Regenerative/Alternative Energien
Einstieg in das Geschäft mit Mini-BHKW
ep5/2007, 5 Seiten
Mini-BHKW - das Kraftwerk im Keller Wärmeenergie nutzen. Bei der Stromerzeugung in Kraftwerken entsteht nicht nur elektrische, sondern auch thermische Energie. Sie lässt sich über die so genannte Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzbar machen. Ein Beispiel für die Nutzung dieser Technik sind motorgetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), die bei kleinerer Leistung als Mini-BHKW bezeichnet werden. Sie bestehen aus einem Gas-oder Dieselmotor, einem Generator zur Stromerzeugung und Wärmetauschern zur Auskopplung der Nutzwärme, montiert auf einem gemeinsamen Rahmen (Blockbauweise). Mini-BHKW werden seriell gefertigt und als kompakte Aggregate in einem schallisolierten Gehäuse geliefert. Ihre Leistung beträgt typischerweise bis zu 6 kWel beziehungsweise 14 kWth. Sie lassen sich wirtschaftlich überall dort betreiben, wo kontinuierlich ein genügend hoher Wärmebedarf besteht, z. B. für die Gebäudebeheizung und die Warmwasserbereitung. Damit eignen sie sich besonders gut für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern, Gewerbebetrieben, Hotels, Verwaltungsgebäuden, Krankenhäusern oder auch in Schwimmbädern. Geeignete Energieträger. BHKW lassen sich mit Erdgas, Heizöl, aber auch mit Biogas oder anderen Bioenergieträgern betreiben. Gerade in von Landwirtschaft geprägten Regionen sind Biogas-BHKW häufig anzutreffen. Man findet sie aber auch in Städten. So werden beispielsweise die Räume des Deutschen Bundes-Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 5 400 BETRIEBSFÜHRUNG Einstieg in das Geschäft mit Mini-BHKW In guten Zeiten haben viele Handwerker eine Chance, in schlechten Zeiten meist nur die aktiven. Sich nach neuen Geschäftsfeldern umzuschauen, etwas dafür zu unternehmen, kann sich durchaus lohnen. So bietet sich für selbstständige Elektrofachkräfte mit dem Verkauf und der Installation von Mini-BHKW eine gute Möglichkeit, sich frühzeitig in einem expandierenden Markt zu etablieren. Einbindung des BHKW in ein Wohnhaus und Schnittstellen Foto: ASUE EP0507-400-406 18.04.2007 14:41 Uhr Seite 400 tags im Reichstagsgebäude in Berlin über ein Rapsöl-BHKW mit Strom und Wärme versorgt. Von den Abmaßen her sind Mini-BHKW so dimensioniert, dass sie durch jede normale Tür passen, also problemlos in den Keller gebracht und dort aufgestellt werden können. Da sie außerdem als anschlussfertige Aggregate ausgeführt sind, dürfte auch die Anbindung an eine bereits vorhandene oder neue Heizungs-und Warmwasseranlage (Bild ) keine Probleme bereiten. Bei den erforderlichen Arbeiten sind die verschiedenen Schnittstellen der Gebäudetechnik zu beachten (siehe im Überblick). Marktsegment: Chance für das Elektrohandwerk Eine häufig gestellte Frage hinsichtlich der Installation eines Mini-BHKW betrifft die Zuständigkeit der Gewerke. Welches Handwerk ist für die Installation, Inbetriebnahme und Instandhaltung befähigt? Der Zentralverband der deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) teilt den Standpunkt, dass Betriebe aus dem Elektrohandwerk und Heizungsbaubetriebe Dienstleistungen für BHKW-Systeme anbieten können. Grundvoraussetzung ist, dass Qualifikationen für beide Bereiche gleichermaßen vorliegen. Sowohl der ZVEH als auch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) haben zu diesem Zweck geeignete Schulungsmaßnahmen entwickelt. Auf dieser Basis können sich Elektro- und SHK-Betriebe nach §7a HwO in die Handwerksrolle des jeweils anderen Gewerks eintragen lassen und somit entsprechende gewerbliche Tätigkeiten ausführen. Für einen ersten Auftrag wäre auch eine Kooperation mit einem qualifizierten Partner eine gute Alternative. Informationen und Qualifikation KWK-Technik im Internet Für einen ersten Überblick zur KWK-Technik, zu der Mini-BHKW per Definition gehören, ist eine Recherche im Internet sinnvoll. Geeignete Grundlagenartikel befinden sich z. B. auf der Website des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (siehe Web-Tipp). Unter der Rubrik Anwenderforum findet man auch Hersteller unterschiedlicher Anlagentypen und entsprechende Links zu deren Internetseiten mit fachlichen Informationen. Fachliteratur Auf einigen Internetseiten (siehe Web-Tipp) gibt es auch Literaturhinweise. Da die Inhalte der empfohlenen Bücher von unterschiedlicher Qualität sind, sollten sich Interessenten zunächst anerkannte Veröffentlichungen besorgen, um dann schrittweise tiefer in die Materie einzudringen. Für den ersten Einstieg ist die Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 5 IM ÜBERBLICK Schnittstellen zur Gebäudetechnik Für die Installation eines Mini-BHKW ist die Montageanleitung des Herstellers eine wichtige Grundlage. Sie gibt in der Regel Hinweise auf folgende Arbeiten: · Hydraulische Einbindung - Anschluss des Heizungsvorlaufs und -rücklaufs sowie zusätzlicher Komponenten wie Speicher und Umwälzpumpen einschließlich Rohrverlegung · Elektrischer Anschluss - Rücksprache mit dem Energieversorger vor Installationsbeginn, Anschluss des Aggregats an das Verbraucher- und/oder das EVU-Netz, Anschluss der Regelung · Primärenergieseitiger Anschluss - Gasanschluss über flexiblem Schlauch, Kugelhahn und Brandschutzventil; Heizölanschluss über Vorfilterstation mit zwei flexiblen Schläuchen · Abgasseitige Einbindung - die Abgase werden meist über ein frei schwingend aufgehängtes Abgasrohr abgeführt. Neben der vom Hersteller herausgegebenen Installations- und Bedienungsanleitung sind alle einschlägigen gesetzlichen Vorschriften und Normen zu beachten. EP0507-400-406 18.04.2007 14:41 Uhr Seite 401 BINE-Infobroschüre „Kraft und Wärme koppeln“ gut geeignet. Sie erläutert zunächst die Kraft-Wärme-Kopplung und beschreibt dann die unterschiedlichen BHKW-Techniken. Gute Dienste leistet auch das Einführungswerk „Blockheizkraftwerke - Ein Leitfaden für den Anwender 2006“ von Wolfgang Suttor. Im Vordergrund stehen dort die technische Ausführung von BHKW und ihre Einbindung in unterschiedliche KWK-Konzepte. Qualifizierung Grundkenntnisse der KWK-Technologie lassen sich in diversen Schulungssmaßnahmen zahlreicher Anbieter (siehe Web-Tipp) erwerben. Z. B. hat die Handwerkskammer Konstanz ein Tagesseminar mit dem Titel „Mikro-KWK-Systeme für die Gebäudeenergieversorgung“ im Programm. Es liefert alle wichtigen Basisinformationen für Handwerksbetriebe, die den Wachstumsmarkt Kraft-Wärme-Kopplung erschließen wollen. Die Teilnehmer erhalten einen guten Überblick über die technischen Möglichkeiten, über am Markt verfügbare Anlagen, Planungshilfen sowie gesetzliche Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten. Praxisbeispiele verdeutlichen die Möglichkeiten. Unter dem Titel „Energieberatung in der Praxis - Kraft-Wärme-Kopplung“ bietet das Bildungsnetzwerk ELKOnet einen Kurs, der sich in erster Linie an Energieberater und Fachhandwerker wendet. Er vermittelt die technischen Grundlagen, die Wirkungsweise der unterschiedlichen Systeme und die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Er verschafft den Teilnehmern außerdem einen Überblick über die neuesten Entwicklungen, über den Marktbedarf, über Anwendungsmöglichkeiten, Qualifikationsvoraussetzungen und Förderungen (siehe im Überblick - Förderungen). Auch das Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm führt KWK-Schulungen durch. Die eintägigen Praxisseminare „Mini-BHKW: Grundlagen, Planung und Betrieb“ vermitteln dem Praktiker wichtige Grundlagen über Planung, Auslegung, Wartung, Betrieb und Sicherheit von motorischen Mini-BHKW-Anlagen. Zusätzlich werden fünftägige Aufbauseminare zu den Mini-BHKW zur Vertiefung und Aneignung spezifischen Fachwissens angeboten. Das Weiterbildungszentrum verfügt über ein Technikum mit zwei motorisch angetriebenen Mini-BHKW sowie speziell für Aus- und Weiterbildungszwecke entwickelte Brennstoffzellen-BHKW. Diese Investionen erlauben eine praxisnahe Gestaltung der Seminare. Das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut veranstaltet im Rahmen seines Weiterbildungsprogramms „Erneuerbare Energien“ regelmäßig Tagungen und Foren zum Thema Biogas und Flüssigkraftstoffe, die sich als Energieträger für BHKW-Anlagen einsetzen lassen. Ein ähnliches Themenspektrum bietet die Firma Solarpraxis aus Berlin. Da die Weiterbildungslandschaft ständig in Bewegung ist, lohnt es sich, in Fachmedien oder auf einschlägigen Internetseiten nach weiteren Angeboten zu forschen. So hat beispielsweise auch die Handwerkskammer Osnabrück einen BHKW-Lehrgang konzipiert, der nach einem ersten erfolgreichen Verlauf im vergangenen Jahr in Kürze erneut starten wird. Messen und Kongresse Wer sich über den Stand der Technik informieren möchte, kommt nicht umhin, diverse Fachveranstaltungen zu besuchen. Parallel zu den Produktschauen laufen häufig Symposien, Kongresse und Vortragsveranstaltungen, die häufig schon ein gewisses Maß an Vorkenntnissen voraussetzen. Die wichtigsten und bekanntesten Messen und Fachtagungen: Auf der Enkon-Dezentral in Nürnberg treffen sich alle zwei Jahre Spezialisten aus der dezentralen Energiewirtschaft. Im Fokus stehen aktuelle Themen der dezentralen Energieversorgung wie beispielsweise die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), BHKW, Energieeffizienz und Contracting. Im vergangenen Jahr nahmen zahlreiche Besucher die Chance wahr, sich in den Ausstellervorträgen zu informieren und mit den Profis direkt zu diskutieren. Die enertec - Internationale Fachmesse für Energie in Leipzig - fand in diesem Jahr vom 5. bis 8. März statt - ist eine der wichtigsten umfassenden Energiemessen in Europa. Zu den Schwerpunkten zählt die dezentrale Energietechnik, insbesondere die Kraft-Wärme-Kopplung und Brennstoffzellen. Das Rahmenprogramm wird flankiert von zahlreichen Kongressen, Tagungen und Workshops. Auch auf der Hannover-Messe 2007 stand das Thema Energie im Fokus. Die integrierte internationale Leitmesse Energy gab einen umfassenden Überblick über den Markt. Anbieter und Hersteller Es gibt in Deutschland mittlerweile eine ganze Reihe von Herstel-Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 5 402 BETRIEBSFÜHRUNG IM ÜBERBLICK Staatliche Förderung von BHKW nach dem KWK-Gesetz 1. Bestandsanlagen und Modernisierungen Anspruch auf Zahlung eines Zuschlags in unterschiedlicher Höhe besteht für eingespeisten KWK-Strom1) aus Anlagen, die vor Inkrafttreten des KWK-Gesetzes (1. April 2002) in Betrieb genommen wurden. Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach der Anlagenkategorie, die im Rahmen des BAFA-Zulassungsverfahrens festgestellt wird. Es wird nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme/ Modernisierung differenziert nach KWK-Anlagen: · die bis zum 31.12.1989 in Dauerbetrieb genommen wurden (alte Bestandsanlagen) · die ab dem 01.01.1990 im Dauerbetrieb sind (neue Bestandsanlagen) sowie nach · alten Bestandsanlagen, die im Zeitraum vom 01.01.1990 bis 31.03.2002 modernisiert2) und wieder in Dauerbetrieb genommen wurden · alten Bestandsanlagen, die modernisiert oder durch eine neue Anlage ersetzt sowie zwischen dem 01.04.2002 und dem 31.12.2005 wieder in Dauerbetrieb genommen worden sind (modernisierte Anlagen). 2. Förderung von Neuanlagen Für Neuanlagen, die nach dem 01.04.2002 in Dauerbetrieb genommen wurden, besteht ein Anspruch auf Zahlung eines Zuschlags für eingespeisten KWK-Strom - bei kleinen KWK-Anlagen (bis zu 2 MWel), soweit sie nicht eine bereits bestehende Fernwärmeversorgung aus KWK-Anlagen verdrängen, und bei Brennstoffzellen-Anlagen. Für eingespeisten Strom aus neu zugebauten Brennstoffzellen-Anlagen und BHKW bis zu einer Leistung von 50 kWel wird ein gegenüber den Bestandsanlagen deutlich erhöhter Zuschlag gezahlt (5,11 Cent je kWh), der zudem über 10 Jahre ab Inbetriebnahme auf diesem Niveau verbleibt. Die BHKW müssen bis Ende 2008 in Betrieb genommen werden, damit der erhöhte Zuschlag gezahlt werden kann. Leistungsstärkere Neuanlagen bis 2 MWel haben für eingespeisten Strom Anspruch auf einen Zuschlag von 2,56 Cent je kWh, der aber bis 2010 befristet ist und bis dahin auf 1,94 Cent absinkt. 1) (KWK-Strom, der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet wird, fällt nicht in den Anwendungsbereich des KWK-Gesetzes). 2) Eine Modernisierung liegt vor, wenn wesentliche, die Effizienz bestimmende Anlageteile, erneuert worden sind, und die Kosten der Erneuerung mindestens 50 % der Kosten für die Neuerrichtung der gesamten Anlage betragen. Innenleben eines Mini-BHKW Foto: Senertec Anschlussfertiges Aggregat Foto: Ecopower EP0507-400-406 18.04.2007 14:41 Uhr Seite 402 lern, die ausgereifte BHKW-Aggregate (Bilder und ) liefern können (siehe Web-Tipp). Namen weiterer Hersteller sind zu finden in der Broschüre „BHKW-Kenndaten 2005“, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen Energieverbrauch (ASUE) und auf der Website www.bhkw-info.de. Hoher Beratungsbedarf Der Verkauf von Mini-BHKW verlangt einen hohen Beratungs- und Überzeugungsaufwand. Die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch ist die Kompetenz des Elektrounternehmers. Er sollte sich mit der energiewirtschaftlichen Situation insgesamt auskennen und darlegen können, warum sich beim Energieverbrauch etwas ändern muss. Nur wenn er als Fachmann anerkannt wird, wird der Kunde die vorgetragenen Argumente für den Einbau eines Mini-BHKW überhaupt erst akzeptieren und verinnerlichen. Der Kunde möchte einerseits Kosten sparen. Er Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 5 WEB-TIPP www.bkwk.de - Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung: Grundlagen der KWK-Technolgie; aktuelle Nachrichten u. a. zur Energietechnik und -politik, zum Energierecht und zu Veranstaltungen; Anbieterforum www.bine.info - BINE-Informationsdienst, Bonn: sehr umfangreich; hat die Aufgabe, den Informations- und Wissenstransfer aus der Energieforschung in die Anwendungspraxis zu fördern; zahlreiche Literaturhinweise; verschickt auch kostenlose Newsletter und Infobroschüren; kaum zu überschätzende Quelle; BINE wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). www.asue.de - ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch: BHKW-Grundlagen, BHKW-Fibel (leider etwas veraltet), Genehmigungsverfahren, Grafiken, Tagungsberichte www.bhkw.de - ReSys AG im solar info center: Grundlagen, Hersteller, Schulung, Planung, BHKW-Infozentrum, Pflanzenöl-BHKW www.bhkw-info.de - Steinborn innovative Gebäudeenergieversorgung, Stuttgart: Einführung BHKW, Wirtschaftlichkeit, Schulung, Umweltinfos, Planung, Software, Herstellerliste www.bhkw-infozentrum.de - BHKW-Infozentrum, Rastatt: Einführungen, Hersteller, Anwendungsfelder, Beispiele, Diskussionsforum, Downloads (Gesetzestexte, Kennzahlen u.a.), Glossar www.thema-energie.de - dena, Deutsche Energie-Agentur, Berlin: Beiträge zur KWK, rechtliche Grundlagen, Förderung, Contracting, Linkkatalog, Literaturverzeichnis www.carmen-ev.de - C.A.R.M.E.N.: Website mit zahlreichen Informationen zu nachwachsenden Rohstoffen, mit denen sich Mini-BHKW betreiben lassen (Pflanzenöl, Biogas u.a.) Qualifikation www.hwk-konstanz.de - Handwerkskammer Konstanz www.elkonet.de - Bildungsnetzwerk ELKOnet www.wbzu.de - Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm www.otti.de - Ostbayerisches Technologie-Transfer-Institut (OTTI) www.osnabrueck.ihk24.de - Handwerkskammer Osnabrück Wichtige Fachmessen www.enkon-dezentral.de - Enkon-Dezentral in Nürnberg www.enertec-leipzig.de - Internationale Fachmesse für Energie in Leipzig www.hannovermesse.de - Hannover-Messe Ausgewählte Hersteller www.ecopower.de - Ecopower, Firma Powerplus Technologies, modulierendes Mini-BHKW; Brennstoffe: Erdgas und Propan www.senertec.de - Dachs, Firma Sener Tec Kraft-Wärme-Energiesysteme, Leistung: bis 5,3 kWel, bis 12,5 kWth; Brennstoffe: Erdgas, Propan, Heizöl, Biodiesel kw-energietechnik.de - BHKW von KW Energietechnik; große Leistungsbereiche; Brennstoffe: Pflanzenöl, Diesel, Gas KWK-Technik EP0507-400-406 18.04.2007 14:41 Uhr Seite 403 prüft aber meistens auch seinen nichtmateriellen Nutzen. Beim Autokauf steht z. B. häufig der Wunsch, nach außen Dynamik und Fortschrittlichkeit, aber auch Finanzkraft und Seriosität zu demonstrieren, im Vordergrund. Der Elektromeister sollte deshalb beim Verkaufsgespräch herausfinden, welchen ideellen Nutzen der Kunde mit einem Mini-BHKW verbindet. Oft ist es das positive Image der alternativen Energien oder die Begeisterung für innovative Technik, die den Käufer motiviert. Die Darlegung der Wirtschaftlichkeit eines Mini-BHKW gehört zu den grundlegenden Argumenten. Dafür sind solides Wissen und ein gewisses Maß an Erfahrung vonnöten. Hilfreich für den Elektromeister, der in den BHKW-Markt einsteigen will, ist das Softwareprogramm „Mini BHKW-Plan 2.0“ (Bestellung über www.minibhkw.de). Es wurde vom Zentrum für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg entwickelt und ist speziell auf die Ansprüche des Fachhandwerks zugeschnitten. Damit lässt sich die Funktion eines Mini-BHKW simulieren - im Betrieb mit fossilen Brennstoffen und auch mit Biogas und Biodiesel. Anhand eines Ergebnisberichts, der alle Daten des Projekts übersichtlich dokumentiert, kann der Unternehmer dem potentiellen Betreiber die Planung Schritt für Schritt darlegen und die zu erwartenden Betriebsergebnisse aufzeigen. Fazit Blockheizkraftwerke (BHKW) und Mini-BHKW werden in der zukünftigen Energieerzeugung eine wachsende Rolle spielen. Hier bietet sich dem Elektrohandwerk die Chance, sich ein neues Marktsegment zu erschließen. Potentielle Kunden sind z. B. Bauherrn von Ein- und Mehrfamilienhäusern, von Gewerbebetrieben, Hotels, Schwimmbädern oder auch Krankenhäusern. Voraussetzung ist jedoch eine vorangehende solide Qualifizierung. Möglichkeiten dazu sind in genügendem Maß vorhanden. H. Buers Mobbing - insbesondere in technischen Berufen Gerade bei der Berufsgruppe der Techniker ist nach einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Gefahr, Opfer einer Mobbingattacke zu werden, besonders hoch. Nach der Studie liegt für diesen Personenkreis der Mobbing-Risiko-Faktor deutlich über dem Durchschnitt. Für einen Techniker ist das Mobbingrisiko 1,8-mal so hoch wie für den Durchschnitt der Erwerbstätigen. Für die Unternehmen und Führungskräfte ist es daher wichtig zu wissen, wie man Mobbing erkennt - möglichst rechtzeitig - und mit solchen Vorfällen umgeht. Noch besser ist es natürlich vorzubeugen [1]. Wann es sich um Mobbing handelt Vielfach wird der Begriff Mobbing vorschnell und zu Unrecht benutzt, denn nicht jeder Streit oder jede Meinungsverschiedenheit zwischen Kollegen oder Vorgesetzten ist gleich Mobbing. Auch wenn ein Mitarbeiter „eingeschnappt“ ist und tagelang nicht mit seinem Kollegen redet, hat das mit Mobbing (noch) nichts zu tun. Aus solchen Streitigkeiten kann aber ein Mobbingfall werden. Eine gesetzliche Definition von Mobbing gibt es nicht, wie überhaupt das Thema bisher keinen expliziten Eingang in die Gesetzgebung gefunden hat. Es gibt daher keinen gesetzlichen Straftatbestand oder Haftungsgrund mit der Bezeichnung Mobbing. Trotzdem ist Mobbing selbstverständlich nicht erlaubt. Inzwischen hat sich die Rechtssprechung (Straf-und Zivilrecht) häufiger mit dem Phänomen beschäftigen müssen. Die Gerichte gehen beim Begriff Mobbing recht einheitlich von einer Definition aus, wie sie auch in der einschlägigen Forschung Verwendung findet. Danach ist Mobbing: eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einem oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes und die angegriffene Person dieses als Diskriminierung erlebt. Es müssen demnach eine ganze Reihe von Faktoren erfüllt sein, damit man von echtem Mobbing sprechen kann: · Es muss sich um systematische Anfeindungen handeln. · Die Angriffe müssen über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen oder Monate) erfolgen. · Die Angriffe müssen von Kollegen und/oder Vorgesetzten ausgeübt werden. Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 5 404 BETRIEBSFÜHRUNG Kostenfaktor Mobbing Mobbing wird als Kostenfaktor von den Unternehmen noch immer unterschätzt. Vielleicht wird es deshalb in vielen Betrieben ignoriert, teilweise sogar - bewusst oder unbewusst - gefördert. Überall dort, wo mit hohem Personalaufwand gearbeitet wird, beispielsweise auch in der Elektrobranche, entstehen dadurch hohe Kosten. Psychische Erkrankungen mit wachsender Tendenz Wie die Krankheitsstatistiken der gesetzlichen Krankenkassen ausweisen, steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen stetig an. Gleiches gilt für die Zahl der Arbeitsunfähigkeiten mit einer entsprechenden Diagnose, obgleich der Krankenstand insgesamt rückläufig ist. Das Mobbing ist zwar nicht die ausschließliche Ursache für diese Entwicklung, spielt aber mit Sicherheit eine gewichtige Rolle. Gerade in Zeiten von Arbeitsplatzabbau und steigendem Arbeitsdruck erhöht sich die Zahl von Mobbingvorkommnissen. Andere Gründe für die Zunahme psychischer und psychosomatischer Erkrankungen liegen darin, dass die Ursachen für augenscheinlich körperliche Symptome heute häufiger auf die psychischen Belastungen zurückgeführt werden. Viele Ärzte sind in dieser Hinsicht sensibler geworden und versuchen die tatsächlich zugrunde liegende Störung zu ermitteln. Auch haftet der Diagnose „psychisch“ oder „psychosomatisch“ nicht mehr das Etikett „verrückt“ an. Die Akzeptanz einer solchen Diagnose ist daher sowohl bei Ärzten als auch bei den Patienten stark gestiegen. Dazu passt auch die Feststellung, dass die Verordnung von Psychopharmaka in den letzten Jahren kräftig angestiegen ist. So haben nach Angaben aus dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse mehr als 3,2 % der Berufstätigen im Jahr 2004 Antidepressiva verordnet bekommen. Arbeitsunfähigkeitstage 100 Versicherungsjahre 2000 2001 2002 2003 2004 Kalenderjahr 10,49 11,60 12,13 12,98 13,67 Anteil der psychischen Erkrankungen an Gesamt-Arbeitsunfähigkeitstagen je 100 Versicherungsjahre* * Der Wert „Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherungsjahre“ wird verwendet, um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen strukturierten Betrieben zu ermöglichen. Quelle: TK-Gesundheitsreport 2005 EP0507-400-406 18.04.2007 14:41 Uhr Seite 404
Autor
- H. Buers
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