Skip to main content 
Inf.- und Kommunikationstechnik | Veranstaltung | Elektrotechnik

IFA 2003: Haussteuerung via TV-Gerät

ep10/2003, 1 Seite

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin wurden vom 29. August bis zum 3. September 270.000 Besucher gezählt. Ultraflache Bildschirme, neue DVD-Technologien sowie die Begegnung mit den Machern von Radio- und Fernsehprogrammen bestimmten die Szenerie. Für die digitale Gebäudetechnik interessant war die Vernetzung von Multimedia, Computern und Hausgeräten.


IFA als positives Konjunkturbarometer Der von vielen erhoffte wirtschaftliche Aufschwung lässt nach Aussagen vieler Aussteller auf der IFA 2003 nicht mehr lange auf sich warten. Ein spürbarer Anstieg der Bestellungen durch den Handel ist für viele Hersteller Indiz dafür, dass die konjunkturelle Erholung bereits eingesetzt hat. Wie diese Impulse aus der Multimedia-Branche sich auf die Gebäudetechnik auswirken können, lässt sich schwer vorhersagen. Der Einsatz neuer Technologien setzt aber häufig Investitionen in die Gebäudetechnik voraus, z.B. die Heimvernetzung. Wireless stößt noch an Grenzen Auf dem Fachkongress e/home-update am 2. September auf der IFA 2003 wurde der aktuelle Entwicklungsstand bei der Heimvernetzung diskutiert. 250 Fachleute waren auf die IFA 2003 gekommen, um sich aktuell über das Intelligente Haus zu informieren. Gleich zu Beginn der Vortragsreihe gab der Chefinnovator der Deutschen Telekom mit seinem Statement den Kongressteilnehmern einige Rätsel auf. Die Technik sei noch zu komplex, um einen ausreichend großen Markt zu generieren, den auch die Telekom mit ganz neuen Services bedienen könne. Der Kunde wolle sich zudem keine neuen Kabel für das Intelligente Haus verlegen lassen, sondern lieber Funkanwendungen nutzen. So mancher Elektromeister hat hier schon genau das Gegenteil erlebt. Die Angst vor allzu viel Funkwellen in den eigenen Wänden ist bei vielen Kunden doch ziemlich groß. Herr Aukes von der Telekom machte aber selbst eine Einschränkung für die Funkanwendungen im Intelligenten Heim: Wireless LAN ist nicht sicher in der Datenübertragung. Störungen und Datenmissbrauch sind möglich. Also doch Kabel oder was? Nicht für die Strategen der Deutschen Telekom! Die verstehen sich als sog. Service-Provider und warten auf Plug- und Play-Technik, die über Funk kommuniziert, wenig kostet und dazu aber sicher ist. Zum Glück entscheidet aber nicht die Deutsche Telekom, ob es intelligente Häuser gibt oder nicht! Wie das Intelligente Haus von heute aussehen kann und welche Technologien hier miteinander vernetzt sind, machte ein Besuch auf dem Messestand der Fa. Loewe deutlich. TV-Gerät als Steuer- und Informationszentrale In Zusammenarbeit mit den Partnern Miele und Gira hat Loewe ein bisher einmaliges, voll integriertes e-home-Konzept mit dem Fernsehgerät als zentralem Steuerterminal entwickelt. Dieses Steuerterminal ist angeschlossen an das Hausgeräte-System Miele@home: Mit diesem lassen sich die vernetzten Haushaltsgeräte bedienen und der Nutzer erhält z.B. Sicherheitsinformationen über eventuelle Störungen bei den Geräten. Durch die Funktion „Active Messaging“ werden wichtige Meldungen, wie. z. B. „Achtung! Gefrierfachtür offen“, aktiv an den Fernseher gesendet und parallel zur laufenden Sendung auf dem Bildschirm eingeblendet. Auch sicherheitsrelevante Nachrichten aus der Haussteuerung wie Alarm, Bewegungsmelder mit Kamerabild oder offene Fenster bei einsetzendem Regen werden über den Home Server 2 von Gira über Active Messaging auf dem TV-Gerät sofort gemeldet. Über den Home Server 2 ist auch die gesamte EIB-Gebäudetechnik angeschlossen. Somit können Licht, Jalousie, Heizung und Alarmtechnik über das TV-Gerät gesteuert werden. Da auch die Türkommunikation von Gira mit an das System gekoppelt ist, kann am Fernseher die Außenanlage eines Gebäudes über die Türstation permanent eingesehen werden. Neue Standards entwickeln sich Die meisten Referenten auf dem e/home update zu IFA 2003 waren sich darüber einig, dass sich in Zukunft neue offene Standards für eine einheitliche und durchgängige Kommunikation im vernetzten Heim durchsetzen werden. Gute Entwicklungschancen hat hier OSGi (Open Service Gateway Initiative). Dieser Standard bietet eine gute Plattform für Services, die darauf angewiesen sind, dass die Geräte im Haus, die aus verschiedenen Branchen und von vielen unterschiedlichen Herstellern stammen, reibungslos kommunizieren können. In der Open Service Gateway Initiative (OSGi) haben sich namenhafte Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationsbranche zusammengeschlossen. Sie arbeitet an der Standardisierung der Entwicklung, des Einsatzes und der Handhabung einer offen Architektur von Internet-Services für verschiedene Benutzersysteme. Die Open Service Gateway Spezifikation stellt eine allgemeine Grundlage für Internet Service Provider, Network Operators und Gerätehersteller zur Verfügung. Sie stellt eine breite Palette an e-Services über das Internet bereit, die dann in Haushalten oder vernetzten Büros genutzt werden. Ein Gateway, das unter dem OSGi-Standard und auf Basis der Java Technologie implementiert wurde, erlaubt es den Service Providern, eine Verbindung zwischen externen und internen Netzwerken herzustellen. Das bedeutet einen Zugriff auf Internet Services und die Integration einer Vielzahl von Endverbraucher-Geräten - im geschäftlichen wie im privaten Bereich. Die Open Service Gateway Plattform kann den Haushalt auch ohne PC ansprechen. Ein Beispiel hierfür ist der Zugang zu bestehenden oder zukünftigen Services, wie Lebensmittelliefer-Service, Notarzt-Service oder einer Einbruchskontrolle. Die OSGi-Spezifikationen werden entworfen, um vorhandene Standards wie Bluetooth oder Jini zu ergänzen bzw. auszudehnen. Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 10 736 BRANCHE AKTUELL Internationale Funkausstellung (IFA) 2003 Haussteuerung via TV-Gerät Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin wurden vom 29. August bis zum 3. September 270.000 Besucher gezählt. Ultraflache Bildschirme, neue DVD-Technologien sowie die Begegnung mit den Machern von Radio- und Fernsehprogrammen bestimmten die Szenerie. Für die digitale Gebäudetechnik interessant war die Vernetzung von Multimedia, Computern und Hausgeräten. Der Fernseher als Steuerzentrale für das Haus - diese Vision wird bei Loewe mit Unterstützung von Gira und Miele Realität Foto: Gira Auch die Hausgeräte sind mit der Multimedia-Zentrale vernetzt und senden Meldungen, die auf dem Bildschirm angezeigt werden können

Sie haben eine Fachfrage?