Elektrotechnik
Kabelkennzeichnung in Kläranlagen
ep7/2005, 2 Seiten
auf achten muss, dass die Geräte nicht (nur) einzeln für sich, sondern (auch) als System der Wiederholungsprüfung unterzogen werden. Literatur [1] DIN VDE 0702.2004-06 Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte. [2] EN 60 950-1 (VDE 0805-1):2003-03 Einrichtungen der Informationstechnik - Sicherheit; Allgemeine Anforderungen. K. Bödeker Kabelkennzeichnung in Kläranlagen ? Wir beaufsichtigen und überprüfen den Bau neuer Kläranlagen. Wie und wo müssen die Kabel bezeichnet werden? Sind auch die Kabel für die Hausanschlusstechnik zu bezeichnen? Die den Bau der Anlage ausführende Firma bezieht auch fertige Elemente von anderen Firmen, z. B. eine Rechenanlage. Jedoch sind die Kabel an dieser Anlage nicht bezeichnet. Ist dieses notwendig? ! Die Kennzeichnung elektrischer Betriebsmittel (bisher Betriebsmittelkennzeichnung nach DIN 40719 Teil 2/IEC 750, nun als Referenzkennzeichen nach EN 61346-2 benannt) ist eine Forderung, die · sowohl in der Errichtungsbestimmung, z. B im Abschnitt 514.2 von DIN VDE 0100-510 (VDE 0100 Teil 510):1997-01 - die dem HD 384.5.51 entspricht · sowie im Abschnitt 4.4 von DIN VDE 0100-729 (VDE 0100 Teil 729):1986-11 · als auch in der Bestimmung für das Ausrüsten elektrischer Maschinen im Abschnitt 17.5 von DIN EN 60 204-1 (VDE 0113 Teil 1):1998-11 enthalten ist. Kläranlagen gehören zum Anwendungsbereich der DIN EN 60 204-1 (VDE 0113 Teil 1). Als Kennbuchstabe für Kabel/Leitungen ist ein „W“ festgelegt mit der Möglichkeit, durch nachfolgende Zahlen eine Unterscheidung vorzunehmen. Bei größeren Anlagen wird auch noch ein Funktionskennzeichen und ein Ortskennzeichen mit verwendet. Die Kennzeichnung der Kabel muss in unmittelbarer Nähe ihrer Anschlussstellen vorgenommen werden; diese Kennzeichnung muss auch in der technischen Dokumentation enthalten sein. Üblicherweise werden hierzu Klebebänder verwendet, zum Teil aber auch Aufsteckhülsen. Detaillierte Festlegungen in den Normen gibt es hierzu nicht. Wenn Sie unter „Kabel für die Hausanschlusstechnik“ die normale Hausinstallation verstehen, dann gilt, dass auch diese Kabel/Leitungen gekennzeichnet werden müssen. Ausgenommen bei einfachen und übersichtlichen Anlagen, bei denen die Kabel/Leitungen verfolgt werden können. In der normalen Hausinstallation ist diese Übersichtlichkeit meist Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 7 gegeben, so dass nicht zusätzlich gekennzeichnet werden muss. Beispielsweise braucht auch das Kabel des Netzbetreibers nicht gekennzeichnet zu werden. Auf die Kennzeichnung darf auch verzichtet werden, wenn z. B. nur ein Motorkabel und ggf. ein Steuerkabel aus einem Verteiler herausführen. Wichtig ist, dass die Zuordnung der Kabel und Leitungen zu den Überstrom-Schutzeinrichtungen erkennbar ist. Für die Kabel der Rechenanlagen gilt ebenfalls die Kennzeichnungspflicht für die Kabel/Leitungen, es sei denn, die Übersichtlichkeit ist gegeben. Eine zusätzliche Kennzeichnung der Schalter, Steckdosen und Leuchten bzw. anderer fest angeschlossener Betriebsmittel/Verbrauchsmittel ist in der Haus-/Gebäudeinstallation nicht gefordert, ausgenommen bei Sicherheitsstromkreisen. W. Hörmann Neue Aderfarben für Kabel und Leitungen ? In [1] wird ausgesagt, dass VDE 0293 Teil 308 [2] ab April 2006 zwingend anzuwenden ist für Kabel und Leitungen für Gleichstromanwendungen. Dazu eine Frage: Eine noch existierende Elektroinstallation als Zuleitung, AC 230 V, für Kommunikationsanlagen, NYM-I 3 x 1,5mm2, mit den Aderfarben Blau, Schwarz, Grün/Gelb, soll, damit die Investitionskosten gering gehalten werden, als Zuleitung, DC 48 V, für Kommunikationseinrichtungen verwendet werden. Gemäß der in [1] aufgeführten Tafel müssten die Farben Blau und Braun verwendet werden. Wenn sich ein Projekt jetzt noch schnell realisieren lassen würde, könnte man die Aderfarben Blau und Schwarz verwenden. Zieht sich aber das Projekt bis 2006 hin, Genehmigungen usw., müssen die Aderfarben Blau und Braun sein. Aus Kostengründen könnte dann das Projekt wieder scheitern. Muss das so gesehen werden? ! Vorweggesagt, bezüglich der Anwendung in Gleichstromanlagen haben Sie etwas missverstanden. Der Autor hat extra - wie es auch in der Norm selbst der Fall ist - darauf hingewiesen, dass diese Norm nicht für Gleichstromanwendungen anzuwenden ist. Außerdem brauchen Sie keine Angst zu haben, Ihre „alten“ Kabel müssen Sie nicht wegwerfen. Das zitierte HD (Europäisches Harmonisierungsdokument) - veröffentlicht als DIN VDE 0293-308 (VDE 0293 Teil 308) - ist für das Errichten elektrischer Anlagen nur bedingt relevant, da DIN VDE 0293-308 (VDE 0293 Teil 308) eine Norm ist, die in erster Linie für die Kabelhersteller zutreffend ist. In den Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) gibt es keinen Bezug auf diese Norm (DIN VDE 0293-308 (VDE 0293 Teil 308)). Im Abschnitt 514.3 von DIN VDE 0100-510 (VDE 0100 Teil 510):1997-01 gibt es bezüglich zulässiger Leiterfarben - durch den Bezug auf DIN VDE 0198 (VDE 0198) - nur qualifizierte Aussagen zur farblichen Kennzeichnung von Schutz- und Neutralleitern. Für Außenleiter gibt es in dieser Norm zz. nur eine Empfehlung für Schwarz und Braun. Herstellung und Vertrieb. Da DIN VDE 0293-308 (VDE 0293 Teil 308) für die Herstellung von Kabel und Leitungen anzuwenden ist, dürfen ab April 2006 keine Kabel und Leitungen mehr mit den bisherigen Leiterfarben hergestellt und verkauft werden. Die Verwendung solcher Kabel und Leitungen ist aber, anders als in [1] dargelegt, auch nach dem 1. April 2006 noch zulässig. Das heißt, „Reservebestände“ dürfen aufgebraucht werden. Dies ergibt sich aus den Erläuterungen zum Abschnitt 511 von DIN VDE 0100-510 (VDE 0100 Teil 510):1997-01. Im normativen Teil von DIN VDE 0100-510 (VDE 0100 Teil 510) ist im Abschnitt 511 folgendes festgelegt: „Die Betriebsmittel müssen den einschlägigen IEC-Normen und, wenn anwendbar, den ISO-Normen entsprechen. Wenn keine IEC- oder ISO-Normen anwendbar sind, müssen die betreffenden Betriebsmittel nach besonderer Vereinbarung zwischen dem Auftraggeber der Anlage und dem Errichter ausgewählt und errichtet werden.“ Dieser Abschnitt wurde durch Abschnitt 133.1 von DIN VDE 0100-100 (VDE 0100 Teil 100): 2002-08 präzisiert, da es in Deutschland (und auch in Europa) nicht zutreffend ist, dass Betriebsmittel nach IEC-Publikationen hergestellt werden, sondern in überwiegenden Fällen nach Europäischen Normen (EN) und Harmonisierungsdokumenten (HD), die aber vielfach auf IEC-Publikationen basieren. Im Abschnitt 133.1 von DIN VDE 0100-100 (VDE 0100 Teil 100) ist nun folgendes festgelegt: „Elektrische Betriebsmittel müssen den zutreffenden Europäischen Normen (EN oder HD) oder der nationalen harmonisierten Norm entsprechen. Wenn Europäische Normen (EN oder HD) nicht existieren, müssen die Betriebsmittel den zutreffenden nationalen Normen entsprechen. In allen anderen Fällen sollte auf entsprechende IEC-Normen oder entsprechende nationale Normen eines anderen Landes verwiesen werden.“ In den Erläuterungen zu DIN VDE 0100-510 (VDE 0100 Teil 510) wurden beide Festlegungen (entsprechende Aussagen gibt es auch im Beiblatt 1 zu DIN VDE 0100-510 (VDE 0100 Teil 510)) wie folgt präzisiert: „Die Betriebsmittel müssen somit den einschlägigen DIN-Normen und VDE-Bestimmungen entsprechen, also · zur Zeit der Herstellung normgerecht gewesen sein und · es darf bei der Auswahl kein Widerspruch zu anderen Festlegungen der geltenden DIN VDE 0100 (VDE 0100) bestehen.“ Daraus ergibt sich, dass Betriebsmittel, die zum Zeitpunkt ihrer Herstellung nach gültigen Normen hergestellt wurden, auch für Neuanlagen weiterverwendet werden dürfen. Nur eine weitere Herstellung ist nicht mehr erlaubt, wenn sich die betreffende Norm geändert hat. Allerdings dürfen solche „alten“ Betriebsmittel nicht gegen relevante Sicherheitsfestlegungen in neueren Normen verstoßen. Ein solcher Verstoß wäre nach meiner Meinung z. B. gegeben, wenn das Kabel, die Leitung ohne grün-gelb isolierten Schutzleiter ausgeführt wäre, aber ein Schutzleiter benötigt wird. Außerdem sei noch darauf hingewiesen, dass es sich nicht, wie in [1] angeführt, um eine internationale Norm handelt, sondern „nur“ um ein Europäisches Harmonisierungsdokument (HD). Somit gibt es auch weiterhin keine einheitliche Farbgebung für Kabel und Leitungen. HDs gelten nur in den CENELEC-Ländern und müssen von diesen Ländern auch nur sachlich übernommen werden. Somit wird es auch weiterhin noch gewisse Unterschiede in Europa geben. Literatur [1] Kloust, H.: Leseranfrage „Neue Farbkennzeichnung für Kabel und Leitungen“. Elektropraktiker, Berlin 58(2004)2, S. 104-106. [2] DIN VDE 0293 Teil 308:2003-01 Kennzeichnung der Adern von Kabeln und Leitungen und flexiblen Leitungen durch Farben. W. Hörmann Gleichzeitig Brand-und Alarmanlage ? Eine Brandmeldeanlage (BMA) soll gleichzeitig der Alarmierung dienen. Sie ist damit im Sinne der MLAR vom März 2000 eine BMA und zusätzlich auch eine Anlage zur Alarmierung und Erteilung von Anweisungen an Besucher und Beschäftigte (ELA-Anlage) und muss im Brandfall 30 Minuten funktionsfähig sein. Die Anlage soll mehrere Brandabschnitte versorgen. Das heißt, die Ausnahmen bzgl. Funktionserhalt nach Abschnitt 5.2.2 für ELA-Anlagen sind nicht anwendbar. Muss für die BM-Zentrale (= ELA-Zentrale) Funktionserhalt gemäß Abschnitt 5.1.2 der MLAR realisiert werden: · Aufstellung der BMZ in einem eigenen, für andere Zwecke nicht genutzten Raum mit F-30-Wänden und -Decken oder · Einhausung der BMZ mit F-30-Bauteilen oder · Einsatz einer BMZ in E 30 nach DIN 4102 Teil 12 ? ! Sie rühren an einer Thematik, um die immer wieder ein Bogen gemacht wird. Die folgenden Ausführungen werden sicher nicht die Meinung aller Leser treffen, dies ist nahezu ausgeschlossen. Man kann also schon jetzt mit Einsprüchen rechnen. Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 7 520 LESERANFRAGEN
Autor
- W. Hörmann
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