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Elektrotechnik
Eltec und Sicherheitstag - Verbund mit Potential
ep8/2007, 3 Seiten
Eigentlich schade Mit der Eltec 2007 dürften weder Veranstalter, noch Aussteller und Besucher so richtig rundum zufrieden sein. Bei etwas mehr als 250 Ausstellern in zwei Hallen und rund 11000 Besuchern an drei Messetagen reicht es eben nur für ein „gut behauptet“ als globale Einschätzung. Das ist umso bedauerlicher, da die Idee eines Verbundes aus Elektro-Fachmesse und Sicherheitstag eigentlich ein überaus interessanter und viel versprechender Lösungsansatz ist, von dem alle Beteiligten, allen voran das Elektrotechnikerhandwerk, nur profitieren können. Die Synergieeffekte dieses Verbundes wurden aber diesmal nur in Ansätzen erschlossen, sodass man eher von einem Nebeneinander statt eines Miteinanders zweier Veranstaltungen sprechen kann. Schade ist auch, dass es nicht gelungen ist, mehr Aussteller aus den süddeutschen Nachbarländern zu gewinnen. Aber trotz dieser kritischen Anmerkungen an die Adresse der Veranstalter und Aussteller, dem interessierten Fachbesucher wurde viel Sehens-und Wissenswertes geboten. Ein Besuch war allemal lohnend und es ist schade, dass nicht mehr Fachkollegen von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben. Gebäudeautomation Die Gebäudeautomation gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten jeder Elektro-Fachmesse und auch auf der Eltec 2007 war dieser Trend unübersehbar. Über die Hälfte der Vorträge des von der Elektro-Innung Nürnberg-Fürth gestalteten Eltec-Fachdialoges beschäftigte sich mit dieser Thematik (Bild ). Im Mittelpunkt der Vorträge standen dabei Themen wie der wirtschaftliche Einsatz der Gebäudeautomation, Einsparung von Energie durch „mitdenkende“ Technik, Gebäudetechnik und Beleuchtung, Funk als alternative Übertragungstechnik und die Erhaltung von Lebensqualität (Generation 50+) mittels intelligenter Technik. Über die dazu verfügbare Gerätetechnik konnte sich der Besucher gleich bei verschiedenen Herstellern informieren. Bei den diversen Angeboten von Komponenten für LON- und EIB/KNX-Systeme ist die zunehmende Verbreitung von aktor- (DALI und SMI) und sensorseitigen (Enocean) Subsystemen unübersehbar. Neben den Anbietern von Gerätetechnik für die Standardbussysteme waren auch diverse Hersteller mit ihren spezifischen Lösungsangeboten vertreten. Komplettlösungen für die Haus-/Gebäudeautomation wurden u. a. durch die Firmen P. Hochköpper (PEHA/ PHC), Seebacher (ISYGLT), Maintronic (Actor T-Bus) und Theben (Luxor) vorgestellt. Das Angebot zur Gebäudeautomation wurde darüber hinaus durch verschiedene aus der Industrieautomation bewährte Lösungen (SPS/IPC) ergänzt. Hier zeichnet sich offenbar ein Trend ab, der die Entwicklung in den kommenden Jahren nachhaltig beeinflussen wird. Mehr denn je wurde auch der Aspekt der Energieeinsparung bei der Heizung und Beleuchtung durch den Einsatz von Gebäudesystemtechnik hervorgehoben. Ein überaus interessantes und anschauliches Beispiel für die Möglichkeiten eines „intelligenten“ Hauses präsentierte die Firma Tobit mit dem „Easy Living Concept Home“. Anhand der Nachbildung (Maßstab 1:3) eines von dieser Firma betriebenen Forschungs- und Präsentationsobjektes wurde gezeigt, wie verschiedene Gebäudebussysteme in ein übergeordnetes PC-basiertes System eingebunden werden können. Der Vorteil eines solchen Lösungsansatzes besteht vor allem in der problemlosen Einbindung von Audio- und Videosystemen und des a priori vorhandenen Zuganges zu anderen Kommunikationssystemen, wie dem analogen und digitalen Fernsprechnetz, dem Internet, sowie den GSM- und WLAN-Netzen. Sicherheitstag Unter dem Motto „Unternehmenssicherheit, ein Mehrwert für die Wirtschaft“ wurde (parallel zur Eltec) vom Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) eine Tagung organisiert, die durch eine Ausstellung im Foyer des CCN Ost ergänzt wurde. Welche Bedeutung das Thema Sicherheit inzwischen erlangt hat, wurde nicht zuletzt durch die Schirmherrschaft des bayerischen Innenministers Dr. Beckstein unterstrichen. Das inhaltliche Spektrum der Tagungsbeiträge war zwar recht weit gefasst und es wurden auch Themen wie die allgemeine Sicherheitslage in Bayern, die Organisation von Sicherheitsmaßnahmen beim Papstbesuch oder etwa die Luftsicherheit behandelt. Aber anhand der Tagungsbeiträge war auch die Tatsache unübersehbar, dass Sicherheit heute vor allem IT-Sicherheit ist und dass die moderne IT eine Vielzahl von Werkzeugen zur Verbesserung der Unternehmenssicherheit liefert. Dieser Eindruck wurde auch durch die Ausstellung unterstrichen. Neben diversen Firmen, die ihre Dienstleistungen zur Verbesserung der Unternehmenssicherheit - und hier auch wieder im IT-Bereich - offerierten, wurde vor allem IT-basierte Technik zur Zutrittskontrolle und Videoüberwachung präsentiert. Die in diesem Kontext ebenfalls nahe liegenden und für das Elektrotechnikerhandwerk sicher interessanteren Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 8 638 BRANCHE AKTUELL Eltec und Sicherheitstag - Verbund mit Potential Trotz guter Stimmung in der Wirtschaft haben regionale Fachmessen nach wie vor einen schweren Stand. Auch gute Ideen, wie der erstmalig praktizierte Verbund aus Elektro-Fachmesse und bayerischem Sicherheitstag, ändern daran nur wenig. Themen der BVSW-Tagung im Überblick · Sicherheit, ein Wettbewerbsvorteil · Sicherheitslage in Bayern · IT-Sicherheit in den Netzen der Datev eG · Schutz vor unautorisiertem Datenabfluss · Luftsicherheit um jeden Preis, ein Mehrwert? · Sicherheit organisieren (Beispiel Papstbesuch) · Datenschutz als Wettbewerbsvorteil · Steganografie - verdeckter Datendiebstahl · Rechenzentrum der Zukunft Eltec-Fachdialog: Über 50 % der Vorträge zum Thema Gebäudeautomation Foto: Nürnberg-Messe/Th. Geiger In eigener Sache Der Elektropraktiker war auch auf der Eltec 2007 mit einem repräsentativen Stand vertreten und viele Besucher haben die Möglichkeit genutzt, sich hinsichtlich des aktuellen Buch- und Zeitschriftenangebotes zu informieren. Für Interessenten bestand darüber hinaus die Möglichkeit die Planungssoftware Instrom Pro und die Arbeit mit den Internetdatenbanken des Elektropraktikers näher kennen zu lernen. In dem gemeinsam mit der Industrie gestalteten EP-Forum wurden Hilfsmittel zur Konfiguration von Klemmleisten, Planungshilfen für Verteiler im Industrie- und Wohnungsbau, sowie ein Berechnungsprogramm zur Risikoabschätzung infolge Blitzschlages vorgestellt. EP0807-636-643 20.07.2007 11:10 Uhr Seite 638 Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 8 640 BRANCHE AKTUELL Themen wie etwa unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und Schutz vor Blitz- und Überspannungen wurden auf der Tagung nicht angesprochen und waren auch in der Foyer-Ausstellung unterrepräsentiert. Brachensoftware Wer sich wieder einmal zu aktuellen Entwicklungen und Angeboten im Bereich der Software für Handwerksbetriebe und Planungsbüros der Elektrobranche informieren wollte, hatte auf der Eltec dazu viele Gelegenheiten. Neben einer Vielzahl von Anbietern von Lösungen zur Angebots-und Auftragsbearbeitung wie etwa Sage mit HWP und Primus, Hausmann & Wynen, Taifun u. a. waren auch verschiedene CAD-Anbieter (DDS, EPLAN, WSCAD etc.) vertreten. Mit Red CAD wurde zudem ein neues, auf dem deutschen Markt bisher nicht bekanntes CAD-System vorgestellt. Ob Auftragsbearbeitung oder CAD-System, die Software ist in den letzten Jahren nicht nur leistungsfähiger und preiswerter geworden, sondern ist heute meist um einiges einfacher zu bedienen, als noch vor Jahren. Für Betriebe mit mehreren Kundendienstfahrzeugen bietet die Kombination von kartografischer Standortanzeige (über Handy-Ortung) und Branchenlösung neue Möglichkeiten zur Erhöhung der Effektivität des Fahrzeugeinsatzes und zur Verbesserung der Routenplanung. Türkommunikation Tableau, Wand- und Tischstation. Die modularen Außen-Tableaus Powercom des italienischen Unternehmens Comelit gibt es in Aluminium oder Edelstahl mit einer blauen Hintergrundbeleuchtung. Sie werden als Audio-, Audio-Video- sowie Digital-Version ausgeführt und lassen sich mit dem Monitor-Modul Diva in ansprechendem Design verbinden. Dieses Modul mit einem 3,5 Zoll-LC-Display, Freisprechfunktion, Helligkeits-und Lautstärkeregler, Türöffner-und drei freien Funktionstasten eignet sich für die Wandmontage und lässt sich mit einem Tischadapter aufstellen. TV-Gateway. Als bequeme Ergänzung zur Wohnungsstation oder zum Video-Terminal wurde ein TV-Gateway gezeigt (Bild ). Mit diesem lässt sich auch während des Fernsehens schauen, wer vor der Tür steht. Nach dem Türruf erfolgt die Bildanzeige über den AV-Programmplatz als „Picture-in-Picture“, wenn der Fernseher dafür ausgelegt ist. Alternativ lässt sich ein zusätzlicher AV-Modulator auf einen UHF-Kanal einstellen, über den das Videobild übertragen wird. Es ist darüber hinaus möglich, dass sich über ein Telefon die Sprechfunktion der Türstation nutzen lässt und bei Bedarf die Tür geöffnet werden kann. Das TV-Gateway ist zur Installation in der handelsüblichen 58er Unterputz-Dose geeignet und passt in die Unterputzprogramme dieses Herstellers. Edelstahlprogramm. Das Edelstahlprogramm Acero in Bild beinhaltet hochauflösende, optional elektrisch umschaltbare, Farbkameras mit einem horizontalen Erfassungswinkel von bis zu 150°. Die Türstation gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und eignet sich sowohl für das Einfamilienhaus als auch für große Wohnanlagen. Alle Geräte lassen sich in bestehende Twin-Bus-Anlagen integrieren. Freisprechstelle. Die gute Ablesbarkeit des Farbmonitors dieser Tischversion der hörerlosen Sprechstellen ermöglicht der steile Aufstellwinkel von 65° (Bild ). Über zwei Drehsteller lassen sich die Helligkeit und Farbsättigung des 2,5 Zoll großen Farbbildschirms regulieren. Eine elektronische Regelung erkennt die Sprechrichtung und unterdrückt zugleich Hintergrundgeräusche. Nur zur Annahme und Beendigung des Gesprächs muss eine Taste bedient werden, analog zum Abnehmen und Auflegen des Hörers. Elektroinstallation Einbaugehäuse. Bei Wänden und Decken, die in Leichtbauweise erstellt werden, ist es oft schwer Leuchten, Lautsprecher oder Displays zu installieren. Das liegt daran, dass der verfügbare Platz weitgehend durch Dämmmaterial entsprechend EnEV in Anspruch genommen wird und zudem auf der Raumseite durch eine Dampfbremsfolie luftdicht abgeschlossen wird. Für diesen Anwendungsfall wurde das universelle Einbaugehäuse Eno X gezeigt (Bild ). Es ist nur 60 mm hoch und bietet einen flexiblen Installationsraum von 120 x 220 mm2 für Geräte mit einer Einbautiefe bis 57 mm. Das Gehäuse eignet sich beispielsweise für Leuchten mit Kaltlichtspiegellampen bis 35 W sowie für Aluminium-Reflektorlampen bis 50 W. Schalter: Als Umsetzung einer intensiven Zusammenarbeit mit namhaften Designern wurde der „Runde Schalter“ in Bild vorgestellt. Dieser Schalter ordnet sich in die Serie System M des Herstellers ein und wird als Komplettgerät in der Ausführung polarweiss glänzend in Kürze erhältlich sein. Flügelbetondose. Eine so genannte Flügelbetondose, die sich über 15 cm lange Flügel in Stahlarmierungen befestigen lässt zeigt Bild . Die Installationsdose ist für verschiedene Betondeckungen geeignet und ermöglicht auch den Geräteeinbau. Wasserwaage. Die kleine handliche Wasserwaage 101 Pocket M ist mit einem starken Seltenerdmetall-Magneten ausgerüstet und eignet sich zum Ausrichten von Schaltern und Steckdosen (Bild ). Eine Kante ermöglicht das Anlegen des jeweiligen Einsatzes. H. Möbus, R. Drescher Schnittstelle zwischen Türstation und Fernseher Foto: Gira Installationsdose Foto: Primo Wasserwaage Foto: Stabila Edelstahlprogramm Foto: Ritto Freisprechstelle Foto: Siedle Einbaugehäuse Foto: Kaiser runder Schalter Foto: Merten EP0807-636-643 20.07.2007 11:10 Uhr Seite 640
Autoren
- H. Möbus
- R. Drescher
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