arbeitsteiligen Prozess des Entwurfes, der Realisierung und der Pflege von Webanwendungen unterstützt und den Beteiligten entsprechend ihrer jeweiligen Aufgabe geeignete Werkzeuge bereitstellt. Open Source - wer haftet? Haftungsfragen werden im Zusammenhang mit der Nutzung von Open Source kontrovers diskutiert. In seinem Vortrag konnte Rechtsanwalt Dr. Klostermann deutlich machen, dass die Situation des Nutzers von Open Source hinsichtlich Gewährleistung und Schadensersatz sich de facto kaum von der eines Nutzers kommerzieller Software unterscheidet. Die Entwickler von Open Source schließen per Lizenz jegliche Haftung aus. Bei kommerzieller Software ist die Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt und die Haftungssumme wird in den Lizenzbedingungen auf einen Trivialbetrag festgeschrieben. Fazit Im Bereich von Opensource wird heute ein umfangreicher Fundus an erprobter und innovativer Software bereitgestellt. Durch optimalen Einsatz lassen sich erhebliche Einsparungen erzielen und die betrieblichen IT-Infrastrukturen weiterentwickeln. Mit einer Mischung aus Vorträgen [3], Präsentationen und den unverzichtbaren Pausengesprächen hat auch das diesjährige Linuxmeeting dazu beigetragen, Linux und Open Source als Software-Paradigma zu popularisieren. Literatur [1] Möbus, H.: Für Spezialisten und Entscheider, Linux-Meeting am 04.05.2001. Elektropraktiker, Berlin 55(2001)8, S. 607 [2] Pätz, Ch.: Remote-Management-Boards. LANLine spezial 10/11-2001 [3] www.linuxmeeting.de H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 8 623 Branche aktuell Linux-Meeting in Chemnitz am 29.05.2002 Technologien für Netzwerke Das sächsische Chemnitz hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem der Zentren der Umsetzung von Linux/Open Source-Technologien1) vor allem in den neuen Bundesländern entwickelt. Neben dem von der TU Chemnitz veranstalteten Linux-Tag spielt dabei das von den Firmen teegee und TGMedien organisierte Linux-Meeting als Forum des überregionalen Erfahrungsaustausches eine bedeutende Rolle. 1) Open Source ist der Oberbegriff für Software, deren Quellen offen gelegt werden. Da es eine Vielzahl von Lizenzmodellen für „offene Quellen“ gibt, ist der rechtliche Status des Anwenders von Fall zu Fall verschieden. Das Betriebssystem Linux ist das derzeit bekannteste Open Source-Projekt. Moderne IT-Infrastruktur - Linux bietet Lösungen für alle Standardaufgaben Remote-Management-Board eRIC - ein innovatives Produkt aus Sachsen
Autor
- H. Möbus
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