Messen und Prüfen
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Hard- und Software
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Elektrotechnik
Datenerfassung und Prüfung nach DIN VDE 0100
ep9/2003, 2 Seiten
Einsatz von PDAs Neben vielen bereits vorhandenen Lösungen zur Datenerfassung und Prüfung, die den Einsatz eines PC oder Laptops voraussetzen, gibt es nun eine neue, kostengünstige und effektive Lösung für solche Aufgaben: Den erstmaligen Einsatz eines PDA (Persönlicher Digitaler Assistent) zur automatischen Erkennung des verwendeten Messgeräts und Prüfung von elektrischen Anlagen. Der Name des neuen Programms „iTroll“ wurde in Anlehnung an den Einsatzbereich der Anwendung gewählt. „Troll“ ist eine Softwarefamilie zur effektiven Durchführung von Prüfungen gemäß BGV A2 [1] und MPG [2] mit einem PDA und dem Betriebssystem Palm OS. Dabei steht „eTroll“ für Prüfungen gemäß DIN VDE 0701, 0702 und 0751 und der „iTroll“ für Prüfungen gemäß DIN VDE 0100. Der Einsatz des PDA entspricht etwa dem des Laptops, der mit einer Messsoftware ausgestattet ist. Die Funktionen des PDA sind dabei auf das zur Erfüllung der Messaufgabe Notwendige reduziert. Vorteile: Der PDA ist handlicher, leichter und kostengünstiger. Mit ihm werden Prüfgeräte angesteuert, komplette Prüfvorschriften abgearbeitet, Prüfergebnisse gespeichert oder Materialien (über Barcode, Transponder oder Stift) aufgenommen und archiviert. In Kombination mit einer PC-Software wird der PDA zu einem in der harten Praxis effektiv einsetzbaren, neuartigen Werkzeug. Neuaufnahme von Daten Entsprechend der nachfolgend bei der Messwerterfassung beschriebenen Vorgehensweise werden die Daten der einzelnen Kunden aufgenommen - bis zu den Betriebsmitteln. Alle Eingaben werden direkt vor Ort per Stift in den PDA übertragen - mittels eines Kunststoffstifts auf der Schreibfläche des PDA (Touchscreen). Den einzelnen Betriebsmitteln werden beim Durchführen der Messungen die Messwerte zugeordnet. Die „Troll“-Software eignet sich somit auch als Mittel für ein praktisches „Facility Management“ vor Ort. Messwerterfassung Der PDA wird per Datenkabel mit einem ansteuerbaren Messgerät verbunden, das für die Prüfungen nach VDE 0100 geeignet ist. Automatisch können die Messwerte derzeit vom Unilap 0100 (LEM) übernommen werden. Von allen anderen Messgeräten sind die Daten derzeit schriftlich zu übernehmen. Als nächste Messgeräte für die automatische Datenübernahme kommen die geeigneten VDE-0100-Geräte von Amprobe hinzu. Wichtig: VDE-0100-Messgeräte, die ansteuerbar sind, haben beim Zusammenspiel mit dem PDA große Vorteile. Hier sind die Voraussetzungen für eine automatische Datenübernahme gegeben. Die Datenerfassung bei den Messungen erfolgt in den Schritten: Eröffnungsbild (Bild ). Es ist unterteilt in · „Struktur“ - zeigt die Kunden, Standorte, Verteilerkreise usw. in einer Baumstruktur an, · „Suchen + Prüfen“ - durchsucht die Datenbank auf dem PDA nach dem eingegebenen Betriebsmittel und · „VDE 0100“ - öffnet die Datenbank mit allen Betriebsmitteln. Struktur. Alle im PDA geladenen Kunden werden aufgelistet. Durch Doppelklick (zweimal kurz mit dem Stift auf das ausgewählte Feld, ähnlich der Mausbedienung am PC) auf den Kundennamen öffnen sich alle Standorte des Kunden (Bild ). Gespräche mit den Anwendern ergaben, dass die Struktur vor Ort mit dem PDA aufnehmbar sein soll. Dieses ist vorteihaft, weil sich die praktische Ausführung, vor allem bei Bestandsanlagen, oft von der theoretischen Anlagenplanung unterscheidet. Künftig wird es möglich sein, die Struktur auch am PC zu erstellen. Verteilerkreise. Durch Doppelklick auf „Standorte“ werden alle Verteilerkreise des Standorts angezeigt. Im dargestellten Beispiel (Bild ) gibt es im Gebäude 02 nur einen Verteilerkreis mit der Bezeichnung 1.2. Stromkreise. Ein Doppelklick auf „Verteilerkreis“ zeigt die Stromkreise des Verteilerkreises 1.2 (Bild ). Zu erkennen sind zwei Stromkreise. Die Bezeichnungen 3.2 und 1.3 sind wie alle anderen Angaben frei wählbar. Der PDA gibt dem Anwender Beispiele vor, es können aber auch eigene Bezeichnungen gewählt werden, indem man auf das Zeichen „+“ in der unteren Zeile drückt. Es erscheint ein neues Fenster, in dem die neue Bezeichnung mittels des Stifts eingetragen wird. Dieser Eintrag steht nun standardmäßig zur Verfügung. Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 9 710 AUS DER PRAXIS Datenerfassung und Prüfung nach DIN VDE 0100 Es gibt eine große Anzahl bekannter und eingeführter Softwarelösungen zur Bewältigung der Arbeitsaufgaben einer Elektrofachkraft. Alle diese Softwarepakete haben die Aufgabe, den Prüf-und Organisationsaufwand drastisch zu reduzieren und ein Höchstmaß an technischer und juristischer Sicherheit für die damit arbeitende Fachkraft zu garantieren. Nachfolgend wird die Datenerfassung und -auswertung mit einem PDA beschrieben. Eröffnungsbild Struktur Verteilerkreise Stromkreise Räume. Ein Doppelklick auf den Stromkreis 3.2 öffnet die jeweiligen an den Stromkreis angeschlossenen Räume (Bild ). Im Beispiel gibt es nur einen Raum, der an diesem Stromkreis angeschlossen ist. Betriebsmittel. Ein Doppelklick auf „Betriebsmittel“ zeigt in Baumstruktur, welche Betriebsmittel zu diesem Raum gehören. Im Beispiel (Bild ) gehören zwei Betriebsmittel (Steckdosen) zum Flur. Die Steckdosen können, per Barcode oder Transponder, mit eindeutigen Inventarnummern (rechts neben der Bezeichnung des Betriebsmittels) versehen werden. Eine eindeutige Bezeichnung von Betriebsmitteln oder gegebenenfalls der Stromkreise ist wichtig für die Wiederholungsprüfung. Der Prüfablauf vereinfacht sich, weil der PDA die Sichtprüfungen und elektrischen Messwerte zu den Betriebsmitteln oder Stromkreisen automatisch und fehlerfrei zuordnen kann. Die Seriennummer ist eine zusätzliche Eingabe, sie kann, muss aber nicht mit der Inventarnummer identisch sein (gerade bei größeren Unternehmen nicht empfehlenswert, da es theoretisch sein kann, dass eine Seriennummer bei unterschiedlichen Betriebsmitteln unterschiedlicher Hersteller mehrfach auftritt). Suchmaske. Alle bisher durchgeführten Schritte sind durch Verwenden einer Suchmaske zu ersetzen. Nach Eingabe der Inventarnummer des Betriebsmittels (oder scannen derselben mit dem im PDA integrierten Scanner) und einem Tastendruck auf „Suchen“ wird das Betriebsmittel aus der auf dem PDA befindlichen Datenbank gefunden (Bild ). Datenzuweisung. Durch das Drükken auf „Prüfen“ werden die Messergebnisse je nach verwendetem Messgerät automatisch dem entsprechenden, im Moment ausgewählten Betriebsmittel zugeordnet (Bild ). Bei „Status“ ist dann bei erfolgreicher Prüfung die Bezeichnung „geprüft“ zu finden. Prüfprotokoll Die Messdaten werden vom PDA auf den PC geladen. Mit den Auswerteprogrammen „Win SATmanager“, „e-manager“ oder „elektromanager“ ab Version 4.1 oder - einfachste Variante - dem „Troll Desktop“ werden die Daten aufbereitet und die Prüfprotokolle gedruckt, z. B. die ZVEH-Protokolle. Vorteile durch PDA-Einsatz Mit dieser PDA-Software arbeitende Elektriker und Sachverständige sparen Zeit und gewinnen an Sicherheit bei ihrer Arbeit und an Professionalität bei der Dokumentation. Im Einzelnen sind dieses: · Keine zeitaufwändigen Nacharbeiten. · Wichtiges direkt vor Ort aufnehmen und damit nichts vergessen. · Die Messergebnisse werden automatisch übernommen - ohne eventuelle Schreibfehler. · Mit Barcode oder Transponder arbeiten - vereinfacht jede Wiederholungsprüfung. · Überblick vor Ort behalten - man weiß immer, wo sich welche Betriebsmittel befinden. · Vor Ort ist immer bekannt, was noch zu prüfen ist, da alle geprüften Betriebsmittel nach erfolgreicher Prüfung ausgeblendet werden können. Literatur [1] Unfallverhütungsvorschrift BGV A2 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“. [2] Gesetz über Medizinprodukte (Medizinproduktegesetz - MPG ; BGBl. I Nr. 58 vom 20.8.2002 S. 3146). T. Neumann Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 9 711 Messwerterfassung Räume Betriebsmittel Suchmaske
Autor
- T. Neumann
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