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Elektrotechnik
CeBIT 99 - Weltgipfel der I+K-Branche
ep5/1999, 2 Seiten
Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 5 385 Branche aktuell Messe der Superlative An den sieben Messetagen, vom 18. bis zum 24. März, hat die Ce-BIT nicht nur ihren Ruf als Leitmesse der Informations- und Kommunikationsbranche bestätigt, sie ist mit Abstand die größte Messe. Auf einer Ausstellungsfläche von 400 000 m2 bot sie etwa 700 000 Besuchern die Gelegenheit, das weltweite Angebot der Branche in Augenschein zu nehmen, Informationen zu sammeln, Kaufentscheidungen vorzubereiten und Abschlüsse zu tätigen. Eine Messe dieser Dimension verlangt vom Besucher zielgerichtetes Vorgehen. Eine gute Vorbereitung ist unerläßlich. Weite Wege und ein Besucherstrom, der sich teilweise recht träge durch die Hallen bewegte, erforderten eine gute Kondition. Der überwiegende Anteil der Besucher kam aus dem Dienstleistungsbereich, Industrie und Handwerk rangierten deutlich dahinter. Die 7341 Austeller zeigten sich mit dem Messeverlauf sehr zufrieden. Gegenüber dem Vorjahr wird ein besseres Nachmessegeschäft erwartet. Die wirtschaftliche Situation der I+K-Branche wird deutlich günstiger eingeschätzt. Vernetzung auf allen Ebenen Der große Entwicklungstrend der Branche, der sich auf der CeBIT widerspiegelte, ist die umfassende Vernetzung als Voraussetzung für die durchgängige Kommunikation auf der individuellen und technischen Seite. Angefangen vom elektronischen Internet-Kaufhaus, an das die logistischen Prozesse angebunden werden, über die Büroausstattung, die zunehmend mobiler wird, die Gerätekommunikation beliebiger Endgeräte, die als autarke Netzwerkkomponenten im Netz arbeiten bis hin zu vernetzten Haushaltsgeräten. Ob sich allerdings das Homebanking von der Mikrowelle durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. PC-Hardware: Schneller - größer - flacher Prozessoren. Nachdem Intel vor einigen Wochen den Pentium III mit Taktfrequenzen von 450 und 500 MHz sowie 70 neuen Befehlen, vor allem für Video- und Audioanwendungen, auf den Markt brachte, wurde zur CeBIT das neue Spitzenmodell Pentium III Xeon für den Servereinsatz mit 500 und 550 MHz Taktfrequenz vorgestellt. Ähnliche Leistungsmerkmale wie der Pentium III soll der Prozessor K6-III des Intel-Rivalen AMD aufweisen. Ein mit 800 MHz getakteter Pentium III Prototyp zeigte, daß bei der Taktfrequenz die obere Grenze durchaus noch nicht erreicht ist. Erste Rechner mit dem Pentium III sind auf dem Markt (Bild ). Umstritten ist die im Pentium III enthaltene Seriennummer. Kritiker befürchten, daß damit die Aktivitäten eines Anwenders im Internet verfolgt werden können. Datenspeicher. Noch vor zwei Jahren konnte man sich glücklich schätzen, 2 GByte Speicherplatz auf der Festplatte zu haben. Die Fa. Seagate präsentierte nun mit 50 Gbyte die größte PC-Festplatte Barracuda 50 (Bild ). Elf 3,5"- Speicherscheiben mit je 4,5 GByte drehen sich mit 7200 U/min. Damit ergeben sich ein Datendurchsatz von 25,7 MByte/s und eine Suchzeit von 7,4 ms. Bei einem Preis von etwa 2700 DM ist sie eher für den Servereinsatz geeignet. Noch geringere Suchzeiten von 5,2 ms werden bei Festplatten mit 10 000 U/min erreicht (Cheetah 18LP, 18 GByte). Mit einer 48fachen Lesegeschwindigkeit gehört das CD-ROM-Laufwerk PCCD048 von Philips zu den derzeit schnellsten auf dem Markt. Das Gerät erreicht eine Datenübertragungsrate bis 7200 KByte/s, durchschnittliche Zugriffszeit 75 ms. Es bietet schnellen Zugriff auf Daten sowie Musik-, Foto- und Videodateien. Laufwerke für hochspeichernde DVD-ROM sind teilweise bereits standardmäßig in Spitzenrechnern zu finden. Auch die ersten Brenner für sog. DVD-RAM-Disks mit Speicherkapazitäten bis 5,2 GByte sind verfügbar (Bild ). Gelesen CeBIT 99 Weltgipfel der I+K-Branche (1) An der Schwelle zum Jahr 2000 hat die Informations- und Kommunikationsbranche auf der CeBIT 99 ihre außerordentliche Dynamik unter Beweis gestellt. Die Bedeutung dieser Schlüsseltechnologien für die globale Wirtschaftsentwickung spiegelte sich im Angebot der Produktgruppen Hard- und Software, Telekommunikation, Network Computing, Internet, Multimedia und Büroautomation wider. Einige Entwicklungslinien werden im folgenden anhand einschlägiger Produkte erläutert. Equium 7100 D mit Pentium III - auffällig ist das anwenderfreundliche Desktopgehäuse (Foto: Toshiba) Der 15,4"-Flachbildmonitor Pro Lite 39a kann um 90° gedreht werden (Foto:Iiyama) Das Laptop-Spitzenmodell Think Pad gestattet auch die DVD-Filmwiedergabe (Foto: IBM) 50-GByte-Festplatte Barracuda 50 (Foto: Seagate) DVD-RAM-Laufwerk SD-W 1101 (Foto: Toshiba) Piezo-Farbtintenstrahldrucker MP-21C für den mobilen Einsatz (Foto: Brother) Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 5 386 Branche aktuell werden DVD-ROMs mit 2facher und Normal-CDs mit 16facher Geschwindigkeit. Eher für die Datensicherung geeignet sind die als Streamer bekannten Magnetbandlaufwerke. Der Streamer DP 30 der Fa. Onstream speichert bis zu 15 GByte (gepackt 30 GByte). Er wird intern oder über die Druckerschnittstelle eingesetzt. Die Speichergeschwindigkeit beträgt bis 7 GByte/h. Monitore. Flachbildschirme erfreuen sich wegen der deutlich geringeren Stellfläche zunehmender Beliebtheit. Trotz eines Preisrückgangs ist der Abstand zu den Röhrenmonitoren immer noch beträchtlich. Das ist nicht verwunderlich: Ein 15"-Flachbildschirm in TFT-LCD-Technik (Thin Film Transistor - Liquid Crystal Display) hat 1024 x 768 Bildpunkte. In jedem dieser Punkte werden die Farben Rot, Grün, Blau mit je einem Transistor angesteuert. Etwa 2,4 Mill. Transistoren sind also fehlerfrei auf eine Fläche von 700 cm2 aufzubringen und zu verdrahten. (Achtung: Beim Kauf auf fehlerhafte Bildpunkte achten!) Helligkeit und Kontrast sind denen von Röhrenmonitoren ebenbürtig oder besser, allerdings nur in einem begrenzten Blickwinkel (max. 160°). Der Punktdurchmesser ist mit 0,3 mm etwas größer. Die Fläche eines 15"-Monitors entspricht der nutzbaren Fläche eines 17"-Röhrenmonitors. Am Markt eingeführt sind 15", vereinzelt werden 18"-Monitore angeboten (IBM, Compaq, Iiyama, Nokia). Der im Bild dargestellte 15,4"-Monitor Pro Lite 39a weist eine Besonderheit auf: Um 90° gegedreht, wird eine A4-Seite in Originalgröße dargestellt. Nach Anschluß an den PC können an den Monitor Maus, Tastatur und zwei weitere USB-Geräte angeschlossen werden. Dieser Komfort hat allerdings seinen Preis (3999,- DM). Mobile PCs Laptops besitzen heute fast die Leistungsfähigkeit von PCs. Spitzenmodelle, wie Think Pad 770 von IBM (Bild ), weisen z. B. folgende Merkmale auf: Mobil Pentium II bis 366 MHz mit AGP, 14,1"-TFT-Display, Festplatte bis 14,1 GByte, 64 oder 128 MByte RAM (Standard), CD-ROM 10-bis 24fach, DVD (bei einigen Modellen Standard), integriertes Fax-Modem 56 kBit/s, MPEG. Ein Fertigungsengpaß bei den Displays verhindert bei diesen Geräten einen Preisrutsch, wie er bei den PCs zu verzeichnen war. Trotzdem rechnet der Fachverband Informationstechnik im VDMA und ZVEI damit, daß 1999 in Deutschland erstmals mehr als eine Million tragbare Computer verkauft werden (Zuwachs 25 %). Auch die zugehörigen Drucker gewinnen an Mobilität. So weisen die neuen Piezo-Farbtintenstrahldrucker MP-21C und MP-21CDX der Fa. Brother (Bild ) nur einen geringen Leistungsbedarf von 2,5 W bzw. 3,2 W auf, der direkt über eine mitgelieferte PCMCIA-Verbindung aus dem Laptop gedeckt wird. Auch auf Normalpapier wird mit einer Auflösung von 720 x 720 dpi gedruckt. Der MP-21CDX verfügt zusätzlich über eine Einzelblattzuführung. Abmessungen: 300 x 106 x 51 mm bzw. 300 x 140 x 90 mm; Masse: 1 kg bzw. 1,4 kg. PC-Peripherie Kompaktgeräte. Bei der Büroausstattung ist ein eindeutiger Trend zu multifunktionalen Geräten zu verzeichnen. Die Bürohelfer vereinen Fax, Telefon, Kopierer, Drucker und Scanner in einem Gerät. Gegenüber Einzelgeräten ist eine wesentlich geringere Stellfläche erforderlich. Die Preise sind moderat (um 1000 DM). Eingesetzt werden sowohl Tintenstrahlals auch tonerbasierte Drucker. Als Beispiel sei hier das Multifunktions-Center MFC-Pro 740 (Brother) angeführt (Bild ). Der Tintenstrahl-Farbdrucker mit einer Auflösung von 1440 x 720 dpi erreicht eine Druckgeschwindigkeit bis zu 5 Seiten/min sw und 4 Seiten/min in Farbe. Vier separate Patronen mit wasserfester Tinte gewährleisten sparsamen Verbrauch. Mit der Direkt-Farbdruckfunktion können Bilder von digitalen Kameras, Camcordern oder Videorecordern ohne PC gedruckt werden. Das Normalpapier-Fax verfügt über 300 Seiten Sende- und Empfangsspeicher, automatischen Vorlageneinzug bis 20 Seiten, Rufnummernspeicher, Wahlwiederholung, zeitversetztes Senden, Fax-Weiterleitung, Fax-Fernweitergabe an gewünschten Anschluß per Telefonanruf. Der Farbscanner hat eine optische Auflösung von 300 x 300 dpi (1200 x 1200 dpi interpoliert), 24 Bit Farbtiefe. Der Farbkopierer mit einer Auflösung von 1440 x 720 dpi vergrößert oder verkleinert von 50 bis 200 %. Mit Hilfe eines PC ist die Farb-Faxübertragung an Empfangsstationen mit entsprechender Hard- und Software möglich. Komforttelefon und Anrufbeantworter mit 99 min Speicherzeit vervollständigen das Kompaktgerät. Ähnliche Geräte liefern z. B. Hewlett Packard, Minolta, Bosch, Oki. Digitale Fotokamera. Mit der Mavica MVC-FD81 (Bild ) stellte Sony die erste digitale Videografie-Kamera vor, die bewegte Bilder auf herkömmlichen 3,5"-Disketten speichert. Sie kann als PC-Peripherie im erweiterten Sinn angesehen werden. So läßt sich z. B. der Stand bei der Installation einer Anlage festhalten. Neben hochauflösenden Standbildern (6 bis 8 mit 1024 x 768 Pixel/JPEG oder bis zu 40 mit 640 x 480 Pixel/JPEG) können Video und Ton im MPEG1-Format (160 x 112 Pixel, 60 s oder 320 x 240 Pixel, 15 s) aufgezeichnet werden. Per Diskette werden die Daten in den PC oder Laptop geladen und von dort als E-mail z. B. ins Büro oder auf die Baustelle übertragen. Ein LCD-Monitor auf der Rückseite dient als Sucher. Mit Dreifach-Zoom, Blitz und Belichtungsautomatik paßt sich die Kamera unterschiedlichen Aufnahmesituationen an. Fahrzeugführung Geräte zur Navigation im Straßenverkehr helfen dem Vielfahrer, sein Ziel zu finden. Sie wurden so weit verkleinert, daß sie in den DIN-Autoradio-Einbauschacht passen. Der Travel Pilot RNS 149 von der Fa. Blaupunkt (Bosch-Gruppe) ist ein vollwertiges Fahrzeug-Navigationssystem, das durch ein Autoradio mit CD-Player vervollständigt wird. Das Gerät wird mit den Tasten links und rechts des Grafikdisplays bedient (Bild ). Die Zielführung erfolgt optisch und mit gesprochener Fahrempfehlung, wobei Zeit-, Wegoptimierung oder individuelle Zielführung mit Freigabe/Sperrung von Autobahnen u. ä. möglich sind. Integrierte Wegmessung und GPS-Navigation (Global Positioning System) werden ständig mit dem Straßennetz auf der Navigations-CD abgeglichen. In Deutschland bieten Mobilfunknetzbetreiber seit kurzem Informationsdienste für Autofahrer an (Echtzeit-Verkehrsinformationen, Pannenruf, Notruf, optimierte Routenempfehlung entsprechend der Verkehrssituation). Sie lassen sich mit dem nachrüstbaren Verkehrstelematik-Endgerät Gemini GPS 148 der gleichen Firma abrufen. Es enthält Autoradio, Mobiltelefon, Verkehrstelematik-Prozessor mit Sprachspeicher und einen Empfänger für das satellitengestützte Global Positioning System. J. Wede (Wird fortgesetzt) Multifunktions-Center MFC-Pro 740 (Foto: Brother) Digitale Videografie-Kamera Mavica MVC-FD81 (Foto:Sony) Navigationssystem Travel-Pilot RNS 149 (Foto: Blaupunkt/Bosch)
Autor
- J. Wede
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