Fortbildung
Klimaschutz - Markt für Elektrohandwerk?
ep5/2009, 1 Seite
Klimaschutz - Markt für Elektrohandwerk? Die Länder der Europäischen Union (EU) haben sich entschlossen, bis zum Jahr 2020 etwa 20 % ihres gesamten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken sowie den Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen bis dahin um 20 % gegenüber 1990 zu verringern. Diese Ziele sollen vor allem durch den deutlichen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), den Auf-und Ausbau effizienterer Kraftwerke sowie die substantielle Nutzung erneuerbarer Energien erreicht werden. In diesem Zusammenhang setzen Bundesumweltministerium (BMU) und Kommunale Spitzenverbände - Erklärung vom 19. Juni 2008 - auf die Unterstützung kommunaler Klimaschutzprojekte. Allein in Deutschland leben rund 70 % der Bevölkerung in Kommunen mit weniger als 100000 Einwohnern. Doch trotz zunehmendem kommunalen Engagements und ständig steigender Energiepreise gibt es auf diesem Gebiet noch erhebliches Potential. Fachkraft: dezentrale/ kommunale Energiesysteme Der Wandel der ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen erfordert neue Wege und Handlungsansätze. Partner der Verwaltung. Die Fachkraft für dezentrale und kommunale Energiesysteme moderiert diesen Prozess als Partner der Verwaltung: Sie kennt kommunale Strukturen, ist in der Lage, Fördermöglichkeiten für Energievorhaben zu ermitteln, Energiedaten und Informationen eigenständig zu erheben und zu analysieren. Ebenso kennt die Fachkraft den technischen Aufbau, Funktionsweise, Einsatzgebiete und Rahmenbedingungen dezentraler Energiesysteme und ist in der Lage, nachhaltige Energiekonzepte auf Basis erneuerbarer Energien zu erarbeiten und Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger und Bürger zu geben. Sie ist nicht zuletzt Schnittstelle zwischen Unternehmen, Kommune, Verwaltung und Bürger. Klimaschutzmanager. In diesem Sinn erfüllt die „Fachkraft für dezentrale und kommunale Energiesysteme“ auch die Aufgaben des im Juni 2008 neu geschaffenen „Klimaschutzmanagers“. Dieser soll nach dem Willen der Bundesregierung bei der Umsetzung der Klimaschutzkonzepte sowie Teilkonzepte davon regionale und kommunale Einrichtungen aktiv unterstützen. Dies geschieht z. B. durch das Durchführen von kommunalen und regionalen Fachforen, das Planen und Realisieren von Beratungsaktionen oder das Beraten von Betrieben, Wohnungsbaugesellschaften, Stadtwerken und regionalen Energieversorgern, Investoren, Bürgervereinen und anderen potentiellen Akteuren. Potential des Elektrohandwerks Aufgrund der regionalen Nähe hat das Elektrohandwerk ideale Voraussetzungen, um Energieteams in Städten und Gemeinden als externe Energieexperten zu unterstützen. Zudem werden sie im Sinne des Erneuerbaren-Energien-Wärme-Gesetzes (EEWärme G) als Sachkundige in der energetischen Beurteilung von Gebäuden und Anlagen geführt. Die zahlreich ausgebildeten und geprüften Gebäudeenergieberater (HWK) unterstreichen die Qualifizierungsbereitschaft des Handwerks und den Willen, an den klimapolitischen Zielen mitzuarbeiten. Mit dieser Ausbildung konzentriert man sich jedoch ausschließlich auf den Gebäudebestand. Kommunale Bedürfnisse oder die der mittelständischer Industrie oder Gewerbetreibender, wie z. B. beim Thema dezentrale Energiesysteme, Einsatz erneuerbarer Energien, Nahwärmenetze, Energiemonitoring, dezentrale kommunale Energiekonzepte usw. werden nicht berücksichtigt. Seminar mit Perspektiven Das 200 Unterrichtseinheiten dauernde Blended-Learning-Seminar eröffnet Mitarbeitern des Handwerks die Möglichkeit, ihren technischen Berufsabschluss gezielt aufzustocken und sich fundiert für eine Erweiterung des eigenen Portfolios zu qualifizieren. Typische Arbeitsbereiche sind die Entwicklung innovativer Energiekonzepte auf Basis erhobener Energiedaten sowie deren Beratung, Konzeption und Betreuung. Die Erweiterung der beruflichen Kompetenz der Teilnehmer findet in zwei Richtungen statt: Technisch. Es werden technische Kenntnisse vermittelt, um in den Wachstumsmarkt der dezentralen Energieanwendungen mithilfe erneuerbarer Energien als „Moderator“ einzusteigen. Schließlich sollen die Erneuerbaren zunehmend die konventionellen Energierzeugung und -anwendung in der Region ergänzen und mittelfristig den Hauptteil tragen. Solche Kompetenzen sind in einem zunehmend dynamischen Energiemarkt in der Zukunft unabdingbar. Betriebswirtschaftlich. Es sind andererseits Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten dezentraler oder kommunaler Energieprojekte zu recherchieren oder Contractingmodelle zu analysieren. Die Kombination aus technischer Kompetenz und Managementfertigkeiten sind zentrale Themenkomplexe der angestrebten Energie- und Klimaschutzpolitik und spiegeln genau das Anforderungsprofil innovativer Handwerksunternehmen wider. Wesentliche Kursinhalte: · kommunale Organisation · Förderwesen · Energiedatenanalyse und -monitoring · dezentrale Energiesysteme · energieeffiziente Gebäude und Systeme · kommunale Energiekonzepte. Zielgruppen Das Blended-Learning-Seminar richtet sich an Elektrofachleute sowie Fachleute in den Bereichen Energie, Energieberatung, regenerative Energien sowie Kommunalwesen, Verwaltung, lokale Agenda und Siedlungsplanung, welche sich in Liegenschaften, Siedlungsprojekten, Gemeinden und Kommunen als Energiebeauftragte mit nachhaltigen Energiekonzepten beschäftigen möchten. Wenn das dafür geplante Pilotseminar (TERMIN) erfolgreich ist, kann es auch an allen anderen Elkonet-Standorten angeboten werden - www.elkonet de. Abschluss Das Seminar ist durch den TÜV Sachsen zertifiziert und wird durch eine Prüfung abgeschlossen. Es führt zum Abschluss „Fachkraft für dezentrale und kommunale Energiesysteme“. Diese abgeschlossene Ausbildung ist Bestandteil der Qualifikation zum Fachwirt für Energiemanagement, die im Frühjahr 2010 in Stuttgart absolviert werden kann. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 5 424 FORTBILDUNG ELKONET TERMIN Kursbezeichnung U-Std. Termin Bildungszentrum Telefonnummer Fachkraft für 200 UE: 25.09.2009 - etz Stuttgart 0711 9559160 dezentrale und 116 UE Präsenz 06.02.2010 www.etz-stuttgart.de info@etz-stuttgart.de kommunale Energie- 21 UE Tutorium Ansprechpartner systeme 63 UE Selbstlernen Jörg Veit Biogasanlage mit BHKW im Bau Quelle: Stadt Leinfelden-Echterdingen
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