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Fortbildung

Elkonet - Wärmebrückenberechnung leicht gemacht

ep12/2010, 1 Seite

Im Rahmen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) existieren im Alt- wie Neubau Vorgaben für die energetische Berücksichtigung von Wärmebrücken. Damit ist diese Thematik immer stärker im Beratungsalltag der Gebäudeenergieberater angekommen.


FORTBILDUNG Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 12 1068 Wärmebrückenberechnung leicht gemacht Im Rahmen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) existieren im Alt- wie Neubau Vorgaben für die energetische Berücksichtigung von Wärmebrücken. Damit ist diese Thematik immer stärker im Beratungsalltag der Gebäudeenergieberater angekommen. Wärmeverluste Aber warum ist das Thema Wärmebrücken (Bilder , ) so wichtig? Seit Einführung der EnEV werden immer energieeffizientere, luftdichtere und besser gedämmte Häuser gebaut. Dabei können durch Wärmebrücken bedingte Wärmeverluste bis zu 30 % ausmachen. Es lohnt sich in der Regel für den Bauherren, diese Wärmeverluste sichtbar zu machen und sie durch geeignete Baumaßnahmen zu reduzieren. Schimmelbildung Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schimmelproblematik in Alt-, aber auch Neubauten. Wenn der Experte genau hinschaut und analysiert, gehören häufig auch Wärmebrücken zu den Verursachern. Hier ist eine Berechnung von Wärmebrücken sehr hilfreich und geradezu notwendig. Doch in der Praxis werden häufig Aufwand und Ertrag gegenübergestellt. Kein Kunde möchte mehr für Bauplanungen und Beratungsdienstleistungen bezahlen als unbedingt notwendig. Gerade an dieser Stelle sind daher gute Argumente gefragt. Typisches Beispiel aus der Praxis Ein Bauherr möchte z. B. einen KfW-Kredit für eine Gebäudesanierung erhalten. Nach den ersten Berechnungen des Energieberaters verfehlt er nur knapp die Vorgaben an den erforderlichen Jahresprimärenergiebedarf. Nun hat er verschiedene Möglichkeiten, den Primärenergiebedarf zu reduzieren: · er kann eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung einbauen, wenn nicht ohnehin notwendig, · eine Solaranlage installieren, · Fenster mit 3-facher Verglasung oder eine zusätzliche Dämmung vorsehen. Das sind Baumaßnahmen, die sicherlich für den Bauherren sinnvoll sind, aber ein zusätzliches Investment bedeuten - und das in Zeiten knapper Finanzmittel. Alternativ kann der qualifizierte Fachmann durch detaillierte Berechnungen und Nachweise kritischer Bauteile den Wärmebrückenzuschlag um 0,05 W/m2a reduzieren und zusätzlich kontrollieren, ob der Mindestwärmeschutz eingehalten ist. Dadurch hinterfragt er nicht nur die Effizienz der Maßnahmen zur Eindämmung des Transmissionsverlusts, sondern sichert auch sein Terrain hinsichtlich der Einhaltung technischer und behördlicher Anforderungen. Risiken der Energieberatung Oftmals ist Energiefachleuten gar nicht klar, welche Möglichkeiten, aber auch Gefahren, bei der Einschätzung von Wärmebrücken bestehen. Der Kunde kann vom Architekten, dem Ingenieur oder dem ausführenden Handwerker ein mangelfreies Werk erwarten. Kommt es zu Schimmelproblemen, wird die Schuld aber gern auf den Bauherren und dessen Lüftungsverhalten abgeschoben. Manchmal wird sogar in der Argumentation und Ursachenforschung die Neubaufeuchte oder die mangelhafte Ausführung des Handwerkers bemüht. Im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung ist aber Vorsicht geboten. Hat der Planer z. B. den entsprechenden Wärmebrückenzuschlag nach EnEV nicht nachgewiesen, kann es zu Problemen kommen. Wenn er den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2, welcher in den Landesbauordnungen verankert ist, nicht nachweisen kann, trägt der Energieberater zumindest eine Teilschuld - auch bei Wärmebrücken. Plausibilitätsprüfungen Dazu kommt noch ein weiterer, oft vernachlässigter Faktor. Die KfW kontrolliert mittlerweile bei den Kreditanträgen auch die Wärmebrückenberechnungen auf Plausibilität. Kein Fachmann kann es sich leisten, dass der KfW-Antrag aufgrund falscher Annahmen, Berechnungen oder Nachweise abgelehnt wird - zu viel Geld steht dabei auf dem Spiel. Praxisseminar beim sez In den Seminaren des Solar-Energie-Zentrums (sez) in Stuttgart werden Planer und Gebäudeenergieberater deshalb auf die Praxis vorbereitet. In der ersten Stufe werden Hintergründe der Schimmelbildung erläutert, z. B. der Temperaturfaktor f Rsi der DIN 4108-2. Was muss man im Gebäudebestand beachten? Bei welchen Wärmebrücken gilt es, besonders genau hinzuschauen? Daher ist der erste Tag des Seminars „Wärmebrückenberechnung leicht gemacht - Intensivseminar“ auch für „Nichtrechner“ von Interesse. Der zweite Tag dient dazu, mit einer Wärmebrücken-Software richtig umzugehen. Das sez stützt sich dabei auf die amerikanische Software „Therm“. Weder die EnEV noch die KfW stellt Anforderungen an eine Berechnungssoftware. Daher wird diese kostenlos zum Seminar mitgeliefert. Robert Borsch-Laaks, Sachverständiger für Bauphysik aus Aachen und sez-Referent Dipl. Ing. Daniel Kehl haben zu diesem Programm ein Handbuch und eine Auswerte-Software geschrieben. Neben zahlreichen Auslegungshilfen und über 50 Auswerteblättern, mit denen der sogenannte Wärmebrückenverlustkoeffizient ermittelt wird, kann auch der Gleichwertigkeitsnachweis nach Beiblatt 2 der DIN 4108 geführt werden. Schimmelprobleme im Neubau, aber auch im sanierten Altbau, müssen nicht sein, wenn der Gebäudeenergieberater von Anfang an mit geeigneten Tools kritische Bauteile berechnet und entsprechende Maßnahmen ableitet. Das erforderliche Knowhow dazu erhält dieser im sez Stuttgart - bisher unter den Elkonet-Partnern alleiniger Anbieter des Seminars. J. Veit ELKONET TERMINE Kurs- U-Std. Termine Bildungszentrum bezeichnung Kontaktdaten Wärmebrücken- 14 UE 25.-26.02.2011 sez Stuttgart berechnung 21.-22.10.2011 0711 955916-31 leicht gemacht - www.sez-stuttgart.de Intensivseminar info@sez-stuttgart.de Wärmebrücke am Wohnhaus Fotos: sez Stuttgart Sichtbare Wärmebrücke einer Heizungsnische

Autor
  • J. Veit
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