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Elektrotechnik
Brandenburger Energietag 2009 in Cottbus: Energiestrategie und Energieeffizienz
ep11/2009, 1 Seite
Treffpunkt von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Der alljährlich an der BTU Cottbus stattfindende Brandenburger Energietag wird von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dazu genutzt, Erreichtes zu bilanzieren und neue Aufgaben zu verabreden. Das Interesse an der Veranstaltung ist auch nach einem Jahrzehnt ungebrochen. Dazu hat nicht zuletzt das Bemühen der Veranstalter beigetragen, Jahr für Jahr inhaltlich neue Akzente zu setzten. Trotz allem, im Mittelpunkt dieses Energietages steht alljährlich die Energiestrategie des Landes Brandenburg und deren kontinuierliche Fortschreibung. In seinem Grundsatzreferat beschäftigte sich Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns mit der Energiestrategie 2020 als Wachstumsmotor für die Brandenburger Wirtschaft. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass die Chancen des Bundeslandes gerade in einem Mix aus traditionellen und erneuerbaren Energien zu suchen sind. Im Umfeld der regenerativen Energien, in der Solarindustrie, der Wind- und Bioenergie, sind nahezu 5000 Arbeitsplätze entstanden. Bei der Produktion von Solarmodulen nimmt Brandenburg mit rund 38 % den bundesweiten Spitzenplatz ein. Bei der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch, also bei der Erhöhung der Energieeffizienz, werden gleichermaßen ehrgeizige Ziele anvisiert. Durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern soll bis 2020 · der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch auf 20 % erhöht, · der Endenergieverbrauch gegenüber 2004 um 13 % abgesenkt und · der energiebedingte Ausstoß an CO2 um 40 % reduziert werden. Mit erneuerbaren Energien, Energieffizienz und den daraus resultierenden Chancen für die Volkswirtschaft beschäftigte sich in seinem Vortrag auch der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena) Stephan Kohler. Die aus Querschnittstechnologien resultierenden Einsparpotentiale (Tafel ) sind beachtlich und eröffnen auch dem regionalen Elektrohandwerk vielfältige Betätigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wurden interessante Informationen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden und den daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Konsequenzen vermittelt. Den Abschluss der Plenarveranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion von Vertretern aus Industrie und Verwaltung. Ausstellung und Diskussionen Das Foyer des BTU-Audimax' bot auch diesmal Platz für eine Ausstellung rund um die erneuerbaren Energien und die Technologien zur Einsparung von Energie. Mehr als 40 Aussteller waren der Einladung gefolgt und präsentierten ihre Innovationen und Angebote. Darüber hinaus zeigten an verschiedenen Ständen Kommunen ihre Erfolge bei der Gewinnung regenerativer Energien (Bild ). Mehr als in anderen Jahren wurde die Ausstellung aber auch als Diskussionsforum genutzt. Ob konventionelle oder erneuerbare Energien, egal wofür die Entscheidung fällt, es gibt eben immer Gewinner und Verlierer. Das gilt für die Erschließung neuer Tagebaue ebenso wie für den Ausweis von Standorten für Windkraftanlagen oder die Größe von PV-Anlagen. Je besser es Interessengruppen gelingt, ihr Anliegen zu vertreten, umso größer ist die Erfolgschance. Dies gilt auch für die Belange des Elektrohandwerks. Thematische Vielfalt in den Fachforen Der Nachmittag des Energietages gehörte auch in diesem Jahr den Fachforen. Die Veranstaltung „Auslegungsberechnungen für Elektroenergieversorgungsanlagen und Betriebssicherheit von Niederspannungsschaltanlagen“ wurde in bewährter Weise von Prof. Günter Pfeiffer moderiert. Mit neuen Entwicklungen im Bereich der Normung beschäftigte sich Jürgen Vogler in einem Beitrag zur Bewertung der Störlichtbogengefährdung im Bereich von Nieder- und Mittelspannungsanlagen. Dem Referent gelang es in gewohnt vorzüglicher Weise, seine überaus reichen Berufserfahrungen am IPH Berlin und aktuelle Entwicklungen in seinen Ausführungen zu bündeln. Gleichermaßen interessant war auch der Vortrag von Prof. Ralf-Dieter Rogler von der HTW Dresden zur Berechnung und zu den Auswirkungen der Erwärmung. Dabei wurde u. a. deutlich, welche Konsequenzen die zunehmende Überalterung energietechnischer Anlagen und die Optimierung von Neuanlagen langfristig haben. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 11 840 BRANCHE AKTUELL Brandenburger Energietag 2009 in Cottbus Energiestrategie und Energieeffizienz Die industrielle Struktur Brandenburgs wird entscheidend durch die in der Lausitz beheimateten Braunkohletagebaue und Kraftwerke (Bild ) bestimmt. Die Entwicklung dieses Industriezweiges ist deshalb von entscheidender Bedeutung für die Region. Darüber hinaus haben aber auch hier die erneuerbaren Energien stetig an Bedeutung gewonnen. Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in der Niederlausitz. Mit einer installierten Leistung von 3000 MW ist es das zweitgrößte Kraftwerk Deutschlands Foto: Vattenfall Lokale Initiative - energieautarke Gemeinde Foto: H. Möbus Tafel Einsparpotentiale aus Querschnittstechnologien Querschnittstechnologie Einsparpotential Fördertechnische Systeme 20 % Lufttechnische Systeme 25 % Kältetechnische Systeme, Pumpen- und Druckluftsysteme 30 % Abwärmenutzung 40 % Beleuchtung 75 %
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Autor
- H. Möbus
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