Installationstechnik
|
Gebäudesystemtechnik
|
Elektrotechnik
Bussystem für kleinere Gebäude
ep11/2001, 5 Seiten
1 Funktionsumfang Die Eigenschaften des Nikobusses orientieren sich an EIB. Das System ist jedoch zentral gesteuert und nicht zur Verarbeitung von analogen Signalen (z. B. Temperatur, Lichtstärke) konzipiert. Verbraucher können einzeln oder in Gruppen geschaltet oder gedimmt werden. Die eingesetzten Bustaster können vielfältige Funktionen erfüllen, wie beispielsweise: · Zentral-Taster: alle angeschlossenen Leuchten und Steckdosen werden ein-oder ausgeschaltet, jedoch aus Sicherheitsgründen erst nach Tastendruck von z. B. drei Sekunden (Bedienungszeit) · Panik-Taster: schaltet gesamte Innen-und Außenbeleuchtung ein und lässt die Rolladen hochfahren · Routenbeleuchtung: ein Tasterdruck schaltet alle Leuchten auf dem Weg von der Garage zur Küche ein · Anwesenheit: durch Einbindung einer Zeitschaltuhr ist eine Anwesenheitssimulation möglich · Lichtszenen: per Tastendruck können diese eingespeichert und wieder abgerufen werden. Zusammen mit den wählbaren Funktionsweisen (Modi) ergeben sich Steuermöglichkeiten, wie sie in Bild dargestellt sind. Zur Kundenberatung können Demokoffer eingesetzt werden, welche die Möglichkeiten des Gebäudeinstallationssystems veranschaulichen. 2 Besonderheiten Programmierung. Die Programmierung erfolgt ohne Zusatzgerät oder PC direkt an den Steuermodulen. Durch Tastendruck werden auszuwählende Funktionsweisen einzelnen Sensoren (z. B. Bustaster) zugewiesen. Externe Steuereingänge. Ohne spezielle Businterfaces können über die Steuereingänge für externe 230-V-Signale z. B. preiswerte Schaltuhren oder Dämmerungsschalter integriert werden, um die Anlage bei einfachen Anwendungen nicht unnötig zu verteuern. Diese Steuereingänge sind außerdem (per Tastendruck) logisch verknüpfbar oder haben höchste Priorität in der Signalerkennung (für sicherheitsrelevante Schaltungen). UP-Interface. Zur Einbindung von passiven Schaltern und Tastern beliebiger Fabrikate steht ein UP-Interface zur Verfügung (Bild ). Die vergossene Kleinplatine (40 x 27 x 5 mm) passt in den Leerraum hinter einem Taster in einer UP-Dose und wird von den Steuermodul-Netzteilen über den Bus mit Spannung versorgt. Auch andere Sensoren wie Dämmerungsschalter, Glasbruchmelder, Schaltuhr, Tür- und Fensterkontakte können über dieses Interface an den Bus angeschlossen werden. Jede Schaltinformation wird in ein Bustelegramm umgewandelt und kann anschließend vom System verwertet werden. Tasterinstallation. Systemeigene Bustaster werden auch bei Mehrfachkombinationen auf nur eine UP-Dose montiert (Bild ). Dadurch entfallen bzw. reduzieren sich aufwendige Stemmarbeiten bei Neuinstallation bzw. Erweiterung. Funktaster. Ein RF-Interface (RF = Radio Frequency = Funk) sorgt für größtmögliche Flexibilität. Das Bustelegramm wird drahtlos über eine Entfernung von 30 bis 50 Metern übertragen. Die speziellen Funk-Taster (gespeist von einer 3-V-Lithium-Knopfzelle) werden an jeder beliebigen Stelle aufgeschraubt oder aufgeklebt und erscheinen Gebäudetechnik Bussystem für kleinere Gebäude S. Schröder, Berlin; R. Bothe, Sint-Niklaas (Belgien) Für Objekte wie Einfamilienhäuser und Läden sind alternative Bussysteme am Markt. Sie ermöglichen Elektrotechnikern, moderne Bustechniken anzuwenden, ohne dass sie ausgesprochene Spezialisten im Busbereich sein müssen (insbesondere bei der Programmierung). Am Beispiel der belgischen Firma Niko und ihres „Nikobusses“ (seit 1996 im Markt) wird dieses veranschaulicht. Der „Nikobus“ sticht durch einfache Handhabung und pfiffige Details hervor. Die Programmierung wird am Ende des Artikels anhand eines kurzen Anwenderbeispiels gezeigt. Dipl.-Ing. Stefan Schröder ist freier Fachjournalist, Berlin; Dipl.-Ing. Robert Bothe ist Leiter der Entwicklungsabteilung der Fa. Niko, Sint-Niklaas, Belgien. Autoren dort wie herkömmliche Taster. Die Batterie-Energie reicht laut Hersteller bei 20-maliger Tasterbetätigung pro Tag für rund fünf Jahre. So sind ohne großen Aufwand Erweiterungen an Orten möglich, an denen kein Busleiter vorhanden ist. Umbau und Erweiterung der Gebäudeinstallation sind mit geringem Aufwand möglich, was z. B. auch in flexiblen Büros mit Stellwänden gefordert ist.Ebensoisteine Installationnurmit Funk-Tastern realisierbar. Die ESHG-Richtlinien (Elektrische Systemtechnik für Heim und Gebäude) nach EN 50090-2-2 (VDE 0829) werden laut Hersteller eingehalten. Funkhandsender. Zusätzlich zu Funktastern existieren noch Handsender für das RF-Interface. In der einfachen Ausführung übernimmt er 4x4 Taster-Funktionen. Fernbedienung. Für installierte Infrarot-Taster (IR-Taster) werden drei Fernbedienungen angeboten. Die Kleineren können innerhalb eines Raumes 4x4 bzw. 10x4 Tasterfunktionen übernehmen. Die größere der beiden ist eine Universalfernbedienung, über die man auch z. B. den Fernseher bedienen kann. Die seit neuestem auf dem Markt befindliche Pronto-Fernbedienung mit Touchscreen-Vollgrafik-Display kann bis zu 240 Funktionen übernehmen. Entweder man benutzt dabei die vom Werk vorgegebene Basisprogrammierung der Fernbedienung oder man programmiert diese selbst mit Hilfe einer kostenlos downloadbaren Software am PC. Garantie. Der Hersteller gewährt auf alle Elektronikteile, worunter auch die Komponenten des Nikobus zu verstehen sind, eine Garantiezeit von 2 Jahren. Für das sonstige Produktprogramm gilt eine Garantiezeit von 10 Jahren. 3 Technische Mermale 3.1 Steuerung durch Einzelmodule Die Steuerzentralen sind mit Reiheneinbaugeräten zur Hutschienen-Montage im herkömmlichen Verteilerkasten vorgesehen und können drei unterschiedliche Steuermodule in beliebigen Kombinationen von bis zu 20 Geräten enthalten. Die jeweils 14 Teileinheiten (TE) breiten Geräte sind: · Schaltmodul (Bild ) mit 12 Ausgangskanälen · Rollladenmodul mit 6 Ausgangskanälen · Dimcontroller mit 12 Ausgangskanälen. Unabhängig davon wie viele Steuermodule angeschlossen sind, können jeweils bis zu 256 Sensoreingänge verwaltet werden (bei EIB sind es, ohne Erweiterungen, über 12000 mögliche Busankoppler für Sensoren und Aktoren). Gebäudetechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 11 916 Kleinplatinen als Businterfaces - beispielsweise in Feuchtraumdose Mehrfachtaster auf einer Unterputz-Dose Schaltmodul Rollladenmodul Dimcontoller Lichtszene im voraus programmiert: Szene: „fernsehen“, Szene: „lesen“, Szene „essen“, ... Rollladen, Markisen oder Vorhänge schließen oder öffnen automatisch Außenbeleuchtung Lichtszene für jedes Zimmer Haushaltsgeräte und Steckdosen werden ein- und ausgeschaltet Lüfter Licht geht Ihnen voraus per Telefon Fernbedienung energiesparend Anwesenheitssimulationstaste Zentralschalter „Route“ Beleuchtung „Panik“- Taste Glasbruchmelder Bewegungsmelder Windsensor Dämmerungsschalter Rollladentaste Markisentaste Vorhangsteuerung Übersicht über das Nikobus-Gebäudeinstallationssystem Weiterhin werden folgende zusätzliche Module als Reiheneinbaugeräte gemäß DIN EN 50022 angeboten: · RF-Interface (4 TE), empfängt Signale von Handsender (4x4 Funktionen) sowie von den Funktastern. Gesendet wird auf der Frequenz von 868,3 MHz, die speziell für kurzzeitigen Funkbetrieb (beispielsweise für Garagentoröffner) in ganz Europa genehmigt ist. · Telefoninterface mit einem Kanal (4 TE), für Telefonfernbedienung · Telefoninterface mit vier Kanälen (8 TE), für Telefonfernbedienung und/ oder telefonische Alarmmeldung (Beide mit europäischer Zulassung C TR 21, BAPT 23 ZV 5, 73/23/EWG sowie 89/336/EWG) · 2- oder 4-Kanal-Schaltuhr (2 bzw. 6 TE) · Netzteil für DCF77-Funkantenne als Zusatz für Schaltuhr („Atomzeit“-Empfang) · Dämmerungsschalter (2 TE), Lichtfühler maximal 100 m entfernt · Binäreingang (2 TE), wandelt 4-Bit-Binärsignale z. B. vom Telefoninterface · Interface (2 TE) zur Anbindung von Schaltuhr, Dämmerungsschalter und Binäreingang an den Bus, versendet Bustelegramme bei Kollision mehrmals, einzusetzen z. B. bei sicherheitsrelevanten Anwendungen · Universal-Dimmer (4 TE) 3.2 Leitung Busleitung. Die Busverbindung bildet eine zweiadrige Steuerleitung (0,8 mm2), an die alle Busteilnehmer parallel angeschaltet werden. Bei Verlegung in einem Rohr mit Energieleitungen muss die Kabeltype YCYM oder J-Y(St)Y2x2x0,8 mit 2,5 kV Prüfspannung verwendet werden, wobei der Schirm nicht anzuschließen ist. Die Gesamtlänge des Busses ist mit 1000 m angegeben (wegen den Kapazitäten), der maximale Abstand der einzelnen Teilnehmer vom Steuermodul mit 350 m (aufgrund des Spannungsabfalls und der Signallaufzeiten). Der Aufbau einer Linien-, Stern- oder Baumstruktur ist möglich. Ein geschlossener Ring muss wegen den dadurch entstehenden Signalreflexionen auf der Leitung vermieden werden. Energieleitung. Da es sich um ein zentral gesteuertes System handelt, müssen sämtliche Energieversorgungsleitungen von den zu steuernden Verbrauchern sternförmig in die Verteilung geführt werden. Das Problem der eventuell großen Kabelanzahl im Verteiler lässt sich mit der Aufteilung auf mehrere Unterverteilungen umgehen. Dieser Umstand lässt sich jedoch auch nutzen. Ist ein Zweifamilienhaus auf der oberen und unteren Etage jeweils mit einem Verteiler samt Steuermodulen ausgerüstet, so lassen sich diese Einzelsysteme, beispielsweise bei Vermietung einer Etage, leicht trennen, indem die Busverbindung zwischen den Etagen gekappt wird. 3.3 Module Spannungsversorgung. Die Netzteile der einzelnen Steuermodule arbeiten redundant, d. h. bei Ausfall einer Spannungsversorgung (9 V DC Schutzkleinspannung SELV) übernehmen die Übrigen die Energieversorgung des Zweidrahtbusses. Bei Verlegung von vier Adern dient das zweite Paar zur externen Spannungsversorgung 9-12 V AC von: · Statusanzeigen (z. B. drei pro Schaltmodul ansteuerbare in Taster integrierte LED für Kanal 10-12) Gebäudetechnik N M L A 12 Ausgänge (1 Wechsler) B Stromversorgung der Ausgänge C Modus D aktiver Bus E aktive Stromversorgung des Schaltmoduls F externe 2 x 230 V Eingänge G Programmiertaster: betätigen z. B. mit Schraubendreher H Ausgangswahltaster I Modewahltaster J Zeitschalter K spannungsausfallsicherer Datenspeicher (steckbares EEPROM) L Anschluss Nikobus M Anschluss Status-LEDs N externe 230 V Eingänge A & B O SET-Selektionstaster H Ausgangswahltaster Programmiersignal: kurze Signale: Programmiermodus langes Signal: Sensorerkennung kurzes Doppelsignal: Speicher vollständig gelöscht Zentrales Schaltmodul als Reiheneinbaugerät (Fotos: Niko) · IR-Taster mit Empfängerteil für IR-Handsender · UP-Bewegungsmelder. Jedes Steuermodul muss polaritätsrichtig an den zwei Drähten des Busses angeschlossen werden. Das System ist verpolungssicher, bei Fehler erscheint eine Meldung (LED m2 blinkt). Die Bustaster sind polaritätsfrei, der Anschluss der beiden Steuerdrähte ist beliebig. Ausgänge. Die Ausgänge des Schaltmoduls werden von 16-A-Relais gebildet, doch sind alle Schaltkreise nur mit 10 A zu belasten, um die Langlebigkeit der Kontakte zu erhöhen. Die internen Leiterbahnen sind doppelt ausgeführt, mit Durchkontaktierungen und teilweise mit Kupferleitung 1,5 mm2 verstärkt. Die Elektrik ist für Einschaltströme bis 250 A ausgelegt. Alle Ausgangskanäle sind, wie an den beiden anderen Steuermodulen, auch manuell zu bedienen (bei eventuellem Busausfall, vor Installation des Busses, vor Inbetriebnahme des Bussystems). Herkömmliche Steckdosenkreise, die laut VDE mit 16 A abzusichern sind, werden über nachgeschaltete Schütze betrieben. Dimmbare Steckdosen müssen als solche gekennzeichnet sein. Nicht geschaltete Steckdosen werden unabhängig vom Bussystem konventionell verkabelt. Jedes Rolladenmodul kann sechs Antriebe steuern, wobei die beiden Ausgänge eines Kanals gegeneinander elektrisch verriegelt sind. Als weitere Sicherheit ist eine fest vorgegebene Umschaltverzögerung bei Drehrichtungswechsel zur Schonung von Elektrik und Mechanik eingebaut. Die 12 Ausgangskanäle eines Dimcontrollers steuern Dimmer in einem Bereich von 0-10 V mit 2 mA an. 3.4 Grenzen des Systems Bustelegramme können kollidieren und verloren gehen. Deshalb ist das System für kleinere Anwendungen konzipiert, bei denen die gleichzeitige Benutzung von Tastern selten vorkommt und durch abermalige Tasterbetätigung korrigiert werden kann. Sicherheitsrelevante Schaltungen müssen über das REG-Interface initiiert werden, da dieses das Bustelegramm mehrmals bis zum Empfang sendet. Eine zweite Möglichkeit besteht in der Benutzung der externen 230-V-Steuereingänge, wobei die Priorität dieser Eingangssignale über derjenigen der Bustaster liegt. Funkfernbedienung ist für diese sicher auszuführenden Anwendungen (z. B. Windsensor-Einbindung bei Markisensteuerung) nicht vorgesehen. Die Erfassung und Verwertung analoger Signale ist nicht möglich. So kann z. B. keine kontinuierliche Temperaturregelung erreicht werden. Thermostate mit 230-V-Steuereingang können jedoch geschaltet werden (z. B. für Nachtabsenkung). 4 Installationshinweise Dokumentation. Es ist auf sorgfältige Dokumentation bzw. Beschriftung zu achten. Alle Stromkreise sollten gekennzeichnet sein. Die Tastereinsätze sind bei der Programmierung genau zu beschriften, da man ihnen ihre Funktion nicht ansieht und sonst leicht Verwechslungen vorkommen. Programmieränderungen oder Systemerweiterung erfordern außerdem die genaue Dokumentation der Taster und Ausgangskanäle, um sämtliche nicht mehr benötigten Funktionen definiert löschen und neue Funktionen zuweisen zu können. Energiebereich. Die Energieleitungen werden vom Verteiler sternförmig zu allen Verbrauchern geführt und angeschlossen. Nach Montage der Absicherungen kann ein Funktionstest durchgeführt werden, indem die Modulausgänge von Hand geschaltet werden. Dies geschieht durch Auswahl des Ausgangskanals mit der „select“-Taste am Steuermodul (Bild ). Indem man die Taste kurzzeitig drückt (bis die Anzeige-LED unter der gewünschten Abgangsklemme blinkt)unddie Tastedannfürlängeralseine Sekunde gedrückt hält (bis die entsprechende LED starr leuchtet, wird zusätzlich mit Signaltönen quittiert), ist der gewählte Ausgang geschaltet. Das entsprechende Betriebsmittel sollte nun in Betrieb sein, ansonsten ist die Verkabelung zu überprüfen. Zum Ausschalten drückt man wiederum die „select“-Taste für länger als eine Sekunde und der Ausgang ist spannungsfrei. Busbereich. Im Anschluss an die Verlegung der Busleitung sind die Steuermodule gleichpolig an diese anzuschließen. Zum Schluss werden die Montageplatinen der Taster an den Busdrähten angeschlossen (Polarität egal!) und auf die jeweils vorgesehene UP-Dose montiert. Die Montage der Bustastereinsätze durch Aufrasten mit Wippen und Rahmen auf die vormontierten Grundplatinen erfolgt erst nach der Programmierung, sofern diese nicht schon in der Firma vorgenommen wurde. 5 Verknüpfung der Komponenten Die Programmierung jedes Steuermoduls ist kaum als solche zu bezeichnen. Allen Sensoren (z. B. Taster, Handsender) werden nacheinander deren Funktion(en) zum Steuern der Ausgangskanäle zugewiesen. Diese Information wird in einem austauschbaren, spannungsausfallsicheren EEPROM gespeichert. Jeder Sensor besitzt vom Werk aus eine individuelle 22-bit-Adressierung, so dass dieser Zuordnungsschritt entfällt. Alle drei Steuermodule werden nach dem gleichen Schema bedient: · Kurzzeitiges Drücken der „program“- Taste startet oder beendet jeweils den Programmiermodus, in dem die Funktionszuweisung geschieht. Der Programmiermodus wird mit einem andauernden wechselnden Signalton angezeigt. · Festlegung des Ausgangs bzw. der Ausgänge mit der „select“-Taste. · Wahl der Funktion an der „mode“-Taste (Tafel ) · ggf. Einstellen von Zeit(en) an Drehschalter(n). · Zuweisung der gewählten Einstellungen durch Betätigen eines Tastpunktes an z. B. Taster oder Handsender. Alle Einstellungen werden über Anzeige-LEDs oder Signaltöne quittiert. Die Bedienung des Bussystems könnte durchaus im Selbststudium erschlossen werden. Es ist jedoch sehr empfehlenswert die eintägige Herstellerschulung beim Großhändler zu besuchen, weil hier spezielle Anwendungsfälle besprochen werden. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei sicherheitsrelevante Anwendungen und die Einbindung der externen 230-V-Steuereingänge. Die Kursgebühr wird bei Kauf eines „Einsteigerpaketes“ verrechnet. Gebäudetechnik Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 11 918 Tafel Verfügbare Funktionen (Modi) des Schaltmoduls Modi. Funktion Beschreibung m1 an/aus oben: an, unten: aus m2 an (evtl. mit Bedienungszeit) Zentral-EIN m3 aus (evtl. mit Bedienungszeit) Zentral-AUS m4 Taster an, solange er gedrückt wird (z. B. Klingeltaster) m5 Impuls Impuls an/Impuls aus (z. B. Eltako-Schaltung) m6 Ausschaltverzögerung (bis 2 h) drücken: an, nach eingestellter Zeit: aus m7 Einschaltverzögerung (bis 2 h) drücken: nach eingestellter Zeit an m8 Blinklicht drücken: an/aus/an/..., ausschalten: m3 m11 Ausschaltverzögerung (bis 50 s) drücken: an, nach eingestellter Zeit: aus m12 Einschaltverzögerung (bis 50 s) drücken: nach eingestellter Zeit an m13 Schieberegister ein/aus nacheinander Schalten mehrerer Ausgänge nach einem Zeitzyklus m14 Lichtszene ein kurz drücken: Aufrufen einer bestimmten Lichtszene lang drücken: Schreibt die geänderte Situation in den Speicher (>3 s) m15 Lichtszene ein/aus oberen Taster kurz drücken: Aufrufen einer Lichtszene oberen Taster lang drücken: Schreibt die geänderte Situation in den Speiher unterer Taster: Lichtszene aus Die Schulungsunterlagen dienen als kompetentes Nachschlagewerk. Sie bestehen aus einer · vollständigen Dokumentation des Busses · Kurzfassung des Schulungshandbuches · Kurz-Programmieranleitung, entweder im Scheckkartenformat für die Brieftasche oder als Klebefolie zum Einkleben in den Verteilerkasten. Damit der Endkunde aber nicht an der Anlage „spielt“, d. h. die Programmierung nicht nachvollziehbar verändert, sollte diesem die Programmieranleitung jedoch besser nicht zur Verfügung gestellt werden. Installation, Einstellung und Wartung einer Anlage sollte in der Hand einer Fachkraft liegen. Der Hersteller unterstützt deshalb ausschließlich den 3-stufigen Vertriebsweg. 6 Anwenderbeispiel 6.1 Festlegung Taster 1 und 2 sollen eine Dielenleuchte schalten, die an Ausgangskanal 5 des Schaltmoduls angeschlossen ist. Taster 1 soll die Zusatzfunktion „Zentral-Aus“ für die gesamte Beleuchtung des Hauses (hier auf den Kanälen 4, 5, 7 und 9) nach einer Bedienungszeit von 3 s erfüllen. Taster 3 soll als Paniktaster dienen. Deshalb soll nach einer Bedienungszeit von 2 s die gesamte Innenbeleuchtung (Kanal 4, 5 und 7) eingeschaltet und sämtliche Rollläden (Kanäle 3 bis 6 am Rollladenmodul) geöffnet werden, wobei eine fiktive Rollladen-Laufzeit von 16 s angenommen wird. 6.2 Vorgehensweise Die Programmieranweisung in Tafel wird schrittweise ausgeführt. So werden alle in der Festlegung geforderten Funktionszuweisungen programmiert. Auf die gleiche Weise werden sämtliche Funktionen einer beliebigen Steuerung festgelegt, wobei eventuelle Fehlprogrammierungen jederzeit korrigierbar sind. Zusammen mit den logisch verknüpfbaren externen Steuereingängen ergibt sich ein Kombinationspotential, das einen weiten Bereich der Möglichkeiten moderner Gebäudeinstallation abdecken kann. Gebäudetechnik Tafel Programmieranweisung für das Anwenderbeispiel Starten des Programmiermodus am Schaltmodul (Bild ) mit der „program“-Taste. Ausgang 1 und Modus m1 (EIN/AUS) sind voreingestellt und die jeweilige LED blinkt bzw. leuchtet. Viermaliges Drücken der „select“-Taste, bis LED unter Ausgangskanal 5 blinkt. [Diesem Kanal wird im Folgenden der voreingestellte Modus m1 (EIN/AUS) bei Betätigung der Taster 1 und 2 zugeteilt.] Einstecken des Tasters 2 in den Programmierblock und Betätigen eines Tastpunktes. [Der Taster sendet sein Bustelegramm inklusive der vom Werk vorgegebenen Adresse an das Steuermodul und wird von nun an der vorher eingestellten Funktion (Modus m1 auf Kanal 5) zugewiesen.] Entnehmen von Taster 2 aus dem Programmierblock und Beschriften. Funktionszuweisung (Modus m1 auf Kanal 5) an Taster 1 durch Einstecken desselben in den Programmierblock und Betätigen eines Tastpunktes. Belassen von Taster 1 in Programmierblock für Zusatzfunktionszuweisung. Mit Hilfe der Hold-Funktion werden nun die Kanäle für die „Zentral-AUS“-Funktion festgelegt. Mehrmaliges Drücken der „select“-Taste bis zum Erreichen von LED 4 unter Ausgang 4. Dort die Taste gedrückt halten, bis LED starr leuchtet. Nochmaliges Drücken der „select“-Taste lässt LED 5 blinken (LED 4 leuchtet weiterhin). Ein gedrückthalten der Taste lässt die LED 5 vom Blinken zum starren Leuchten übergehen. Auf die gleiche Art werden jetzt noch Kanal 7 und 9 vorgewählt. Nach zweimaliger Betätigung der „mode“-Taste leuchtet die LED für Modus m3 (AUS). Drehschalter auf Stellung 3 (Funktion wird durch Drücken des Tasters 3 s aktiviert) Zusatzfunktionszuweisung (Modus m3 auf den Kanälen 4, 5, 7 und 9) an Taster 1 durch Betätigen eines Tastpunktes Entnehmen von Taster 1 aus Programmierblock und Beschriften. Wie vorher werden mit Hilfe der Hold-Funktion die Ausgangskanäle 4, 5 und 7 vorgewählt Modus m2 (EIN) wird eingestellt, indem die „mode“-Taste sooft gedrückt wird, bis die zu diesem Modus gehörige LED leuchtet. Drehschalter auf Stellung 2 (Funktion wird durch Drücken des Tasters 2 s aktiviert) Funktionszuweisung (Modus m2 auf den Kanälen 4, 5 und 7) an Taster 3 durch Einstecken desselben in Programmierblock und Betätigen eines Tastpunktes. Belassen von Taster 3 in Programmierblock für Funktionszuweisung am Rollladenmodul. Beendigung des Programmiermodus am Schaltmodul mit „program“-Taste. Initiierung des Programmiermodus am Rollladenmodul mit „program“-Taste. Mit Hilfe der Hold-Funktion werden die Ausgangskanäle 3, 4, 5 und 6 vorgewählt Modus m2 (öffnen) wird eingestellt, indem die „mode“-Taste einmal gedrückt wird, bis die zu diesem Modus gehörige LED leuchtet. Drehschalter auf Stellung 8 (16 s Laufzeit mit 2 s Bedienungszeit) Zusatzfunktionszuweisung (Modus m2 auf den Kanälen 4, 5, 6 und 7) an Taster 3 durch Betätigen eines Tastpunktes Entnehmen von Taster 3 aus dem Programmierblock und Beschriften. Beendigung des Programmiermodus am Rollladenmodul mit der „program“-Taste.
Autoren
- S. Schröder
- R. Bothe
Downloads
Laden Sie diesen Artikel herunterTop Fachartikel
In den letzten 7 Tagen:
Sie haben eine Fachfrage?
