Inf.- und Kommunikationstechnik
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Elektrotechnik
Datenübertragung mit ASDL (1)
ep10/2000, 6 Seiten
Entwicklung der Datenübertragung Mit der Deregulierung der Telekommunikationsmärkte, und vor allem durch den Boom des Internet, gelang der große Durchbruch für die Vermarktung von Modems im professionellen wie privaten Bereich. Die modernen Anwendungen benötigen aber eine sehr große Bandbreite, größer als die 3,3 kHz (100 Hz bis 3400 Hz) der alten analogen Telefonnetze. Dies führte im Laufe der Zeit zur Entwicklung der digitalen Modems und damit auch der digitalen Übertragungsverfahren. Aber auch die digitalen Modems unterlagen nach wie vor der Bandbreitenbeschränkung der analogen Telefonnetze. Die DSL-Techniken vermeiden die Schwierigkeiten bei höheren Übertragungsraten aufgrund der Bandbreitenbeschränkungen, indem sie neben dem Sprachband einen weiteren Frequenzbereich für die Datenübertragung nutzen. Natürlich sind zu diesem Zweck erhebliche Veränderungen in den vorhandenen Vermittlungsstellen und Netzwerken notwendig. In großen Unternehmen waren bereits verschiedene DSL-Technologien zur internen Kommunikation im Einsatz, bevor mit dem öffentlichen Ausbau begonnen wurde. Einige lokal tätige Internet Provider nutzen diese Technik bereits seit Jahren zur Anbindung von Geschäftskunden. Unterschiedlichste Anwendungen haben dazu geführt, dass sich verschiedene DSL-Verfahren entwickelt haben. Eines davon ist die ADSL-Technik. Merkmale von ADSL Bei der ADSL-Technik handelt es sich um eine bedarfsorientierte Zugangstechnologie. Die Abkürzung steht dabei für Asymmetric Digital Subscriber Line, zu deutsch „unsymmetrische digitale Teilnehmer-Anschlussleitung“. Das besondere an der DSL-Technik ist, dass es sich dabei um eine digitale Verbindung zwischen dem Teilnehmer und der Vermittlungsstelle handelt, die auf normalen Kupferkabeln, üblicherweise verdrillten, ungeschirmten Zweidrahtleitungen, beruht, und nicht auf speziellen Kabeln, wie etwa Glasfaser-oder Koaxialkabeln. Bei diesem unsymmetrischen Verfahren können analoge bzw. ISDN-Signale und breitbandige Anwendungen in verschiedenen Frequenzbändern über das gleiche Adernpaar übertragen werden. Ganz wesentlich für das ADSL-Verfahren ist die weitere Nutzbarkeit der bereits existierenden Anschlussleitungen für zukünftige, breitbandige Dienste, ohne die schon vorhandenen Telefon-oder ISDN-Anschlüsse in ihren Funktionen zu beeinträchtigen. Im ISDN stehen sämtliche Dienste neben den ADSL-Daten auch weiterhin zur Verfügung, d. h. beide B-Kanäle sind uneingeschränkt für das ISDN mit seinen Leistungsmerkmalen nutzbar. Eine bereits vorhandene TK-Installation im Haus kann ebenso weiter verwendet werden, wie die daran angeschlossenen Endgeräte. Die internationale Unternehmensvereinigung zur ADSL-Förderung, das so genannte ADSL-Forum, definiert ein ADSL-System folgendermaßen: „Eine ADSL-Verbindung über eine verdrillte Zweidrahtleitung besteht aus zwei ADSL-Modems an ihren Enden und enthält einen unidirektionalen Hochgeschwindigkeits-Datenkanal zum Teilnehmer, einen bidirektionalen Kanal mit mittleren Übertragungsraten und einen Telefoniekanal. Dieser wird von dem ADSL-Modem über entsprechende Filter entkoppelt und steht auch bei einem Modemausfall immer zur Verfügung.“ Bei dieser DSL-Variante werden die Daten asymmetrisch in den beiden Richtungen übertragen. Der Downstream, also das Herunterladen von Daten aus dem Netz zum Teilnehmer, erfolgt dabei mit einer sehr viel höheren Datenrate, als der Upstream, das Übertragen von Daten vom Teilnehmer in das Netz. Die Asymmetrie der Datenübertragungsraten ist somit sehr groß. Das ADSL entspricht damit sehr gut den heutigen Anforderungen an eine schnelle Datenübertragung, wie sie etwa bei der Arbeit im Internet gefordert wird, bei der üblicherweise viel mehr Daten aus dem Netz zum Teilnehmer gelangen, als umgekehrt. Im Zusammenhang mit der DSL-Technologie tauchen immer wieder einige Abkürzungen auf, die bei Teilnehmern und Kunden zur Verwirrung führen. Die allgemeine Abkürzung DSL steht für Digital Subscriber Line (digitale Teilnehmeranschlussleitung). Der Teilnehmer ist in diesen Systemen digital an das Telekommunikations-Netz angeschlossen, und zwar üblicherweise über die bereits vorhandenen ungeschirmten und verdrillten Zweidrahtleitungen aus der analogen Welt. Zu diesen Technologien zählen neben ADSL beispielsweise auch HDSL und VDSL. Darüber hinaus existieren aber noch weitere Varianten. T-DSL ist die Bezeichnung der Deutschen Telekom für deren ADSL-Variante. Das xDSL wird demzufolge als Oberbegriff für die heute vorhandenen, verschiedenen DSL-Technologien verwendet, wobei das „x“ eine Art Platzhalter darstellt. Letzte Meile als Ansatzpunkt Heutzutage sind nur unzureichend schnelle Internetzugänge vorhanden. Als Folge davon sind beispielsweise die Übertragung großer Datenmengen, Telelearning bzw. Teleworking, Online Banking oder Voice Dienste, nur schwer möglich. Die Gründe für zu wenige schnelle Zugänge liegen in den vorhandenen Kupferkabeln zwischen den Vermittlungsstellen und den Teilnehmeranschlüssen. Diese bilden eine Art Flaschenhals, engl. als Bottleneck bezeichnet, da die breitbandigen Anwendungen im Netz über sie zum schmalbandigen Zugangsnetz des Teilnehmers führen (Bild ). Die DSL-Technik soll den Engpass Local Loop, d. h. die letzte Meile von der Vermittlungsstelle zum Teilnehmeranschluss, auf Basis der bereits bestehenden Kupferverkabelung beseitigen. Gute Marktchancen für ADSL Für Deutschland sehen die Zukunftschancen der ADSL-Technik aufgrund der guten Infrastruktur - meist ist die Leitungslänge vom Teilnehmer zur digitalen Vermittlungsstelle kleiner als 3,7 km - gut aus. Seit Anfang 1999 werden die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung der DSL-Technik mit großem Nachdruck geschaffen. Bis zum Ende des Jahres 2000 sollen ca. Kommunikationstechnik Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 10 864 Datenübertragung mit ADSL (1) F. Bünger, Schalksmühle Die Anforderungen an die Übertragungsgeschwindigkeit bei der Datenbertragung über normale Kupferleitungen nehmen ständig zu. Vor allem die steigende Nutzung des Internets verlangt nach immer kürzeren Up- und Downloadzeiten. Die verschiedenen Netzbetreiber versuchen mit ständigen Weiterentwicklungen in diesem Bereich, einen Marktvorteil zu erlangen. ADSL ist eine der Technologien, die eine hohe Datenübertagungsrate in konventionellen Leitungsnetzen ermöglicht. In diesem ersten Teil werden die Grundlagen von ADSL vorgestellt sowie die Anlagenkonfiguration beschrieben. Frank Bünger ist Mitarbeiter für Forschung & Entwicklung bei der Rutenbeck Gmb H in Schalksmühle. Autor 200 Ortsnetze für DSL ausgebaut sein. Im Jahr 2003 sollen dann alle Kerngebiete Deutschlands mit der Zugangstechnologie ADSL ausgestattet sein, so dass eine flächendeckende Versorgung voraussichtlich 2004 erreicht sein wird. Eine nationale Vollversorgung wird es jedoch aus technischen Gründen nicht geben. Zur Zeit ist noch unklar, welche Dienste in Zukunft über ADSL von den jeweiligen Netzbetreibern angeboten werden. Klar ist, dass aufgrund der ADSL-Technik und dem ATM-Einsatz, leistungsfähigere Dienste als bisher im ISDN möglich, angeboten werden können. ADSL wird das ISDN im Bereich der Neuinstallationen ablösen, oder aber das ISDN wird auf ADSL-Basis zu neuen Ehren gelangen. Für die weitere Entwicklung des Marktes ist die Standardisierung der technischen Parameter mit ihren Protokollen und Schnittstellen von entscheidender Bedeutung. Geräte, die einem bestimmten Standard entsprechen, sind in der Lage, miteinander zu arbeiten, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Auch der Austausch verschiedener Endgeräte untereinander ist dadurch gewährleistet. Durch die Standardisierung wird letztlich also der Markt für diese Produkte vergrößert. Die Standards lassen jedoch gewisse Spielräume zu, die u. U. dazu führen können, dass nur Modems eines Herstellers auf der Teilnehmer- und der Vermittlungsstellenseite miteinander kommunizieren können. Unterschiede der DSL-Technologien Zwischen den verschiedenen DSL-Technologien gibt es Unterschiede hinsichtlich der Anzahl der verwendeten Kupferdrahtpaare, den Übertragungsgeschwindigkeiten und den damit verbundenen Reichweiten sowie den Modulationsarten. Sie werden in symmetrische und asymmetrische Übertragungsverfahren unterteilt. Symmetrische DSL-Verfahren HDSL (High bit rate DSL). Anfang der 90er-Jahre wurden die E1- (2,048 MBit/s) und T1-Signale (1,544 MBit/s) über je eine Zweidrahtleitung für die Sende- und Empfangsrichtung übertragen. Die unidirektionale Datenübertragung der beiden Adernpaare wurde durch eine bidirektionale Übertragung ersetzt, wodurch sich die Übertragungsgeschwindigkeit verdoppelte. Zur weiteren Verbesserung der Übertragungsqualität wird eine adaptive Leitungsentzerrung eingesetzt. Durch den 2B1Q-Leitungscode wurde das Frequenzspektrum halbiert, wodurch die Dämpfung verringert und die Reichweite auf bis zu 4 km erweitert werden konnte. IDSL (ISDN DSL) hat eine Übertragungsgeschwindigkeit von 128 kBit/s und verwendet den 2B1Q-Leitungscode. Der Vorteil gegenüber dem ISDN ist die etwas größere Reichweite und vor allem die Eigenschaft, ISDN-Leistungsmerkmale auch ohne das öffentliche Netz zur Verfügung zu stellen. HDSL2. Das Zweidraht-HDSL wird auch als SDSL oder S-HDSL bezeichnet. Es kommt mit nur einem Leitungspaar aus und hat eine Reichweite von 3,6 km. MDSL (Medium bit rate DSL) bietet Datenraten von bis zu 784 kBit/s, bei einer Reichweite von bis zu 6,7 km über Kupferkabel mit 0,5 mm Leiterdurchmesser. Als Leitungscode wird der 2B1Q-Code verwendet. MSDSL (Multi rate symmetric single pair DSL). Die Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 2,048 MBit/s ist bei diesem Verfahren einstellbar und somit auch die Reichweite (max. 4,5 km bei 0,5 mm Aderdurchmesser). SDSL (Symmetric single pair DSL) ist die allgemeine Bezeichnung für die symmetrischen Übertragungsverfahren. Es existiert keine einheitliche Zuordnung von SDSL zu einer bestimmten Technologie. Asymmetrische DSL-Verfahren ADSL. Kennzeichnend für das ADSL ist die große Asymmetrie der beiden Übertragungsrichtungen. Es sind bis zu 8 MBit/s in Richtung Teilnehmer (downstream) und bis zu 768 kBit/s in Gegenrichtung (upstream) möglich. Bei diesem Verhältnis gilt es als optimales Übertragungsverfahren für das Internet. CDSL (Consumer DSL) stellt eine gegenüber dem ADSL reduzierte Datenrate von bis zu 1,5 MBit/s zur Verfügung, die nach Auffassung des Modemherstellers Rockwell für den durchschnittlichen Computerbenutzer ausreichend ist. Aufgrund dieser niedrigen Datenrate sollten die Elektronikteile preiswerter und somit die Endgeräte für den Massenmarkt attraktiver ausfallen können. UADSL (Universal ADSL). Die neuere Bezeichnung für UADSL ist G.Lite. Entgegen dem ADSL kommt das UADSL ohne einen speziellen Splitter zur Signaltrennung aus. Das UADSL-Modem und die Endgeräte werden bei diesem Verfahren parallel an die Telefonleitung geschaltet. Darü- Kommunikationstechnik Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 10 866 Die vorhandenen Kupferkabel ziwschen den Vermittlungsstellen und den Teilnehmeranschlüssen bilden den Engpass bei der Übertragung großer Datenmengen Anlagenaufbau im ADSL-System Varianten für Netzabschlüsse im DSL a) Splitter und Netzabschlüsse getrennte Geräte b) Splitter und ADSL-NT in einem Gerät c) Splitter und Netzabschlüsse in einem Gerät Breitbandige Anwendungen Last Mile „Bottleneck“ Schmalbandiges Zugangsnetz z. B. Fast Internet Online Banking Voice Dienste Telelearning Teleworking Telefon VSt ADSL Leitungsabschluss Splitter Splitter Telefon VSt ADSL Leitungsabschluss POTS oder ISDN NT ADSL Splitter POTS oder ISDN NT ADSL Splitter POTS oder ISDN NT ADSL Splitter a) b) c) ber hinaus wird die bereits vorhandene, meist minderwertige Installation, weiter verwendet. Aufgrund dieser Tatsachen verringert sich die Datenrate jedoch auf 1,5 MBit/s bzw. 128 kBit/s. VDSL (Very high speed DSL). Das VDSL ist zur Zeit die modernste DSL-Variante. Es sind Übertragungsraten von bis zu 52 MBit/s auf normalen Kupferadern möglich, allerdings bei stark verkürzter Reichweite. Daher ist VDSL auch nicht für den Einsatz in öffentlichen Vermittlungsstellen gedacht, sondern in abgesetzten optischen Netzwerkeinheiten der modernen Glasfasernetze. Die VDSL-Übertragung kann sowohl symmetrisch als auch unsymmetrisch erfolgen. Auch das VDSL unterscheidet wie das ADSL einen Schmalbandkanal für analoge oder ISDN-Signale und einen Breitbandkanal für Daten. Voraussetzungen für ADSL Als zusätzliche Technik für einen ADSL-Anschluss wird je nach Zugangsvariante eine Netzwerkkarte, eine ATM-Karte oder ein spezielles ADSL-Modem plus einem Splitter, zur Trennung von Telefon-und Datenverkehr, und natürlich ein Telefonanschluss benötigt. Der Telefonanschluss kann dabei wahlweise als analoger oder ISDN-Anschluss ausgeführt sein. Zwischen der Vermittlungsstelle und dem Teilnehmer muss eine direkte Verbindung, die nicht mehrfach genutzt wird, vorhanden sein. Die Leitungen müssen wie üblich auf beiden Seiten abgeschlossen sein. Zu diesem Zweck befindet sich in der Vermittlungsstelle ein ADSL-Leitungsabschluss (LT, Line Termination) und auf der Teilnehmerseite ein ADSL-Modem bzw. eine Netzabschlusseinrichtung (NT, Network Termination) (Bild ). Nach ANSI und ITU-T (International Telecommunications Union) wird der Netzabschluss NT auch als ATU-R (ADSL Termination Unit Residential Side) und der Leitungsabschluss LT als ATU-C (ADSL Termination Unit Central Office) bezeichnet. Bei der VDSL-Technologie wird das „A“ in den Namensbezeichnungen durch ein „V“ ersetzt. DSL in der Vermittlungsstelle Innerhalb der Vermittlungsstelle wird die Verbindung vom Hauptverteiler zu den Anschlussbaugruppen bei der Umrüstung auf ADSL aufgetrennt, damit über dort eingesetzte Filter die niederfrequenten POTS-bzw. ISDN-Signale von den ADSL-Signalen getrennt werden. POTS- und ISDN-Signale werden ohne Veränderung weiterverarbeitet. ADSL-Daten hingegen werden über DSL-Anschlussmultiplexer den ADSL-Anschlussbaugruppen zugeführt, die an einem ATM-Multiplexer hängen. Dieser Multiplexer ist mit einer 155 MBit/s oder 622 MBit/s Verbindung an ein ATM-Netz angekoppelt. In Zukunft kann die Trennung von ADSL- und POTS/ISDN-Daten durch entsprechende Filter entfallen, da die Chiphersteller zur Zeit an entsprechenden Breitband-Codes arbeiten. DSL beim Teilnehmer Auch auf Seiten des Teilnehmeranschlusses sind auf jeden Fall Filter zur Entkopplung Blockschaltbild des ADSL-Netzabschlusses Der Splitter trennt das analoge oder ISDN-Signal von den ADSL-Daten SAR MAC PHY PHY Multiplexer ADSL Chipsatz Microcontroller System Telefonleitung UTOPIA II Ethernet UTOPIA II V.24 ATM 25 ISDN ADSL Modem Splitter Telefonleitung Vermittlungsstelle S0-Bus Kommunikationstechnik der unterschiedlichen Daten notwendig. Vergleichbar dem ISDN-NT wird mit dem ADSL-NT der Netzabschluss beim Teilnehmer realisiert. Diese NTs existieren in drei verschiedenen Varianten (Bild ): · Splitter, ADSL-NT und POTS- bzw. ISDN-NT als separate Geräte bedeuten einen großen Platzbedarf und Verkabelungsaufwand · Splitter und ADSL-NT in einem Gerät, sowie POTS- bzw. ISDN-NT in einem weiteren, verringern den Flächenbedarf und Verkabelungsaufwand · Alle Komponenten in einem Gehäuse benötigen die geringste Fläche und bedeuten den kleinsten Verkabelungsaufwand. ADSL-Netzabschluss Aufder Netzseiteexistierenklare Vorgaben und technische Parameter für die NTs bezüglich der verschiedenen Signale, Pegel, Impedanzen usw. Teilnehmerseitig müssen die benötigten Schnittstellen für handelsübliche Datenendgeräte, wie z. B. Computer, bereitgestellt werden. Neben der Ethernetwerden meist auch ATM25-Schnittstellen bereit gestellt, wobei die ATM-Technik zukünftig durchgängig von Teilnehmer zu Teilnehmer implementiert werden soll. Die zu übertragenden und empfangenden Daten werden dazu in Standard-ADSL-Chipsätzen für die weitere Verarbeitung aufbereitet. Hierbei hat sich heute die ATM-UTOPIA II Schnittstelle in Richtung System durchgesetzt. Der ATM-PHY (Physical Layer Device) verfügt ebenfalls über diese Schnittstelle. Eine vorhandene Ethernet-Schnittstelle jedoch muss entsprechend angepasst werden. Multiplexer bzw. Demultiplexer sorgen für die Zusammenführung bzw. Trennung der Daten beim Senden und Empfangen. Der ADSL-NT, oder auch NTBBA (Network Terminator Breitbandangebot), bildet wie der ISDN-NTBA im ISDN den Netzabschluss auf der Teilnehmerseite. Hier endet somit die Zuständigkeit des Netzbetreibers. Hinter dem NT kann der Kunde anschließen, was er will (Bild ). Splitter Der Splitter trennt das analoge oder ISDN-Signal von den ADSL-Daten unter Beachtung aller wichtigen Systemparameter wie Impedanzen, Dämpfungen, Pegel usw. (Bild ). Er funktioniert somit wie eine Frequenzweiche. An dem einen Ausgang stellt der Splitter dem ADSL-Modem die Signale des ADSL-Frequenzbandes und an dem anderen den niedrigen Frequenzbereich von POTS oder ISDN zur Verfügung. Da er klein und preiswert sein soll, wird er meist in passiver Form ausgeführt. Für eine bessere Sprachqualität existieren zudem aber auch aktive Geräte, die jedoch sehr teuer sind, und somit für den privaten Bereich weniger in Frage kommen. Entgegen dem ADSL sieht das UADSL in seiner Spezifikation eigentlich keine Verwendung von Splittern vor. Da aufgrund sich überlagernder Frequenzbereiche jedoch Schwierigkeiten auftreten können, sollten die einzelnen Endgeräte allerdings mit vorgeschalteten Filtern versehen werden, um eine saubere Trennung der nieder- und hochfrequenten Signale zu erlangen. Einige Hersteller ersetzen die Splitter jedoch auch bei ADSL durch entsprechende Filter. ADSL-Modem-Varianten Die ADSL-Modems werden in verschiedenen Varianten gefertigt (Bild ). Die externen Geräte nutzen entweder einen seperaten Splitter (Bild a) oder sind mit einem integrierten Splitter (Bild b) ausgestattet. Standardmäßig verfügen diese Modems über eine USB- oder Fire-Wire-Schnittstelle. Für ADSL ist der Fire Wire aufgrund der wesentlich höheren Datenrate gegenüber dem USB die bessere Alternative, wohingegen für UADSL (Bild c, ohne Splitter) der USB einen guten Kompromiss darstellt. Die internen Modems weisen üblicherweise eine PCI-Schnittstelle auf. Neben den internen und Kommunikationstechnik Varianten von ADSL-Modems ADSL-Modem Splitter USB Fire Wire PCI Analog ADSL-Modem Splitter USB Fire Wire PCI Analog Bandpass UADSL-Modem V 90-Modem Analog USB Fire Wire PCI externen Modemvarianten besteht auch die Möglichkeit, den ADSL-Chipsatz direkt auf der Hauptplatine des Computers unterzubringen. Grundlagen der DSL-Technik Trägerfrequenzsystem Trägerfrequenzsysteme wurden schon frühzeitig in den Vermittlungsstellen eingeführt, um die Anzahl der Leitungen zwischen den Vermittlungsstellen gering zu halten. In erster Linie aus Kostengründen, musste daher die Bandbreite der Telefonsignale durch einen Kompromiss auf 100 Hz bis 3400 Hz begrenzt werden. Mit Einführung der Digitaltechnik in den Vermittlungsstellen, wurde die Frequenzobergrenze von den PCM-Systemen übernommen. Modem Das analoge Telefonnetz war anfangs nur für Sprachübertragungen gedacht und entwickelt worden. Später kam jedoch zur Telefonie noch die Übertragung von Daten hinzu. Zu diesem Zweck wurden so genannte Modems eingeführt. Der Begriff Modem ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Begriffen Modulator und Demodulator zusammen. Dabei moduliert die Senderseite ein vorliegendes Nutzsignal mit einer innerhalb des Sprachbandes liegenden Trägerfrequenz (TF). Auf der Empfängerseite wird dieses Signal wieder entsprechend demoduliert. Da in einem Modem jeweils der Sender und Empfänger integriert sind, handelt essichumeinbidirektionales System.Inden frühen Anfängen der Modemtechnologie wurde mit einer Frequenzmodulation (FM) gearbeitet. Dabei entspricht ein hoher Ton dem logischen 0-Pegel und ein tiefer Ton einem logischen 1-Signal. Die Datenraten lagen bei bis zu 1200 Bit/s in einer Richtung. Diese Datenendeinrichtungen (DEE) wurden anfangs über so genannte Akustikkoppler angeschlossen. Dabei wird der Telefonhörer derart in eine Aufnahmestation eingelegt, dass sich der Lautsprecher des Telefons gegenüber der Hörkapsel des Kopplers und umgekehrt befindet. Diese Art der Kopplung war aber sehr störanfällig, eine galvanische Kopplung jedoch war seinerzeit nicht erlaubt. Im Laufe der Zeit wurde der TK-Markt liberaler, und es entstanden galvanisch gekoppelte Modems mit Datenübertragungsraten von bis zu 56000 Bit/s (durch Komressionsverfahren), aber immer noch mit einer Bandbreite von nur 3300 Hz. Fortsetzung folgt Kommunikationstechnik ADSL Asymmetric DSL ANSI American National Standards Institute ATM Asynchronous Transfer Mode (Asynchrone Übertragung) BBA Breitbandige Angebote CDSL Consumer DSL DMT Discrete Multi-Tone Downstream Empfangen von Daten DSL Digital Subscriber Line (digitale Teilnehmeranschlussleitung) ETSI European Telecommunications Standards Institute FEXT Far End Cross Talk (Fernnebensprechen) HDSL High Bit Rate DSL HFC Hybrid Fiber Coax IDSL ISDN DSL Local Loop Die letzte Meile von der VSt zum Teilnehmer LT Line Termination (Leitungsabschluss) MDSL Medium Bit Rate DSL Modem Moduliert und demoduliert Daten für die Übertragung MSDSL Multi Rate Symmetric Single Pair DSL NEXT Near End Cross Talk (Nahnebensprechen) NT Network Termination (Netzabschluss) OSI Open Systems Interconnection PCI Peripheral Components Interconnect PHY Physical Layer Device PLC Power Line Communication (Datenübertragung über 230-V-Leitungen) POTS Plain Old Telephone System SAR Segmentation and Reassembly SDSL Symmetric Single Pair DSL Set Top Box Empfangsgerät für das digitale Fernsehen Splitter Trennt die Daten von den Sprachsignalen TC Transmission Convergence TDSL DSL-Bezeichnung der Telekom UADSL Universal ADSL Upstream Senden von Daten USB Universal Serial Bus UTOPIA Universal Test and Operations Physical Interface for ATM VDSL Very High Speed DSL XDSL Stellvertretend für DSL-Technologien Begriffe und Abkürzungen
Autor
- F. Bünger
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