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Arbeiten unter Spannung (AuS) | Elektrotechnik

ICOLIM 2002 - Konferenzen zum Arbeiten unter Spannung (AuS)

ep8/2002, 1 Seite

Vom 5. bis 7. Juni 2002 fand in Berlin die ICOLIM – Internationale Konferenz zum Arbeiten unter Spannung – statt. Die seit 1992 im zweijährigen Rhythmus durchgeführte Veranstaltung wurde erstmals an das deutsche nationale Komitee zum AuS vergeben. Erfreulich für die ICOLIM-Konferenzen ist ein neuer Besucherrekord mit 525 Teilnehmer aus 33 Ländern.


Breites Themenspektrum Mit insgesamt 66 interessanten Fachbeiträgen und Referenten aus 19 Ländern gab die ICOLIM 2002 einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand des „Arbeitens unter Spannung“ auf allen Spannungsebenen im Zusammenhang mit steigenden Sicherheits- und Qualitätsstandards sowie sich veränderten Anforderungen der Anwender. Abgerundet wurde der zweitägige Vortragsteil der Konferenz durch eine Ausstellung. Den traditionellen Höhepunkt der Konferenz bildeten Praxisvorführungen am dritten Tag, die in der Freiluft-Umspannanlage der VEAG in Ragow unter „Live-Bedingungen“ in mehr als 20 Anwendungen gezeigt wurden. Unter den Teilnehmern fanden sich Vertreter aus allen das AuS betreffenden Bereichen: Stromversorger, Industrie, Verbände, Montageunternehmen und Hersteller. Sicherheitsaspekte Der wirtschaftliche Druck auf die Unternehmen der Elektrizitätsbranche erhöhte sich im Rahmen der europäischen Liberalisierung des Strommarkts in den letzten Jahren kontinuierlich. Diese Tendenz birgt die Gefahr, dass sicherheitstechnischen Aspekten nicht mehr die erforderliche Stellung bei der Planung und Durchführung elektrotechnischer Arbeiten zukommt. Um rechtzeitig dieser Entwicklung entgegen zu wirken, nahm die internationale Organisation „Live Working Association“ als Initiator der ICOLIM-Konferenzen dies zum Anlass, auch den Arbeitsschutz als eines der vorrangigen Ziele in ihr Statut aufzunehmen. Dieser Änderung stimmten alle Mitglieder der Organisation einhellig zu. In der jüngsten Sitzung „Live Working Association“ am Vorabend der Konferenz wurden zwei neue offizielle Mitglieder aufgenommen, so dass jetzt neben Frankreich, Italien, Portugal, Spanien, Ungarn und Deutschland auch die Tschechische Republik und Rumänien Mitglieder sind. Die Erfahrungen der Fachleute bestätigen, dass „Arbeiten unter Spannung“ sicher ausgeführt werden können, wenn · eine entsprechende betriebliche Organisation, · eine ausreichende Qualifikation des Personals und · die erforderliche Ausrüstung zur Verfügung stehen. Die Missachtung nur einer dieser Randbedingungen führt in der Praxis fast zwangsläufig zu kritischen Situationen. Aber auch bei anderen Verfahren, dem „Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile“ oder bei „Arbeiten nach den fünf Sicherheitsregeln“ können solche Situationen entstehen, wenn die strikten organisatorischen Vorgaben nicht eingehalten werden. Welches Verfahren den sichersten Weg zur Ausführung der Arbeiten bietet, das muss eine zuvor durchgeführte Gefährdungsbeurteilung ergeben. Neue Tendenzen Über drei wichtige Tendenzen in der deutschen Elektrizitätsbranche soll nachfolgend berichtet werden. Niederspannung Im Bereich der Kabelmontagen befinden sich einige AuS-Verfahren auf einem hohen sicherheitstechnischen Stand. Wenn Unfälle auftreten, dann nur im Zusammenhang mit der Nichtbeachtung der Montageregeln. Um auch diese Probleme in den Griff zu bekommen, wird an neuen technischen Lösungen gearbeitet, damit bei Fehlverhalten nicht zwangsläufig eine kritische Situation entstehen kann. Über ein neues Verfahren wurde bereits im Beitrag „Arbeiten unter Spannung ohne PSA?“ (ep 4/2002, S. 295) berichtet. Mittelspannung Neben dem bereits bekannten Verfahren zur Trockenreinigung in Innenraumanlagen wurde nun auch ein weiteres zur Feuchtreinigung von Mittelspannungsanlagen vorgestellt. Großes Interesse bei den Tagungsteilnehmern fand zudem das Verfahren zum Nachfüllen von Isolieröl an Nasskabelendverschlüssen (Bild ). Eine weitere Neuheit wurde für den Mittelspannungs-Freileitungsbereich von e-on Bayern vorgestellt. Auf Basis einer hochisolierenden Hubarbeitsbühne beginnt das Energieversorgungsunternehmen mit Arbeiten unter Spannung nach der „Handschuhmethode“ (Bild ). Hoch-/Höchstspannung Die ABB Utilities Gmb H verstärkt ihre Aktivitäten für die 110-kV-Ebene. Das bekannte Verfahren zur Masterhöhung unter Spannung wurde insofern verbessert, dass jetzt statt der bisher nötigen vier Hilfsmaste nur mit einem einzigen die Erhöhung in einer kürzeren Zeit durchgeführt werden kann (Bild ). Als Dienstleister für die Versorungsnetzbetreiber (VNB) bietet das Unternehmen derzeit auch schon für die 110-kV-Ebene den Einbau von Schutzplatten für Korrosionsschutzarbeiten und den Austausch von Trag- und Abspannketten an. Weitere Verfahren für die 230-kV- und 400-kV-Ebene sind in Vorbereitung. Ausblick Turnusgemäß findet die Internationale Konferenz in zwei Jahren in einem anderen Mitgliedsland statt. Mit der Übergabe des neu geschaffenen ICOLIM-Wanderpokals an Herrn Gal von Transelectrica S.A (Vertreter des neuen rumänischen Mitgliedes der „Live Working Association“), wurde offiziell der Veranstaltungsort der nächsten ICOLIM bekannt gegeben (Bild ) - Bukarest (Rumänien) vom 25. bis 27. Mai 2004. P. Hasse, J. Jühling Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 8 622 Branche aktuell ICOLIM 2002 - Konferenz zum Arbeiten unter Spannung (AuS) AuS-Montagen jetzt auch über 1 kV in Deutschland Vom 5. bis 7. Juni 2002 fand in Berlin die ICOLIM - Internationale Konferenz zum Arbeiten unter Spannung - statt. Die seit 1992 im zweijährigen Rhythmus durchgeführte Veranstaltung wurde erstmals an das deutsche nationale Komitee zum AuS vergeben. Erfreulich für die ICOLIM-Konferenzen ist ein neuer Besucherrekord mit 525 Teilnehmer aus 33 Ländern. Konferenzband ICOLIM 2002 Der Konferenzband (incl. CD-ROM) ist beim VDE VERLAG GMBH, Bismarckstr. 33, 10625 Berlin erhältlich. (ISBN: 3-8007-2702-1) INFO Nachfüllen von Endverschlüssen unter Spannung AuS an MS-Freileitungen der e-on Bayern Erhöhung eines 110-kV-Mastes unter Spannung Übergabe des ICOLIM-Wanderpokals durch Dr. Jühling (Deutschland) an den rumänischen Vertreter Herrn Gal (li.)

Autoren
  • P. Hasse
  • J. Jühling
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