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Kaufen oder Mieten?

ep7/2000, 2 Seiten

Bei der Beschaffung von Berufsbekleidung stößt man schnell auf die Frage "Kauf oder Miete?". Hier lässt sich keine pauschale Antwort geben. Vielmehr bedarf es einer betriebsindividuellen Überprüfung, welche Entscheidung die sinnvollere ist. Dabei müssen neben den rein monitären Faktoren eine Reihe von Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.


Betriebsführung Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 7 580 Berufsbekleidung als Bestandteil der Unternehmenskultur Unstrittig ist die Sinnhaftigkeit von Berufsbekleidung an sich. Hauptsächlich vier Gründe sprechen dafür. · Werbeförderung: Wie die Kompetenz der Beratung und die Zuverlässigkeit der erbrachten Leistungen gehört der optische Auftritt eines Unternehmens zu dessen Visitenkarte. Dieser imagebildende Wettbewerbsfaktor umfasst neben dem sauberen Dienstwagen und der einheitlichen Gestaltung von Geschäftspapieren auch die werbewirksame Erscheinung des Personals im Kundenkontakt: idealerweise durch einheitliche Kleidung mit hohem Wiedererkennungswert. · Motivationsförderung: Der Mitarbeiter weiß zu schätzen, dass ihm sein Arbeitgeber funktionale und modisch ansprechende Berufsbekleidung zur Verfügung stellt. Dies stärkt die Identifikation mit dem Betrieb. · Gesundheitsförderung: Wie jede Art von Kleidung sollte auch Berufsbekleidung als „zweite Haut“ verstanden werden. Moderne Textilien bieten bestmöglichen Komfort und Schutz für jede Arbeitssituation. Ob in geschlossenen Arbeitsräumen oder im Freien, bei Trockenheit oder Nässe, bei Hitze oder Kälte - die Kleidung trägt entscheidend zum Wohlbefinden des Mitarbeiters bei. Wissenschaftlich ist nachgewiesen, dass mit entsprechender Berufsbekleidung krankheitsbedingte Ausfallzeiten reduziert werden, und Krankheit kostet mehr als hochwertige Arbeitskleidung. · Leistungsförderung: Funktionale, d.h. auf die spezifischen Berufsgruppen zugeschnittene und praxiserprobte Berufsbekleidung ist geeigneter als Freizeitkleidung, um den Erfordernissen des Arbeitsalltags gerecht zu werden. Spezifische Anforderungen bestimmen die Wahl Die Frage: „Ist es günstiger, Berufsbekleidung zu kaufen oder die Angebote für Mietkleidung vom Dienstleister anzunehmen?“ lässt sich nur in der individuellen Abwägung der Vorteile (Leistungen bzw. Nutzen) gegen Aufwand und Kosten beantworten. Die Entscheidungsfindung erfolgt in zwei Schritten. 1. Schritt: Finanzieller Angebotsvergleich Es sollten sowohl Angebote für Mietkleidung als auch für den Kauf von Berufsbekleidung vorliegen. Diese werden unter gleichen Voraussetzungen (Anzahl Mitarbeiter, Nutzungszeit, Häufigkeit des Kleidungswechsels etc.) gegenübergestellt. Ein Beispiel für einen solchen rein monetären Vergleich stellt Tafel dar. Üblicherweise schneidet die Alternative „Kauf von Berufsbekleidung“ hier besser ab. Nicht unmittelbar in Geld zu beziffernde Vor- und Nachteile sind in einem nächsten Schritt zu bewerten. 2. Schritt: Berücksichtigung nicht monetärer Kosten- und Nutzenfaktoren Der Betrieb muss entscheiden, ob ihm die Serviceangebote von Berufsbekleidungs-Dienstleistern die errechneten Mehrkosten wert sind. Bekleidungsvermieter bringen in erster Linie den Vorteil des geringeren Organisationsaufwandes für den Betrieb. In den Mietpreisen sind die Kosten für Pflege (Reinigungen, Reparaturen) und Austausch bei Änderung von Bekleidungsgrößen (wichtig bei hoher Fluktuation im Personalstamm) enthalten. Für die Entscheidung „Kauf oder Miete“ ist also die Fluktuation der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Hinzu kommt, wie „schmutzintensiv“ die regelmäßig durchzuführenden Arbeiten sind. Mechaniker in einer Kfz-Werkstatt verschmutzen und verschleißen ihre Kleidung sicher häufiger als Mitarbeiter in der Elektroinstallation, im Schaltschrankbau oder im Daten-Netzwerk-Service. In die qualitative Wertung sind weitere Entscheidungskriterien einzubeziehen: · Verträge mit Mietkleidungs-Dienstleistern haben eine übliche Laufzeit von drei Jahren sowie eine Kündigungsfrist von einem Jahr. Können Sie sich diese langfristige Bindung aufgrund Ihrer Betriebsstrukturen leisten? · Die schnelle Eigenwäsche zwischendurch ist oft ausgeschlossen, d.h. Schmutzwäsche kann erst zum turnusmäßigem Abholtermin gegen saubere Kleidung getauscht werden. · Nicht jedes Unternehmen ist willens, zwi-580 Berufsbekleidung Kaufen oder Mieten? Bei der Beschaffung von Berufsbekleidung stößt man schnell auf die Frage „Kauf oder Miete?“. Hier lässt sich keine pauschale Antwort geben. Vielmehr bedarf es einer betriebsindividuellen Überprüfung, welche Entscheidung die sinnvollere ist. Dabei müssen neben den rein monitären Faktoren eine Reihe von Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Tafel Vergleich der Beschaffungskosten zwischen Kauf und Miete Miete (in DM) Kauf (in DM) Latzhose Miete pro Woche 1,80 Kaufpreis 80,00 Arbeitsjacke Miete pro Woche 1,50 Kaufpreis 85,00 Summe 3,30 165,00 5 Mitarbeiter 5 16,50 5 825,00 3 Garnituren je Mitarbeiter 3 49,50 3 2.475,00 + Grundgebühr/ Anfahrtspauschale pro Woche 4,00 Summe 53,50 52 Wochen pro Jahr 52 2.782,00 3 Jahre Vertragslaufzeit 8.346,00 Summe 8.346,00 2.475,00 Differenzbetrag: DM 5.871,00 · Das Beispiel geht von einem mittelgroßen Betrieb mit fünf Mitarbeitern aus. · Für Arbeitsplätze mit niedrigem bis mittlerem „Schmutzgrad“ (z.B. Elektrohandwerke, Transportunternehmen) ist ein wöchentlicher Kleidungswechsel empfehlenswert. Hierzu bedarf es der 3-fach-Ausstattung des Mitarbeiters mit Kleidung: · eine Garnitur wird getragen · eine Garnitur ist in der Wäsche · eine Garnitur hängt sauber im Schrank zum Wechsel nach Bedarf · Mit einer 3-fach Garnitur kommt ein Mitarbeiter der beschriebenen Berufsgruppe etwa 3 Jahre aus. · Verglichen wird Kleidung aus hochwertigem, hautsympatischem und pflegeleichtem Mischgewebe (65% Baumwolle, 35% Kunstfaser, 300 g/m2) Betriebsführung Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 7 581 Jedes handwerkliche Gewerk hat ganz spezielle Anforderungen an den Aufbau und die Funktionalität einer Fahrzeugeinrichtung. Doch bei aller Individualität - wer kann oder will sich schon einen richtigen „Maßanzug“ leisten? Eine Alternative bieten hier die Anbieter modularer Systeme wie Aluca, Bott, Service System, Sortimo oder Würth. Modulare Systeme müssen nicht nur hinsichtlich des Gewerkes flexibel sein. Ein solches System sollte auch in jeden Fahrzeugtyp passen. Hier spielt das Rastermaß des einzubauenden Systems eine große Rolle. Ein Blick in den Katalog genügt meistens schon, um festzustellen, ob Fahrzeug und Einrichtung zueinander passen. Möglich ist heute beinahe alles, deshalb sollte man keine Kompromisse eingehen. Wenn ein Hersteller keine komplette Lösung für einen bestimmten Fahrzeugtyp anbieten kann, der nächste kann es bestimmt. Die Sicherheit ist ebenfalls ein wichtiges Auswahlkriterium. Hier ist auf die Prüfplakette des TÜV zu achten. Alle gängigen Hersteller haben diese jedoch zu bieten. Zusätzlich kann man bei einigen Marken ein Crashtest-Protokoll einsehen (z.B. bei Bott und Sortimo). Das Gewicht einer Fahrzeugeinrichtung kann erheblich sein. Die Frage „Alu oder Stahl“ zu stellen, schützt da oft vor unangenehmen Überraschungen. Sehr hilfreich ist das Angebot mancher Anbieter für ein CAD-gestütztes Beratungsprogramm. Hier wird vorher ein virtueller „Maßanzug“ erstellt. R. Lüders schenzeitlich die Schmutzwäsche seiner Mitarbeiter im Betrieb bis zum Abholen durch den Dienstleister zwischenzulagern. · Nur bei der Kauflösung ist gewährleistet, dass jeder Mitarbeiter neue, nicht gebrauchte bzw. wieder aufbereitete Kleidung erhält, die in Stoffqualität und Ausstattung seinem Berufsbild entspricht. · Anbieter für Mietkleidung richten ihr Angebot in der Regel branchenneutral aus. So sind häufig weitere berufsspezifische Spezialartikel (z.B. besonderer Gesichts- und Gehörschutz, Sicherheitsartikel) woanders zu beziehen. Die meisten Handwerksbetriebe in Deutschland verfahren bei Handwerkzeugen, Werkzeugmaschinen und Betriebsausstattungen wie folgt: Das Unternehmen schafft die Ausrüstungen an, der Mitarbeiter hat für Gebrauchsfähigkeit zu sorgen bzw. für Verlust und fahrlässige Beschädigung zu haften. Diese Grundregel empfiehlt sich auch für Berufsbekleidung. Das Unternehmen kauft für den Mitarbeiter die erforderliche Anzahl von Kleidungsstücken, die dieser dann in Eigenverantwortung in Schuss hält. Diese Sorgfaltspflicht kann als Gegenleistung wohl von jedermann verlangt werden, wenn schon der Betrieb die Arbeitskleidung kostenlos bereitstellt, zumal der Reparatur- und Pflegeaufwand bei Handwerken mit „geringem Verschmutzungsgrad“ sehr gering ist, nicht zuletzt Dank moderner Textilien, die heute eine problemlose Reinigung von Berufsbekleidung erlauben (waschmaschinengeeignet bis mindestens 60°C, trocknergeeignet, häufig bügelfrei). Angebote für funktionale und qualitativ hochwertige, in den Strapazen des Arbeitsalltags bestehende Arbeitskleidung gibt es viele. Letztlich kann ein Betrieb nur für sich entscheiden, ob ein mehrjähriger Dienstleistungsvertrag für Mietbekleidung vorteilhaft für ihn ist oder ob sich mit seinen Rahmenbedingungen (Verschmutzung, Verschleiß, Organisation und Liquidität) der Kauf von Berufsbekleidung nicht rechnet. H. Quirl Maßanzüge zu Standardpreisen Die Wahl der Fahrzeugeinrichtung wird maßgeblich von den individuellen Arbeitserfordernissen beeinflusst. Doch Maßanfertigungen haben ihren Preis. Modulare Systeme bieten eine vernünftige Alternative. Modulare Fahrzeugeinrichtungen ermöglichen maßgeschneiderte Lösungen zu vernünftigen Kosten Foto: Service System

Autor
  • H. Quirl
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