Skip to main content 
Internet/Multimedia | Hard- und Software | Elektrotechnik

Festplatte aufräumen

ep4/1999, 4 Seiten

Die meisten PCs dürften momentan mit dem Betriebssystem Windows 95 ausgerüstet sein. Der Umstieg auf Windows 98 lohnt sich nur für relativ wenige Anwender. Ein häufiges Problem gebrauchter Rechner besteht darin, daß die Festplatte zu voll ist.


Kommt die Neuanschaffung eines leistungsfähigeren PCs momentan nicht in Frage, sollte man die vorhandene Festplatte gründlich entrümpeln und optimieren. Vielleicht läßt sich dadurch die Neuanschaffung eines PCs so lange hinauszögern, bis das Betriebssystem Windows 2000 auf den Markt kommt. Dieses Betriebssystem soll die bisher parallel bestehenden Systeme NT 4.0 und Windows 95/98 auf eine gemeinsame Schiene bringen. Beim Kauf eines Rechners sollte das Betriebssystem immer als CD-ROM beigefügt sein. Dann kann notfalls eine Neuinstallation erfolgen. Die CD wird auch häufig beim Installieren von Erweiterungskomponenten verlangt. Backup Im Vorfeld von größeren Festplattenaktionen, z. B. Installationen/Deinstallationen, sollte die Datensicherung an oberster Stelle stehen. Persönlich oder geschäftlich genutzte Dateien sollten sich immer zentral in einem Ordner befinden (z. B. im Ordner Eigene Dateien). Dadurch vermeidet man die Gefahr, beim Backup (z. B. Datensicherung auf Disketten) wichtige Informationen auf der Festplatte zu vergessen, nur weil sie dort irgendwo gut versteckt sind. Backups müssen regelmäßig erfolgen und die Datenträger der kopierten Dateien sollten möglichst in zweifacher Ausfertigung an unterschiedlichen, feuersicheren Plätzen gelagert werden. ERU Um einem Computerabsturz vorzubeugen gibt es unter Windows 95 ein sehr nützliches Hilfsprogramm. Es kann den Rechner schnell und einfach wieder „reparieren“ kann, sollten sich einmal wichtige Funktionen „verabschiedet“ haben oder Windows-Funktionen nicht mehr möglich sein. Dieses Hilfsprogramm erspart womöglich viel Zeit, Ärger und Geld für einen teuren Spezialisten und ist einfach anzuwenden. Befindet sich ein Ordner namens ERU auf der Festplatte, kann das Rettungsprogramm sofort genutzt werden. Andernfalls steht dieser Ordner auf der Windows-95-CD-ROM zur Verfügung. Durchsucht man die CD, erreicht man das gesuchte Programm, indem man folgende Ordner durch Doppelklick öffnet: · Other · MISC · Eru. ERU steht für Emergency Recovery Utility, also ein Rettungsprogramm für Notfälle. Nach einem Doppelklick auf das Hilfsprogramm Eru.exe startet das Programm (Bild ). Das erste Fenster wird mit Next>> verlassen. Im nächsten Fenster wird Other Directory ausgewählt, weil die zu sichernden Systemdateien meistens nicht auf eine Diskette passen (Bild ). Danach wird wieder Next>> betätigt. Das dann vorgeschlagene Directory C:ERD kann mit Next>> bestätigt werden. Sollte anschließend die Frage kommen, ob ein bereits bestehendes Recovery überschrieben werden darf, kann man mit Ja beantworten. Es folgt eine Liste der Systemdateien, die gesichert werden. Auch dieses Fenster kann mit Next>> bestätigt werden. Kurze Zeit später sind alle wichtigen Dateien im Ordner ERD gesichert. Sollte der PC irgendwann nicht mehr korrekt arbeiten, lassen sich alle Systemdateien wieder herstellen. Nach dieser Aktion sollte Windows 95 wieder einwandfrei funktionieren. Es ist wie folgt vorzugehen: · PC einschalten. · Erscheint die Meldung Windows 95 wird gestartet: F8 drücken · Nur Eingabeaufforderung auswählen. · In den Ordner ERD wechseln: cd erd (falls von einer Diskette aus gebootet wurde, muß zunächst auf das Laufwerk C gewechselt werden: C:). · Das Programm zur Dateiwiederherstellung starten: erd (+ Enter). · Mit einer Pfeil-Taste wird der vorletzte Punkt Start Recovery ausgewählt und gestartet. · Danach wird Exit gewählt und damit das Programm verlassen. Startdiskette Läßt sich der PC nicht mehr von der Festplatte booten, hat der vorsorgliche Anwender natürlich Startdisketten in der Schublade, die sich jederzeit zum Booten dieses Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 4 318 PC-Anwendung Festplatte aufräumen H. Leidenroth, Sandkrug Die meisten PCs dürften momentan mit dem Betriebssystem Windows 95 ausgerüstet sein. Der Umstieg auf Windows 98 lohnt sich nur für relativ wenige Anwender. Außerdem reichen die Ressourcen von gebrauchten PCs oft nicht für Windows 98 aus. Ein häufiges Problem gebrauchter Rechner besteht darin, daß die Festplatte zu voll ist. Das Betriebssystem selbst ist für die meisten Anwender leistungsfähig genug. Dipl.-Ing. Hannes Leidenroth betreibt ein Ingenieurbüro für Gebäudesystemtechnik (Tel.: 0 44 81/89 70; Fax: 0 44 81/92 09 47). Autor Rettungsprogramm Eru.exe Laufwerk ändern PCs eignen. Sie können mit Windows 95 wie folgt erstellt werden: · Diskette einlegen. · Explorer starten. · Rechter Mausklick auf Laufwerk A: · Formatieren... · Oben wird Vollständig und unten wird Systemdateien kopieren angehakt, danach wird gestartet (Bild ). · Diskette beschriften: Bootdiskette PC xy. Nach dieser wichtigen Vorarbeit kann relativ unbesorgt begonnen werden, die Festplatte aufzuräumen, zu entrümpeln und zu optimieren. Zunächst sollte zu Vergleichszwecken der alte Stand der Festplattenkapazität notiert werden. Dazu sind wenige Klicks erforderlich: · Explorer starten. · Rechter Mausklick auf Laufwerk C: · Eigenschaften: der freie Speicher wird angezeigt. Papierkorb Anschließend sollte der Speicherplatz des Papierkorbs verkleinert werden, der z. B. unter Desktop zu finden ist. Über einen rechten Mausklick auf den Papierkorb läßt sich dieser mit Papierkorb leeren entleeren. Danach kann der reservierte Speicherplatz wie folgt verkleinert werden: · Rechter Mausklick auf Papierkorb. · Eigenschaften. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 4 320 PC-Anwendung Outlook Express Dateien suchen Laufwerksoptimierung Uninstaller Bootdiskette erstellen Windows-Setup · Laufwerk C: wählen. · Die maximale Größe des Papierkorbs z. B. auf 1 % stellen. · Übernehmen. Internet-Programme Eine ähnliche Möglichkeit gibt es auch für Anwender, die den Internet-Explorer benutzen. Der Speicherplatz für vorübergehend gespeicherte Internetdaten kann wie folgt verkleinert werden: · Internet Explorer starten. · Ansicht. · Internetoptionen. · Temporäre Internetdateien: Einstellungen. · Zu belegender Speicherplatz: z. B. auf 1 % stellen. Wer viel mit dem Programm Outlook Express arbeitet, um z. B. E-Mails zu empfangen oder zu versenden, kann auch hier ggf. sehr viel Platz schaffen. Nachdem alle Nachrichten des Posteingangs und die der gesendeten Objekte gelöscht wurden, kann der Papierkorb gelöschte Objekte geleert werden (Bild ). Software Oft befindet sich auf Rechnern Software, die nicht mehr benötigt wird. Um sie sachgemäß zu entfernen, gibt es im wesentlichen zwei Möglichkeiten. Manche Software-Produzenten liefern mit ihren Programmen gleichzeitig Hilfsroutinen zum Löschen ihrer eigenen Software, falls sie nicht mehr benötigt wird. Diese Hilfsprogramme werden auch als Uninstaller bezeichnet. Man findet sie (falls vorhanden) im Startmenü des jeweiligen Anwenderprogrammes (Bild ). Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit Windows 95 Programme zu entfernen: · START. · Einstellungen. · Systemsteuerung. · Software. · Zu entfernendes Programm auswählen. · Hinzufügen/Entfernen... anklicken. Ebenso können mit der Registerkarte Windows-Setup (Systemsteuerung/Software) viele Windows-Komponenten entfernt werden, die man nie benötigt (Bild ). Durch das Entfernen der Häkchen bestimmt man, welche Anwendungen gelöscht werden sollen. Klickt man z. B. auf Zubehör und Details..., lassen sich Komponenten, wie Spiele oder Windows 95 Tour, entfernen. Auch auf die Sprachunterstützung, Microsoft Network (MSN) und Microsoft Exchange kann man meistens verzichten. Überflüssige Dateien Alle Rechner werden mit vielen Daten belastet, die eigentlich nicht erforderlich sind. Einige davon können gelöscht werden. Beispielsweise können alle Dateien, die sich im Ordner c:windowstemp befinden, gelöscht werden. Über folgende Prozedur lassen sich ebenfalls viele unnötige Dateien finden und löschen: · Explorer starten. · Laufwerk C: markieren · Extras · Suchen - Dateien/Ordner... · Im Feld Name folgendes eintragen: *.tmp. · Starten. · Danach erscheinen alle Dateien mit der Endung .tmp, sie können im Fenster markiert und gelöscht werden (Bild ). Dieser Vorgang kann auch für folgende Dateitypen bedenkenlos wiederholt werden: · *.bak · *.chk. Sichert man die folgenden Dateien vorsichtshalber zuerst auf Disketten, können sie ebenfalls gelöscht werden: *.bmp, *.hlp, *.gif, *.tif, *.jpg. Zum Schluß sollte der Papierkorb erneut geleert werden. Jetzt ist in der Regel wieder erheblich mehr Platz auf der Festplatte vorhanden. Die verbleibenden Dateien sind jedoch völlig zerstreut auf der Platte gespeichert. Manche sind evtl. sogar beschädigt und können zu Rechnerabstürzen führen. Daher sollte die Festplatte jetzt (und regelmäßig) runderneuert werden. Ordnung muß sein Das Programm Scan Disk findet und beseitigt Fehler auf der Festplatte. Es kann wie folgt gestartet werden (andere Anwendungen sollten jedoch zuvor beendet worden sein): · Explorer oder Arbeitsplatz starten. · Laufwerk C: markieren · Rechte Maustaste: Eigenschaften · Extras (Bild ). · Jetzt prüfen. · Als Prüfart sollte intensiv gewählt und Fehler müssen automatisch korrigiert werden. Danach kommt wieder Ordnung ins Lager. Das Programm Defrag fügt geteilte Dateien wieder zusammen und ordnet sie neu an. Dieser Prozeß kann eine ganze Weile dauern. Danach arbeitet der Rechner unter Umständen jedoch ein ganzes Stück schneller. Auf der Karte Extras (Bild ) muß dazu Jetzt optimieren gewählt werden. Auch wenn anschließend die Meldung erscheint, daß die Optimierung nicht erforderlich ist, sollte sie dennoch gestartet werden. Über Details ein läßt sich der Prozeß beobachten. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 4 321 PC-Anwendung

Autor
  • H. Leidenroth
Sie haben eine Fachfrage?