Steuerungstechnik
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Elektrotechnik
Kennzeichnungen in Automatisierungsanlagen
ep9/2000, 3 Seiten
In der DIN 6779 Teil 1 [2] wird ein einheitliches Kennzeichnungssystem von Anlagenkomplexen/Systemen, Anlagen, Teilanlagen, technischen Einrichtungen, Betriebsmitteln gefordert. Dieses System soll die eindeutige Dokumentierung und die Identifizierung vor Ort gestatten. Es ist durchgängig von der Planung über Fertigung/Montage, Betrieb bis zur Instandhaltung anzuwenden. Häufig erfolgt eine Unterteilung in Kennzeichnungsblöcke nach Aufgabe, Funktion, Art und Einsatzort (Bilder und ). In der Anlagendokumentation, in den Zeichnungsunterlagen (nach DIN 40719 Teil 2 [3]) oder bei den Angaben zu den sicherheitstechnischen Forderungen für die Anlage ist festzulegen: · welche Betriebsmittel (z. B. Baugruppen, Geräte, Kabel/Leitungen, Verteiler, Anschlußstellen) · wie zu kennzeichnen sind (z. B. Einzel-, Gruppen- oder Koordinationskennzeichnung) und · wo eine Kennzeichnung angebracht werden soll (Einbauplatz und Ort). Die Kennung kann je nach Verwendungszweck mit Schildern, Schiebebildern, Klebefolien oder Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 9 796 Report Kennzeichnungen in Automatisierungsanlagen In der DIN 31000/VDE 1000 [1] sind Leitsätze für die sicherheitsgerechte Gestaltung technischer Erzeugnisse und Anlagen formuliert. Gefordert wird u. a. eine einheitliche Kennzeichnung von Automatisierungsanlagen bzw. von deren Teilen als Voraussetzung für gefahrlose Verwendung, sichere Funktion, ordnungsgemäßes Bedienen und Instandhalten sowie Einhaltung geltender Vorschriften. Standort Werk Anlagenkomplex/ System Anlagen Anlage Teilanlage Aufstellungsort Gebäude Flur Einbauort Baueinheit Einbauplatz technische Einrichtung Raum/ Bereich Betriebsmittel Beispiel für eine durchgängige Kennzeichnungsstruktur übergeordnete Zuordnung (Anlage) + Ort - Art Zählnummer Funktion : Anschluss Beispiel Schütz = A31.M18 + E15 - K1 Jedes Dokumentationkennzeichen für Anlagendokumentationen besteht aus vier Kennzeichnungsblöcken Tafel Allgemeine Bedeutung der Farben von Bedienteilen Farbe Bedeutung Erläuterung Beispiele ROT Notfall Handlung im Falle - NOT-AUS einer Notlage - HALT oder AUS mit NOT-AUS-Taster - Einleiten einet Notfunktion GELB anomal Handlung im Falle - Eingreifen zum Untereines anomalen drücken eines Zustands anomalen Zustands - manueller Eingriff zum Neustart eines unterbrochenen automatischen Zyklus GRÜN Sicherheit Handlung bei sicherem Zustand oder um normale Zustände vorzubebereiten BLAU Vorschrift Zustand mit Hand- - Rückstellfunktion lungsbedarf WEISS keine spez. Einleiten einer - für beliebige Funktion GRAU Bedeutung Funktion einsetzbar, außer NOT-Tafel Kennzeichnung einiger besonderer Leiter und ihrer Anschlüsse (nach DIN 42400 und DIN 40705) Art des Leiters Kennzeichnung alphanumerisch Farbe Wechselstromnetz Außenleiter 1 L1 nicht zugeordnet Außenleiter 2 L2 nicht zugeordnet Außenleiter 3 L3 nicht zugeordnet Neutralleiter N Hellblau1) Gleichstromnetz Positiv L+ nicht zugeordnet Negativ L- nicht zugeordnet Mittelleiter M Hellblau1) Schutzleiter PE Grün-gelb Neutralleiter mit PEN Grün-gelb Schutzfunktion 1) In einigen DIN-Normen und VDE-Bestimmungen ist blau genannt. Anzeige separater Beschriftung auf den Betriebsmitteln oder Baukörpern vorgenommen werden. Die Kennzeichnungsmittel sind deutlich sichtbar und dauerhaft anzubringen. Auch nach der Entfernung von Abdeckungen müssen sie erhalten bleiben. In jedem Fall müssen die Kennzeichnungen mit den Kurzbezeichnungen in den Schaltplänen und in den Fertigungsunterlagen übereinstimmen [4]. Folgende Anlagenteile sind in angegebener Weise zu kennzeichnen: · Not-Aus-Schalt- bzw. Anzeigeeinrichtungen, sicherheitstechnische Mittel, bewegliche Maschinenelemente u. a. (DIN 3100/VDE 1000 und DIN VDE 0113) durch Sicherheitsfarben und -zeichen nach DIN EN 60073/VDE 0199 [5] sowie Warnschilder nach DIN 48002 [6] · Bedien- und Anzeigeelemente durch funktionsbezogene Farben nach DIN EN 60073/VDE 0199 (Tafel ) · Anzeigeeinrichtungen unter Berücksichtigung der Prozesszustände durch funktionsbezogene Farben und ergänzende Kennzeichnungsmittel [5] (Bild ) · Leitungen und Kabel für Außen- und Schutzleiter sowie Potentialausgleichs- bzw. Erdungsleiter nach DIN EN 60445 [9] und DIN 40705 [10] durch Anschluss- und Leiterbezeichnungen (Tafel ). · explosionsgeschützte, elektrische Betriebsmittel, die in elektrischen Anlagen eingesetzt sind, durch Anbringen des Ex-Zeichens (falls erforderlich Klassifizierung der Zündschutzart und Angabe der Prüfstelle) · Anlagen mit eigensicheren Stromkreisen durch Angaben über Außenkreise, externe Stromquellen, Kabel und Leitungen sowie spezielle Betriebsmittel (z. B. Leuchten, Schaltschränke) nach DIN VDE 0165 und DIN VDE 0170 · Bauteile und Geräte innerhalb von Anlagen (z. B. in Feldern oder Schränken) durch standardisierte Kurzbezeichnungen gemäß DIN 40719 Teil 2 (Tafel ) und MSR-Stellennummer und Prozessbuchstaben gemäß DIN 19227 Teil 3 [7] (z. B. für Registrierinstrumente in der Warte) · Darstellungen von Apparaten, Maschinen, Geräten und Arma-Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 9 Report Zentraler Schaltraum Aus Normalbetrieb WEISS ROT GRÜN Örtliche Steuerstelle ROT (NOT-AUS Drucktaster) GRÜN (Test läuft normal) ROT (Testablauf gefährdet) Stromversorgung AUS EIN WEISS WEISS Prüffeld Prüfling Tür GRÜN (Fluchtweg) GRÜN ROT (Gefahr für Personen) GRAU GRAU Dauersignal (Ruhiglicht) Blinksignal (2 Hz) Notfall Anzeigeeinrichtungen und Bedienteile eines Prüffeldes turen in Fließbildern durch Kennbuchstaben gemäß DIN 28004 Teil 4 [8] (Tafel ). Bei Einhaltung der o.g. Kennzeichnungspflichten in Anlagen und zugehörigen Dokumentationen sind wesentliche Merkmale im Qualitätssicherungssystem erfüllt. Literatur [1] DIN 31000/ VDE 1000 Allgemeine Leitsätze für das sicherheitsgerechte Gestalten technischer Erzeugnisse. [2] DIN 6779 Teil 1 Kennzeichnungssystematik für technische Produktdokumentation; Grundlagen und Regeln. [3] DIN 40719 Teil 2 Schaltungsunterlagen; Kennzeichnung von elektrischen Betriebsmitteln. [4] Kloust, H.: Schaltpläne und Symbole in der Automatisierungstechnik. Elektropraktiker, Berlin 47(1993) 12, S. 1064-1068. [5] DIN EN 60073/VDE 0199 Codierung von Anzeigegeräten und Bedienteilen und ergänzende Mittel. [6] DIN 48002 Sicherheitsschilder für die Elektrotechnik. [7] DIN 19227 Teil 3 Messen, Steuern, Regeln; Sinnbilder für die Verfahrenstechnik; Zeichen für die funktionelle Darstellung. [8] DIN 28004 Teil 4 Fließbilder verfahrenstechnischer Anlagen; Kurzzeichen. [9] DIN EN 60445 Kennzeichnung der Anschlüsse elektrischer Betriebsmittel und einiger bestimmter Leiter. [10] DIN 40705 Kennzeichnung isolierter und blanker Leiter durch Farben. H. Kloust Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 9 798 Tafel Kennbuchstaben zur Kennzeichnung der Art des Betriebsmittels Kenn- Art des Kenn- Art des buch- Betriebsmittels buch- Betriebsmittels stabe stabe A Baugruppen, Teilbaugruppen N Verstärker, Regler B Umsetzer von nicht elek- P Messgeräte, Prüfeintrischen in elektrische richtungen Größen und umgekehrt C Kondensatoren Q Starkstrom-Schaltgeräte D Binäre Elemente R Widerstände E Verschiedenes S Schalter, Wähler z. B. Beleuchtungs-, Heizungseinr., Lüfter F Schutzeinrichtungen T Transformatoren G Generatoren, Stromversor- U Modulatoren, Umsetzer gungen elektrische in andere elektrische Größe H Meldeeinrichtungen V Halbleiter, Röhren J frei X Klemmen, Stecker, Steckdosen K Relais, Schütze Y elektrisch betätigte, mechanische Einrichtungen L Induktivitäten Z Abschlüsse, Begrenzer Kenn- Apparate, Maschinen, Geräte Armaturen buchstabe A Apparat, Maschine, Ableiter falls nicht zuordenbar (Kondensatableiter) B Behälter, Tank, Silo - C Chemischer Reaktor - D Dampferzeuger, Ofen - F Filter-, Siebapparate Filter, Sieb G Getriebe Schauglas H Hebe-, Förder-, Transport Hahn einrichtungen K Kolonne Klappe M Elektromotor - P Pumpe - R Rührwerk, Mischer Rückschlagarmatur S Schleudermaschine, Zentrifuge Schieber T Trockner - V Verdichter, Ventilator Ventil W Wärmeaustauscher - X Zuteil-, Zerteileinrichtung, sonstige Armatur sonstige Geräte Y Antriebsmaschine Armatur mit Sicher- (außer Elektromotor) heitsfunktion Z Zerkleinerungsmaschine - Tafel Kennbuchstaben für Apparate/Maschinen/Geräte sowie Armaturen
Autor
- H. Kloust
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