Installationstechnik
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Elektrotechnik
Installation und Luftdichtheit
ep9/2009, 6 Seiten
Luftdichtheit - ein Qualitätsmerkmal Energieeffiziente Gebäude erfordern neben einem sehr guten baulichen Wärmeschutz (Wärmedämmung) eine ausreichende Luftdichtheit, um unnötige Wärmeverluste durch Fugenlüftung zu vermeiden. Selbstverständlich muss jedes Gebäude abhängig von seiner Nutzung ausreichend gelüftet werden, aber Fugenlüftung ist dafür nicht geeignet: · Beim Ausströmen von Raumluft durch Gebäudeundichtheiten besteht die Gefahr, dass Wasserdampf kondensiert, sodass Schimmel entsteht oder das Bauteil durchfeuchtet wird (Bild ). · An windstillen und milden Tagen reicht der Luftaustausch durch Fugenlüftung nicht aus. · An windigen oder kalten Tagen zieht es im Bereich von Undichtheiten. Die Raumluft wird zu trocken, weil der Luftaustausch zu groß ist. · An windigen oder kalten Tagen ist der Luftaustausch unnötig hoch. Heizenergie wird somit verschwendet. · Luftundichtheiten beeinträchtigen den Schallschutz gegenüber Außenlärm sowie zwischen verschiedenen Wohnungen. Eine luftdichte Bauweise vermeidet die genannten Nachteile und stellt deshalb ein Qualitätsmerkmal dar. Luftdichtheit und Lüftung Der notwendige Luftaustausch zur Abfuhr von Feuchtigkeit, CO2 und Gerüchen muss bei den meisten Häusern durch regelmäßiges Lüften über geöffnete Fenster herbeigeführt werden. Der Nachteil der Fensterlüftung besteht darin, dass diese die Anwesenheit eines tätigen Nutzers voraussetzt - zumindest während der Schlafenszeit findet keine Stoßlüftung statt. Demgegenüber haben mechanische Lüftungsanlagen den Vorteil, dass sie kontinuierlich den gewünschten Luftaustausch sicherstellen. 2.1 Abluftanlagen Ein Ventilator führt aus den Räumen Luft ab, in denen besonders viel Feuchtigkeit und Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 9 709 Installationstechnik FÜR DIE PRAXIS Installation und Luftdichtheit J. Zeller, Biberach Mit zunehmend besserem baulichem Wärmeschutz und dem vermehrten Einsatz von Lüftungsanlagen wird die Luftdichtheit von Gebäuden immer wichtiger. Der folgende Artikel soll dazu beitragen, Luftundichtheiten im Bereich der Elektroinstallation zu vermeiden. Das Augenmerk soll dabei auch auf die Planung der Luftdichtheit und die Gewerkekoordination gerichtet werden. Autor Dipl.-Phys. Joachim Zeller ist freiberuflich als Berater, Fachplaner und Gutachter im Bereich energieeffiziente Gebäude tätig. Im DIN-Ausschuss „Luftdichtheit“ arbeitet er als stellvertretender Obmann mit, Biberach. Schimmelbildung durch ausströmende feuchtwarme Raumluft im Bereich der Decke über einem Bad im Dachgeschoss Foto: Zeller Foto einer eingebauten so genannten Blower door Foto: Blower Door Gmb H Jetzt bestellen! Einzige umfassende Dokumentation Schaltanlagen berechnen und entwerfen Diese beispiellose Darstellung stellt das Fachgebiet aktuell und umfassend vor. Anhand der Mittelspannungsschaltanlage werden die wesentlichen Aspekte moderner Mittelspannungstechnik dargelegt. Das betrifft einerseits das Zusammenwachsen und -wirken ursprünglich separater Bauteile, andererseits grundsätzliche physikalische und technische Betrachtungen. Diese vollständig überarbeitete Ausgabe berücksichtigt das aktuelle Normen- und Vorschriftenwerk. 2., aktual. u. erw. Aufl., 312 S., 225 Abb., 70 Tafeln, Hardcover, Bestell-Nr. 3-341-01495-0, 68,00 Ich bestelle zur Lieferung gegen Rechnung zzgl. Versandspesen zu den mir bekannten Geschäftsbedingungen beim huss-shop, HUSS-MEDIEN Gmb H, 10400 Berlin Expl. Bestell-Nr. Autor/Titel /Stück 3-341-01495-0 Böhme, Mittelspannungstechnik 68,00 KUNDEN-NR. (siehe Adressaufkleber oder letzte Warenrechnung) Firma/Name, Vorname Branche/Position/z. Hd. Telefon/Fax E-Mail Straße, Nr./Postfach Land/PLZ/Ort Datum/Unterschrift ep0909 HUSS-MEDIEN Gmb H 10400 Berlin Direkt-Bestell-Service: Tel. 030 42151-325 · Fax 030 42151-468 E-Mail: bestellung@huss-shop.de www.huss-shop.de Preisänderungen und Liefer möglichkeiten vorbehalten TIPP Gerüche freigesetzt werden: Bad, WC und Küche. Dies führt zu einem leichten Unterdruck in der Wohnung. Außenluft strömt durch so genannte Außenwandluftdurchlässe, die in Außenwände oder Fenster eingebaut sind, in Wohn- und Schlafräume nach. Eine luftdichte Gebäudehülle ist bei diesem Anlagentyp notwendig, damit die Außenluft über die geplanten Außenwandluftdurchlässe und nicht durch die zufällig über die Gebäudehülle verteilten Undichtheiten nachströmt. Undichtheiten in den Ablufträumen oder dem Flur beispielsweise mindern die Luftzufuhr zu Wohn- und Schlafräumen. 2.2 Zu-Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung Bei Zu-Abluftanlagen mit einer Wärmerückgewinnung gibt es einen zweiten Ventilator, der den Wohn- und Schlafräumen frische Luft zuführt. Dabei werden jedoch Zu- und Abluft in einem Wärmetauscher (beispielsweise Plattenwärmetauscher) so aneinander vorbeigeführt, dass die Wärme aus der Abluft die Zuluft erwärmt. Auf diese Weise werden die Lüftungswärmeverluste verringert und die Zuluft wird auf angenehmere Temperaturen vorgewärmt. Luftundichtheiten in einer Wohnung mit Zu-Abluftanlage haben einen zusätzlichen Luftaustausch zur Folge. Dieser wirkt sich energetisch besonders ungünstig aus, weil es bei der Fugenlüftung im Gegensatz zur Lüftung über die Anlage keine Wärmerückgewinnung gibt. Die Investition in die Anlage mit Wärmerückgewinnung rentiert sich daher umso mehr, je dichter die Gebäudehülle ist. Der „Blower-door-Test“ 3.1 Allgemein Die Dichtheit eines Gebäudes kann geprüft werden durch eine Luftdurchlässigkeitsmessung, nach dem verwendeten Messgerät oft als „Blower-door-Test“ bezeichnet. Dabei wird mit einem Gebläse im Gebäude ein Unter- oder Überdruck gegenüber außen erzeugt. Die Drehzahl des Gebläses wird so gewählt, dass sich der gewünschte Differenzdruck (10 bis 100 Pa) einstellt. Der vom Gebläse geförderte Luftmassenstrom wird gemessen. Er ist gleich groß wie der Massenstrom, der gleichzeitig durch Undichtheiten in der Gebäudehülle strömt. Somit ist er ein Maß für die Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle. Diese Messung führt man bei Unter- und Überdruck bei unterschiedlichen Beträgen des Differenzdrucks aus. Durch Ausgleichsrechnung erhält man den Volumenstrom bei 50 Pa, in der einschlägigen Norm DIN EN 13829 [1] Leckagestrom genannt. 3.2 Blower door Meist wird für die Messung eine „Blower door“ verwendet (Bild ). Dabei wird ein Nylontuch mithilfe eines verstellbaren Rahmens luftdicht in eine Eingangs- oder Terrassentür eingespannt. Eine Öffnung im Tuch mit einem elastischen Kragen erlaubt den luftdichten Einbau des Gebläses. Zur Messung des Volumenstroms ist die saugseitige Öffnung des Gebläses als Messdüse ausgebildet. 3.3 Luftwechselrate bei 50 Pascal Dividiert man den Leckagestrom durch das lichte Gebäudevolumen, so erhält man die Luftwechselrate bei 50 Pa (n50). Diese Kenn- Lufteintritt an einer Steckdose, in diesem Fall aus einer Installationswand Foto: Zeller 50 Pascal sind Die Bezugsdruckdifferenz von 50 Pa ist so gewählt, dass in der Regel die wetterbedingten Druckdifferenzen demgegenüber vernachlässigbar sind. Der Druck ist aber auch so klein, dass keine Schäden am Gebäude zu befürchten sind. Ein Druck von 50 Pa entspricht: · 50 N/m2 = 5 kp/m2 (umgangssprachlich: fünf Kilo je Quadratmeter), · dem Staudruck von Wind mit 33 km/h = 9 m/s bzw. Windstärke 5, · 5 mm Wassersäule, · einem Zweitausendstel des Luftdrucks von 1013 hPa = 101300 Pa, · der Druckdifferenz, die man erfährt, wenn man zwei Stockwerke nach oben steigt. FÜR DIE PRAXIS Installationstechnik Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 9 711 größe ist sowohl in Deutschland als auch international gebräuchlich. Der Begriff „Luftwechselrate“ birgt die Gefahr von Verwechslungen. Die Fugenluftwechselrate unter natürlichen Wetterbedingungen beträgt beispielsweise wegen der kleineren Drücke je nach Wetter nur etwa ein Viertel bis ein Vierzigstel der Luftwechselrate bei 50 Pa - im Mittel über die Heizperiode liegt sie bei rund einem Fünfzehntel. 3.4 Lecksuche Bei 50 Pa Unterdruck werden Fugen, Anschlüsse und Durchdringungen mit einem Luftgeschwindigkeitsmessgerät (Thermoanemometer) oder mit der Hand abgesucht. In einem beheizten Gebäude können Lecks bei kaltem Wetter auch mit der Thermografiekamera lokalisiert und dokumentiert werden. Dieses Verfahren ist vor allem dann hilfreich, wenn z. B. wegen großer Raumhöhen Außenbauteile nicht mit der Hand erreicht werden können, wenn große Flächen abgesucht werden müssen oder wenn die Ergebnisse z. B. für ein Gerichtsverfahren anschaulich dargestellt werden sollen. Gelegentlich werden auch Rauchröhrchen („rauchende“ Schwefelsäure) zur Lecksuche eingesetzt. In den seltenen Fällen, in denen die Luftdichtung von außen zugänglich ist, können die Lecks von außen lokalisiert werden, indem innen bei Überdruck Nebel freigesetzt wird. 3.5 Typische Lufteintrittstellen Beim „Blower-door-Test“ findet sich immer wieder ein Lufteintritt an Stellen, die mit der Elektroinstallation im Zusammenhang stehen: an Steckdosen (Bild ), insbesondere bei Antennensteckdosen, an Lichtschaltern, an Sicherungskästen und an Kabeldurchführungen z. B. zum Keller oder durch das Dach. Um die Verantwortlichkeiten zu verstehen und Undichtheiten vermeiden zu können ist es wichtig, die eigentliche Ursache, die Undichtheit in der luftdichten Bauteilschicht, von der Auswirkung, dem Lufteintritt in den Raum zu unterscheiden. Beispielsweise kann Lufteintritt aus einem in einen Installationsschacht eingebauten Sicherungskasten dadurch verursacht werden, dass der Schacht im Bereich der Kellerdecke oder am Anschluss ans Dach nicht ausreichend abgedichtet wurde. Der Sicherungskasten hat dann nichts mit der Luftundichtheit zu tun, sondern stellt nur eine der Stellen dar, an denen der Fehler erkennbar wird. 3.6 In welchen Fällen die Messung vorgeschrieben oder zu empfehlen ist Die EnEV bietet die Möglichkeit, im Nachweis verminderte Lüftungswärmeverluste anzusetzen, sofern eine „Dichtheitsprüfung“ vorgesehen ist. In folgenden Fällen ist deshalb der messtechnische Nachweis erforderlich: · Bei Wohngebäuden, in denen eine Lüftungsanlage angerechnet wird. · Bei Wohngebäuden, bei denen verminderte Lüftungswärmeverluste angesetzt werden. · Wenn beim Nachweis nach DIN V 18599-2 [2] die Dichtheitskategorie I angesetzt wird. Auch bei Passivhäusern ist eine Luftdichtheitsprüfung unerlässlich, um sicherzustellen, dass das Ziel dieses Standards tatsächlich erreicht wurde. Für alle anderen Gebäude mit Lüftungsanlage ist die Messung dringend zu empfehlen. Anforderungen Die Grenzwerte für die Luftdurchlässigkeit von Neubauten sind in Anlage 4 der alten Energieeinsparverordnung EnEV 2007 [3] angegeben. Die neue Verordnung von 2009 [4] nennt keine Grenzwerte, da sie nur die Änderungen gegenüber der Vorgängerversion enthält. Nach dieser darf „der nach DIN EN 13829:2001-02 bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa gemessene Volumenstrom - bezogen auf das beheizte oder gekühlte Luftvolumen - bei Gebäuden · ohne raumlufttechnische Anlagen 3,0 h-1 und · mit raumlufttechnischen Anlagen 1,5 h-1 nicht überschreiten“. Die Grenzwerte bestehen in dieser Höhe seit Juli 1998. Sie gelten gleichermaßen für Wohnwie Nichtwohngebäude. Strengere Grenzwerte für n50 gelten für besonders energieeffiziente Standards: · Niedrigenergiehaus mit RAL-Gütezeichen Niedrigenergiebauweise [5]: 1,0 h-1; · qualitätsgeprüftes Passivhaus [6] und Passivhaus mit RAL-Gütezeichen: 0,6 h-1. Qualitativ fordert die Energieeinsparverordnung in § 6, dass die „wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist“. Ähnliche Anforderungen gibt es auch im Teil 2 der DIN 4108 [7]. DIN 4108, Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden 5.1 Anforderungen Im Januar 2009 erschien die Neuausgabe der DIN 4108, Teil 7 als Entwurf [8]. Dieser Normentwurf verweist auf die quantitativen Anforderungen der EnEV, empfiehlt aber bei Gebäuden mit Lüftungsanlage eine höhere Dichtheit, nämlich eine maximale Luftwechselrate bei 50 Pa von n50 = 1,0 h-1. Dieser strengere Grenzwert lässt sich auch rechnerisch begründen [9]. Neben den empfohlenen Höchstwerten findet sich im Normentwurf folgender Warnhinweis: „Selbst bei Einhaltung der oben genannten Grenzwerte sind lokale Fehlstellen in der Luftdichtheitsschicht möglich, die zu Feuchteschäden durch Konvektion führen können. Die Jetzt bestellen! EIB-Basiswissen Ich bestelle zur Lieferung gegen Rechnung zzgl. Versandspesen zu den mir bekannten Geschäftsbedingungen beim huss-shop, HUSS-MEDIEN Gmb H, 10400 Berlin Expl. Bestell-Nr. Titel /Stück 3-341-01540-7 Frank, EIB/KNX 29,80 KUNDEN-NR. 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Planer und Bauleiter stehen somit neben den Ausführenden mit in der Verantwortung. Im Hinblick auf die Elektroplanung findet man folgende Anmerkung: „Beispielsweise ist es sinnvoll, abgesehen von den Leitungen nach außen, die gesamte Elektroinstallation innerhalb der luftdichten Gebäudehülle zu führen.“ Die folgenden Kapitel nennen geeignete Materialien für die Luftdichtheitsschicht und geben Hinweise für deren Verarbeitung. Das umfangreiche letzte Kapitel enthält Prinzipskizzen für luftdichte Anschlüsse und Durchdringungen. Hier wurde erstmalig ein Bild aufgenommen, das auch die Elektroinstallation zeigt: die luftdichte Installationsdurchführung durch eine Kellerdecke (Das Bild in der Norm zeigt die in Bild dargestellte Situation.). Auch wenn die Elektroinstallation in der Norm nur in Einzelfällen erwähnt oder bildlich dargestellt ist, so lassen sich doch einige der Prinzipskizzen auch auf die Elektroinstallation übertragen. Dies entspricht dem Sinn der Norm, die ausdrücklich darauf hinweist, dass „andere Lösungen zulässig sind, wenn das Prinzip der Luftdichtheit eingehalten wird“. Grundlagen luftdichten Bauens 6.1 Lückenlose luftdichte Gebäudehülle Es ist Aufgabe des Architekten, eine luftdichte Gebäudehülle zu planen, die das gesamte Gebäude lückenlos umschließt. Im Mehrfamilienhaus hat die Luftdichtungshülle außerdem den Zweck, die einzelnen Wohnungen untereinander und vom Treppenhaus luftdicht zu trennen [10]. Für jedes Bauteil wird festgelegt, welche Materialschicht die Funktion der Luftdichtung übernimmt. Meist liegt diese raumseitig der Wärmedämmung. Üblicherweise wird im Massivbau der Innenputz als Luftdichtung herangezogen, im Leichtbau dienen Folien, spezielle armierte Baupappen oder Plattenwerkstoffe wie OSB-Platten als Luftdichtung. Für das Elektrohandwerk ist es wichtig, die Luftdichtheitsschicht jedes Bauteils zu kennen. Nicht immer ist das offensichtlich, gegebenenfalls muss die Lage der Luftdichtung beim Bauleiter erfragt werden: · Bei einer Altbausanierung mit Außendämmung wird oft der noch vorhandene alte Außenputz als Luftdichtheitsschicht verwendet, weil auf der Raumseite des Mauerwerks (z. B. wegen vorhandener Holzbalkendecken) eine lückenlose Luftdichtung nicht mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann. · Im Leichtbau gibt es Konzepte, bei denen nicht die Dampfbremsfolie, sondern die raumseitige Gipskartonbeplankung die Funktion der Luftdichtheitsschicht übernimmt. 6.2 Durchdringungen vermeiden Durchdringungen der luftdichten Bauteilschicht sollten soweit möglich vermieden werden. Im Leichtbau beispielsweise lässt sich durch eine „Installationsebene“ zwischen der Luftdichtung und der raumseitigen Gipskarton-Verkleidung ein Großteil der Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallation ohne Durchdringung der Luftdichtung verlegen. Im Massivbau sollten die Installationswände in Bädern und WCs mit einem Putzauftrag oder Glattstrich versehen werden, bevor die Sanitärarbeiten ausgeführt werden, weil ein nachträgliches Abdichten in der Ebene der Vorwand spätestens an der Taste für die WC-Spülung scheitert. 6.3 Anschlüsse und verbleibende Durchdringungen planen Alle Luftdichtungsanschlüsse und -durchdringungen, die nicht vermieden werden, müssen geplant werden. Anschlüsse, über die erst auf der Baustelle entschieden wird, führen häufig zu Behelfslösungen und in der Folge zu Leckagen. Bei der Planung ist die Gewerkefolge auch im Hinblick auf die Luftdichtung abzustimmen. Bei Durchdringungen muss festgelegt werden, welches Gewerk den Luftdichtungsanschluss herstellt. In der Regel empfiehlt es sich, dass der Elektriker beispielsweise die Abdichtung zwischen Leerrohr und Kabel ausführt, während der Trockenbauer das Leerrohr luftdicht an die Luftdichtungsbahn anschließt. Darüber hinaus hat es sich bewährt, dass der Trockenbauer für den Elektriker eine Rolle flexibles Luftdichtungsklebeband zurücklässt, sodass dieser einzelne Durchdringungen selbst fertigstellen kann. Luftdichtheit und Elektroinstallation 7.1 Allgemein Durchdringungen der Luftdichtheitsschicht, zum Beispiel durch Elektroinstallationen, müssen abgedichtet werden. Prinzipiell erfordert dies ausreichend Abstand von angrenzenden Bauteilen. Kabeldurchführungen nach außen sollten deshalb mit Abstand zur Raumecke angebracht werden, Luftdichtungsfolien nicht bis zum Anschluss an das angrenzende Bauteil aufgeschnitten werden. Armdicke Kabelbündel können in der Praxis nicht luftdicht abgedichtet werden, weil zwischen den Kabeln immer Hohlräume bleiben. Es empfiehlt sich daher, statt vieler Kabel mit wenigen Adern wenige vieladrige Kabel zwi- Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 9 712 FÜR DIE PRAXIS Installationstechnik megacom ist ein deutscher Hersteller für Dementen-Schutz-Systeme kompatibel mit allen gängigen Schwesternrufanlagen, fertig programmiert, zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Nähere Infos unter Telefon 04191 90850 oder www.megacom-gmbh.de Anzeige Luftdichte Installationsdurchführung durch eine Kellerdecke ohne Brandschutzanforderungen Quelle: FLiB e.V. Kassel Abdichtung zwischen Leerrohr und Leitungen mit einem flexiblen Luftdichtungsklebeband (sollte ggf. vom Trockenbauer geliefert werden) Foto: Zeller schen innen und außen zu verwenden. Wo mehrere Kabel an der gleichen Stelle die Luftdichtheitsschicht durchdringen, müssen sie mit ausreichend Abstand untereinander verlegt werden, um eine funktionierende Abdichtung zu ermöglichen. Werden Leerrohre verwendet, muss nicht nur das Leerrohr im Bereich der Durchdringung an die Luftdichtheitsschicht angeschlossen werden, sondern es müssen auch die Leitungen gegen das Leerrohr dicht angeschlossen werden, z. B. mit Schrumpfband oder mit flexiblem Luftdichtungsklebeband (Bild ). 7.2 Massivbau Im Neubau ist meist der Innenputz die Luftdichtheitsschicht. Jede Dose in einer Außenwand stellt somit eine Durchdringung dar. Unterputzdosen müssen deshalb entweder satt eingegipst werden, oder es müssen luftdichte Dosen verwendet werden. Besonders wichtig ist dies bei Mauerwerk aus gelochten Steinen, z. B. bei Ziegelmauerwerk und bei Dosen im Bereich von Mauerwerksfugen. Leitungen, die auf dem Rohfußboden verlegt werden, sollten mit so viel Abstand zu Außenwänden geführt werden, dass der Putz bis zum Rohfußboden aufgebracht werden kann. Einzelne Kabel, die die Außenwand durchdringen (z. B. für elektrische Rollläden oder Jalousien), müssen ringsum eingeputzt werden. Installationen im Bereich von Deckendurchbrüchen müssen mit ausreichend Abstand verlegt und mit feinkörnigem Beton verfüllt werden (Bild ). Mineralfaser ist nicht dicht, deshalb reicht es nicht, den Durchbruch auszustopfen. 7.3 Leichtbau Falls keine Installationsebene vorgesehen ist, müssen Lichtschalter und Steckdosen in Außenwänden in luftdichte Hohlwanddosen eingebaut werden. Vorab muss geklärt werden, welche Bauteilschicht die Luftdichtung darstellt, an die die Dosen luftdicht angeschlossen werden. Nicht übersehen darf man, dass jedes Kabel, das zu einer solchen Dose führt, auch an einer anderen Stelle die Luftdichtung von innen nach außen durchdringt und dort einen Luftdichtungsanschluss erfordert. Kabeldurchführungen durch Bahnen oder Platten lassen sich mit Hilfe von speziellen Manschetten problemlos luftdicht herstellen (Bild ). Wurde eine Manschette zunächst vergessen, kann man eine aufgeschnittene Manschette auch nachträglich über das Kabel schieben und dann mit einem Luftdichtungs-Klebeband wieder zukleben. In diesem Falle muss zusätzlich mit Klebeband zwischen Manschette und Kabel abgedichtet werden. Sollen Einbauleuchten in eine Decke eingebaut werden, in der die Luftdichtheitsebene verläuft, sind luftdichte Einbaugehäuse einzusetzen und luftdicht anzuschließen. Elektroplanung Der neue Entwurf der DIN 4108, Teil 7 empfiehlt, wie oben erwähnt, die gesamte Elektroinstallation (mit Ausnahme weniger Zuleitungen) innerhalb der luftdichten Gebäudehülle zu verlegen. Diese Empfehlung hat mehrere Facetten. Zum einen ist es die Empfehlung für eine Installationsebene in den Außenwänden im Leichtbau, über die der Elektroplaner allerdings nicht entscheiden kann. Zum anderen bedeutet dies aber auch, eine Leitungsführung zu wählen, bei der Kabel nicht mehrfach die luftdichte Gebäudehülle durchdringen. Dazu ein Negativbeispiel aus der Messpraxis: Bei einem Supermarkt lag die als Luftdichtung dienende Dampfbremsfolie auf der Unterseite der wärmegedämmten Decke. Die Elektroleitungen lagen auf der Decke im kalten Dachraum unter dem geneigten Dach. Dies hatte eine Vielzahl von Durchdringungen zur Konsequenz. Oberhalb der Sicherungsschränke liefen zwei dicke Kabelbündel durch große Öffnungen in der Folie in den Dachraum. Diese erheblichen Undichtheiten waren mit vertretbarem Aufwand nicht abzudichten. Die Alternative wäre hier, die Elektroleitungen im Hohlraum oberhalb der abgehängten Decke, aber unterhalb der Luftdichtungs- und Dampfbremsbahn zu führen. Die Anzahl an Durchdringungen kann auch durch eine geeignete Verteilung reduziert werden. So kann im Einfamilienhaus beispielsweise ein Sicherungskasten im Keller den Zähler und die Sicherungen für Keller und Außenlicht enthalten, während ein zweiter Sicherungskasten innerhalb der luftdichten Gebäudehülle die Wohnung versorgt. Abgesehen von den Zuleitungen werden dann keine Kabel zwischen außen und innen benötigt. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 9 Kabeldurchführung durch eine Luftdichtungsbahn mit Hilfe einer speziellen Manschette Foto: Eisedicht ,AN4%+¸)) &IBER4%+¸&$8 +UPFER UND 'LASFASERNETZE ZERTIlZIEREN · Extrem kurze Messzeiten für Kupfer- & Glasfaserstrecken · 5 Glasfaserwerte mit 1 Knopfdruck · Patentierte Messmethode mit Patchkabeln · Komfortable Dokumentationssoftware · Außerordentlich lange Akkubetriebszeit WWWIDEALINDUSTRIESDE Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 9 714 FÜR DIE PRAXIS Installationstechnik Fazit Sowohl der Elektroplaner als auch der ausführende Handwerker müssen wissen, welche Bauteilschicht jeweils als Luftdichtung vorgesehen ist, um beurteilen zu können, in welchen Fällen die Elektroinstallation die Luftdichtung durchdringt. Nur so können sie gegebenenfalls nach Lösungen suchen, die die Durchdringung vermeiden bzw. dafür Sorge tragen, dass eine spätere Abdichtung der Durchdringung handwerklich möglich ist. Im Zuge der Elektroplanung gilt es, Durchdringungen zu vermeiden. Notwendige Durchdringungen müssen in Abstimmung zwischen Architekt und Elektroplaner geplant werden. Dabei muss vor allem auf ausreichenden Abstand geachtet werden, so dass eine handwerkliche Ausführung auch möglich ist. Nicht zuletzt erfordert luftdichtes Bauen Kommunikation zwischen den am Bau Beteiligten, weil häufig Undichtheiten an Stellen entstehen, an denen verschiedene Gewerke zusammentreffen. Hier muss die Bauleitung die Gewerke geeignet koordinieren. Literatur [1] DIN EN 13829 Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden - Differenzdruckverfahren. Beuth Verlag Berlin 2001-02 [2] DIN V 18599-2: Energetische Bewertung von Gebäuden - Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung - Teil 2: Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen von Gebäudezonen. Beuth Verlag Berlin 2007-02 [3] Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung EnEV). Vom 24. Juli 2007 [4] Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung. Vom 29. April 2009 [5] Güte- und Prüfbestimmungen für die Planung und Bauausführung von Neubauten und Altbausanierungen in besonders energiesparender Bauweise. Gütegemeinschaft Niedrigenergiehäuser e.V. Biberach 2009. Download unter www.guetezeichen-neh.de [6] Kriterien für Passivhäuser mit Wohnnutzung - Zertifizierung als „Qualitätsgeprüftes Passivhaus“. Passivhaus Institut Darmstadt. Download unter www.passiv.de [7] DIN 4108-2 Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden. Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz. Beuth-Verlag Berlin 2003-07 [8] E DIN 4108-7 Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden. Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele. Beuth Verlag Berlin 2009-01 [9] Werner, J.; Laidig, M.: Empfehlung von Luftdichtheitsanforderungen. In FLiB-Buch Band 1: Gebäude-Luftdichtheit. FLiB e.V. Kassel 2008 [10] Biasin, K.; Zeller, J.: Luftdichtigkeit von Wohngebäuden - Messung, Bewertung, Ausführungsdetails. 3. Auflage, VWEW Energieverlag Frankfurt 2002 DIN Neue DIN 1946-6 regelt Wohnungslüftung Frischen Wind in die Wohnungen bringt jetzt die so genannte Lüftungsnorm, die neu veröffentlichte DIN 1946-6. Wie der Bundesverband für Wohnungslüftung e. V. (VFW) in einer Presseerklärung hinweist, schaffe das überarbeitete Regelwerk Klarheit für ein seit Jahren sattsam bekanntes Problem: den notwendigen Luftaustausch in Wohngebäuden. Wegen der heute vorgeschriebenen energiesparenden Bauweise, seien die Haushüllen so dicht, dass bei üblichem Lüftungsverhalten nicht genügend neue Luft nachströmt. Die Folgen können Feuchteschäden und Schimmelbefall sein. Als Lösung verlangt die DIN 1946-6 jetzt die Erstellung eines Lüftungskonzeptes für Neubauten und Renovierungen. Entsprechend dieser Norm müssen nun Planer und auch betroffene Handwerker festlegen, wie der aus Sicht der Hygiene und des Bauschutzes notwendige Luftaustausch erfolgen kann. Bei Sanierungen ist ein Lüftungskonzept notwendig, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachfläche abgedichtet werden. Das Lüftungskonzept kann von Fachkräften erstellt werden, die in der Planung, der Ausführung oder der Instandhaltung von lüftungstechnischen Maßnahmen beziehungsweise in der Planung und Modernisierung von Gebäuden tätig sind. Herzstück der Norm ist die Festlegung von vier Lüftungsstufen unterschiedlicher Intensität. Die Lüftung zum Feuchteschutz definiert die Luftwechselrate, die bei minimaler Nutzung der Wohnung erfolgen muss, um Schimmelpilz- und Feuchtschäden zu vermeiden. Diese Stufe muss gemäß Norm ständig und nutzerunabhängig sichergestellt sein. Das nächste Level beschreibt die reduzierte Lüftung für eine wenig genutzte Wohneinheit, die so genannte Nennlüftung den Normalbetrieb. Die Intensivlüftung dient dem Abbau von Lastspitzen. Erarbeitung des Lüftungskonzeptes. Erste und wichtigste Frage bei der Erarbeitung des Lüftungskonzeptes ist, wie die Lüftung zum Feuchteschutz sicher gestellt werden kann. Faktoren, die in die Berechnung einfließen, sind der Dämmstandard und die Bauweise, die Größe sowie die Lage des Gebäudes. Erstere geben den Hinweis darauf, mit welchen Undichtheiten in der Haushülle gerechnet werden kann. Die Wohnfläche zeigt die zu erwartenden Belastungen. Die regionale Lage des Hauses ist wichtig, um die Windbelastung einzuschätzen. Es gilt die Faustregel: je mehr Wind desto größer die natürliche Infiltration. Reicht die Luftzufuhr über Undichtheiten nicht aus, um die Lüftung zum Feuchteschutz (= 1. Lüftungsstufe) sicher zu stellen, müssen Planer lüftungstechnische Maßnahmen (LTM) vorsehen. Das kann die zusätzliche Lüftung über Schächte oder in der Außenhülle eingelassene Außenwandluftdurchlässe (ALD) sein oder über die ventilatorgestützte Lüftung von technischen Wohnungslüftungsanlagen erfolgen. Für diese Lüftungsstufe Fensterlüftung durch die Bewohner einzuplanen ist unzulässig. Sie muss nutzerunabhängig funktionieren! Software kann bei der Berechnung helfen. Auch für die nachfolgenden Lüftungsstufen müssen Planer festlegen, wie der notwendige Luftaustausch erzielt werden soll. Hierbei darf auch das Öffnen der Fenster durch die Bewohner berücksichtigt werden. Für die Berechnung der LTM hat der VFW zusammen mit dem Fachverband für Energiemarketing und Anwendung (HEA) und dem Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG), Dresden, ein Programm entwickelt. Dieses stellt die verschiedenen Lüftungsmöglichkeiten und ihre Auswirkungen auf das Lüftungskonzept schnell und übersichtlich dar. Die Software ist sowohl für die Varianten der freien Lüftung über Schächte oder Ventile als auch für die der ventilatorengestützten Lüftung ausgelegt. Dazu lassen sich besondere Anforderungen an Hygiene, Energieverbrauch und Schallschutz eingeben. Soweit in der Norm vorgesehen, können individuelle Messergebnisse eingepflegt werden, zum Beispiel Blower-Door-Messungen. Für die erste Information bietet der VFW auch ein Programmtool an, das kostenlos über die Homepage des Verbandes (www.wohnungslueftung-ev.de) erhältlich ist. Mit seiner Hilfe können Planer oder Handwerker ermitteln, ob für das fragliche Gebäude zusätzliche Lüftungstechnische Maßnahmen für die Lüftung zum Feuchteschutz erforderlich sind. Rechtsprechung beachten. Aus Sicht des VFW ist die aktualisierte DIN 1946-6 ein Schritt in die richtige Richtung. Nach VFW-Geschäftsführer Raimund Käser wird das Lüftungskonzept in Zukunft eine ähnliche Bedeutung gewinnen, wie es heute schon die Schallschutz- und Brandschutzkonzepte haben. Rechtssachverständige sehen in der DIN 1946-6 sogar den Wandel von der freien zur kontrollierten Lüftung begründet. Käser weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass mit der korrekten Planung der Lüftungstechnischen Maßnahmen für die Lüftung zum Feuchteschutz noch nicht alle rechtlichen Problemfälle erschlagen sind. So ist es nach der aktuellen Rechtsprechung Berufstätigen nicht zuzumuten, mehrmals täglich Stoßlüftungen über die Fenster in ihrer Wohnung vorzunehmen. Auch ein Hinweis auf eine fehlende Lüftungsanlage reicht nicht automatisch aus, um die Verantwortung für Schimmel- und Feuchteschäden auf die Bewohner abzuwälzen. Käser rät: „Wer auf der sicheren Seite sein will, plant so, dass bei einem realistisch eingeschätzten Lüftungsverhalten der Menschen der hygienische Luftaustausch nutzerunabhängig sicher gestellt ist. Das Lüftungskonzept zeigt dazu Lösungsansätze auf.“
Autor
- J. Zeller
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