Arbeits- und Gesundheitsschutz
Gefährdungsbeurteilung für elektrische Anlagen (1)
ep6/2011, 4 Seiten
468 Elektropraktiker, Berlin 65 (2011) 6 BETRIEBSFÜHRUNG ren Betreuungsumfang als den dadurch ermittelten festlegen, z.B.indemder Anhang4der DGUV-Vorschrift 2 detailliert zur Anwendung kommt. Die Spielräume und Freiheitenderbetrieblichen Arbeitsschutzakteure werden durch die Handlungshilfenichteingeschränkt. Andersalsbeider Grundbetreuung, gibt es keine verbindlichen Zeitvorgaben für die betriebsspezifische Betreuung. Im Übrigen kann auch bei Anwenden der Handlungshilfe nicht automatisch vom Einhalten der Bestimmungen der Vorschrift 2 ausgegangen werden - keine Vermutungswirkung. Regelmäßiges Prüfen.Die Prüfung, welche Aufgabenfelder für den Betrieb zutreffen, muss regelmäßig erfolgen, insbesondere nach wesentlichen Änderungen im Betrieb. Dazu kann die Handlungshilfe als regelmäßiges Hilfsmittel dienen. Die BG beabsichtigt, diese An-Aus dem Unfallgeschehen Tödlicher Unfall beim Blechtransport Arbeitsauftrag. In einem Blech verarbeitenden Betrieb sollten 800 kg schwere Blechpakete mittels eines Kranes transportiert werden. Die Pakete waren übereinander gestapelt, zwischen den einzelnen Paketen lagen Distanzhölzer. Als Lastaufnahmeeinrichtung stand ein 2-strängiges Stahldrahtseilgehänge mit Blechhaken zur Verfügung. Unfallhergang. Das Blechpaket wurde mittels der Blechhaken angehoben und mit dem Hallenkran verfahren. Ein Transportmitarbeiter steuerte mittels Bedienflasche den Kran und führte gleichzeitig auch die Last mit der anderen Hand. Am Ablageplatz stieß einer der Blechhaken gegen einen etwa 2 m hohen Stapel aus Blechpaketen und wurde dabei abgestreift. Die herabfallenden Bleche erschlugen sofort den Mitarbeiter. Unfallanalyse. Blechhaken stellen eine formschlüssige Verbindung zwischen Last und Anschlagmittel her, sind aber nicht gegen Abgleiten von der Last gesichert. Wesentlich sicherer lassen sich derartige Transporte mit Blechklemmen durchführen, die sich in die Bleche krallen und nicht so leicht abgleiten können. Außerdem wäre sowieso ein 4-Stranggehänge oder eine Traverse mit 4 Blechklemmen dem eingesetzten 2-Stranggehänge (Bild) vorzuziehen. Beim Transport mit Kranen ist immer auf geeignete Anschlagmittel zu achten wendung auf Basis der in den Betrieben gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzuentwickeln. Daher benötigt die BG die Unterstützung der Unternehmer, indem diese das Kontaktformular der Handlungshilfe für Kritik und Anregungen auch nutzen. Stressmanagement Wenn man wissen möchte, wie es um die eigene „Stressbalance“ steht und was man tun kann, um diesen Stress erfolgreich zu managen, ist meist Hilfe notwendig. Sowohleinzelne Betroffenealsauch Entscheidungsträgeraus Unternehmenfindenjetzteinumfangreiches Informationsangebot auf den Internetseiten der gesetzlichen Unfallversicherung VBGunterwww. vbg.de/stressmanagen. J. Jühling Ausgangssituation InAuswertungverschiedener,auch im ep dargestellten Unfälle, und eigener praktischer Erfahrungen entwickelten die Autoren das sogenannte Fritze-Bollmann-Prinzip - vgl. dazu auch Beitrag: „Gefährdungsbeurteilungam Beispieleiner Netzstation“,ep1-2010,S.28-31. Damitsollden Risikendesmenschlichen Irrtums und technischen Versagens Rechnung getragen werden. Die Autoren sind der Auffassung, dass mit der konsequenten Anwendung dieses Prinzips und der entsprechenden Auswahl der geeigneten Persönlichen Schutzausrüstung(PSA)die Auswirkungen derartiger Unfälle, insbesondere schwere Verbrennungen,vermieden oderwesentlichvermindertwerden können. Basierendaufdiesen Erkenntnissen und umfassenden praktischen Erfahrungen aus eigenen Gefährdungsanalysen und -beurteilungen Gefährdungsbeurteilung für elektrische Anlagen (1) Beim Arbeiten an elektrischen Anlagen können erhebliche Gefährdungen mit verheerenden Folgen auftreten, z. B. durch Störlichtbögen. Die potentiellen Gefahren sind deshalb von der Elektrofachkraft eingehend zu analysieren und konkrete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Dieses Vorgehen wird beim Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen energieintensiver Starkstromanlagen erläutert. für unterschiedliche Anlagenkonfigurationen und -typen wird das Thema erneut aufgegriffen. Herangehensweise Für die Tätigkeiten der eigenen Mitarbeiteristnach§5des Arbeitsschutzgesetzes eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Dabei werden die Möglichkeiten der Einleitung eines Unfalls analysiert und in einer umfassenden Beurteilung mit Benennung erforderlicher Maßnahmen beschrieben. Trotz Rücknahme der TRBS 2131 im Juli 2010 - vgl. gleichnamigen Beitrag im ep 1/2011, S. 41-43 - wurde die Verfahrensweise zur Risikoermittlungdennochals„roter Faden“ aufgrund der guten Strukturierung beibehalten. Untersuchungsgegenstand Es wurden im Wesentlichen Trafostationen von Energieversorgungsunternehmen,aberauch Stationen Neue Trafostation der Berliner Charité - MS-Anlage mit Druckreduktionssystem Foto: IWE Elsaßer Gmb H Elektropraktiker, Berlin 65 (2011) 6 Die Beste ... steckbare Kabelrinne, die OBO Ingenieure je entwickelt haben. Viele praxisgerechte Vorteile machen die RKS-Magic® mehr als nur schnell: RKS-MAGIC® Rastendes Systemzubehör wie zum Beispiel der Trennsteg VDE-geprüftes Kabelrinnen-System Potentialausgleich ohne Zusatzbauteile Schnelle und sichere Verbindung durch patentierte Steckverbindung Integrierter Funktionserhalt E90 E30 OBO BETTERMANN Kundenservice Tel.: 02373/89-1500 E-Mail: info@obo.de www.obo.de in Wohn- und Geschäftsgebäuden, öffentlichen Einrichtungen, z. B. Krankenhäusern, sowie in Industriebetrieben unterschiedlicher Netzgröße untersucht. Elektrische Gefährdungen.Bedingt durch die eingesetzten Transformatoren - ab 400 kVA - hatte man sich mit den elektrischen Gefährdungen auf der Mittelspannungsseite bei Kurzschlussströmen bis 15kAundaufder Niederspannungsseite ab 15 kA auseinanderzusetzen (Beispiele Bilder -). Dabei flossen die untersuchten Möglichkeiten des präventiven und desbegrenzenden Schutzes-aktiv und passiv - in die Bewertung ein. Bei vorausschauender Planung werden schon beim Erstellen der Leistungsverzeichnisse Gefährdungsbeurteilungenberücksichtigt und diese durch die errichtenden Firmen mit der Inbetriebnahme der Anlagen übergeben. Für schon in Betrieb befindliche Anlagen sind die Gefährdungen ebenfalls zu ermitteln und zu bewerten. Gefährdungsarten Auf Grund der Spezifik elektrischer Anlagen wurden folgende Gefährdungen unterschieden: · physikalische und mechanische · chemische und biologische · Brände und Explosionen · elektrische Gefährdungen durch Schlag, Störlichtbögen und elektrische Felder. Beidenphysikalischenundmechanischen Gefährdungen fand man im Wesentlichen Gefährdungen durch Stolperkanten, offene Fahrschienen in Traforäumen oder kurze Treppenantritte in Fluchtwegen vor. Bedingt durch die örtliche Situation können diese nicht geändert werden, jedoch sind sie in die Gefährdungsanalyse explizit aufzunehmen. Chemischeundbiologische Gefährdungen,sowie Gefährdungendurch Brandeinwirkung und Explosion ermittelte man nur in Verbindung mit möglicherweise auftretenden Störlichtbögen. Neben den elektrischen Gefährdungen durch elektrischen Schlag und durch elektrische und elektromagnetische Felder wurde den Störlichtbögen-Gefährdungen eine hohe Bedeutung beigemessen. Dabei trug man dem Rechnung, dass für Mittelspannungsanlagen gemäßDINVDE0101Druckberechnungen für die Stationsräume durchgeführt werden müssen. Für Fertigstationsgebäudeliegendiese in der Regel vor - gemäß DIN VDE 0671-202. EbenfallssindgemäßBundesimmisionsschutzverordnung (26. BImSch V) für elektrische Anlagen >1kVdieelektrischen Feldstärken an den eingesetzten Anlagen und in deren Umgebung zu ermitteln und festgelegte Grenzwerte einzuhalten. Den Gefährdungen durch Störlichtbögen misst man deshalb eine hohe Bedeutung bei, da sich die Unfallfolgen gravierend auf das weitere Lebender Betroffenenauswirken können - z. B. bei großflächigen Verbrennungen der Haut. Ebenso sind damit häufig auch die Vernichtungwertvoller Investitionsgüter und längere Produktionsausfälle verbunden. Alte Trafostation mit ISA-2000-EV-Anlage - Altanlage mit höheren Risiken Foto: Klosowski 470 Elektropraktiker, Berlin 65 (2011) 6 BETRIEBSFÜHRUNG Analyse der Unfall- und Fehlerursachen Niederspannung mit den meisten Unfällen.Ausdenjährlichveröffentlichen Störungsstatistiken der BGETEMgehteindeutighervor,dass größtenteils Elektrofachkräfte an den Elektrounfällenbeteiligtsind-zu 90 %. Niederspannungs-Unfälle kommen etwa zehnmal so häufig vor wie Unfälleinder Hochspannung. Damit nehmen Lichtbogenverbrennungen in der Niederspannung den größeren Unfallanteil ein. Schaltanlagen. Die Tätigkeiten an Schaltanlagen sind ebenfalls am Unfallgeschehen überproportional beteiligt. Besonders augenfällig ist die Tatsache, dass als Ursache in denmeisten Fällendie Missachtung der 5 Sicherheitsregeln anzusehen ist. Somit ist dieser Umstand bei der Bewertung der Gefährdungen als wesentliche Einflussgröße zu berücksichtigen. Die allgemeinen Aussagen aus Unfallstatistiken können aber für eine konkrete Gefährdungsbeurteilungen nicht herangezogen werden. Jeder Unfall ist ein singuläres Ereignis, und aus der statistischen Vergangenheiteiner Berufsgruppe lässt sich keine Prognose für den Einzelnen ableiten. Prämissen Routine ist keine Garantie Auch20Jahreunfallfreies Arbeiten oder Fahren ist lange noch kein Garant für die Zukunft, sondern allenfalls ein Indiz. Diverse psychologische Untersuchungenvon Autofahrern, Zugführern usw. zeigen, dass Menschenoftaus Routineoder Unerfahrenheit zu Fehlhandlungen neigen. Interessant ist in diesem Zusammenhangauchdielangjährige Erfahrungausder Arbeiteines Automobilclubs. Schlussfolgernd aus einer Aussageder ADAC-Motorwelt Heft 04/2011 ließe sich beispielsweise feststellen: „Wer lange unfallfrei arbeitet, entwickelteintrügerisches Sicherheitsgefühl und kann den Blick für Gefahrensituationenverlieren.Jungen Monteuren fehlt die Praxis, um Energielevel und Distanzen richtig einschätzen zu können“. Ebenso lässt sich das Auge oft täuschen oder übersieht einiges, wasunterpsychischer Anspannung oft noch besonders verstärkt wird - vgl. dazu ein Schulungsvideo der Londoner Verkehrsbetriebe, zu sehen unter: www.youtube.com/ watch?v=HR-Xudxu UP4. Technisches Versagen Zusätzlichzummenschlichen Irrtum ist auch technisches Versagen in der Praxis nicht gänzlich auszuschließenunddeshalbindie Gefährdungsanalyse mit einzubeziehen. Sohatsichz.B.gezeigt,dassauch einstmalsinnovative MCC-Einschubtechnikenbeihäufigerunderschwerter Nutzungnachvielen Jahrenvon Störungen betroffen sein können. Mit kürzeren Wartungszyklen, verbunden mit Thermografiemessungen, ist es zwar möglich, die Eintrittswahrscheinlichkeitder Störungenzuminimieren,jedochistdiese nicht gänzlich auszuschließen. Ebenfalls können voluminöse und schwergewichtige Schaltgerätemit beweglichen Anschlüssen bei häufigem Gebrauch zu Störungen mit Einleitung eines Störlichtbogens führen. Die zum Teil anzufindende Praxis der isolierten Sammelschienen ist für Anlagen mit Festeinbautechnik ein probates Mittel, jedoch für Anlagen mit Einschubtechnik nicht ausreichend. Fritze-Bollmann-Prinzip UmMitarbeitern, vor allem Service-Monteuren,dieseunterschiedlichen Risiken plausibler verständlich zu machen, entwickelte man das „Fritze-Bollmann-Prinzip“. Damit wirddas Eintreteneines Ereignisses bei auszuführenden Tätigkeiten prinzipiell angenommen und bei den Betrachtungen berücksichtigt. Welches konkrete Versagen, technischer oder menschlicher Art, dabei die Ursache ist, spielt für das Kriterium keine Rolle. Lediglich der absolute Ausschluss der Einleitung von Störlichtbögen, z. B. durch mechanische Verriegelungen, vollständige fabrikmäßige Beschichtungen oder durch formschlüssige Abdeckungenspannungsführender Teileinallen Betriebssituationen, kann als Reduktionsfaktor angenommenwerden.Diesistaber anlagenspezifisch zu bewerten. Ermittlung des Energiepotentials. Anschließendistaufder Grundlage der Kurzschlussströme und der Abschaltzeiten das Energiepotential an der Betrachtungsstelle zu ermitteln und für die Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung heranzuziehen. Damit werden die Risiken beider Arbeitsverfahren - Arbeitenunter Spannung(AuS) und Arbeiteninder Nähevon Spannung (AiN) - gleichgesetzt, wenn vorgenannte Ausschlusskriterien nicht zutreffen.Dieentsprechenden Konsequenzensindindenbetreffenden Gefährdungsbeurteilungen zu berücksichtigen. Handlungsszenarien Unterschieden werden drei mögliche Handlungsszenarien: · Begehen eines Stationsraumes · Bedienen einer elektrischen Anlage · Arbeiten an oder in der Nähe einer eingeschalteten elektrischen Anlage (Risiko Berühren). Umgangssprachlich könnte man auch von den 3 „B's“ sprechen - Besichtigen - Bedienen - (unbeabsichtigtes) Berühren. In allen dieser drei Szenarien ist auch die Ausführung der elektrischen Anlage gegen die Einleitung und Auswirkungen von Störlichtbögen zu begutachten. Während man beim Begehen des Stationsraumes das Auftreten eines Lichtbogens nahezu ausschließen kann - Einschränkung z. B. bei Schalthandlungen in einer Gegenstation -, muss man sich beim Bedienen der elektrischen Anlage und beim Arbeiten an oder in der Nähe einer eingeschalteten elektrischen Anlagemitder Möglichkeit der Einleitung eines Lichtbogens und dem dann anstehenden Energieniveauauseinandersetzen. Während Mittelspannungsanlagen neuerer Bauart in der Regel gemäß IEC 62271-200 störlichtbogenfest ausgeführt werden, ist dies für Niederspannungsanlagen zu hinterfragen. Als Grundlage hierfür kann DIN EN 61439-1 Beiblatt 2 dienen. Fritze-Bollmann-Faktoren Nebender Berücksichtigungdieser drei Handlungsszenarien und der Gleichsetzungvon AuSund AiNgibt eseine Reihe von Faktoren, welche bei der Bewertung des Energiepotentialszuberücksichtigensind. · Parallelschaltungvonspeisenden Quellen · Dämpfung des Kurzschlussstromes durch den Lichtbogen · Staffelzeit des Schutzes · Eigenzeiten der Schutz- und Schaltgeräte · Lichtbogenlöschzeit der Schaltkammern · besonders: Verlängerung der Abschaltzeit bei Sicherungen · besonders: kein n-1-Kriterium bei Einspeisungen. Insbesonderedie Verlängerungder Abschaltzeitenvon HH-Sicherungen durch die dämpfende Wirkung des Lichtbogensführtzum Teilzuerheblichen Gefährdungen für Personal und Technik. Diese Wirkung ist an sich erst einmal schutzverbessernd, aber durch die starken Reduzierungen bei Fehlern auf der Niederspannungsseite können bei den HH-Sicherungen teilweise hohe Abschaltzeiten des vorgeschalteten Mittelspannungsschutzes hervorgerufen werden. Die Kennlinie driftet stark und führt damit u. U. zu Abschaltzeiten im Sekundenbereich. Auf diese Problematik wird von den Sicherungsherstellernseit Jahrenhingewiesen. Bei Einsatzvon UMZ-Schutzeinrichtungen ist ebenfalls zu überprüfen, ob das Ansprechniveau für die Schutzauslösungunterschrittenwird und zu einem Schutzversagen führen kann. Dies ist häufig auch die Ursachevonkompletten Anlagenabbränden größeren Ausmaßes. Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung Auf Grundlagedes„Fritze-Bollmann-Prinzips“ und unter Berücksichtigungder„Fritze-Bollmann-Faktoren“ ist das Energieniveau an der Neue Trafostation mit NS-Verteilung - stahlblechgekapselte Einspeisung Foto: IWE Elsaßer Gmb H 471 Elektropraktiker, Berlin 65 (2011) 6 vorgesehen. Der Elektro/MSR-Bereich ist für den Betrieb und die Wartung/ Instandhaltung/Instandsetzung von 10 Trafostationen (30 kV auf 10 kV bzw. 10 kV auf 0,4 kV), rd. 10 km Mittelspannungs-, rd. 26 km Niederspannungs- und rd. 150 km Steuer-/Fernmeldekabeln sowie von 10 Richt- bzw. Zeitschlitzfunkstrecken und des aus einem zentralen Leitstand mit rd. 140 angebundenen Fernwirkunterstationen bestehenden Prozessleitsystems verantwortlich. Der/Die Teamleiter(in) ist verantwortliche Elektrofachkraft (VEF), leitet die Betriebselektriker (derzeit 5 Mitarbeiter) an und organisiert deren Aufgbenerfüllung in engem Zusammenwirken mit den Leitern der territorial zuständigen Meisterbereiche. Er/Sie berichtet dem Abt.-Ltr. Netz- und Anlagenbetrieb. - auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung (Elektroniker[in] fürAutomatisierungstechnik, Systemelektroniker[in] oder vergleichbar) basierende Meister- oder Ingenieurqualifikation - fundierte Kenntnisse bezüglich SPS-Einsatz (insbesondere S 5 und S 7) - möglichst Schaltberechtigung bis 30 kV (ggf. Bereitschaft zum Erwerb) - mehrjährige Berufserfahrung (vorzugsweise Ver-/Entsorgungsunternehmen) - Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsgeschick, mentale und körperliche Belastbarkeit, Zuverlässigkeit sowie Führungs- und Teamfähigkeit - interne und externe Durchsetzung der hohen Qualitätsstandards des WZV Weimar sowie ausgeprägtes betriebswirtschaftliches Denken im Hinblick auf die Effizienz der Aufgabenerfüllung - hohe Einsatzbereitschaft und selbständige Arbeitsweise - gute Anwenderkenntnisse bezüglich der üblichen Office-Programme - Grundkenntnisse in Auto CAD oder vergleichbaren Konstruktionsprogrammen - Führerschein für PKW - Bereitschaft zur Wohnsitznahme im Versorgungsgebiet und zur Teilnahme am Bereitschaftsdienst Die Vergütung erfolgt nach dem Tarifsystem des Öffentlichen Dienstes (Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe [TV-V]). Für weitergehende Informationen stehen der Abt.-Ltr. Technik, Herr Willi Gleisner (Tel. 03643/7444-300) und der Abt.-Ltr. Netz-und Anlagenbetrieb, Herr Veit Exner (Tel. 03643/7444-400) zur Verfügung. Bewerber/Bewerberinnen senden ihre aussagekräftige Bewerbungen unter Beifügung der üblichen Unterlagen (bitte Umschlag mit dem Hinweis „Stellenausschreibung Elektro“ kennzeichnen) bitte bis zum 31.08.2011 an den Nachfolgende Anforderungen werden gestellt: Teamleiter(in) Elektro/MSR Wasserversorgungszweckverband Weimar Frau Andrea Galitzdörfer - persönlich - Friedensstraße 40 99423 Weimar Der Wasserversorgungszweckverband Weimar (Sitz: Kultur-und Universitätsstadt Weimar, Kulturhauptstadt Europas 1999) versorgt rd. 110.000 Bürger in der Stadt Weimar und in 50 Kommunen des Umlandes (124 Ortslagen) sowie die dort ansässigen gewerblichen, landwirtschaftlichen und öffentlichen Kunden mit rd. 5,1 Mio. m3 /a Trinkwasser. Dazu werden u. a. 4 Wasserwerke/Aufbereitungsanlagen, 61 Hoch-/Sammelbehälter, 60 Zwischenpumpwerke/Druckerhöhungsanlagen sowie rd. 1.100 km Rohrnetz betrieben. Der Zweckverband erfüllt seine Aufgaben satzungsgemäß durch einen Eigenbetrieb. Im Zuge der mittelfristigen Vorbereitung einer Altersnachfolgeregelung ist dort vorzugsweise ab 01.01.2012 zunächst die Stelle einer Elektrofachkraft im Meisterbereich Revision der Abteilung Netz-und Anlagenbetrieb neu zu besetzen. Nach etwa vier Jahren ist dann die Übernahme der Stelle Betrachtungsstellezuermittelnund die einzusetzende PSA auszuwählen. Aufgrund fehlender Kennlinien für geprüfte PSA kann dies jedoch nur im Analogieverfahren, bezogen auf die Lichtbogenzeit und den Kurzschussstrom, erfolgen. Darüber hinaus können auch der Arbeitsabstand,Sammelschienenabstandals Brennelektroden,Lichtbogenbrennraum - Anlage geschlossen/offen, geschottet/ teilgeschottet - und auch die Netzparameter eine bestimmende Rolle spielen. Prüfanordnung. Um den Anwendern größtmögliche Sicherheit zu geben, testen einige Prüfinstitute wie RWE Eurotest und IPH die PSA unterder Einwirkunghoher Energiepotentiale. Prüfparameter wie 10 kA, 400 V, 1 s, 3-polige Sammelschienenanordnung sind die hohe Messlatte als Grundlage für weiterführende Bewertungen. Analogieverfahren. Da auch diese Prüfparameter oft von den realen Praxiswerten abweichen, z. B. werden im Vergleich zu den Prüfparametern die Stromwerte häufig überschritten und Zeitwerte unterschritten, sind diese Prüfwerte auf die an den Anlagen vorgefundenen Werte im Analogieverfahren umzurechnen. Quadratische Interpolation. Um den Trägern der PSA beim Arbeiten an energiestarken Anlagen möglichst hohe Sicherheit zu geben, wurde für diese Analogiebetrachtungen die quadratische Interpolation zugrunde gelegt. Besonders das Umschlagen der Lichtbogenwirkungen von einer Plasmawolke in einen Plasmastrahl bei höheren Kurzschlussströmen untermauert diese Annahme beträchtlich. Lineare Betrachtung. Für energieschwächere Anlagen und den Einsatz von PSA der Klasse 1 und Klasse2erarbeitetedie TUIlmenau ein Berechnungsverfahren mit linearer Betrachtung (Boxtest). Mittels der im quadratischen Berechnungsverfahren ermittelten Kennlinien (Bild ) kann man, bei Einhalten der den Prüfungen zugrunde liegenden Randparameter, z. B. des Arbeitsabstands von 300 mm, für die errechneten Kurzschlussströme die maximalen Abschaltzeiten der Schutzeinrichtungen bestimmen, bis zu welchen diejeweiliggeprüfte PSAverwendet werden kann. Am Ende sind - unter Berücksichtigungdes Fritze-Bollmann-Prinzips und dessen Faktoren - die ermittelten Gefährdungsniveaus zusammenzufassen und unter Einbeziehung der zur Verfügung stehenden störlichtbogenfesten PSA in einen 1-poligen Übersichtsschaltplan einzutragen. Dieser wird in der Nähe der betrachteten Anlagenteile gut sichtbar angebracht. Gemäß des darin ermittelten Gefährdungsniveaus sind die Mitarbeiter mit der geeigneten PSA auszustatten, um dann gut geschützt die Arbeiten an oder in der Näheder Anlagenauszuführen. Konkrete Beispiele dazu werden in einem Folgebeitrag erläutert. Verona Elsaßer, Jürgen Klosowski 1000 800 700 600 500 400 300 200 100 0 5 10 15 20 25 30 35 40 kA 50 RWE/IPH (1 s) Nomex DC (0,5 s) Klasse 2 (*) Klasse 1 (*) Prüfpunkt Kennlinien für die PSA-Auswahl (Anwendungsgrenzen) Achtung, es sind die Randbedingungen der Parameter der PSA-Prüfung zu berücksichtigen Das Energiepotential als wichtiger Parameter zur Ermittlung der Kennlinien Quelle: Klosowski
Autoren
- V. Elsaßer
- J. Klosowski
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