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Brandenburger Energietag 2008 - Zukunftsfähige Energieerzeugung von morgen
ep11/2008, 1 Seite
Überblick Die industrielle Struktur des Landes Brandenburg ist insbesondere im südlichen Teil durch die Energiewirtschaft, durch Braunkohletagebaue und Kohlekraftwerke geprägt. Die Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges wird daher durch die Landesregierung mit großer Aufmerksamkeit begleitet. In dieser an sich strukturschwachen und von Abwanderung gekennzeichneten Region bieten sowohl die klassischen als auch die neuen alternativen Technologien der Gewinnung von Energie interessante und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Der alljährlich an der BTU in Cottbus stattfindende Brandenburger Energietag vereint Vertreter von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und dient dazu, Erreichtes zu bilanzieren und neue Aufgaben zu verabreden. Das wachsende Interesse an dieser Veranstaltung wird nicht zuletzt Jahr für Jahr durch ein zunehmend ausgebuchtes Audimax während der Plenarveranstaltung unterstrichen. Ein Blick auf die Nummernschilder der per Auto angereisten Tagungsteilnehmer machte zudem deutlich, dass diese Veranstaltung auch mehr und mehr das Interesse von Fachleuten aus anderen Bundesländern findet. Plenarveranstaltung In seinem Grundsatzreferat beschäftigte sich Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns mit der Energie- und Klimaschutzstrategie des Landes Brandenburg. Diese umfasst den Zeitraum bis etwa 2020 und enthält u. a. folgende ehrgeizige Ziele: · Entkoppelung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch durch Verbesserung der Energieeffizienz · Verringerung der energiebedingten CO2-Emission um 40 % (Bezugsjahr 2004) · Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch auf 20 % · Entwicklung von Spitzentechnologien zur Erschließung neuer Märkte. Während es zu den generellen Zielen kaum kontroverse Auffassungen gab, wurden Meinungsunterschiede in Detailfragen sehr schnell deutlich. Das Ringen um die Förderanteile und die Forderungen bezüglich verlässlicher Rahmenbedingungen sind ein hinlänglich bekanntes Problem. Nicht neu, aber deutlicher als bisher, wurde die Standortproblematik und die Flächen-Inanspruchnahme in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt. Anders als noch vor wenigen Jahren werden derzeit auch die Nachteile der erneuerbarn Energien thematisiert, wie etwa die Geräuschbelästigung durch Windräder und deren Schlagschaden, Geruchsbelästigungen bei Biogasanlagen oder Lärmbelästung durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Ebenso wurde deutlich gemacht, dass Flächen auch nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen - und die für Energiepflanzen genutzten Flächen eben nicht zur Lebensmittelproduktion genutzt werden können. Der Umstieg auf erneuerbare Energien erweist sich auch unter diesem Aspekt als außerordentlich komplexes Problem. Im Rahmen des Ministervortrages wurde auch auf eine Studie zum Ausbau des 110-kV-Verteilnetzes eingegangen. Infolge der veränderten Einspeiseverhältnisse vor allem durch Windkraftanlagen ist ein Netzausbau mit einem Investitionsvolumen von ca. 1 Mrd. Euro (verschiedene Szenarien denkbar) im Land Brandenburg erforderlich. In diesem Zusammenhang wurde der Gedanke diskutiert, Standorte für Windkraftanlagen - stärker als bisher - mit Rücksicht auf das bereits vorhandene Verteilnetz festzulegen. Ausstellung Wie in den Vorjahren wurde auch der Energietag 2008 durch eine Ausstellung im Foyer des Tagungsgebäudes ergänzt. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei das Modell eines nahezu emissionsfreien Braunkohlekraftwerkes (Bild ). Bei dem mit dem Kürzel CCS (Carbon Capture and Storage) bezeichneten Verfahren wird das bei der Verbrennung anfallende CO2 abgeschieden und dann in tiefliegende Gesteinsschichten verpresst. Unmittelbar im Vorfeld der Konferenz hatte Vattenfall eine erste Pilotanlage am Standort Schwarze Pumpe in Betrieb genommen. Im Übrigen war die Ausstellung eine beeindruckende Leistungsschau dessen, was im Bereich der erneuerbaren Energien, bei neuen Technologien in deren Umfeld, bei der Energieeinsparung und bei der Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften in Brandenburg bisher erreicht werden konnte. Fachforen Zur guten Tradition des Energietages gehören die Fachforen am Nachmittag. Gleich drei davon waren diesmal für den Elektrofachmann von Interesse. Ein Forum wurde in bewährter Weise von Prof. Dr. Günter Pfeiffer organisiert und widmete sich wiederum der Auslegungsberechnung von Elektroenergieversorgungsanlagen. In ihren Vorträgen beschäftigen sich Dr. Steffen Prinz (Dresden) und Prof. Dr. Dietrich Stade (Ilmenau) mit der Thematik der Oberschwingungen in Erdschlussrestströmen. Mit den Ergebnissen der Netzstudie und der Erhöhung der Energieeffizienz wurden in anderen Fachforen weitere elektrotechnische Themen vertieft. Diese Tatsache macht einmal mehr die Relevanz der verschiedenen elektrotechnischen Disziplien für die Gesamtthematik erneuerbare Energien und Klimaschutz deutlich. Innerhalb des Forums zur Energieeffizienz wurden schwerpunktmäßig Lösungsansätze behandelt, die zu den ureigensten Geschäftsfeldern des Elektrohandwerks gehören. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 11 948 BRANCHE AKTUELL Brandenburger Energietag 2008 in Cottbus Zukunftsfähige Energieerzeugung von morgen Die Verfügbarkeit preiswerter Energie ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für das Funktionieren jeder modernen Wirtschaft und zugleich ein bedeutender Faktor bei der ganz privaten Lebensgestaltung. Das wachsende Bewusstsein um die Begrenztheit der fossilen Ressourcen und der allenthalben unübersehbare Klimawandel haben diese Thematik in den letzten Jahren in einer nie dagewesenen Form in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Auf großes Interesse stieß das Modell des CCS-Braunkohlekraftwerkes, bei dem das CO2 in tiefliegende Gesteinsschichten verpresst wird U. Junghanns
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Autor
- H. Möbus
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