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Elektrotechnik | Installationstechnik | Kabel und Leitungen | Installationskanäle und -rohre

Leerrohrinstallation in Brandschutzwänden

ep5/2020, 2 Seiten

?Wir sollen in mehreren Brandschutzwänden aus Rigips (F90) Leerrohre von der Steckdose bis zur Decke verlegen, damit die Wände weiter gebaut werden können. Leider haben wir noch keine Möglichkeit, die entsprechende Leitung direkt in der Wand zu Verlegen. Spricht etwas gegen diese Vorgehensweise?


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!Dass Brandwände, die in Trockenbauweise errichtet werden, zunächst einseitig beplankt werden, um zunächst die Installationen einbringen zu können, ist nicht untypisch.

Auch dass Leerrohre für die Leitungsanlage verwendet werden, ist üblich.

Solange die Dämmschichten nicht unzulässig gestaucht werden, ist dies immer möglich. Natürlich sollte man sicherheitshalber zuvor den Trockenbauer, der die Brandwand liefert und montiert, ansprechen, ob aus seiner Sicht etwas gegen diese Installation spricht. In der Regel wird dies jedoch nicht der Fall sein. Natürlich müssen diese Leerrohre bestimmten Mindestanforderungen entsprechen. In DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520) [1], Abschnitt 521.15.5 heißt es wörtlich: „Elektroinstallationsrohre müssen mit der Normenreihe DIN EN 61386 (VDE 0605) und zu öffnende Elektroinstallationskanäle müssen mit der Normenreihe DIN EN 50085 (VDE 0604) übereinstimmen. Außerdem müssen sie den feuersicherheitlichen Prüfanforderungen in diesen Normen entsprechen.

Anmerkung. Die Hersteller sind verpflichtet, in ihren technischen Unterlagen entsprechende Hinweise zu geben.“

Dass darüber hinaus sämtliche übrigen Anforderungen aus DIN VDE 0100-520 [1], Abschnitt 521.15 beachtet werden müssen, ist selbstverständlich und wird an dieser Stelle vorausgesetzt.

Außerdem sind für den Fall, dass es sich um eine Holzständerwand (hochfeuerhemmende Wand – F60) handeln könnte, möglicherweise zusätzlich Anforderungen aus DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420) [2], Abschnitt 422.4 (Räume oder Orte mit brennbaren Baustoffen) zu beachten. Hier wäre beispielsweise eine Führung von elektrischen Leitungen in Leerrohren mit zusätzlichen Einschränkungen verbunden. Wörtlich heißt es im erwähnten Abschnitt dieser Norm: „Davon abweichend dürfen einzelne Kabel/Leitungen oder einzelne Hüllrohre aus nichtbrennbaren Baustoffen mit bis zu drei Kabeln/Leitungen in Wänden und Decken geführt werden. Bei Durchführung der Kabel/Leitungen durch die Brandschutzbekleidung sind die verbleibenden Hohlräume in der Brandschutzbekleidung mit nichtbrennbaren Baustoffen zu verschließen.“


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Quellen

DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen.

Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie – MLAR), Fassung vom 10.02.2015 (Redaktionsstand 05.04.2016).


Autor
  • H. Schmolke
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